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Herrsel-er Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 146.

Sonnabend, den 11. Dezember

1909.

Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

Erstes Blatt.

Amtlicher teil

HerSfeld, den 8. Dezember 1909.

Nachstehend veröffentliche ich eine Bekanntmachung bei LandeSbauamt- hier über den Verding der Landwege-Unter- haltungSmaterialien für da- Etatsjahr 1910 mit dem Ersuchen an die Herren Bürgermeister, sie a l s b a l d in ortsüblicher Weise zur Kenntnis der Ortsangehörigen zu bringen.

I. A. 8271. Der Königliche Landrat

von GruneliuS.

* . *

Refanntma^ung.

Zum Verding der LandwegeunterhaltungSmaterialien für das EtatSjahr 1910 (KreiS HerSfeld) sind nachsolgende Ter­mine festgesetzt:

1) Hersseld, Montag den 13. Dezember 1909

vormittags 10 Uhr

in der Peter Wolff'schen Gastwirtschaft (Breitenstraße) für die Ortschaften: Mecklar, Meckbach, Friedlos, ReiloS, Rohrbach, Tann, Biedebach, HerSfeld, Meisebach, HeeneS, GitterSdorf, Allmershausen, ASbach, Kohlhausen, Roßbach, Eichhos, Bin- garreS, Unterhaun, Oberhaun, Eitra, WilhelmShos, Oberrode, 6oraa, KathuS.

2) Niederanla, Mittwoch den 15. Dez. 1909

nachmittags 3 Uhr

in der Stein'schen Gastwirtschaft für die Ortschaften: Reckerode, Kirchheim, GerSdorf, WillingShain,GoßmannSrode, Rotterterode, Ger-Hausen, ReimboldShausen, Kemmerode, Allendors, Kleba, Hattenbach, Niederaula, KerSpenhausen, Mengshausen, Engel­bach, Eolm-, BeierShausen, Hilperhausen, Holzheim, StärkloS, Kruspis.

3) Schenklengsseld,

Sonnabend, den 18. Dezember 1909

vormittags 10 Uhr

in der Steinhauer'schen Gastwirtschaft für die Ortschaften: Wippershain, Wüstseld, OberlengSseld, Ransbach, LanderS- Hausen, MalkomeS, Schenksolz, Schenklengsseld, Dünkelrode, HilmeS, Unterweisenborn, Wehr-hausen,

4) Friedewald,

Sonnabend, den 18. Dezember 1909

mittags Val Uhr

in der Zinn'schen Gastwirtschaft für die Ortschaften: Nippe, Friedewald, Motzseld, Lautenhausen, Hillartthausen, Au-bach, Unterncurode, Gethsimane, Harnrode, LengerS, Heringen, Leimbach, Widder-hausen, Philipp-thal, Hos Thalhausen, Hersa, Wölsershausen, Bengendors, Kleinensee.

Die Bedingungen und Steinmengen werden in dem Termin bekannt gemacht.

Hersseld, den 7. Dezember 1909.

Der LandeS-Bauinspektor Xylander, Baurat.

HerSseld, den 26. November 1909.

Der Landwirt Adam Eidam in Holzheim ist heute von mir als Schlachtvieh-, Fleisch- und Trichinenbeschauer fürs die Gemeinde Holzheim bestellt und als solcher eidlich verpflichtet worden.

I. 12341. Der Königliche Landrat.

3. B.:

__________ " ' ^ W e s s e l, KreiSsekretär.

HerSfeld, den 26. November 1909.

Der Arbeiter Georg Ernst in Motzseld ist heute von mir als Schlachtvieh-, Fleisch-Zund Trichinenbeschauer für die Gemeinde Motzseld bestellt und als solcher eidlich verpflichtet worden.

I. 12340. Der Königliche Landrat.

3. V.:

Wes s el, KreiSsekretär.

HerSfeld, den 26. November 1909.

. Der Landwirt Heinrich Keiderling in Harnrode ist heute von mir als Schlachtvieh-, Fleisch- und Trichinenbeschauer für die Gemeinde Harnrode bestellt und alS solcher eidlich verpflichtet worden.

