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herchlder Armblatt
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Fernsprech-Knschlutz Nr. 8
Nr. 55.
Donnerstag, den 11. Mai
1905
Amtlicher teil.
Hersseld, den 28. April 1905.
Die diesjährigen Impf: und piachfcbau:Cermine im
Kreise Hersfeld sind wie folgt anberaumt worden:
I. Station Hersfeld (Cand).
Impfung : Donnerstag, den 11. Mai 1905, Nachmittags 4 Uhr Nachschau: Donnerstag, den 18. Mai 1905, Nachmittags 4 Uhr in der Schule in Kalkobes.
2. Station Obergeis.
Impfung: Sonnabend, deü 13. Mai 1905, Nachm. 4Vi Uhr Nachschau: Sonnabend, den 20. Mai 1905, Nachm. 4Vi Uhr. 3. Station Schenklengsseld.
Impfung: Montag, den 15. Mai 1905, Vormittags 8 Uhr.
Nachschau: Montag, den 22. Mai 1905, Vormittags 8 Uhr. 4. Station Ransbach.
Impfung: Montag, den 15. Mai 1905, Mittags 12 Uhr.
Nachschau: Montag, den 22. Mai 1905, Mittags 12 Uhr. 5. Station Philippsthal.
Impfung: Montag, den 15. Mai 1905, Nachmittags 2 Uhr. Nachschau: Montag, den 22. Mai 1905, Nachmittags 2 Uhr. 6. Station A s b a ch.
Impfung: Sonnabend, den 13. Mai 1905, Nachm. 2 Uhr. Nachschau: Sonnabend, den 20. Mai 1905, Nachm. 2 Uhr. 7. Station Niederaula.
Impfung: Montag, den 15. Mai 1905, Vormittags 10 Uhr.
Nachschau: Montag, den 22. Mai 1905, Vormittags 10 Uhr. 8. Station Frielingen.
Impfung: Dienstag, den 16. Mai 1905, Vormittags 11 Uhr. Nachschau: Dienstag, den 23. Mai 1905, Vormittags 11 Uhr. 9. Station Kirchheim.
Impfung: Dienstag, den 16. Mai 1905, Nachmittags 1 Uhr. Nachschau: Dienstag, den 23. Mai 1905, Nachmittags 1 Uhr. 10. Stativ nFriedewald.
Impfung: Freitag, den 12. Mai 1905, Vormittags 8s/4 Uhr. Nachschau: Freitag, den 19. Mai 1905, Vormittags 83A Uhr. 11. Station W i d d e r s h a u sen.
Impfung: Mittwoch, den 10. Mai 1905, Mittags 12V4 Uhr. Nachschau: Mittwoch, den 17. Mai 1905, Mittags 12 V4 Uhr. 12. Station Heringen.
Impfung: Mittwoch, den 10. Mai 1905 Nachm. 28/4 Uhr.
Nachschau: Mittwoch, den 17. Mai 1905, Nachm. 23/4 Uhr.
13. Station Heimboldshausen.
Impfung: Montag, den 15. Mai 1905, Nachm. 4V2 Uhr. Nachschau: Montag, den 22. Mai 1905, Nachm. 4Vs Uhr.
14. Station H 0 lzheim.
Impfung: Mittwoch, den 17. Mai 1905, Vormittags 10 Uhr. Nachschau: Mittwoch, den 24. Mai 1905, Vormittags 10 Uhr.
Für die übrigen Jinpsstationen läßt sich noch kein Jmpf- termin bestimmen, da auf denselben ansteckende Krankheiten herrschen.
Die Macht der Liebe.
Roman von A. v. L i l i e n c r 0 n.
(Schluß.)
Der Bauer war möglichst wenig daheim, er könne das Leid nicht mitansehen, es stieß ihm das Herz ab, meinte er, aber Abends, wenn er he>m kam, dann streichelte er seine Grete und erklärte, „bist ein braves Mädel, Hosts verdient, daß dein Schatz so in Freud und Leid an dir hangen tut unb mit dir schuftet beim Hannes, als ob es sein leibhaftiger Bruder wär."
