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herrfelder Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-Nnschlutz Nr. 8

Nr. 38. Donnerstag, den 31. März 1910.

Kdmmmis-KMW

auf das Hersteller Hreisblan.

DasHersfelder Areisblatt", amtliches Organ des Areises Hersfeld ausgestattet mit Publikationskraft bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen alles wissenswerte über

Politik -es In- und Auslandes, Nachrichten aus der Stadt, dem Kreise und der Provinz, vermischte Nachrichten aus aller Welt usw.

Ferner gelangen in jeder Nummer spannende Romane, Erzählungen rc. fortsetzungsweise zum Abdruck.

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Die Expedition des Hersfelder Kreisblattes.

Amtlicher teil.

Hersfeld, den 23. März 1910.

Nach den gemachten Erfahrungen und den angestellten Ermittelungen ist in diefem Jahre in einem großen Teile des Regierungs-Bezirks ein stärkerer Maikäferflug zu erwarten.

Die Ortspolizeibehörden werden angewiesen, mit Bezug aus mein Ausschreiben vom 1. Mai 1899 I 2608 KreiS-

Die

Von Guy Thorne.

(Fortsetzung.)

»Ich sagte vermutlich zu jener Zeit eine Menge Unsinn" bemerkte Wilshire trocken.In einem solchen Augenblick ist das begreiflich, denke ich."

Gewiß. Die Sache ist nun die", nahm Gilbert wieder das Wort,daß mein Vater glaubt, Sie wären eigens hierher gekommen, um nach dem Tode meiner Mutter Rache an ihm zu nehmen. Die Erschütterung, Sie heute morgen zu sehen, war sehr groß für ihn. Ich habe ihn ein wenig beruhigt und er schläft jetzt, und da dachte ich, es sei das Beste, meinen ganzen Mut zusammenzunehmen, hierher zu kommen und Ihnen ein sreimütiges Bekenntnis abzulegen. Ich bitte Sie, mir zu sagen, wieweit die quälenden Gedanken meines VaterS der Wabrbeit entsprechen." y

So weit", sagte Mr. Wilshire,daß, wenn Sir William Mherton zu mir kommen und mir die Hand reichen will, ich mesc^e ergreifen werde. Geschehenes soll geschehen sein und ore Vergangenheit vergessen. Nur eine Bitte habe ich, daß ""in junger Freund, der Sohn jener Frau, die ich in ir yeren Jahren so innig geliebt habe, sortfahren möchte, mir Hause Freundschaft zu erzeigen."

h^ll den Kopf geneigt, als er erfreut auf die .""b verzeihenden Worte deS älteren Mannes % w°-'n sie auch in dem harten, nasalen rührten^ 8tmcn,an«S gesprochen wurden, so angenehm be- ni^LZTT ^ufflammen in Julius WilshireS Augen Atto'ti '" und ging. Er H-». nur gütig. m^rn^S»?96^ °ls Gilberts Herz vor Dankbarkeit Älen ^ ttfüat ?<«' öffnete sich die Tür und daS

"^' d" hätten wir sie, mein Junge!" rief Mr. Wilshire

blatt Nr. 52 die zur Bekämpfung der Schädlinge erforder­lichen Anordnungen zu treffen und mir bis zum 15. Juni d. Js. zu berichten, welche Mengen Maikäfer in den Gemeinde­bezirken gesammelt und vernichtet worden sind und ferner, welche Erfahrungen bei der Durchführung der Anordnungen gemacht worden sind.

I. 3000. Der Landrat.

I. V.

W e s s e l, Kreissekretär.

nichtamtlicher teil.

Ae ReWerfichttiWsMW.

Die dem Reichstage zugegangene neue Reichsversicherungs­ordnung bedeutet einen gewaltigen organisatorischen Fortschritt unserer sozialen Gesetzgebung, weil in diesem neuen Werke die acht großen sozialen Gesetze, die in der sozialpolitischen Haupt- zeit von 18831903 erschienen sind, zu einem umfangreichen Bande von 1754 Paragraphen zusammengearbeitet sind. Doch ist bei dieser großen Zahl von Paragraphen zu berücksichtigen, daß zahlreiche Paragraphen der früheren Gesetze wegen ihrer Unübersichtlichkeit in dieser neuen Bearbeitung geteilt und durch mehrere Paragraphen ersetzt sind. Jedenfalls beweist schon der äußere Umfang des Werkes, wie umfangreich das darin behandelte Gebiet und wie gewaltig die dafür aufge­wandte Arbeit ist.

