. i h^»w—r—^p—^w—^—^>w^*w—mmw^^—w<—«—wm Erscheint wöchentlich dreimal und gelangt Montag, Mittwoch und Freitag nachmittag zur Ausgabe. Der Bezugspreis beträgt für Herrfeld vierteljährlich
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herrselder Kreisblatt
Gratisbeilagen: „Illustriertes Sonntagsblatt" und „Illustrierte Landwirtschaftliche Beilage' Fernsprech-Slnschlutz Nr. 8
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Nr. 137. Sonnabend, den 20. November 1909.
Amtlicher teil.
HerSseld, den 12. November 1909.
Dir Amtsdauer der Schied-männn und deren Stellvertreter- läuft in dem größten Teile bet Gemeinden des Kreises demnächst ab. Nähere- ergibt da- nachstehend abgedruckte Verzeichni-.
Die Herren Ort-vorstände der in Betracht kommenden Gemeinden haben unter genauer Beachtung der Bestimmungen der §§ 2 und 8 der SchiedsmannSordnung vom 29. März 1879 — kreitblatt Nr. 52 — die Neuwahl rechtzeitig vor. nehmen zu lassen, und nachdem die etwa geltend gemachten Ablehnung-gründe erledigt sind, die Wahlverhandlung rechtzeitig d. h. mindesten- 2 Wochen vor Ablauf der Amt-zeit der jetzigen SchiedSmänner brzw. deren Stellvertreter an den Herrn Landgerichtr-Präsidenten in Cassrl einzusenden. Der Wahlverhandlung ist zugleich auch eine Mitteilung über bal Alter, die Beschäftigung, etwaige Bestrafungen, Vermögenslage usw. der Gewählten beizufügen.
Ueber die Erledigung dieser Anfügung ist mir nach Vornahme der Wahl zu berichten.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses:
3. A. 7718. von Grunelius.
Gemeinde
Ablauf der AmtSdauer
des SchiedS- manns.
des Stellver- treters
1
Allendorf
28. 12. 09
28. 12. 09
2
Allmershausen
121. 1. 10
21. 1. 10
3
Ausbach
—
23. 1. 10
4
Leiershausen
28. 12. 09
28. 12. 09
5
Bengendors
26. 1. 10
26. 1. 10
6
Biedebach
21. 1. 10
21. 1. 10
7
Dünkelrode
28. 1. 10
9. 1. 10
8
Eitra
31. 1. 10
31. 1. 10
9
Friedlos
31. 1. 10
31. 1. 10
10
Frirlingen
28. 12. 09
28. 12. 09
11
GnSdors
28. 12. 09
28. 12. 09
12
Gershausen
28. 12. 09
28. 12. 09
13
Gethsemane
2. 4. 10
2. 4. 10
14
Gittersdors
21. 1. 10
31. 1. 10
15
GoßmannSrode
28. 12. 09
28. 12. 09
16
Harnrode
26. 1. 10
21. 2. 10
17
Hattenbach
28. 12. 09
28. 12. 09
18
Hedder-dors
28. 12. 09
28. 12. 09
19
HeeneS
15. 4. 10
15. 4. 10
20
Heimboldshausen
26. 1. 10
26. 1. 10
21
Hersa
26. 1. 10
26. 1. 10
22
HillartShausen
10. 1. 10
10. 1. 10
23
HilmcS
3. 3. 10
1. 3. 10
24
Hilperhausen
31. 1. 10
21. 1. 10
25
Holzheim
19. 4. 10
19. 4. 10
26
Kathu»
21. 1. 10
21. 1. 10
27
Kemmerode
28. 12. 09
28. 12. 09
28
KerSpenhausen
128. 12. 09
28. 12. 09
29
Kirchheim
28. 12. 09
28. 12. 09
30
Kleba
28. 12. 09
28. 12. 09
31
Kleinensee
—
26. 1. 10
32
Kruspis
28. 12. 09
