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herrfelder Armblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Fernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 100.

Sonnabend, den 24« August

1907.

Amtlicher teil.

Hersfeld, den 16. August 1907.

Die Herrn Bürgermeister der Schulorte des hiesigen Kreises haben mir bestimmt bis zum 28. d. Mts. anzuzeigen, wieviel die gesamten laufenden Schulunterhaltungskosten vom Rechnungs­jahre 1906/07 betragen haben. Es sind dieses alle Ausgaben, welche für die Schule ausgewendet worden sind, ohne Abzug der vom Staate geleisteten gesetzlichen Beiträge und widerruf­lichen Beihülsen. Kosten für Neu- und Erweiterungsbauten kommen dagegen nicht in Betracht.

I. 7405. Der Königliche Landrat

von Grunelius.

Der Kreis-Assistenzarzt Dr. Malcus in Hünseld, welcher zur Zeit mit der Versetzung der Geschäfte des verstorbenen König­lichen Kreisarztes, Medizinalrats Dr. Victor hier beauftragt ist, ist

Dienstag, den 27. August im Sitzungszimmer des hiesigen Landratsanites von vormittags 10 Uhr ab in dienstlichen Angelegenheiten zu sprechen.

Hersseld, den 23. August 1907.

Der Königliche Landrat von Grunelius.

nichtamtlicher teil.

Politischer Wochenbericht.

Die bisherige Ferienruhe im innerpolitischen Leben Deutsch­lands ist in der abgelaufenen WoÄe zunächst durch den Deutschen Tag in Bromberg unterbrochen worden, der im Anschluß an die Hauptversammlung des Ostmarkenvereins veranstaltet wurde und sich zu einer wirkungsvollen Kundgebung des ostmärkischen Deutschtums gegen die immer anmaßender werdenden polnischen Bestrebungen gestaltete. Viele Tausende waren dem Rufe gefolgt, um Zeugnis abzulegen von ihrer treuen deutschen Gesinnung, um durch ihr persönliches Erscheinen ihren festen Willen kundzutun, daß sie entschlossen seien, mit aller Energie den Kampf um die deutsche Vorherrschaft in der Ost- mark fortzusetzen. Auch der Reichskanzler hatte in seiner Antwort auf das ihm gesandte Huldigungstelegramm den Deutschen Tag als eineeindringliche Mahnung zu strenger nationaler Pflicht- erfüllung" bezeichnet, und hierin liegt tatsächlich die Lösung der ganzen Polenfrage. Die Regierung allein ist machtlos, wenn sich die Bevölkerung dem Ansturm der Polen gegenüber nicht ihrer nationalen Pflicht bewußt ist. Gerade in den deutschen Vorpostenstellungen trägt jeder einzelne eine doppelte Verant­wortung, hat er die Pflicht, stets dessen eingedenk zu sein, daß er ein Deutscher ist, und dieses Bewußtsein bei jeder Gelegenheit zu betätigen. Nur so ist es gegenüber dem geschlossenen Zu­sammenhalt und den fortgesetzten Hetzereien der Polen möglich, vorwärts zu kommen und den Boden, der schon durch Jahr­hunderte lange Kultur dem Deutschtum gewonnen ist, dem Deutsch­tum auch als sichern Besitz zu erhalten. Dazu möge auch der diesjährige Deutsche Tag das Seine beitragen!

Waren nun die Veranstaltungen im Osten des Reiches von nationaler Freudigkeit und glühender Vaterlandsliebe getragen, so macht sich in seinem Westen der Haß gegen die Nation und die Vaterlandslosigkeit breit; denn in Stuttgart tagte der siebente internationaleSozialistenkongrcß. Es ist das erste Mal, daß Deutschland das zweifelhafte Vergnügen hat, die rote Internationale innerhalb seiner Grenzen tagen zu sehen.

Eine nicht gerade angenehme Ueberraschung für unser süd- westafrikanisches Schutzgebiet istderUebertrittdeSHotlen- tottenführers Morenga auf deutschen Boden. Dieser schlaue Rebellenführer war derjenige, der während des Aufstandes unseren braven Truppen am meisten zu schaffen machte. Es war ihm gelungen, auf englisches Gebiet zu entkommen, wo er zunächst festgesetzt, nach Beendigung des Aufstondes wieder frei­gelassen, aber von den Kapbehörden überwacht wurde. Die eng­lische Kap-Polizei ist aber doch nicht wachsam genug gewesen, und so konnte Morenga seinen ihm angewiesenen Wohnsitz heim­lich verlassen und seine alten Schlupfwinkel im deutschen Gebiet wieder aufsuchen. Bisher ist es noch nicht zu einem Zusammen­treffen zwischen unserer Schutztruppe und der Bande Morengas gekommen, auch weiß man nicht, wo er sich gegenwärtig aufhält. Aber da erfreulicherweise zwischen der englischen Kapregierung und dem deutschen Generalkonsul in Kapstadt ein Nachrichten- austausch über die Bewegungen Morengas eingerichtet worden ist, wird es diesem schlauen Fuchse schwer werden, wie einst durch stetes Wechseln über die Grenze seinen Verfolgern zu entkommen. Das deutsche Gouvernement soll eine hohe Summe auf Morengas Kopf ausgesetzt haben, und sollte er sich auf einen Kampf mit der englischen Kap-Polizei einlassen, so kann er sicher sein, daß auch von England mit ihm kurzer Prozeß gemacht wird.

