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herssel-er Kreisblatt

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Fernsprech-Nnschlutz Nr. 8

Nr. 11.

Dienstag, den 26 Januar

1909.

Unser Kaiser vollendet am Mitt­woch fein50. Lebensjahr, wir feiern also diesmal einen Kaisersgeburts­tag besonderer Art. Es ist ein eigener Zauber, der aus den beiden WortenKaisers Geburtstag" klingt. Wenn in bürgerlichen Kreisen ein Geburtstag gefeiert wird, dann beeilen sich Verwandte und Freunde und wer nur immer dem Geburtstagskinde nahe stehen mag, diesem ihre innigste Freude und Teilnahme auszudrücken, immer aber bleibt der Geburtstag ein Fest der Familie; wenn jedoch auf dem Hohenzollernthrone ein solches Fest stattfindet, dann ist es nicht mehr ein Fest des Fürsten­hauses allein, sondern des gesamten Volkes, des ganzen Landes; denn die deutsche Kaiserfamilie lebt im Volke und nlit ihm. Glück und Unglück, Freude und Trübsal, Mühe und Arbeit, Ehre und Ruhm alles teilte von jeher das Herrscherhaus mit seinem Volke, sodaß das Leben beider als ein untrennbares Ganzes erscheint. Deshalb gestaltet sich auch des Kaisers Geburtstag jedesmal zu einem großen öffentlichenFamilien- seste nicht allein für das preußische Volk, sondern für das gesamte Deutschland, das dem Hohen- zollernhause seine allmähliche Wiedergeburt und seine neue ruhm­reiche Stellung im Völkerkreise zu verdanken hat. Im ganzen deut­schen Vaterlande und wo außer­halb desselben nur immer die deutsche Zunge klingt, wird daher der 50. Geburtstag unseres Kaisers als ein nationaler Freuden- und Ehrentag gefeiert.

Der hochgemute Jüngling, der einst nach dem Tode des Kaisers Friedrich, des edlen Dulders, den Thron bestieg, steht heute in der vollen Reise des Mannesalters. Manch großer Erfolg war ihm beschieden, auch die Enttäuschung hat nicht gefehlt, aber stets bleibt doch die Gewißheit, daß der Kaiser kein anderes Ziel kennt als das

Zum 50. Geburtstage des Kaisers.

Glück und die Wohlfahrt seines Volkes, daß seine Absicht stets rein und lauter und selbstlos war, daß er in der ernsten Auffassung seines hohen Berufs den Stempel trägt, den eine ruhmreiche Geschichte dem Geschlecht der Hohenzollern aus­geprägt hat. Seine unermüdliche Pflichttreue auch im kleinsten, seine rastlose Schaffenskraft auf allen Kulturgebieten, sein weltoffener Sinn verbunden mit einer tiefen, schlichten Frömmigkeit sind vor­bildlich.

Ueber zwanzig Jahre steht unser Kaiser nun an der Spitze des Reiches, und in dieser Zeit ist es chm nichtnurgelungen, den Frieden mit seinen Segnungen unter schwie­rigen Verhältnissen zu erhalten, sondern auch die Macht und das Ansehen des Reiches zu fördern. Indes weiß der Kaiser, daß der Friede nicht durch Sympathien allein erhalten wird. Deshalb sorgt er unausgesetzt für die Armee, der seine volle Liebe gehört. Roch größer ist das, was der Kaiser für unsere Marine getan hat. Wer den Zustand unserer Kriegsflotte bei seinem Regierungsantritt mit dem heutigen vergleicht, wird dies ohne weiteres anerkennen. An den Ostmarken des Reiches wird die Hochflut des Polentums, die sich wider deutsches Wesen und deutsche Sprache gefahrdrohend erhoben hat, mit starker Hand zu­rückgedrängt. Deutschlands Handel und Gewerbefleiß haben unter dem Schutze einer gefunden und be­sonnenen Politik einen gewaltigen Aufschwung genommen. Um unserer Weltmachtstellung eine feste und dauerhafte Grundlage aus der heimatlichen Erde zu geben, hat derKaiser durch die sozialpolitischen Gesetze die gerechten Wünsche der Arbeiter in einer Weise erfüllt, daß Deuffchland in seiner Für­sorge für die wirtschaftlich Schwachen an der Spitze aller

Völker steht.

An alles das wollen wir am Geburtstage unseres Kaisers denken und uns von neuem zu dem Gelübde unverbrüchlicher Treue vereinigen. Möge von allen Treuen, allen Vaterlandsliebenden fest das Banner hoch­gehalten werden, auf dem geschrieben steht: Mit Gott für König und Vaterland, mit Gott für Kaiser und Reich! Wer so denkt und fühlt, dem wird heute der innige Gebets- und Segenswunsch aus der Seele ge­sprochen sein: Gott segne, schütze und erhalte unsern ge­liebten Kaiser und sein Haus!

Heil, Kaiser, Dir! Dich grüßt mein Lied, Des Reiches starker Hort,

Und brausend durch die Lüfte zieht

Des Grußes Jubelwort:

Heil Dir, des Reiches Krone, Germanias Schwert und Schild, Heil Weißbarts Enkelsohne, Treu deutschen Sinnes Bild! Heil, Kaiser, Dir! Zu Trutz und Wehr Steht Deutschland machtvoll da, Und selbst auf fernem Weltenmeer Blickt nun Germania Der Zukunft ftoh entgegen, Gehorsam Deinem Ruf: Du bist's der uns zum Segen Des Meeres Bollwerk schuf.

Heil, Kaiser, Dir! O wohl dem Land, Wo Fürst und Volk vereint,

Und, reichsten Glückes Unterpfand, Des Friedens Sonne scheint! Dein Deutschland, edler Kaiser, Preist Dich als Friedenshort, Und mehr als Lorberreiser Gilt ihm Dein Friedenswort.

Heil, Kaiser, Dir! Des Himmels Lohn Sei immerdar Dein Teil, Und jubelnd um den Zollernthron Erschalle Preis und Heil!

Heil unsrer Feinde Trutze, Des Reiches hehrer Zier Des Volkes starkem Schutze, Heil, Kaiser Wilhelm, Dir!

Umtlkber teil.

Hersseld, am 21. Januar 1909.

A m 1. F e b r u a r d. I «. wird die 4. Rate der für da« lausende Rechnungtjahr zu entrichtenden Kreirsteuer fällig.

Die Herren Bürgermeister und Guttvorsteher des hiesigen Kreise« ersuche ich, gefälligst Dafür Sorge zu tragen, daß dieser Zahlungstermin seitens ihrer Gemeinde-Kassen tunlichst einge­halten wird.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses:

I. A.: F e l l i n g e r, RcgicrungS-Refercnbar.

Gefundene Gegenstände.

Eine Pferdedecke. Meldung de« Eigentümers bei dem Ortsvorstand zu Friedewald.