28. 12. 09
33
Landershausen
26. 1. 10
9. 1. 10
34
Lautenhausen
26. 1. 10
26. 1. 10
35
Leimbach
26. 1. 10
26. 1. 10
36
Lengers
26. 1. 10
22. 1. 10
37
Malkomes
30. 1. 10
30. 1. 10
38
Mecklar
21. 1. 10
21. 1. 10
39
Mengshausen
28. 12. 09
28. 12. 09
40
Motzfeld
9. 1. 10
9. 1. 10
41
Niederjossa
28. 12. 09
28. 12. 09
42
Oberhaun
31. 1. 10
31. 1. 10
43
Obngti»
31. 1. 10
81. 1. 10
44
Obnlengsfeld
28. 1. 10
28. 1. 10
45
Recknode
28. 12. 09
28. 12. 09
46
Reilo«
22. 3. 10
23. 3. 10
47
Reimboldshausen
28. 12. 09
28. 12. 09
48
Rohrbach
21. 1. 10
21. 1. 10
49
Rotensee
31. 1. 10
21. 1. 10
50
Lotterterobe
28. 12. 09
28. 12. 09
51
Röhrigshos
28. 1. 10
28. 1. 10
52
Schenklengsseld
28. 1. 10
28. 1. 10
53
Stärklos
28. 12. 09
28. 12. 09
54
Tann
21. 1. 10
21. 1. 10
55
Untergeil
31. 1. 10
31. 1. 10
56
Unterneurobe
28. 1. 10
28. 1. 10
57
Unterweisenborn
26. 1. 10
26. 1. 10
58
Wehr,hausen
4. 3. 10
6. 4. 10
59
Widdershausen
26. 1. 10
21. 2. 10
60
Willingshain
30. 1. 10
28. 12. 09
61
Wölsershausen
26. 1. 10
21. 2. 10
62
Wüstfeld
9. 1. 10
26. 1. 10
Berlin W. 64, den 23. Oktober 1909.
Nach einer Mitteilung des Herrn Ministers des Innern wird am 1. Dezember 1909 im preußischen Staate eine außer- ordentliche Viehzählung stattfinden. Voraussichtlich wird seitens der Ort-behörden vielfach an VolkSschullehr« da» Ersuchen gerichtet werden, sich an der Ausführung des Zählgeschäftes zu beteiligen. Soweit die Lehrer bereit sind, dabei ihre Mitwirkung eintreten zu lassen, genehmige ich, daß der ihnen ob- liegende Unterricht an dem gedachten Tage aussällt.
Die Königliche Regierung wolle hiernach unverzüglich das Erforderliche anordnen.
Der Minist« der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- Angelegenheiten: I. A.: Unterschrist.
An die Königlichen Legierungen — Cassel. —
• *
Cassel, den 6. November 1909.
Abschrift zur Kenntnis und weiteren Veranlassung. D« Unterricht ist am Zähltage nur auszusetzen, soweit die Lehr« sich bereit erklären, ihre Mitwirkung bei der Zählung eintreten zu lassen.
An die fetten KreiSschulinspektoren des Bezirk- einschließlich der Herren Stadtschulinspizienten, bei EtadtschulratS in Cassel und bei Etadtschulinspektor- in Hanau.
Abschrift zur Kenntnisnahme. - Wir ersuchen, den Erlaß durch da- Kreisblatt alSbald zur Kenntnis bet Lehrer im Kreise zu bringen. (B. L 6122.)
Königliche Regierung, Abteilung für Kirchen» und Schulwesen, gez. Unterschrift.
An die Henen Landräte des ™ wirf 3
Hersfeld* den 15. November 1909.
Die Schulvorstände bei Kreiset ersuche ich, den Lehrern von vorstehender Anordnung der Königlichen Legierung Kenntnis zu geben.
I. 11804. Der Königliche Landrat
von Grunelius.
HerSfeld, den 15. November 1909.