In dem uns eng befreundeten Nachbarstaate Oesterreich wurde der 78. Geburtstag des Kaisers Franz Josef allenthalben überaus festlich begangen, und im Auslande ist ebenfalls des festlichen Tages in würdiger Weise gedacht worden. Auf dem Schlosse Wilhelmshöhe fand eine Festtafel statt, bei der Kaiser Wilhelm einen Trinkspruch auf das Wohl seineslieben, verehrten Freundes und treuen Verbündeten" ausbrachte. Dem Kaiser Franz Josef wird von allen seinen Untertanen diesseits und jen­seits derLeitha widerspruchslose Verehrung gezollt, und hoch über allem politischen Parteigetriebe ragt sein Bild. Dem Deutschen Reiche hat er sich stets als aufrichtiger Freund und treuer Bundes­genosse erwiesen, so daß auch das deutsche Volk an dem Geburts­tage des greisen Herrschers innigen Anteil genommen hat.

WaS schließlich die in a r o k k a n i s ch e n W i r r e n anbc- langt, so scheint sich die Lage in Casablanca verschlimmert zu haben. Aus den Nachrichten der letzten Woche gewinnt man den Eindruck, als ob die Kampflust der Marokkaner trotz der Schiffs­geschütze und Maschinengewehre des französischen Generals Drude bisher nur größer geworden ist und der wachsende Zulauf, den sie von benachbarten Stämmen und selbst auS der regulären

Armee des Sultans erhalten, ihre Angriffspunkte mehr und mehr zu erhöhen droht. Die Lage ist daher nicht unbedenklich, und ernstere Verwicklungen scheinen nicht ausgeschlossen.

Aus WfiHtoWo.

