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herrfelder Armblatt
Gratisbeilagen: „Illustriertes Sonntagsblatt" und „Illustrierte Landwirtschaftliche Beilage"
Fernsprech-Knschlutz Nr. 8
Nr. 73.
Sonnabend, den 24. Juni
1905.
Wmmls-KMW
auf das
ßersfelder Kreisblatt
Das Hersfelder Areisblatt bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen zuverlässige Mitteilungen über Ereignisse in der Politik, Berichte aus dem Areise, der Provinz und Nachbargebieten. Reichhaltige Nachrichten vermischten Inhalts bringen alle sonstigen mitteilenswerten Ereignisse zur Aenntnis der Leser. Ferner bilden sorgfältig ausgewählte
spannende Romane,
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Amtlicher teil.
Allgemeine Verfügung Nr. 25/1905.
Ministerium für Landwirtschaft, Domainen und Forsten. Gesch -Nr. I G. a 4075 M. f. L.
„ „ M 6567 M. d. g. A.
Mißbrauch und Verwahrung von Fleischbeschaustempeln.
Berlin W. 9, den 25. Mai 1905.
An sämtliche Herren Regierungs-Präsidenten und den Herrn
Polizei-Präsidenten hier.
Es ist in letzter Zeit mehrfach festgestellt oder doch der dringende Verdacht ausgesprochen worden, daß amtliche Fleischbeschaustempel von unbefugten Personen dazu benutzt worden sind, um Fleisch von nicht untersuchten Tieren, namentlich von solchen, bei denen eine Beanstandung zu befürchten war, abzustempeln und demnächst in den Verkehr zu bringen. Dieser Mißbrauch ist meist dadurch ermöglicht oder begünstigt worden, daß die Fleischbeschauer die amtlichen Stempel nicht sicher genug ausbewahrt oder während des Gebrauchs nicht genügend unter Obhut gehalten oder gar fahrlässigerweise dritten Personen ohne Aussicht zum Zwecke der Stempelung untersuchter Tiere überlassen haben. Derartige Nachlässigkeiten beeinträchtigen den Wert der mit der Stempelung bei der Fleischbeschau erstrebten Kontrolle der genauen Beobachtung der Fleischbeschauvorschriften erheblich und müssen als grobe Pflichtverletzungen der Beschauer angesehen werden. Wir ersuchen, sämtlichen bei der amtlichen Schlachtvieh- und Fleischbeschau, einschließlich der Trichinenschau, tätigen Sachverständigen eine sorgfältige und sichere Aufbewahrung sowie während des Gebrauchs eine ununterbrochene Beaufsichtigung der ihnen anvertranten amtlichen Beschaustempel zur Pflicht zu machen. Verletzungen dieser Pflicht würden, wie dies tatsächlich in einem Falle von uns bereits ungeordnet ist, den Verlust des Amtes als Fleischbeschauer oder Trichiucnbcschauer für den Schuldigen zur Folge haben müssen.
Der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, gcz. v. P v d b i e l s k h.
Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinul- Angelegenheiten. I. A. gez. Förster.
* *
*Casscl, den 13. Juni 1905.
Abschrift zur gefälligen weiteren Veranlassung. A. II. 5474. Der Regiernngs-Präsident. J. V.: v. K a in e k c. m . Herren Landräte und die Herren Polizeidirektoren des lln^ die Magistrate der Schlachthosgemeinden (außer -Wetter) fomic den Herrn Bürgermeister zu Wetter. * * * m , Hersfeld, den 22. Juni 1905.
Vorstehendes bringe ich zur Kenntnis der Herren Bürger- ™ .des Kreises mit der Veranlassung, die Schlachtvieh- " , Trichmenbcschauer hiernach zu bescheiden.
11 4293. Der Königliche Landrat. J. V. T h a m c r.
Hersseld, den 15. Juni 1905.
Der Bürgermeister der Gemeinde Kalkobes Hieronymus B ä tz dortselbst^[Wiür einen <A^.5„ Juli er. beginnenden weiteren achtjährigen Zeitraum gepÄlt und bestätigt, worden. I. 1983. . T \ r ’ Dto»K«uigliche Landrat.
I. V.
T h a m e r.
Hersfeld, den 20. Juni 1905.
Die Erledigung meiner Verfügung vom 27. Mai d. Js I. 3678, KreiSblatt 66, betreffend das Sollauskommen an Beiträgen zur Landwirtschaftskammer für das Jahr 1905 bringe ich bei den Herren Ortsvorständen des Kreises, welche mit der Anzeige noch im Rückstände sind, in Erinnerung, mit Frist bis zum 3 0. d. M t s
I. 3678. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.
Amtliche Bekanntmachung der Landwirtschaftskammer.