I- 12339. Der Königliche Landrat.

3. V.: ___ Wessel, KreiSsekretär.

_. Gefundene GegenKSndr. ^me wasserdichte lederne Pserdedecke. Meldung deS Tigen- ' tmer« bei dem Ortsvorstand in WehrShausen.

nichtamtlicher teil.

Politischer Wochenbericht.

Durch die Wahl deS Erbprinzen zu Hohenlohc-Langenburg zum zweiten Vizepräsidenten ist daS neue Reichstags­präsidium nunmehr vollständig, und man kann mit seiner Zusammensetzung durchaus zusrieden sein, da sich in ihr der Wille der Mehrheit deS Reichstages zu positiver Arbeit aus dem Boden und im Rahmen der Gesamtinteressen bei deutschen Vaterlandes, ohne Rücksicht aus daS leidige Parteigezänk der letzten Monate, deutlich auSprägt. Bei dem Versagen der Linken, die sich bei der Präsidentenwahl bedauerlicherweise unter Hintansetzung der patriotischen Erwägungen nur von parteipolitischen Gründen leiten ließ, ergab sich die Wahl eineS der Reich-partei zugehörigen Mitgliedes von selbst.

Die Mand atsniederlegung zweier ReichS- tagSabgeordneten hat in zwei Wahlkreisen Ersatzwahlen ersorderlich gemacht: in Tisenach-Dermbach an Stelle des bis­herigen Abgeordneten Schock und in Posen an Stelle des bis­herigen MandatinhaberS v. ChrzanowSki. Aus die Eroberung Eisenachs sind diesmal besonders die Hoffnungen der Sozial- demokraten gerichtet, die dort an Stimmenzahl schon bei den beiden letzten Wahlen den übrigen Parteien weit voraus waren und nun infolge der Steuerhetze auf einen guten Fang rechnen. Noch aber haben ei die bürgerlichen Wähler in der Hand, einen sozialdemokratischen Sieg abzuwehren, wenn sie den Wahlkamps in sachlicher, sich gegenseitig schonender Weise führen, so daß ein gemeinsames Vorgehen wenigstens bei der Stichwahl ermöglicht wird. Was das Mandat des polnischen Abgeordneten v. Chrzanow-ki anbelangt, so wird leider kaum daran gezweifelt werden bürfen, daß ei wiederum einem Polen anheimsallen wird; denn die polnische Stimmenzahl betrug 1907 trotz bei starken Anwachsen- der deutsch-nationalen Stimmen noch immer beinahe das Doppelte der deutschen Stimmenzahl. Diesmal dürfte es dort viel darauf ankommen, ob einaristokratischer" ober ein radikaler Pole als Kandidat aufgestellt wird. Die Meinungen über diese beiden Richtungen sind im posenschen Wahlkreise geteilt, und auf diesen Umstand spekuliert, vielleicht nicht mit Unrecht, die Sozialdemokratie. JedensallS werden die Deutschen bestrebt sein müssen, ein ein- mütigeS und sowohl kraft- als auch zielbewußte- Vorgehen anzubahnen.

Wenn wir unsere Blicke auf daS Ausland richten, so finden wir die Vorbereitungen zum Wahlkampse in England in vollem Gange, bet diesmal einen Kamps zwischen Oberhaus und Unterhaus bedeutet. Es ist ein Kamps um die Verfassung, der nun auf Leben und Tod beginnen muß, und beide Teile sind sich genau bewußt, wak auf dem Spiele steht. Die Liberalen beabsichtigen, dem Unterhause für alle Zukunft eine überragende Stellung zu sichern, das Ober- Hau- dagegen beansprucht ali gesetzgebender Faktor die gleichen Rechte wie da- HauS der Gemeinen. Der Streit um die Stellung bei Oberhauses ist schon jahrelang latent, durch die Ereignisse der letzten Monate aber ist er aktuell geworden und drängt zur Entscheidung. Der Prozeß der Radikalisierung bei Unterhauses hat in dem letzten Jahrzehnt so große Fortschritte gemacht, daß den LordS jede Hoffnung aus eine sreundlichere Stellung bei Unterhauses der Pairskammer gegenüber schwinden mußte. Und da sie im Hinblick auf die ungeheuer großen politischen und wirtschaftlichen Interessen, deren Schädigung außer Zweifel steht, fall« der Einfluß deS Oberhauses aus die Gesetzgebung gänzlich auSgeschaltet ober weiter zurückgedrängt werden würde, unmöglich zugunsten bei Unterhauses resignieren konnten, so gab eS für sie keine andere Wahl, als den Kampf aufzugeben.