Die Kämpfe, die unsere wackeren Truppen mit Morenga zu bestehen halten, schildert das vom Großen Generalstabe im Verlage von Mittler und Sohn in Berlin herausgegebene Werk, das den Hottentottenkrieg behandelt, in eingehender Weise. Angesichts der jüngsten Ereignisse hat es ein besonderes Inte­resse, sich an der Hand dieser Schilderungen die Kampfesweise des Bandensührcrsund die Schwierigkeiten, die seiner Bekämpfung entgegenstehen, zu vergegenwärtigen. Während die Herero in den schweren Entscheidungskämpsen am Waterberge niederge­rungen und der Omahcke entgegen gedrängt wurden, loderte im äußersten Süden der Ausstand empor, und die Seele der Bewegung wurde Jakob Morenga. Der Herero-Bastard, der srüher in den englischen Minen in Südafrika gearbeitet und sich einiges Geld und eine für einen Neger nicht geringe Bildung erworben hatte, hatte an dem Ausstand der Bondelswarts im Jahre 1903 zwar nicht teilgenommen, war aber trotzdem von dem Kalkfonteiner Häuptlingsgericht bei Beendigung der Un­ruhen wegen Tötung eines Witbois als Mörder geächtet worden, und nach der Kapkolonie entflohen. Gegen Ende Mai 1904 erschien er nun mit einer Bande von etwa 30 Köpfen wieder an der Grenze, schlug am Schambockberge ein befestigtes Lager aus und begann dort seine Tätigkeit als Räuber. Anfangs kam er nur mit ein paar Leuten aus die einzelnen Farmen, verlangte den Besitzern die Waffen ab und nahm ihnen ihr Vieh ganz oder teilweise weg. Seine großen Erfolge ließen seine Bande jedoch schnell nr^meü^.; Ei.de August wurde sie bereits auf 150, Anfang Oktober auf 200 bis 300 Gewehre geschätzt. . . Das Jahr 1904 verging mit kleineren Gefechten, Uebersällen auf Patrouillen und den einträglichenRcqmsitions- zügcn" gegen die einsamen Farmer, wobei der Ruf seiner Er­folge und die Furcht vor seinen Waffen Morenga immer neue Anhänger zuführte. Ende November versuchte der verwegene Führer sogar Warmbad mit einem Gewaltstreich zu nehmen, wurde aber, wenn auch mit schweren Verlusten für die kleinen deutschen Abteilungen, die bis dahin in diesem Gcbiete vor­handen waren, zurückgewiesen. Im Januar 1905 tras nun Oberst Deimling seine Vorbercitungcn zu einer großen Unter­nehmung gegen die in den Großen Karrasbergen sitzenden Banden des Morenga. Entgegen der Meinung im Haupt­quartier, das eine Verschiebung der geplanten Operation angc- ordnet hatte, bis die Witbois völlig niedergeworfen wären, hielt Oberst Dcimling den sofortigen Angriff für geboten, als Ende Februar die Nachrichten von dem bevorstehenden Abzug der Witbois nach den Karrasbergen mit größerer Bestimmtheit auf- traten; gelang diesen die Vereinigung mit den Morenga-Leuten, so wuchs nach seiner Berechnung die Streitmacht des Gegners aus 1500 bis 2000 Gewehre. Die Wegnahme der Karras- berge wurde dann für die Deutschen ein um so schwierigeres Unternehmen, als dieses schluchtenreiche, zerklüftete und schwer zugängliche Gelände in ganz hervorragendem Maße für die Fechtweise der Eingeborenen geeignet ist und durch die sich überall bietenden überragenden Stellungen selbst von einer Minderzahl leicht verteidigt werden kann. Dazu wurde zuver­lässig gemeldet, daß die Banden der beiden Morris zu Morenga gestoßen seien, und es erschien möglich, den vereinigten Feind, der über 500 bis 800 Gewehre gebot und in der NarudaS- schlucht saß, mit einem Schlage zu treffen. So befahl Oberst Dcimling am 1. März den Angriff auf Morenga; der Feind sollte unter Sperrung der nach Osten führenden Abzugsstraßen mit drei Abteilungen, insgesamt etwa 990 Gewehren angegriffen werden. In den nun folgenden Kämpfen am 10. und 11. März gelang es Morenga, mit seiner überlegenen Streitmacht die Abteilung Kirchner bei Aob zum Rückzug zu zwingen; aber als er, durch den Sieg noch kühner gemacht, sich mit großer Energie auf die Abteilung Koppy warf, holte er sich in der Narudasschlacht eine empfindliche Niederlage. Ein durch­schlagender Erfolg war freilich nicht erzielt, aber die erste un­bestreitbare Niederlage Morengas hatte seinem Ansehen empfind­lich geschadet, seine Stellung unter den Hottentotten hatte einen schweren Stoß erlitten, zumal er durch eine schwere Verwundung im Unterleib zunächst zur Untätigkeit verurteilt war. Im April 1905 knüpfte er daraus Unterhandlungen an und Hauptmann v. Koppy begab sich in sein Lager; die Verhandlungen scheiterten jedoch, da von Morenga bedingungslose Unterwerfung unter alleiniger Zusicherung des Lebens verlangt wurde. Wieder begann der Kleinkrieg, der in den Monaten Juni und Juli durch neue, auch diesmal ergebnislose Verhandlungen unter­brochen wurde. Ende August erschien der Bondelswartskapitän Johannes Christian mit Cornelius in den Karrasbergen, der Morenga das Recht zu selbständigen Friedcnsverhandlnngen absprach, selbst den Oberbefehl über die Boudels übernahm und ihn zu seinem Feldkornett ernannte. . . Einen schweren Kampf hatte am 24. Oktober wieder die Abteilung Koppy bei Hartc- bcestmund zu bestehen, die in der Hitze des NachdrängenS an den Feind in eine Falle geriet, unb aus engem, fast deckungs- losem Raum von drei Seiten von den umliegenden Höhen herab unter Feuer genommen wurde. Den Tag über hielt sich