Auf Grund ministerieller Ermächtigung wird der Gewerbe- betrieb in offenen Verkauf-stellen an den zwei letzten Sonntagen vor Weihnachten am 12. und 19. Dezember d. 31. bi- 8 Uhr abend» für die Daun von 10 Stunden freigegeben. Am dritten Sonntage vor Weihnachten am 5. Dezember b. 31. ist nach der Bekanntmachung vom 22. August 1892 (Amtsblatt S. 208) in allen Zweigen bei Handel-gewerbes die Beschäftigung von Gehülfen, Lehrlingen und Arbeitern, sowie der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen bis 7 Uhr abends zulässig. Auch an diesem Tage ist die BefchäftigungS- zeit für 10 Stunden freigegeben.
Die für den Hauptgotte-dienst festgesetzte Pause muß inne- gehalten werden. Während des übrigen Gottesdienstes dürfen an den genannten drei Tagen die Geschäfte geöffnet sein.
Die Orttpolizeibehörden bei Kreises ersuche ich Vorstehendes alSbald in ortsüblicher Weise bekannt zu geben.
3. I. Nr. 11845. Der Königliche Landrat
von GruneliuS.
HerSfeld, den 15. November 1909.
Die unter dem Schweinebestande deS Johann Heinrich Schmidt in Gittersdorf auSgebrochene Rotlausseuche ist er- loschen.
I. 11909. Der Königliche Landrat.
3. V.:
Wessel, Kreissekretär.
HnSfeld, den 15. November 1909.
Unter dem Schweinebestande des Lohgerber» Adam Rössing, hier, Stammengaffe, ist die Rotlausseuche ausgebrochen. I. 11925. Der Königliche Landrat.
3. B.:
Wessel, Krei-sekretär.
nichtamtlicher teil.
Totensonntag.
Mir ahnte längst, du machest dich bereit Zur großen Reise in die Ewigkeit, Aus der dein Kind dich nicht begleiten kann, Wie el auf Erdenreisen froh getan. Doch schuf mir auch dein müdes Lächeln Gram, Die Hoffnung stet! mit holdem Zuspruch kam Und wiegte meine Sorgen immer wieder In sanfte Ruh durch ihre Schlummerlied«. Ich lauschte ihr und glaubte nur zu gerne, Die Trennung liege weit, weit ab in Nebelserne. Wie könnt'st du scheiden, du, mit dem mein Herz, Seitdem es schlägt, geteilet Freud und Schmerz! D« meiner Seele tiefsten Grund erkannt. Des Liebe zart und innig mich umspannt!
Hat nicht dein Geist stets meinen Geist genährt? Was ich besitze — du hast mir's beschert!
Und dennoch, Vater, bist du fortgegangen! Dich hielt kein Flehn, kein brennend heiß Verlangen. Du schwandest! — Doch mir bleibt das Sehnen; Kannst du mich sehn, siehst du dein Kind in Tränen. Doch sonderbar — oft fühl ich deine Nähe, Als ob dein tröstend Wort mich lind umwehe, Als sprächest du: „Für kurze Bett geschieden,' Sind nicht getrennt, die sich geliebt hienirden. Ich darf mein strahlend Glück dir nicht «zählen, Doch deinen Schmerz um mich dem Herrn befehlen. Er schickt ihn dir, dein Herz hinaus zu ziehen, Es soll dein Lieben immer reiner glühn. Gib ihm dein Weh, daß er dir Tragkraft spende, Dann führen dich zum Ziel die treusten Händel Gehst du durch Dornen, wandle im Vertrauen, Du wirst mit mir einst Himmelsrosen schauen!
Elisabeth Ehrhardt.