Der Rücktritt deS italienischen Kabinetts G i olit t i hat dem schönen Lande,das der Apennin durch, zieht und Meer und Alpen umgeben", eine Ministerkrisis ge- bracht. Den unmittelbaren Anlaß dazu gab der Umstand, daß in den AuSschuß zur Beratung der neuen Steuervorlagen sieben Gegner und nur zwei Anhänger der RegierungSvor- schläge gewählt wurden. Ueberwiegend sst jedoch die Aus- sassung, Herr Giolitti habe diesen Anlaß zum Rücktritt in der Voraussicht benutzt, daß daS Ministerium bei einer erneuten Beratung der Postdampservorlagen auf Schwierigkeiten stoßen werde, und daß ei politisch zweckmäßiger sei, der unklaren par­lamentarischen Lage ein rasches Ende zu bereiten. DaS zu- rückgetretene Ministerium hat feit 3Va Jahren seiner AmteS gewaltet. Die Grundzüge feinei Programms faßte Herr Giolitti bei Uebernahme der Geschäftsleitung in die Worte zusammen:Friede nach außen hin, Ordnung im Innern und festgefügte Finanzen; Achtung vor dem Gesetz und allen Volks- sreiheiten und Unparteilichkeit im Kamps zwischen Kapital und Arbeit." Von keiner Seite kann dem Ministerium Giolitti daS Zeugnis abgesprochen werden, daß eS in hervorragender Weise im Sinne dieses Programm- gewirkt und ersprießliche Arbeit im Interesse der LandeSwohlfahrt geleistet hat.

Aus Jn- und Ausland.

Berlin, den 9. Dezember 1909.

Se. Majestät der Kaiser nahm gestern vormittag im Neuen PalaiS bei Potsdam die Vorträge bei Staats­sekretär- des Reich-postamtS Kraetke und des ChefS deS Zivil­kabinetts, Wirklichen Geheimen Rats von Valentini entgegen.

Die Hauptzahlen der deutschen Kriminal­statistik für 1908 werden in dem viertenVierteljahrheft zur Statistik bei Deutschen Reiches" veröffentlicht. Danach hat im letzten Jahre die Zahl der wegen Vergehen und Ver­brechen gegen Reichsgesetze Bestrasten eine ziemlich erhebliche Zunahme gezeigt, nachdem sie im Jahre 1907 etwa- abge­nommen hatte. Es sind nämlich 548 377 Personen verurteilt worden gegen 530 723 im Jahre 1907, 533 767 i. J. 1906, 520 356 i. 3. 1905, 516 976 i. I. 1904 und 468 819 i. 3. 1900. Gegenüber dem Jahre 1907 ist also eine Zunahme um 17 654 oder 3.3 v. H. erfolgt. Geht man bis 1900 zurück, so betrügt die Steigerung 79 558 ober 17,0 v. H. Da sich die Gesamtbevölkerung in derselben Zeit um etwa 12,4 v. H. vermehrt hat, ist die Zunahme der Kriminalität etwas stärker gewesen als die der Bevölkerung. AllerdingS müßtcn zum Vergleich mit den Verurteilten eigentlich nur die über 12 Jahre alten Personen herangezogen werden, aber deren Zunahme ist nicht bekannt. JedensallS bestätigt die Erfahrung des letzten JahreS wieder die Tatsache, daß in Zeiten barnieberliegenben Geschäftsgänge- und rückläufiger Er« werbSverhältniffe die Kriminalität, insbesondere die Zahl der Verbrechen und Vergehen gegen das Vermögen steigt.