Die Großmutter stimmte den Sohne bei. Noch nie hatte das junge Paar so viel gute Worte von ihr gehört als jetzt, wo sie still mit dem alten Kopfe nickte, wenn sie auf die beiden sah, unb meinte: „ja, ja, wo zwei unter euch eins werden im Herrn, da gibt er seinen Segen. So kommts jetzt bei euch. Schier auseinanderlaufen habt ihr wollen, weil jeder seiner Sünde nachging, nun aber hat der Herr euch gewaltsam ausgerüttelt, und^so etwas vergißt sich nicht."
In Hannes' Zustand war eine Aenderung eingetreten. Das Fieber war vorbei, die große Schwäche, die es zurückge- lassen, schien überwunden, und es zeigte sich ein Anflackern der faß in leichtem Schlummer versunken am Bette des Gewenden. Die Strahlen der ausgehenden Sonne fielen auf - J^’Wljrte Gesicht des Hannes, der mit wachen Augen erwÄ/o Ä ^ Sonnenstrahl den Schläfer. Der blinzelte, erwach und richtete sich im Lehnstuhle hastig auf.
schein und JcftrVÄClk ganz Kregel," versuchte er zu geben?« ° bcm H""ues zu, „soll ich dir was zu trinken
NÄN«-^ ""^ -W “i» ^ da« Sterten Ä« ä ÄÄ ^
Die Impfung findet in den Schullokalen statt und geschieht unentgeltlich.
Außer denjenigen, welche sich aus freier Entschließung impfen lassen wollen, unterliegen der Impfung im Jahre 1905:
1. jedes im Jahre 1904 geborene Kind, sofern es nicht nach ärztlichem Zeugnis die natürlichen Blattern über- standen hat,
2. die Kinder, die im Jahre 1904 oder früher ohne Erfolg, ohne genügenden Erfolg oder gar nicht geimpft worden sind, sofern sie nicht nach ärztlichem Zeugnisse die natürlichen Blattern überstanden haben.
3. jeder Schüler einer öffentlichen Schule oder Privatschule, welcher
a. in diesem Jahre das 12. Lebensjahr zurückgelegt hat bezw. zurücklegt oder
b. den Nachweis der geschehenen Impfung, oder wenn er über 12 Jahre alt ist, auch nicht den der Wiederimpfung erbracht hat.
Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben Vorstehendes, namentlich aber die Termine auf ortsübliche Weise zu wiederholten Malen bekannt machen zu lassen und dafür Sorge zu tragen, daß alle zu impfenden Kinder und Schüler au Ort und Stelle sind.
Bei der Bekanntmachung der Termine rc. ist gleichzeitig ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, daß nach § 14 des oben erwähnten Gesetzes Eltern, Pflegeeltern und Vormünder, welche es unterlassen, den Nachweis zu führen, daß die Impfung ihrer Kinder oder Pflegebefohlenen erfolgt, oder aus einem gesetzlichen Grunde unterblieben ist, mit einer Geldstrafe bis zu 20 Mark und Eltern, Pflegeeltern und Vormünder, deren Kinder und Pflegebefohlenen ohne gesetzlichen Grund und trotz amtlicher Aufforderung der Impfung oder der ihr folgenden Nachschau entzogen geblieben sind, mit Geldstrafe bis zu 50 Mark oder mit Haft bis zu 3 Tagen bestraft werden.