Eine völlige Verarbeitung des umfangreichen und den verschiedensten sozialen Gebieten ungehörigen'Stoffes zu einem einheitlichen Ganzen ist nicht möglich gewesen. Wenn auch durch die neue Reichsversicherungsordnung den bisherigen sozialen Gesetzen, wie dem Krankenversicherungsgesetz, dem Unfall- und dem Jnvaliditätsversicherungsgesetz, als selbst- ständigen Gesetzen ein Ende bereitet ist, so hat es sich doch nicht ermöglichen lassen, bei der Neugestaltung des Stoffes die Bestimmungen über diese verschiedenen sozialen Gebiete völlig einheitlich zu gestalten. Immerhin ist es gelungen, eine größere Reihe von Vorschriften, die für die gesamten Versicherung-zweige gemeinsam gelten, aufzustellen, wodurch eine wesentlich größere Uebersicht geschaffen worden ist. Das gilt besonders von den im 1. und 6. Buch behandelten Rechts­verhältnissen der Versicherungsbehörden und den Beziehungen der Versicherungsträger zu einander und zu anderen Ver­pflichteten und Verfahren.

Aber die einzelnen Gebiete unser sozialen Gesetzgebung sind in diesem groß angelegten Werke nicht nur von neuem umgearbeitet und nach Möglichkeit vereinfacht und einheit­licher gestaltet worden, sondern auch wesentlich bereichert dadurch, daß weitere Bevölkerungsschichten in die Versicherung einbezogen und ihrer Wohltaten teilhaftig gemacht worden sind. Neu eingeführt wird die Witwen- und Waisenver- sicherung, obwohl sie den Staat und das Unternehmertum

Heiter.ZweiMännermörder", wie ich sehe! Nun lassen Sie uns aus die nächste Begegnung trinken, die ich mit Ihrem Vater haben werde."

* * *

Gilbert verließ Claremont House tief bewegt und über­glücklich. Einen solchen Empfang hatte er sich nicht träumen lassen. Er war auf ein langes und peinliches Gespräch gefaßt gewesen, zu dem Takt und große Geschicklichkeit gehören würde und daS sogar Bitten und Selbsterniedrigung erfordern mochte, wollte er daraus für das Gemüt seines geliebten VaterS Be­ruhigung und Frieden schöpfen.

Und was hatte sich ereignet? Man war ihm in der freund­schaftlichsten Weise entgegengekommen. Man hatte seine Ver­mutung bestätigt, daß Sir Williams Befürchtungen aus Ein­bildung beruhten, und ihm gesagt, daß, obgleich sein Vater Mr. Wilshire großes Unrecht getan hatte, dieser nicht nur bereit, sondern ängstlich bemüht fei, zu vergessen und zu ver­geben.

Der Rückweg über die schimmernde Heide erschien der aus­geregten Phantasie des jungen Mannes wie eine Fahrt im Feenlande.

O, wie schön war eS, zu leben, wie schön, jung und glücklich zu sein und Erfolg zu haben, selbst bei einem Unternehmen wie dieses war!

War eS nun allein die Unterredung mit Julius Wilshire, bie dem jungen Mann das Blut so lebhaft durch die Adern trieb ? Er legte sich selbst diese Frage vor, und wäre statt des MondeS ein anderer Zeuge zugegen gewesen, so hätte er be­merken müssen, daß dem Fragn unversehens eine heiße Blut­welle zu Kopf schoß.

Wie würde eS Gilbert beglückt haben, hätte er gewußt, daß Miß Eadie Wilshire von dem Fenster ihres Schlafzimmer aus seinem davonrollenden Wagen lange und mit mehr als gewöhn­lichem Interesse nachschaute. Die Ereignisse des heutigen Tages beschäftigten die Gedanken des schönen Mädchens in hohem Grade. Schon daS Zusammentreffen mit dem stattlichen jungen Engländer in der Fabrik war an sich ein bemerkens­wertes Ereignis. Wie war er verschieden von dem jungen

bei ächtlich belastet. Nach den Bestimmungen des GesetzeS erhalten nach dem Tode eines Versicherten die invaliden Witwen Witwenrenten und die Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahre Waisenrenten. Auch für uneheliche Kinder ist dabei in weitgehender Weise gesorgt, insofern diese beim Tode der versicherten Mutter, auch wenn der Vater noch lebt, zur Waisenrente berechtigt sind. Die Summen für die Hinter- bliebenenbezüge werden ausgebracht durch Beiträge der Ver­sicherten und der Arbeitgeber und außerdem aus festen Reichszuschüssen, die für jede Witwenrente 50 M., für jede Waisenrente 25 M. jährlich betragen. Die Renten sind so bemessen, daß bei einem Lohn von etwa 1000 M. jährlich und 1500 Beitragswochm, also zu einer Zeit, in der der Versicherte unter gewöhnlichen Verhältnissen etwa 46 Jahre alt sein würde, die Invalidenrente 290,40 M., die Witwen­rente 122,40 M. und die Waisenrente für ein Kind 61,20 M. beträgt, während der Wert der dafür gezahlten Beträge ohne Zinsen nur 570 M. ausmacht. Allerdings ist dazu nötig gewesen, die bisherigen Beiträge für die Invalidenver­sicherung um rund ein Viertel zu erhöhen.