die Abteilung in ihren Stellungen, aber unter dem Schutze der Nacht ging fie.ju den weiter rückwärts gelegenen Höhen zurück; indessen halten auch die Hottentotten so schwere Verluste er­litten, daß sie zunächst zu weiteren Unternehmungen unfähig waren. Die Kämpfe wurden jetzt besonders schwierig, weil sich das jederzeit erreichbare englische Grenzgebiet immer mehr zu einer für den Gegner sehr vorteilhaften Operationsbasis aus- gestaltet hatte. Die Grenze bot den Hottentotten stets in ihrer Bedrängnis eine sichere Zufluchtsstätte, wohin sie ihre Wersten abschieben und wo sie in der ihnen stammverwandten Bevöl­kerung stets wirksame Unterstützung finden konnten. Längs der Grenze saßen zudem zahlreiche gewissenlose weiße Händler, die den Hottentotten sofort für das gestohlene Kriegsgut Munition und Proviant gaben, und deren Geschäft um so mehr gedieh, je länger der Krieg währte. Die von den Deutschen gehetzten kriegsmüden Orlog-Leute konnten sich jenseits der Grenze er­holen und, neu gestärkt und mit neuen Mitteln versehen, auf das deutsche Gebiet zurückkehren. Auch durch die Natur des Landes waren die Eingeborenen in ihrem Kampse begünstigt. Sie kannten jeden Schlupfwinkel in den schwer zugänglichen Felsenklüften der Karras- und Oranjeberge, jedes Wasserloch und jede der spärlichen Weidestellen. Unter der Führung Major v. Estorffs, der am 29. Dezember 1905 das Kommando über die Truppen im Südbezirk übernommen hatte und der auch heute wieder die Operationen gegen Morenga leitet, gelang es endlich, die Bondelswarts zu unterwerfen und Morenga zu vertreiben. Hauptmann Bech hatte den Befehl erhalten, Mo­renga, der wieder einmal auf englisches Gebiet geflüchtet war, solange zu »erfolgen, bis englische Polizei die Bande stellte, und am 4. Mai gelang es, die Hottentotten zu überraschen und zum großen Teil nieberjumn</n, Der Kamps wurde durch Die englische Kappolizei unterbrochen, die den Hauptmann Bech sehr ruhig darauf aufmerksam machte, daß er sich auf britischem Gebiet befände und auf diesem nicht schießen dürfe. Darauf kehrten die Deutschen auf ihr Gebiet zurück. Morenga aber war bei diesem letzten Zusammentreffen durch zwei Schüsse am Kopf und Hals verwundet worden und ohne Gewehr mit sechs Mann in südlicher Richtung entkommen. Völlig wehr­und hilflos, krank und aller Mittel ledig, stellte er sich am 7. Mai mit 10 unbewaffneten Hottentotten und 2 Herero der englischen Kappolizei, die ihn nach Prieska, 300 Km. jenseits der Grenze brächte.

*

Nach neuesten Meldungen soll Morenga bei der Gamsib- kluft dicht an der Grenze, unbestimmt ob auf deutschem oder englischem Gebiet, sitzen; zuverlässige Nachrichten über die Gesolgsleute liegen auch jetzt noch nicht vor.

Staatssekretär Dernburg hat auf Grund der Nachricht von der Grcnzübcrschrcitung Morengas von Muansa aus den ihn auf seiner Reise begleitenden Chef des Kommandos der Schutztruppen, den Oberstleutnant Q u a d e nach Deutsch- Südwcstasrika entfanbt.

At ©irren in Marokko.

In den Pariser politischen Kreisen gibt sich wachsendes Unbehagen durch das kriegerische Abenteuer kund, in welches Frankreich in Marokko durch das allzuschneidige Vorgehen der französischen Schiffskommandanten vor Casablanca verwickelt worden ist. Die Marokkaner entwickeln eine ganz ungeahnte Widerstandskraft und Kampfeslust, und so kommt es, daß sich General Drude mit seinen 3000 Mann in Casablanca durchaus auf die Defensive angewiesen sieht und einen Vorstoß in das Innere nicht riskieren darf. Bereits soll denn auch der General dringen^ um militärische Verstärkungen nach Paris telegraphiert haben; infolgedessen sollte das TruppenschiffBin Long" mit 900 Mann von Oran nach Casablanca abgehen. Aus Tlemean in Algeiien wird gemeldet, daß 1000 in den Bergwerken von Bciu Sos beschäftigten Marokkauer die Arbeit niedergelegt und unter Bedrohung der Europäer die Stadt durchzogen hätten. Der Bürgermeister habe die Militärbehörden ersucht, die Be­völkerung mit Waffen zu versehen.

Die Sensationsnachricht von der Proklamierung des Bruders deS jetzigen Sultans Abdul Asis von Marokko, des in Marra- kcich residierenden Muley Hafid oder Hafis scheint sich zu be­stätigen, das Ereignis würde selbstverständlich bett Wirrwarr in Marokko nur noch vergrößern. Der neue Sultan ist offenbar bestrebt, sich in der Gunst des marokkanische» Volkes durch ein entschlossenes Vorgehen gegen die Franzosen fcstzusetzcn. Wenigstens wird berichtet, daß Muley Hafid Vorbereitungen treffe/um mit 20 000 Reitern nach Norden gegen Casablanca vorzugchen. Man fürchtet, daß der neue Sultan nach den Hafenstädten Abgesandte schicken würde, um bort neue Gouver­neure zu ernennen, wodurch sicherlich weitere Unruhen entstehen werden. Der Kaid vom Allas ist von Muley Hafid angeblich zum Gouverneur von Marrakesch ernannt worden. Unter den Europäern in der Hafenstadt Mogador herrscht große Besorgnis; sollten sich die Stämme der Umgegend erheben, so würde der vor Mogador stationierte Kreuzer zum Schutz der Europäer in dieser Stadt nicht auSreichen. Die letzten Nachrichten auS Fez lauten unbefriedigend. Es wird befürchtet, daß die Euro­päer jeden Augenblick in die Lage kommen, die Stadt ver-