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Hersfelder Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Fernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. «7.

Amtlicher teil

Hersfeld, den 8. Juni 1906.

Der Privatsekretair Georg Ritzel zu Hersseld ist auf Grund des § 36 der Reichsgewerbe-Ordnung und Ziffer 62 der ministeriellen Vorschriften über den Umfang der Befug­nisse und Verpflichtungen sowie über den Geschäftsbetrieb der Versteigerer vom 10. Juli 1902 von dem Herrn Regierungs­Präsidenten zum Versteigerer für den Amtsgerichtsbezirk Hersfeld widerruflich bestellt und als solcher von mir heute eidlich verpflichtet worden.

Der Königliche Landrat von Grunelius.

Hersfeld, den 9. Juni 1906.

Die Schulstelle in Gethsemane wird vom 1. Oktober d. Js. ab frei.

Die Einkünfte derselben bestehen neben freier Wohnung in 1150 M. Grundgehalt, einschließlich der Kirchendienstvergütung in Höhe von 150 M. Die Dienstalterszulage beträgt 120 M.

Bewerber wollen sich unter Vorlage ihrer Zeugnisse bis zum 10. Juli d. Js. bei dem Ortsschulinspektor Herrn Pfarrer Konze in Hilmes oder dem Unterzeichneten melden.

Namens des Schulvorstandes: von Grunelius,

I. 4643. Königlicher Landrat.

Hersfeld, den 7. Juni 1906.

36 mache darauf aufmerksam, daß im Verlage von Julius Springer in Berlin No. 24, Monbyjouplatz 3, soeben das Buch: Urban, Betriebsvorschriften für Drogen- und Giftbandlungen in Preußen erschienen ist. Es enthält eine vollständigeZusammenstellung sämtlicher jetzt gültiger, größten, teils innerhalb der letzten 23 Jahre erlassenen Vorschriften und Polizeiverordnungen über Umfang, Ausübung und Ueberwachung des Arzneimittel«, Gift- und Farbenhandels außerhalb der Apotheken und ist daher nicht nur für die betreffenden Gewerbetreibenden selbst, sondern auch für die mit der amtlichen Besichtigung dieser Handlungen betrauten Bevollmächtigten, insbesondere die Medizinal- und Polizei­behörden und -Beamten von Bedeutung.

Der Preis des Buches beträgt 2 Mark.

I. 4569. Der Königliche Landrat

von Grunelius.

Der nächste Termin der durch da» Gesetz vom 18. Juni 1884 vorgeschriebenen Prüfung von Schmieden über ihre Befähigung zum Betriebe des Hufbeschlagzewerbes wird hierselbst a m F r e i t a g den 1 0. A u g u st d. I». ob­gehalten werden.

Meldungen zu dieser Prüfung stnd unter porto- und

Roman von J. G a r w i n.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Und Sie kommen als ernster Bewerber um die Hand meiner Freundin zu mir?"

Ich komme, Sie um Ihre Fürsprache für mich bei Fräu­lein Julia zu bitten," versetzte der Graf;ich habe ein etwas leichtes Leben geführt und mehr ausgegeben, als ich wohl sollte, doch bin ich deshalb keineswegs arm, und wenn mein ehrliches Herz und was mir an Vermögen geblieben ist, ein genügendes Aequivalent für ihre Liebe und ihren Reichtum sind, bin ich bereit, sie zu heiraten."

Ich kenne Fräulein Julias Entscheidung darüber nicht ganz genau, doch können Sie versichert sein, daß ich dabei für Sie tun werde, was in meinen Kräften steht. Ich muß aber noch etwas erwähnen, Herr von Sunderland. Das Gerücht bringt Ihren Namen oft mit dem einer berühmten Schau­spielerin, Klara Howard zusammen."

Das ist Verleumdung, meine liebe Frau von Burgsdorf, nichts als Verleumdung, versichere ich Sie. Fräulein Howard hat als Schauspielerin auf der Bühne meine Bewunderung er- regt, denn sie besitzt ein herrliches Talent . . . weiter ist es nichts."

