Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich dreimal und gelangt Montag, Mittwoch und Freitag nachmittag zur Ausgabe. Der Bezugspreis beträgt für Hersfeld vierteljährlich 1.40 Mark, durch die Post bezogen 1.60 Mark, na

Der Anzeigenpreis beträgt für den Raum einer thw gespaltenen Zeile lOpfg., im amtlichen Teile 20 Pfg. Reklamen die Zeile 25 pfg. Bei Wiederholungen wird ein entsprechender Rabatt gewährt.«n2n»n»

herrfelder Armblatt

ll- J t

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage

Zernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 151.

Donnerstag, den 22. Dezember

1910,

Amtlicher teil.

Hersseld, den 13. Dezember 1910.

Nachstehend veröffentliche ich daS Verzeichnis über die Ergebnisse der zur Herbstkörung vorgestellten Zuchtbullen.

Die OrtSpolizeibebörden und die Königlichen Gendarmen

deS Kreises haben streng darüber zu wachen, daß die für untauglich befundenen sowie die nur bedingungsweise zu­gelassenen Zuchtbullen zur Nachzucht nicht oder nur insoweit verwendet werden, als dies seitens der Körungskommission eingeräumt worden ist. Zuwiderhandlungen sind aus Grund der Polizeiverordnung vom 17. Januar 1897 zur Bestrasung zu bringen.

Hierbei bringe ich gleichzeitig mein Ausschreiben vom 7. Mai 1907 I. I. Nr. 4141 KreiSblatt Nr. 86 in Erinnerung.

Bei Bullen, die noch nicht mit einem Nasenring versehen sein sollten, muß derselbe noch alsbald angebracht werden.

Der Vorsitzende des Kreisausschuffes:

A. 8826. von GruneliuS.

Verzeichnis der im Herbst 1910 zur Körung vorgestellten Zuchtbullen.

's

Gemeinde.

Anzahl der

Bullen.

Namen der Bullenhalter.

Datum der Körung 1910.

Resultate der Körung.

Abstammung

Bemerkungen.

Alter und Raffe der Bullen.

Farbe und Abzeichen.

Befund.

1

^riedewald

3

Gutsbesitzer Hotzbach

2. 12.

Simmentaler 15 Monate

Gelb-weiß

noch brauchbar

Z. G. Hersseld

2. 12.

15

Rotschäck

brauchbar

II

ff II

2. 12.

13

Rotfch. w. K.

II

darf vor Febr. nicht springen

2

Herfä

1

Westermann Adolf

3. 12.

13

Hellgelb Schäck

Z. G. Sontra

wie vor

3

Kohlhausen

1

Stuckhardt, Philipp

18. 11.

15

Gelbsch. w. K.

noch brauchbar

Z. G. Hersseld

4

KerSpenhausen

1

Grentzebach, Valentin

18. 11.

w. Stirn

brauchbar

II

5

Meckbach

1

Apel, Georg Wilhelm

5. 12.

19

Rotsch.w.K. gib. Augr.

II

Z. G. Sontra

6

Mecklar

1

ClauS, Christoph

5. 12.

14

Gelbsch. w. K. w. St.

Z. G. Hersfeld

1

5. 12.

19

Gelbsch. w. Kopf

unbrauchbar

Z. G. Sontra

7

Niederaula

1

Gemeinde Niederaula

18. 11.

18

Gelbrotsch. w. K.

brauchbar

Z. G. Hersfeld

8

Rotensee

1

Schüler, Georg zu Oberhaun

5. 12.

Rotsch. w. K.

unbrauchbar

angbl.Z.G. Hünfeld

9

Rotterterode

1

Ruhn, Bürgermeister

19. 11.

16

Gelbsch. w. K.

brauchbar

3. @. Hersfeld

10

Solms

2

Thiel, Karl

18. 11.

12

Hellgelb w. Stirn

Z. G. Oberhessen

darf vor Febr. nicht springen

Weber, Adam

18. 11.

12

Hellgelb

3. G. Hersreld

wie vor

11

Tann

1

Gutsbesitzer Niemeyer

5. 12.

14

3. G. Oberheffen

12

Wehrshausen

1

Mohr, Georg Ackermann

2. 12.

12

Gelbsch. w. K.

3. G. Gersfeld

darf v. März n. sp. w. n. z. j.

13

HilmeS

1

Landsiedel

2. 12.

n

Hellgelbsch. w. K.

II

darf vor Fbr. nicht springen

14

WölserShausen

1

Gltemeroth, Georg

3. 12.

16

Gelbsch. w. Stirn

-

15

Ausbach

1

Burkard, A. in Ransbach

2. 12.

II

HV2

Hellgelbsch. w. Stirn

II

3. G. Schleusingen

darf v. Aprll n. sp. w. n. z. f

16

Lengers

1

Gemeinde

2. 12.

21

Gelbsch. w. K.

3- G. Fritzlar

17

Unterhaun

1

Peter Jacob

5. 12.

16

ff

Gelbsch.

ff

3. G. Gersseld

Hersfeld, den 15. Dezember 1910.

In Heringen ist der Schweinerotlaus amtlich sestgestellt worden.

I. 13365. Der Landrat.

I. A.:

W e s s e l, Kreissekretär.

Hersseld, den 16. Dezember 1910.

In dem durch Erlaß deS Herrn Ministers deS Innern vom 2. Juli 1876 (veröffentlicht im RegierungS-AmtSblatt Nr. 35 vom Jahre 1876) mitgeteilten Tarif der von den preußischen Armenverbänden zu erstattenden Armenpflegekosten ist die Höhe dieser Kosten von der Zugehörigkeit der betref­fenden Ortschaften zu den einzelnen Servisklasien abhängig gemacht. Nachdem die Klasseneinteilung der Orte inzwischen verschiedentlich geändert ist, weise ich die Herren OrtSvorstände des Kreises daraus hin, daß jetzt sür die Zugehörigkeit der

Roman von E. v. Winterfeld-Warnow.