Die Herren Lehrer haben ebenfalls als Vorsteher der Schulanstalten die Verpflichtung, bei der Aufnahme von Schülern durch Einsordern der vorgeschriebenen Bescheinigungen festzustellen, ob die gesetzliche Impfung erfolgt ist, bezw. dafür zu sorgen, daß die während des Besuches der Anstalt impf- pflichtig werdenden Zöglinge, dieser Verpflichtung genügen. *
Schließlich mache ich noch darauf aufmerksam, daß gemäß der zur Sicherung der gehörigen Ausführung des Jmpfgeschästes ergangenen Vorschriften ein Vertreter der Ortspolizeibehörde und (für die Wiederimpfung) ein Lehrer in dem betreffenden Jmpfgeschäststermine zur Unterstützung des Jmpfarztes und Aufrechterhaltung der Ordnung zu erscheinen haben.
Für Bereithaltung des Jmpslokals und Stellung der erforderlichen Schreibhülfe beim Jmpfgeschäft ist seitens der Herren Bürgermeister der Jmpsstationsorte Sorge zu tragen. I. 2938. Der Königliche Landrat.
J. V.:
Th a m e r.
halt nur ein sehr schwaches Menschenkind, das arg zu kämpsen hatte mit sich. Schau, das Gretel ist mir ans Herz gewachsen, daß ich nimmer wußt, ivie ichs anstellen sollte, darüber Herr zu werden, daß ich das Mädel so bannig lieb hatte. Nun ists still geworden hier innen, ich weiß, ihr zwei habt euch gesunden. Jetzt wirst das Gretel nicht mehr betrüben durch das Trinken, und es wird auch nicht mehr grätig mit dir sein. Ich werde noch im Himmel mein Freude daran haben."
Klaus kauerte neben dem Lager, er hatte den Kopf auf den Bettrand gelegt und schluchzte.
„Wollt dir das noch sagen, ehe ich von hinnen muß," fuhr der Sterbende fort, „— so, — unb nun geh, — machs Fenster auf und hol das Gretel." —
Glockenklänge drangen herein, der Sonntag wurde eingeläutet.
„Hörst, Gretel," sagte Hannes, als das Mädchen eintrat, „der Engelsgruß! Lieb und Fried! Lieb und Fried! Nun kommt er auf dich herab, all aus dich herab." Er rang nach Atem. Sanft richtete das Mädchen ihn auf, ihre Tränen fielen auf sein Haupt.
Da lächelte er ihr zu, ein verklärtes Lächeln, legte ihre Hand in die des Klans und flüsterte noch einmal — Lieb und Fried!
Gretes Arm umschlang und stützte den Jugendgefährten, sein Kopf ruhte an ihrer Schulter.
„Bet' mit mir," bat er.
Und alles Herzeleid zurückdrängend, flüsterte sie mit zitternder Stimme:
„Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren. Jesns geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann."
Draußen verhallte der letzte Glockenton, und hier war betend ein treues Herz zum ewigen Frieden eingegangen.
* *
*
Im Herbste war die Hochzeit deS Klaus und Grete, ganz still ohne.Lustbarkeiten, sie mochten beide an so etwas noch nicht denken, aber das Gretel wollte ihren Schatz nicht mehr
Die Herrn Ortsschulinspektoren und Lehrer der Kreis- schulinspeklion Herafeld I werden ergebend benachrichtigt, daß die
amtliche Areiskonferenz
Donnerstag, den 18. d. Mir., von vormittag» 10 Uhr an im Saale des Herrn Kniese zu HerSfeld gehalten werden soll.
Niederaula, den 9. Mai 1905.
Der Kreisschultnspektor. Schröder.
Königlicher Landratsamt.
Sprechstunver Täglich von 9—12 Uhr an den Wochentagen vormittags.
nichtamtlicher teil.
Ter Wufftanb in LM-Mwefi-Wka.