Das genügt mir. Bitte, lieber Baron, gedulden Sie sich, während ich Fräulein Julia aussnche. Ich hoffe, daß sie sich nicht weigert, Sie sprechen zu wollen, und daß die Unter­redung den gewünschten Erfolg für Sie hat," versetzte Frau von Burgsdorf.

Darauf rauschte sie aus dem Zimmer und suchte Julia auf, die in ihrem Boudoir aus sie wartete.

Alles geht nach Wunsch," sagte sie zu Julia.Er ist hier und hat um Ihre Hand ungehalten. Ich habe ihn aus- gcforscht und glaube zuversichtlich, daß Sie ihm ihr zukünf­tiges LebenSglück anvertrauen können."

Ueber Julias Züge glitt die Röte der Freude und des Stolzes.Soll ich zu ihm gehen?" fragte, sie.

Dienstag, den 12. Juni

bestellgeldfreier Einsendung einer Prüfungsgebühr von 10 Mk. bis spätestens d e n 1 4. I u l i d. I s. an den Unterzeichneten zu richten.

Mit der Meldung zugleich stnd einzureichen:

1) der Geburtsschein,

2) etwa vorhandene Zeugnisse über die erlangte tech­nische Ausbildung (Gesellen-, Meisterbrief u. dgl.),

3) eine schriftliche Erklärung darüber, ob der Meldende sich schon einmal der Prüfung erfolglos unterzogen hat.

Es werden nur solche Schmiede zugelassen, welche das 19. Lebensjahr vollendet haben und den amtlichen Nach« weis erbringen, daß sie die drei letzten Monate vor der Meldung zur Prüfung im Regierungsbezirk Cassel sich auf­gehalten haben.

Schmiede, welche die Prüfung nicht bestanden haben, können erst nach Ablauf von sechs Monaten zu einer neuen Prüfung zugelassen werden.

Cassel, am 18. Mai 1906.

Der Vorsitzende der staatlichen Hufschmiede-PrüfungS- Kommission des Regierungsbezirks Cassel:

Veterinärrat T i e tz e , Königlicher Departementstierarzt, Parkstrabe 9.

* *

Hersseld, den 2. Juni 1906.

Wird veröffentlicht.

I. 4470. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Bekanntmachung. Betr.: Maßnahmen zur Verhütung der Einschleppung und Verbreitung der Maul- und Klauenseuche.

Nachdem in Langstadt, Kreis Dieburg, bei Tieren, die am 22. v. MtS. auf dem Viehmarkt zu Hanau angekauft wurden, der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche fest, gestellt worden ist, sehen wir uns veranlaßt zwecks Verhütung der weiteren Verbreitung der Seuche nachstehende Anord­nungen zu treffen und auf deren genauen Befolg hinzuweisen:

1. Der Handel mit Klauenvieh im Umherziehen wird für den Kreis Lauterbach vorläufig bis 1. Juli l. Js. verboten.

Zuwiderhandlungen gegen dieses Verbot werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. oder mit Haft und gegebenen­falls mit Gefängnis bestraft.

2. Klauenvieh, das aus verseuchten Bezirken, als welche z. Zt. der Kreis Dieburg und der Kreis Hanau gelten, eingeführt und nicht zum Zwecke sofortiger Schlachtung unmittelbar in ein öffentliches oder Privatschlochthaus über­geführt wird, muß an demjenigen Standort, an dem es nach der Einführung in den Kreis Lauterbach, oder nach der Wegbringung von dem Viehmarkt zuerst eingestellt wird, mindestens 7 Tage verbleiben und darf diesen Standort innerhalb der nächsten 14 Tage (nach Ablauf der 7tägigen Quarantäne) nur verlassen, wenn es innerhalb jener Be- obachtungszeit nach dem Zeugnis des Großh. KreiSveterinär-

Nicht gleich . . . lassen Sie ihn eine kleine Weile warten ... es sieht sonst gar so ungeduldig aus. Uebrigens, glaube ich, tun Sie besser, ihn hier herauskommen zu lassen. Das Boudoir ist reizend . . . hier sind Sie von Blumen umgeben und nehmen sich wie eine Königin darin aus. Ich werde mit den Kindern eine Ausfahrt machen und wenn ich zurückkehre, hoffe ich Sie mit strahlendem Gesicht zu sehen.

