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herrsel-er Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Fernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 28.

Dienstag, den 7. März

1905>

Amtlicher teil.

Kassel, den 21. Februar 1905.

Indem wir auf den als Beilage zum Regierungsamts blatt veröffentlichtenVerteilungsplan des Be­darfs der Alterszulagekasse für Lehrer undLehrerinnenandenöfsentlichenVolks- faulen deS Regierungsbezirks Cassel für da« Rechnungsjahr 1905" Bezug nehmen, ersuchen wir, die städtischen und ländlichen Gemeindebehörden in geeigneter Weise darauf aufmerksam zu machen.

Wir bemerken dabei, daß die nach Aufstellung des VerleilungSplanS eingetretenen Veränderungen infolge Gründung neuer Schulstellen, Auflösung oder Umwandlung bestehender Schulstellen, Erhöhung der Einheitssätze pp., welche bei der Festsetzung der Beiträge noch nicht berück­sichtigt werden konnten, im neuen Rechnungsjahre durch be­sondere Verfügungen geregelt werden.

Königliche Regierung, Abteilung für Kirchen- und Schulwesen. F l i e d n e r.

An die Herren Landräte des Bezirks. B. 2267 II.

* *

Hersfeld, den 2. März 1905.

Wird den Herren Bürgermeistern der Stadt und Land­gemeinden des hiesigen Kreises zur Kenntnisnahme mitge- erlt.

Der fragliche Verteilungsplan befindet sich als Beilage bei Nr. 8 des Amtsblattes vom Jahre 1905.

I. 1475. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schletnitz, Geheimer Regierungs-Rat.

HerSfeld, den 2. März 1905.

Von dem Kaiserlichen Gesundheitsamt ist ein Merkblatt über Schmarotzer der landwirtschaftlichen Haussäugeliere herausgegeben worden.

Dasselbe kann von der Verlagsbuchhandlung Julius Springer, Berlin N, Monbijouplatz 3, zum Preise von 10 Pfennig für das Einzelstück, 4 Mark für 50 Stück, 7 Mark für 100 Stück und 60 Mark für 1000 Stück be- zogen werden. .

1. 1459. Der Königliche Landrat.

I. V :

T h a m e r.

Heisfeld, den 3. März 1905.

Die Herren Standesbeamten des Kreises haben mir bis s pätestens zum 10. b. M t s. tarntet zu berichten, ob die derzeitige Stärke der auf 3 Jahre eingerichteten Staubes« haup tregister richtig bemessen ist ober ob und welche o n b e r e Klasse für die Jahre 1906/08 gewünscht wird.

Hierbei ist auch gleichzeitig anzugeben, ob die Neben-

Der Stern des weissen Dauses.

Roman von J. I n e s.

(Nachdruck verboten.) (Sortfeßung.)

Der Dragoner-Offizier blieb, während dies alles geschah, ruhig unter seinem Zeltdache liegen, ohne sich zu rühren; sein hübsches, trauriges Gesicht war nach oben gerichtet, seine Augen waren noch geschlossen, doch verbarg sein blonder, langer Schnurrbart ein halb bitteres, halb belustigtes Lächeln, welches Langenheinis Worte, von denen ihm keins entgangen war, hervorgerusen harte.

Mit Sonnenuntergang war der Sturm zum Orkan an- gewachsen, am Himmel zuckten feurige Blitze, schwarze drohende Wolken kamen wild daher gejagt, die Sonne verschwand in blutroten Nebeln und die Möven stießen ein ängstliches Ge­schrei ans.

In solchen finstern Zeichen liest das geübte Seemannsauge drohendes Unwetter, und der Kapitän derLibelle" steuerte in die offene See hinein, um vom Sturme nicht auf die Klippen geschleudert zu werden.

Gegen zehn Uhr brach das Unwetter los. Stundenlang tobte es mit rasender Wut. Die Wogen türmten sich berge­hoch, so daß sie die Wolken zu bespülen schienen; es war, als ob sich Meer und Himmel zu einer furchtbare», chaotischen Masse vereinigten. Durch jene finstern, schrecklichen Stunden tanzte dieLibelle" unbeschädigt dahin bald hoch oben aus den schäumenden Wogen, bald tief unten in dem drohten" ^buib der Wasser welche sie zu verschlingen

Gegen Mitternacht vernahm man auf der Jacht durch

Heulen und Brausen hindurch deutlich einen Kanonen­schuß, das sichere Zeichen eines Schiffes in Not. Der Ton wiederholte sich während der nächsten drei Stunden in Zwischcn- räumen und klang mit jedem Male deutlicher, woraus man schloß, daß sich die Entfernung zwischen beiden Schiffen ver­minderte.