Berlin, 8. Mai. (Amtliche Meldung.) Zur Erkundung des Kaukau-Veldts brach Oberleutnant Gräff der 10. Kompagnie mit dreißig Mann und sechs Kamelen am 15. März von Oljituo in Richtung Neinet auf. Wasser- Mangel und dichter Busch zwangen ihn, nicht längs des Apato, sondern über Karakuwisa am Omuranda und Ama- tako zu marschieren. Am 13. April traf er bei Kaurama eine Hererowerft, stürmte sie nach heftigem Widerstand und erbeutete 90 Stück Großvieh. Vom Gegner fielen 7 Mann, Diesseits 1 Reiter. Hierauf wurde eine große Werft bei Gautscha festgestellt, zu deren Fortnahme die Stärke der Patrouille nicht ausreichte. Oberleutnant Gräff wartet bei Ukeidis eine Verstärkung von 40 Mann mit zwei Maschinengewehren ab, die zu ihm abgeschickt wurde.
In den Karasbergen erreichte am 26. April Leutnant v. Detten mit einem Zuge bei Ganams (20 Kilom, östlich Nuruda») den nach Osten abziehenden Morenga, den er an- griff. Nachdem am 27. April Hauptmann Winterfeldt mit Verstärkungen eingetroffen war, wurde der Gegner mit einem Verlust von mindesten» 15 Toten in die Berge östlich Ga- nam» geworfen, wo feine Spuren auSeinanderlausen. Diesseits find 6 Mann gefallen, 10 Mann find verwundet.
Die gegen die Banden bes Bethanienkapitäns Cornelius entsandte Abteilung Zwehl traf am 1. Mai drei Werften am Kulip (etwa 75 Kilom. südwestlich Gibeon) und warf den Gegner, von dem 24 Mann fielen, in südöstlicher Richtung. 500 Stück Großvieh und 2000 Stück Kleinvieh wurden erbeutet. Diesseits find keine Verluste zu verzeichnen.
Die Deutsch Südwestafrik. Ztg. meldet in ihrer Au»-
allein lassen, sondern ihin alleweil zur Seite bleiben, liebend und betend.
So hat sie's auch ihr Lebtag durchgeführt und hat nimmer zu klagen brauchen, daß der Klaus mit einem Rausche heiin- gekommen wär, und haben die zwei in so glücklicher Ehe gelebt, daß sie ein Vorbild für das ganze Dorf gewesen sind in Gottesfurcht und in treuer Liebe. Unvergessen hat bei ihnen das Andenken des Hannes gelebt, und wenn die Mutter vom „Lieben, Guten" sprach, dann haben die Kinder alleweil gewußt, von wem die Rede war; hätten sie doch kein Vaterle gehabt, wenn der Hannes nicht zugesprungen wäre.
Goldsucher.
Roman von Edela R ü st.
Die kleine Coßnitz durchlebte ihren ersten gouvernanten- losen Winter, und stand auf der Schwelle der gesellschaftlichen Mysterien des Stadt- und Landkreises Lettau in Ostpreußen.
Hauptmann von Coßnitz war auf der Jagd verunglückt und mußte den Dienst quittieren, als Eva kaum zehn Jabre alt war. Da hatte man Kisten und Koffer gepackt und sich auf dem mütterlicherseits ererbten Villengrundstück in Lettau niedergelassen.
Es war traurig um den armen Papa, ja gewiß. Aber manchmal wollte es Eva scheinen als ob ihre arme Mutter Finchen, die mittlerweile die Vierzig längst überschritten, noch beklagenswerter sei.
Daß die Frau Hauptmann trotz alledem noch so blühend und hübsch aussah, war zum Verwundern. Sie trug einen schwarzen Spitzenaufsatz auf den braunen gar nicht weiß werden- wollenden Flechten — ba5 hatte ihr Gatte eines Tages so befohlen. Diese Garnitur machte sie zehn Jahre älter, aber es war gut so — sie hatte an der Seite ihres reizbaren Invaliden lange alle Ansprüche an die Eitelkeiten dieses Lebens begraben.
Es ging aber doch ein Leuchten über- ihr Antlitz, wenn Klinger, der Diener des HauptmannS, bei irgend einer Vcran-