ES werden in diesem Jahre in nachstehend bezeichneten Orten und Tagen Stutenschauen mit Prämien Verteilung, sowie Eintragung in das Stutbuch abgehalten:
Montag, den 10. Juli, vormittags 8 Uhr in Hersfeld, nachmittags 3 Uhr in Hünfeld.
Dienstag, den 11. Juli, vormittags 8 Uhr in Fulda, nachmittags 3 Uhr in Tann.
Mittwoch, den 12. Juli, vormittags 9 Uhr in Schlächtern, nachmittags 3 Uhr in Gelnhausen.
Donnerstag, den 13. Juli, vormittags 8 Uhr in Hanau.
Es werden nur bedeckte Stuten prämiiert. D'e Prämien bestehen darin, daß den Besitzern der ausgewählten Stuten das in diesem Jahre von ihnen für die Bedeckung dieser Stuten gezahlte Deckgeld zurückerstattet wird, und daß für die von diesen Stuten 1906 event, geborenen Füllen ein Füllengeld nicht zu entrichten ist.
Der Nachweis für die Bedeckung der ausgewählten Stuten ist durch Vorzeigen des Deckscheines zu führen. Wer den Letzteren nicht vorlegen kann, ist von der Prämiierung ausgeschlossen. Die Deckscheine der prämiierten Stuten werden abgenommen und den Besitzern nach einigen Tagen wieder zugestellt.
Nur Stuten, welche in das Stutbuch eingetragen sind, werden prämiiert; diejenigen werden bevorzugt, deren unter Vorweis des Füllenscheines vorzuführende Nachzucht ihren Zuchtwert bestätigt. Die Zahl der an den einzelnen Schauorten zu prämiierenden Stuten bestimmt die Schaukommission.
Der Besitzer von in das Stutbuch eingetragen werdenden Stuten erhält für jedes Stück 5 Mark.
Der Vorstand der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Caffel.
H. E. von Stockhausen.
* *
*
Hersfeld, den 19. Juni 1905.
Auf die vorstehend abgedruckte Bekanntmachung der Landwirtschaftskammer, die diesjährige Stutenschau betreffend, mache ich die Herren Ortsvorstände des Kreises besonders aufmerksam mit der Veranlassung, den sämtlichen Pferdezüchtern des Kreises von dem Termine der Stutenschau Mitteilung zu machen und auf Vorführung aller bedeckten Stuten hinzuwiikcn.
I. I. 4190. Der Königliche Landrat.
J. V.:
T H a m o r.
Hersfeld, den 19 Juni 1905.
Unter den Schweinen des Zieglers Heinrich Roth zu Heimboldshausen ist die Notlausseuche auSgebrochen. I. 4204. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rat.
Hersfeld, den 20. Juni 1905.
Unter den Schweinen des Georg Beck zu Bengendorf ist die Rotlaufseuche ausgebrochen.
I. 4210. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz,
Geheimer Regierungs-Rat.
nichtamtlicher teil.
Politischer Wochenbericht.
In der innern Politik Deutschlands konzentrierte sich das Hauptinteresse während der verflossenen Woche wieder auf die preußische Bergarbeiterschutz Novelle. Das Schicksal derselben hängt zur Zeit bekanntlich von der Entscheidung des Herrenhauses ab, und nach der Ausnahme, die derselben in der ersten Plenarberatung zuteil geworden, schienen die
Chancen zum mindesten unsicher zu sein. Die Verhandlungen . in der Kommission, der die Vorlage überwiesen worden war, aber haben nun ein wesentlich anderes Resultat gezeitigt. Alle grundlegenden Bestimmungen der Novelle, insbesondere auch der den hauptsächlichsten Zankapfel bildende Paragraph über die Arbeiterausschüsse, gelangten in der Fassung des Abgeordnetenhauses mit teilweise beträchtlicher Majorität zur Annahme. Es erscheint danach die Erwartung berechtigt, daß auch das Plenum bei nochmsliger Beratung des Gesetzentwurfs eine wesentlich günstigere (Stellung zu demselben einnehmen wird.