Nachdem Frau Burgsdorf das Zimmer verlassen hatte, vergingen mehrere Minuten in tiefem Schweigen, während Julia sich süßen Träumen hingab.

Da trat plötzlich eine junge Schneiderin in das Zimmer.

Verzeihung, Fräulein," hub dann die Schneiderin nach einer kleinen Weile an . . .wenn ich recht hörte, wollen Sie sich verheiraten?"

Julia sah sie betroffen an.Sie täten besser, an Ihre Stellung zu denken und aus Ihre Arbeit zu achten, statt auf anderer Leute Unterhaltung zu hören," verwies die Gouver­nante sie.

Verzeihen Sie," entschuldigte sich die Schneiderin,ich dachte nur, daß Sie mir vielleicht Ihre Ausstattung in Auf­trag geben werden, da ich für Frau von Burgsdorf arbeite."

Ich werde mir die Sache überlegen. Gehen Sie wieder an Ihre Arbeit."

Käthchen Berg, die hübsche Schneiderin, verließ daS Zimmer und war eben im Begriff, die Treppe hinunterzusteigen, als sie einem hübschen, jungen Herrn begegnete.

Wo ist Fräulein Hornegg?" fragte er.Sie gehören vermutlich in dieses Haus . . ."

ES war Herr von Sunderland, der, des Wartens müde, als er Frau Burgsdorfs Wagen fortfahren hörte, glaubte, man habe ihn vergessen.

Käthchen blieb stehen und sah sich den Herrn an.Wie, Arthur, Du bist es?" rief sie plötzlich.

Mein Gott!" rief der junge Edelmann aus.Was machst Du hier, Käthchen? Ich war nicht vorbereitet, Dich hier zu sehen."

Du weifst recht gut, daß ich Schneiderin bin und in die verschiedensten Häuser komme," antwortete Käthchen.Doch sage, was willst Du von Fräulein Hornegg?"

1906. arztes keine feuchenverdächtigen Erscheinungen gezeigt hat.

Alle Tiere der genannten Art, welche mit den der Be­obachtung unterstehenden während der Beobachtungszeit in einem Gehöft untergebracht sind, unterliegen den gleichen Vorschriften.

Alle Tiere, welche der vorstehenden Anordnung unter­worfen sind müssen unverzüglich der Ortspolizeibehörde und von letzterer dem Kreisveterinäramte angemeldet werden, welches über diese Anmeldungen eine Liste zu führen hat.

Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen unterliegen den Strasvorschriften der §§ 65 und 66 des Reichsvieh- seuchengesetzeS bezw. des § 328 des Reichsstrafgesetzbuches.

Lauterbach, den 5. Juni 1906.

Grobherzogliches Kreisamt Lauterbach. J. V.: Gebhardt. Betr.: Wie oben. Lauterbach, den 5. Juni 1906.

Das Großh. Kreisamt Lauterbach an die Großh Bürger­meistereien des Kreises. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie sofort ortsüblich zur allgemeinen Kenntnis bringen. Die Viehhändler Ihre» Bezirks find protokollarisch auf den Inhalt der Bekanntmachung aufmerksam zu machen.

J. V.: Gebhardt.

Betr.: Wie oben. Lauterbach, den 5. Juni 1906.

Das Großh. Kreisamt Lauterbach an die Großh. Gen­darmerie des Kreises. Den Befolg vorstehender Anord­nungen wollen Sie überwachen und Zuwiderhandlungen zur Anzeige bringen. I. V.: Gebhardt.

nichtamtlicher teil.