Mitten hinein in das große Abschiednehmen bet Natur, die sich langsam anschickt, die letzten herbstlichen Freuden hinter sich zu lassen, hat die evangelische Kirche den Tag gestellt, welcher der Erinnerung an unsre Toten geweiht ist. Es ist ein Tag still« Wehmut, bet für alle, ob hoch ober niedrig, arm oder reich, von derselben feierlichen Bedeutung ist. Mit grünen Kränzen, mit Blütengrüßen für die Abgeschiedenen, ziehen hinaus irr endlosen Scharen alle die, die einen teueren Toten zu beklagen haben. Und wer hätte nicht einen Menschen verloren, an dessen Grabe zu beten ihm heute ein herzliches Bedürfnis ist! Seitdem - wir im vorigen Jahre Totenfest begangen habm, — wie viele sind dahingegangen, die wir lieb hatten! Alte und Junge, Lebensmatte und Lebensfrische, Große in dn Gemeinde, und Geringe, schwache Greise und liebliche Kinder, Jünglinge und Jungfrauen, Ehegatten und Geschwister, Väter und Mütter! Wie oft hat uns das Herz gebebt, wenn wir an frischen Gräbern standen! Wie schmerzlich find unsere Tränen geflossen bei unersetzlichem Verluste I
Der Tod hat etwas Banges und Beengendes. Wenn die Kind« zuerst vom Tode hören, dann packen seltsame Schauer das jugendliche Herz. Sie werden den Gedanken nicht wird« los, fie fragen und forschen, sie suchen imb sinnen, sie denken und dichten, finden aber keine befriedigende Antwort auf ihr verlangendes Fragen. Wenn die Völker zuerst übn den Tod nachdachten, dann «schien er ihnen all der grausame Echnit- ter, der nicht nur die müde, reife Saat in Schwaden dahin- mäht, sondern auch die kaum «blühte, sonnensehnende, leben- lechzende Blume nicht verschont. Es muß ja für den Naturmenschen entsetzlich fein, wenn er fühlt, daß der Tod das liebste Leben von feiner Seite reißt, daß wider ihn kein Kraut gewachsen ist, daß kein Bitten und Beten, kein Wachen und Wehren, kein Grollen und Aufbegehren gegen ihn hilft.
Dem Tode gegenüber find die gebildetsten Völker Kinder geblieben; und auch wir sind trotz der Errungenschaften dn Wissenschaft noch fragende, bangende Kinder, die freilich, wenn sie zum Vater gehen, die rechte, beruhigende Antwort finden. Denn für Christen geht mit dem Sterbegedanken ein freudiges Leben-gefühl Hand in Hand. Der Gedanke des Todes ist dem Christen untrennbar von der Hoffnung der Auferstehung. Auf die lange Nacht muß ein heller Morgen, auf die kurze Zeit schmerzlicher Trennung die ewige Freude bei Wiedersehens folgen. Dn Tod ist kein Ende, sondnn ein Durch- gang, ja der Ansang. Wir geben unsere Lieben im Tode nicht weg, sondern lassen sie heimgehen.
So erscheint uns der Tod im Bilde als der schöne, milde FriedenSengel, der auf seinem Arm die Mühseligen und Be» ladenen, die Heimwehkranken himmelwärts trägt, zu Gott, nach Hause I Ohne diese Gewißheit würde unS der rechte Trost bei Totensonntags fehlen, könnte niemand daS Weinen an den Millionen Gräbern stillen. Diese Gewißheit müssen wir von den Ruhestätten unserer Lieben mit nach Hause nehmen, wenn wir den Totensonntag im rechten Sinne feiern wollen. Dieser Gedanke allein kann den Schmerz um das Verlorene in wehmütige Erinnerung wandeln und das Herz mit freu- biger Hoffnung erfüllen, so daß wir zuversichtlich mit dem Dichter sprechen:
Weinet nicht! Den Toten allen Ist aufS lieblichste daS Los Nach bei Lebens Sturm gefallen In des trogen Vaters Schoß. O wie selig, wenn hieniedkn Einst die letzte Schranke bricht! Störet nicht der Schläser Frieden — Glückliche beweint man nicht!
Politischer Wochenbericht.
Auch die Reichstag-ersatzwahl in L a n ds- berg-Soldin hat ja wie leider alle Wahlen dn letztver- flossenen Zeit, nicht zu einem Ergebnisse geführt, wie man el sich von patriotischer und nationaler Seite wünschen muß.