Tatkräftig einzuschreiten war unmöglich. Es herrschte eine undurchdringliche Finsternis. DieLibelle" trieb, bem Spiel

register für das Jahr 1906 mit derselben Zahl an Vor- dcucksormularen wie für das l. I. bestellt werden können, oder ob und welche andere Registerklaffe zu bestellen ist. Auch ist der Bedarf an Formularen zu RegisterauSzügen nach altem und neuem Muster getrennt) pro 1906 anzuzeigen.

I. A. Nr. 759. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

HerSfeld, den 2. März 1905.

Die Maurerlehrlinge des Kreises Hersfeld, welche ihre Gesellenprüfung machen müssen, werden aufgeforbert, bis zum 15. März d. Js. bei dem Unterzeichneten in Hersfeld sich zu melden und nachstehende Sachen einzusenden:

1. Gesuch um Zulassung zur Gesellenprüfung.

2. Einen eigenhändig geschriebenen Lebenslauf.

3 Ein Zeugnis des Lehrmeisters.

4. Ein Zeugnis aus der Volksschule.

5. Ein Zeugnis der Fortbildungsschule, wenn dieselben eine solche Schule besucht haben.

6. Den Lehrvertrag oder den Nachweis der Eintragung in die Lehrlingsrolle.

Der Prüfungstermin wird noch mitgeteilt werden. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses für Maurerlehrlinge im Kreise HerSfeld Robert Wölbing, Maurermeister.

* * *

Wird veröffentlicht. Hersseld, den 2. März 1905.

I. 1489. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Hersfeld, den 16. Februar 1905.

Zur Abhaltung des diesjährigen Ersatz-Geschäftes für den Kreis Hersfeld sind folgende Termine bestimmt worden:

Dienstag den 7 März d. I., von Morgens V29 Uhr an, und zwar im Saale des Gastwirts Kroneberg zu Schenhlengsfeld, Musterung der Militärpflichtigen aus den Landgemeinden pp. des Amtsgerichtsbezirks Schenklengsfeld.

Mittwoch, den 8. März d. I., von Morgens Va9 Uhr an, und zwar im Saale des Gastwirts Träger zu friedewald, Musterung der Militärpflichtigen aus den Landgemeinden pp. des Amtsgerichtsbezirks Friedewald.

Donnerstag, den 9. März d. I., von Morgens V28 Uhr an, und zwar im Saale des Gastwirts B. Bolender zu

Bersfeld,

Musterung der Militärpflichtigen aus der Stadt Hersfeld.

des Sturmes und der Wogen preisgegeben, wie eine Nußschale umher, und die geringe Mannschaft sah sich der entsetzlichen Notwendigkeit anheimgestellt, ruhig dem Schicksal entgegen zu sehen, welches allen unvermeidlich erschien.

Die Matrosen waren auf dem Vorderteil des Schiffes versammelt. Der Schiffsführer stand still unb finster am Steuer. Der Graf und seine Freunde bewahrten eine ge­faßte Haltung, ein jeder verschloß seine Befürchtungen in der eigenen Brust und wechselte nur wenig Worte mit den anderen.

Gegen drei Uhr des Morgens ließ der Sturm ein wenig nach. Eine Stunde später verkündete ein matter, grauer Lichlstreif am östlichen Horizont den Aubruch des Tages. Eines jeden Brust entrang sich ein Scnszcr der Erleichterung und wohl jeder der Männer sendete ein stummes Dankgebet zum Himmel empor, daß er sie soweit erhalten hatte. Der Lichtstreis am Horizont wurde größer und heller, und noch immer dröhnte in Zwischenräumen das dumpfe Schießen an ihr Ohr.

Sobald es sich tun ließ, vergewisserte sich der Schiffs- führer über die Fahrt. Sie befanden sich nicht weit von der Küste, kaum eine Viertelstunde nordöstlich ragte ein schroffes Felsenriff aus dem Meere heraus. Auf dieses zu war ein Schiff getrieben worden. Soviel vermochten die spähenden Blicke an Bord derLibelle" mit Hilfe ihrer Fernrohre zu unterscheiden.

Der Graf und der Schiffsführer, welche den Blick gespannt auf jene Stelle geheftet hatten, legten die Gläser nieder und sahen einander bedentungsvoll an.

Was ist es für eins," fragte der erstere,

Ein Handelsschiff, wenn ich nicht sehr irre. Eben ist es an dem Felsenriff gescheitert."

Durch das Toben der Elemente hindurch hörte man Schreien und Wehklagen, das die Herzen der Männer vor Entsetzen erstarren ließ.

Der Himmel stehe ihnen bei!" kam es von des Grafen bleichen Lippen.