Eine wesentliche Erweiterung erfährt auch die Krankenver- sicherung, die auf die forstwirtschaftlichen Arbeiter, die Haus­gewerbetreibenden, Dienstboten usw. ausgedehnt worden ist und zwar unter gleichzeitiger Reorganisation der Krankenkassen, so daß die kleineren leistungsunsähigen mit der Zeit immer mehr verschwinden und zahlungsunsähige Krankenkassen immer seltener werden. Außerdem sieht die neue Versicherungsordnung eine höhere Inanspruchnahme der Unternehmer vor, die in Zukunft gleiche Beiträge wie die Arbeitnehmer zahlen werden. Es ist selbstverständlich, daß mit diesen höheren Leistungen der Unter­nehmer auch ein höheres Recht verbunden ist.

Infolgedessen erhallen beide Gruppen im Vorstände wie im Ausschusse das gleiche Stimmrecht. Dies wird hoffent- lich die segensreiche Wirkung haben, die sozialdemokratische Vorherrschaft in den Krankenkassen, die in vielen Fällen zu einer unerträglichen Schreckensherrschaft für nicht sozialdemo­kratische Arbeiter geführt hat, zu zerstören. Wenn damit gleichzeitig verschiedene agitatorische Kräfte der Sozialdemo- kratie lahmgelegt werden, die erfahrungsgemäß gerade bei den Krankenkassen eine verhetzende Tätigkeit am besten ausüben, so wird dadurch dem sozialen Frieden außerordentlich gedient.

Aus Jn- und Ausland.

Berlin, den 29. März 1910.

Ihre Kaiserlichen Majestäten mit Familie begaben Sich gestern vormittag mit Automobil nach Potsdam, wo bei dem Kronprinzen und der Kronprinzessin eine Früh- stückstasel stattsand. Nachmittags wurde der Tee im Jagd­schloß Grunewald eingenommen. Am Abend wohnten der Kaiser, die Kaiserin, die Prinzessin Viktoria Luise und die Prinzen Adalbert, Oskar und Joachim der Vorstellung im

Durchschnitts-Amerikaner! Nicht so lebhaft und schneidig weit natürlicher und einfacher. Sein Anzug war einwandfrei eine Sache von großer Wichtigkeit in der Auffassung einer jungen Amerikanerin und doch machte er nicht den Ein­druck, als wäre er eben erst vom Schneider gekommen, wie es die Kleidung der Vollblut-New-Iorker zu tun pflegt.

Die Begegnung mit Gilbert, die Ohnmacht Sir Williams im Moment der Vorstellung und das abermalige Zusammen­treffen mit dem jungen Mann aus der Heide waren hin­reichende Begebenheiten, um den Tag zu einem besonderen und ungewöhnlichen zu machen. Und nun kam er noch zu so später Stunde in ihr Haus und schloß sich aus irgend einem unbekannten Grunde mit ihrem Vater ins Studier­zimmer ein.

Ich lege Vorbedeutungen keinen Wert bei und bin auch sonst nicht abergläubisch", dachte sie,ober irgend etwas wird geschehen, das heute seinen Anfang genommen hat, oder ich müßte mich sehr irren. Himmel! Wie unternehmend dieser junge Engländer aussieht! Sein schmales festes Gesicht und das entschlossene Kinn imponieren mir. Der besitzt Energie, daS sieht man wohl. Aber er hat einen so guten Zug um den Mund, und ich glaube, unfreundlich kann er nicht sein!"

Die Aufregung, die GilbertS später Besuch im Hause deS Amerikaners hervorrief, war kaum geringer als diejenige, welche Miß WilshireS Erscheinen in das Leben Sir William Athertons getragen hatte, das sich sonst so gleichmäßig in dem prunkvollen Hause auf dem Moor abspielte.

Aber keinen der Beteiligten hatten die Ereignisse deS TageS so sehr aus dem Gleichgewicht gebracht als Julius Wilshire selbst. Er hatte seinem Gast bis zur Haustür das Geleit gegeben, und das letzte, was Gilbert erblickte, als der Wagen davonfuhr, war die große Gestalt des Amerikaners, wie er lächelnd und sich verneigend, von Hellem Licht der Halle übergossen, auf der Schwelle stand.

Als das Gefährt seinen Blicken entschwunden war, ver­schloß er eigenhändig die Haustür und ging langsam und nachdenklich in das Studierzimmer zurück. Sein Gesicht