Nach kurzem Bestehen ist in Caffcl das sozialdemo­kratische GewerkschastShauS zwangsweise versteigert worden. Es war mit einem Kostenauswandc von über 800 000 Mk. erbaut worden. Der Voranschlag war um mehr alS 200 000 Mk. überschritten worden. Mit 300 000 Mk. ist die Zentral-Krankenkasse des deutschen Maurer- verbandeS als erste Hypothekengläubigerin beteiligt, dann folgt alS zweiter Gläubiger ein Backsteinsabrikant, der bei der Ver­steigerung mit 306 000 Mk. der Höchstbietende blieb und den Zuschlag erhielt. Dieses Ergebnis bedeutet, daß sämtliche Forderungen der Handwerker unberücksichtigt bleiben. Unter den Verlierern befinden sich auch vier Casseler Brauereien mit 78 000 Mk. Die Caffel-Gewerkschast verliert ihren Zu­schuß von mehr als 72 000 Mk. und eine Reihe Handwerker sind schwer geschädigt.

Die Nachrichten über den ernsten Stand deS GichtleidenS deS KönigS Leopold werden in einer Brüsseler Privat- meldung alS übertrieben bezeichnet. Die Meldung versichert, daß vorerst, trotz bei hohen Alter- des KönigS keine Lebenk- gefahr für ihn bestehe.

Mr. Landsdale, der Sekretär des amerikanischen Nord- p ols o rs ch e rs Dr. Co o k, ist in Kopenhagen eingetroffen. Er ist beauftragt, der dortigen Universität die Papiere Dr. Cookr, auS welchen hervorgehen soll, daß dem Gelehrten tat- sächlich die Erreichung des Nordpols gelungen sei, zur Prüfung zu unterbreiten.

Der türkisch-persische Grenz streik spitzt sich immer mehr zu. Die der Pforte von Persien vorgeschlagene schiedsgerichtliche Entscheidung bei Konfliktes ist von der Pjorte abgelehnt worden. Persien will nunmehr in einem Ultimatum an die türkische Regierung die Zurückziehung der türkischen Truppen von der persischen Grenze fordern.

AuS Tanger wird gemeldet: Der infolge der Grausamkeiten Mulay HasidS von der sranzösischen Regierung erlassene Befehl, nach dem die französischen JnstruktionSoffiziere an Expeditionen von Mahallat nicht mehr teilnehmen, sondern sich aus ihre Rolle alS Jnstruktionsoffiziere beschränken sollen, hat den Sultan lebhaft verstimmt. Er beauftragte El Mokri, gegen den Befehl Einspruch zu erheben. Die französische Re- gicrung antwortete, sie werde den Befehl unter drei Beding­ungen zurückziehen: erstens müsse sich Mulay Hafid schristlich allen Eignatarmächten der Algeciras-Akte gegenüber verpflichten, die Folterungen in Marokko abzuschaffen, zweitens die jüngst angeworbenen türkischen JnstruktionSoffiziere unverzüglich zu entlassen, drittens alle zwischen Frankreich und dem Machjen schwebenden Fragen in befriedigender Weise zu regeln.

Reichstag.

Der Reichstag zeigte am Donnerstag durchaus daS Ge­präge eines großen Tages. Die Tribünen sind überfüllt, das Haus ist stark besetzt. An den Bundcsratstischen haben fast sämtliche Staatssekretäre Platz genommen. Sogleich nach Er­öffnung der Sitzung durch den Präsidenten Grafen Stolberg nahm Herr v. Bethmann Hollweg, der zum ersten Male seit seiner Ernennung zum Reichskanzler erschienen war, bai Wort und führte etwa folgende- auS:

Der Etat ist mit besonderer Aufmerksamkeit ausgestellt worden. DaS war für die verbündeten Regierungen die erste Folgerung der Ereignisse in der vorigen Tagung. ES war die erste Ausgabe, daS Haben mit dem Soll au-zugleichen. DaS Reich mußte wieder auf eine solide finanziell« Grund-