In Aisecksch in Wie«

ist nach allen Seiten hin befriedigend verlaufen und das einzige Ungünstige während des Aufenthalts in Schönbrunn, Wien und Kreuzenstein war das Wetter. Zur Aufhellung des politischen Horizontes haben die Tage an der Donau wesentlich beigetragen. Entsprechend dem intimen Charakter, den der Besuch nach der Absicht unseres Kaisers haben sollte, war verabredet worden, daß keine Toaste an der Tafel in Schönbrunn gehalten werden sollten. Nach außen trat die politische Bedeutung des Besuches am stärksten in dem Begrüßungstelegramm der beiden Monarchen an ihren dritten Verbündeten und in der Antwort des Königs von Italien hervor. Die Ankündigung der Reise unseres Kaisers nach Wien war von manchen Blättern dahin ausgelegt worden, daß ein beinahe gewallter Gegensatz zu Italien bestehe. Durch den Depeschenwechsel zwischen Wien und Rom mit der gegenseitigen Versicherung der Treue und unverbrüchlichen Freundschaft ist jener gröblichen Mißdeutung ein Ende gemacht worden.

Da« Fundament des Dreibundes ist der von dem Fürsten Bismarck und dem Grafen Andrassy vor einem guten Vier- leljahrhunderl abgeschlossene deutsch-österrcichisch-ungarische

O nichts . . . nichts besonderes," versetzte Sunderland etwas verlegen.

Du bist es doch nicht etwa, den sie heiraten will?"

Nein, nein . . . o nein, liebes Kind", sagte Sunderland jetzt munter und lachte laut.

Das freut mich," entgegnete Käthchen,denn Du ver­sprachst mir, daß Du nie eine andere lieben würdest als mich. Ich habe Dich seit so langer Zeit nicht gesehen, daß ich glaubte, Du habest mich ganz vergessen. Ich habe Dir so oft geschrieben und die Briefe in den Klub an Herrn Williams adressiert. Herr Williams . . . das ist doch richtig?"

Ja, Thomas Williams . . . Das ist ganz recht."

Wann sehe ich Dich.denn wjeder? Du versprachst mir doch, mich ins Residenztheater führen zu wollen? Wann willst Du denn das tun?"

Sunderland besann sich einen Augenblick.Nächsten Sonntag", sprach er dann.Erwarte mich um ein Uhr im Stadtpark, rechts vom Eingang ... ich komme mit meinem Wagen, Dich abholen."

Darauf eilte Käthchen munter die Treppe hinunter, wäh­rend Sunderland mit zusammengezogenen Brauen an seinen Bartspitzen kaute.Wie ärgerlich", sagte er zu sich selbst,daß man nicht einmal einem hübschen Mädchen den Hof machen kann, ohne riskieren zu müssen, es in demselben Hanse zu treffen, in dem man um seine zukünftige Frau werben will. Ich hatte die Kleine ganz vergessen."

Sunderland hatte eine lange Unterredung mit Julia, die er für Fräulein Hornegg hielt. Er sprach warm für seine Sache, und sie nahm seine Werbungen ganz wie er wünschte aus. Er erklärte ihr, daß er ihr mit Herz und Seele ange- höre, und fragte sie, ob sie seine Liebe erwidern könne.

Ich stehe ganz allein in der Welt", entgegnete die Schlange.Ich habe keine Verwandten und Frau von BurgS- dorf ist meine einzige Frundin. Ich weiß wenig von Ihnen, aber ich lege vertrauensvoll meine Zukunft in Ihre Hände."

Das ist alles, waS ich wünsche," rief der Gras aus. Meine Geliebte, nenne nur den glücklichen Tag, wo unsere Hochzeit sein soll und Du sollst Deinen Entschluß nie bereuen."

Sagen Wir heute über vier Monate," entgegnete sie.