In der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten Frankreichs ist seit ihrer Uebernahme durch den Ministerpräsidenten Rouvier offenbar eine heilsame Wandlung eingetreten. Zeugnis hiervon legt unter anderm ein bemerkenswerter Artikel des osfiziösen Organs „Temps" ab. Die interessanten Ausführungen dieses Blattes enthalten eine ebenso krastvolle wie deutliche Absage an die englischen Preßtreibereien, deren klar- erkennbarer Zweck es ist, Deutschland und Frankreich zu verhetzen. Frankreich will in Zukunft mit seiner Politik ausschließlich französischen Interessen dienen und lehnt es ab, die Geschäfte einer dritten Macht zu besorgen. Man wird diesem Standpunkte unumwundene Anerkennung zollen müssen und darf daraus wohl die sichere Hoffnung schöpfen, daß die deutsch-französischen Verhandlungen in der Marokkofrage auch weiterhin einen friedlichen Verlauf nehmen und zu einem beide Teile befriedigenden Abschlüsse führen werden.
In Rußland ist eine Abordnung der Semstwovertreter vom Zaren Nikolaus empfangen worden. Fürst Trubetzkoi hielr eine längere Ansprache, in dem er dem Verlangen des russischen Volkes nach einer geordneten Vertretung Ausdruck gab. Der Fürst aber kopierte, wie es scheinen will, in den Andeutungen, die er über eine künftige Verfassung Rußlands nach seinen Wünschen und Plänen machte, gar zu sehr die westeuropäische Parlamentsschablone. Dieser Radikalismus der Gebildeten Rußlands, der das historische Werden gänzlich außer Acht lassen zu dürfen meint und sich über das Gegebene kecken Sprunges hinwegsetzt, dünkt uns überhaupt einer der größten Schäden in den gegenwärtigen Zuständen des Zarenreiches zu sein. Demgegenüber war es offenbar richtig und angemessen, daß der Zar in seinen Erwiderungsworten die Notwendigkeit einer Anknüpfung an die geschichtlichen Verhältnisse betonte. Im übrigen hat der Empfang der Semstwo- Abordnung durch Kaiser Nikolaus in ganz Rußland einen überaus günstigen Eindruck hervorgerufen und wesentlich zur zeitweiligen Beruhigung der Gemüter beigetragen.
Auf dem mandschurischen Kriegsschauplatze nehmen zur Zeit trotz der im Gange befindlichen Friedens-Verhandlungen die militärischen Ereignisse noch ihren Fortgang, ja, offenbar- bereiten sich hier wieder wichtigere Dinge vor. Die Japaner sind mit einer Flankenumgehung beschäftigt, und, wenn nicht die Gerüchte von einem bevorstehenden Waffenstillstände bald Wirklichkeit werden, steht in nächster Zeit eine neue Schlacht zu erwarten. Im Interesse eines erfolgreichen Verlaufes der Friedens-Verhandlungen aber wäre jedenfalls düngend zu wünschen, daß es hierzu nicht mehr käme.
Die Lösung der schwedisch-norwegischen Union seitens Norwegens hat zu einet außerordentlichen Tagung des schwedischen Reichstages Anlaß gegeben. Aus dem bisherigen Verlause derselben geht hervor, daß man sich in Schweden mit Resignation in das Geschehene zu fügen beginnt und die Auflösung der Union als vollendete Tatsache hinnimmt. I n Ungarn endlich ist eingetroffen, was wir an dieser Stelle seiner Zeit voraussagten. Durch das Ministerium Fejervary ist die ungarische Krisis um keinen Deut gemindert, sondern eher noch verschärft worden. Die Mehrheitsparteien verlangen ein Kubinet aus ihrer Mitte und kein Uebergangs- oder Be- amtenministerium, wie es das neugebildete ist. So hat denn dieses Ministerium bereits einen mehr als unhöflichen Empfang und ein Mißtrauensvotum im Parlament über sich ergehen lassen müssen, und seine Demission dürfte wohl nicht allzu lange auf sich warten lassen.
Der russisch-japanische Krieg.
Auf einer Frontausdehnung von etwa 100 Kilometer — von der mongolischen Grenze bis an den Gebirgsab- Hang östlich der großen Straße Tteling Charbin — find die Gefechte zwischen den Vortruppen der Russen und Ja- paner entbrannt. Es ist die Einleitung zu einer großen Schlacht; ob es nun noch möglich sein wird, der Abwicklung des militärischen Dramas Stillstand zu gebieten und einen Waffenstillstand herbcizuführen, erscheint im höchsten Grade zweifelhaft.
Tokio, 22. Juni. Wie amtlich bekannt gegeben wird, besetzte eine japanische Abteilung in der Gegend von Weijuanpumen am 19. d. M. Lienwacheh, ohne auf Widerstand zu stoßen; sie besetzte ferner Jangmulinzu, 20 Meilen nordöstlich von Weipienpamen und verdrängte den Feind, der nach der nach Kirin führenden Straße zu mehr nordwärts weiterging. Eine andere Abteilung vertrieb am 19. d. M. den Feind aus Janzuling, zehn Meilen nördlich