Noch einmal tönte der dumpfe Notschuß an ihr lauschendes

Freitag, den 10. März d. I., von Morgens V28 Uhr an, in demselben Cohale,

Musterung der Militärpflichtigen aus den Landgemeinden pp. des Amtsgerichtsbezirks Hersseld.

Sonnabend, den 11. März d. I., von Morgens 8 Uhr an,

und zwar im Saale des Gastwirts I. fiuhn zu

Piiederaula,

Musterung der Militärpflichtigen aus den Landgemeinden pp. des Amtsgerichtsbezirks Niederaula.

Montag, den 13. März d. I., von Morgens V29 Uhr an, und zwar im Saale des Gastwirts B, Bolender zu fiersfeld,

Loosung, sowie außerdem Zurückstellung derjenigen Mann­schaften der Reserve, Landwehr und Ersatz-Reserve sowie der ausgebildeten Landsturmpflichtigen des zweiten Aufgebots, welche wegen häuslicher, gewerblicher oder Familienverhält- nisse eine Zurückstellung für den Fall der Einberufung zu den Fahnen beanspruchen wollen. (§ 123 der Wehrordnung vom 22. November 1888).

Die Herren Ortsvorstände der Stadt- und Landgemeinden des Kreises werden angewiesen:

1. die militärpflichtigen Mannschaften ihrer Gemeinden rc. und zwar

a) die in der Zeit vom 1. Januar bis einschließlich 31. Dezember 1885 geborenen, soweit sie nicht bereits in das Militär eingestellt sind oder einen Ausstand erhalten haben,

b) die in den Jahren 1884, 1883 und 1882 oder früher geborenen, welche bei den Ersatz-Geschäften des vorigen Jahres zurückgestellt, überzählig geblieben oder gar nicht erschienen sind, und demnach über ihr Militärverhältnis noch keine feste Bestimmung er­halten haben, zu den vorbezeichneten Musterungster­minen vorzuladen.

2. dafür zu sorgen, daß diejenigen Personen, zu deren Gunsten eine Zurück stellung b ezw. Befreiung vom Militärdienst be­ll n spruch t w ird, si ch im Musterungster­mine ebenfalls ein finden,

3. in den Terminen sich persönlich einzufinden NNd so langezurStellezusein.bissämt- liche Militärpflichtige der betreffenden Gemeinde g emust e r t sind. JmFalleeiner Verhinderung ist für die Anwesenheit eines S t e l l - Vertreters Sorge zu tragen.

4. für rechtzeitige Gestellung der Militärpflichtigen rc. zum Ersatz-Geschäft Sorge zu tragen und denselben aus­drücklich zu eröffnen, daß sie mit sauberem

Ohr und wieder rang sich das herzerschütternde Wehgeschrei durch die Luft.

*

Wir müssen den Unglücklichen mit dem Boote Hilfe bringen," erscholl eine Stimme.

Das wäre ein wahnsinniges Vorhaben!" rief der Gras in aufgebrachtem Tone.

Mein Leben gehört mir allein, ich darf es anfs Spiel setzen," entgegnete Baron Werner ruhig.

Auf so aufgeregter See muß jedes Boot zu Grunde gehen und vor allem eine Nußschale wie diese hier," warf Langenheim ein, der in dem matten Licht bleich und verstört aussah.

So mag es das Gegenteil beweisen. Ich kann nicht hier stehen und ruhig zusehen, wie die Unglück­lichen vor unsern Augen zu Grunde gehen, erklärte Baron Werner fest.

Roßlingen hat recht," mischte sich der Rittmeister Thiemer ein.Es wäre unmenschlich, wollte man sie untergehen lassen, ohne einen Versuch zu ihrer Rettung zu machen. Kommen Sie, Graf, seien Sie vernünftig und lassen sie uns das Boot aussetzen."

Nun, so sei es denn," entgegnete der Gras düster,aber es ist offenbarer Wahnsinn. Indessen, wenn Ihr es durchaus wagen wollt, so begleite ich Euch."

Und ich auch," rief Langenheim.

Thiemer und ich gehen," entschied Baron Werner mit ruhiger Festigkeit,und einer von den Matrosen um zu steuern. Wer von Euch will mit uns kommen?" fragte er zu den letzteren gewendet.

Zwei von den Leuten traten vor.

Sie werden uns begleiten," sprach er zu dem, welcher ihm am leichtesten schien.Bohlen, alter Freund," fügte er dann heiter gegen den Grasen hinzu,Sie müssen an Ihre Mutter denken, und Sie, Arthur, haben Ihre Eltern noch unb zwei junge Schwestern, Thiemer läßt nienmnbeu zurück, ebenso wie ich, wenn wir umkommen."

So kam es, daß die beiden Männer, welche Hilda geliebt