(Fortsetzung.)

Mimi Redleffsen begrüßte Tessow ruhig, freundlich, ganz als ob sie sich nur oberflächlich kannten, wie eS ja sonst viel­fach auch bei Ballbekanntschaften so der Fall ist. Und doch sehnte er sich brennend danach, mit ihr über Lolo zu sprechen, und auch sie hatte den Wunsch, ein Wort über ihre kleine Freundin mit ihm zu wechseln.

Er hatte sie um die erste Francaise gebeten. Da konnte man am besten zusammen plaudern. Erst sprachen sie einige gleichgültige Worte über daS Wetter, über die Aufführung neulich, über die interessante Festlich­keit hier.

Dann kam die beiderseitig mit Spannung erwartete Frage:Wie geht eS Fräulein Lüning? Ist sie wieder ganz wohl?"

Statt aller Antwort sah Mimi ihn mit ihren Hellen, klugen Augen an, und dann tat sie die Gegenfrage:Herr von Tessow, waS haben Sie mit Lolo gemacht, waS hatten Sie ihr getan?"

Verwirrt, bestürzt fragte er:WaS ich ihr getan habe? O mein gnädiges Fräulein, waS sollte ich ihr getan haben ?"

Und wieder blieb sie so ruhig wie vorher, wieder sahen ihm die Hellen Friesenaugeu bis aus den Grund der Seele, und sie sagte sehr bestimmt:Herr von Tessow, wir wollen uns doch nichts vormachen! Wir wissen beide zu genau, wie bje Sache liegt. Sie lieben Lolo und Lolo liebt

Gnädiger Fräulein!"

Mimi fühlte ihre Hand gepreßt, daß sie fast ausgeschriern hätte.

Pst!" machte sie.Aufpaffen!"

Sie kommen I Bitte, bringen Sie nicht die ganze Frau» caise in Unordnung!"

Ortschaften zu den einzelnen Klaffen die dem Besoldungs­gesetz vom 15. Juli 1909 Reichsgesetzblatt Seite 573 ff alS Beilage VI beigefügte Klasseneinteilung der Orte maß­gebend ist, und daß mit Rücksicht aus die Aenderung der Klassenbezeichnungen die Ortsklassen D und E an die Stelle der srühcren Ortsklassen in und IV (bezw. III bis V) ge­treten sind.

Der Vorsitzende des Kreisausschuffes:

A. 8893. von Grunelius.

Hersseld, den 15. Dezember 1910.

Um dauernd über die Zweckmäßigkeit der mit Rundver- fügung vom 29. Oktober 1908 I. 11013 nach Maßgabe des Gesetzes vom 14. Mai 1879 Reichr-Gcsctz-Blatt Seite 145 angeordneten NahrungSmittel-Kontrolle unterrichtet zu sein, ordne ich im Anschluß an die eingangs erwähnte Verfügung an, daß mit die Gutachten der landwirtschaftlichen Versuchs­

So!"

Sie tanzten weiter.

Dann kam eine Pause.

Nun können wir wieder sprechen. Also Lolo liebt Sie daS weiß ich bestimmt; aber sie ist noch ein halbes Kind. Ob diese Liebe nur Schwärmerei war, und ob Sie sie nun selbst mit heftiger Hand zerstört haben, das weiß ich nicht. Sie waren zu rasch, nicht wahr? Sie haben sie erschreckt. Wenn Sie irgend etwas erreichen wollen, müssen Sie ihr jetzt völlige Ruhe lassen. Lolo muß sich auf sich selbst besinnen. Sie ist so ganz auS allem Gleichgewicht gekommen, daß sie nur, ganz aus sich selbst gestellt, sich wiederfinden kann. Wenn Sie jetzt zu einer Entscheidung drängen wollten, würden Sie ganz sicher einen Korb bekommen, zumal Sie keinen Rückhalt bei den Eltern haben. Herr Senator Lüning ist einem Offizier gegen­über nicht frei von gewissen Vorurteilen, wenn er sie persön­lich auch ganz gern hat. Frau Senator aber hat vorläufig noch vor jedem Angst, der Miene macht, das Kleinod des Hauses, ihre Lolo, zu entführen. ... Sie sind an der Reihe, gründe chaine, rechte Hand, auspaffen, Herr von Tessow."

Er ging wie im Traum.

Die Francaise war zu Ende.

Er führte seine Dame zu einem Sitz und nahm selbst neben ihr Platz.

Sie sind mir böse, Herr von Tessow, über meine Offen­heit. Ich wollte Ihnen und Lolo helsen."

Tessow gab sich einen Ruck.

Aber gewiß nicht, mein gnädiges Fräulein. Im Gegen­teil, ich bin Ihnen dankbar für Ihren Rat. Ich werde ihn auch wohl befolgen müssen. Wie schwer es mit allerdings wird"

Aber Sie sollen sie ja nicht ausgeben! Sie sollen nur Geduld lernen! Ja, ja, die Männer! WaS sie nicht mit Ge- walt und Eile erreichen können, daS hat keinen Wert für sie. Wo sie mit Geduld und Ruhe vorangehen sollen, da versagt ihre Kraft."

Teffow mußte doch lächeln über diese Wahrheit von so jungen Lippen.

station in Harkeshausen über die Untersuchung-ergebnisse der an Ort und Stelle von einem Beamten entnommenen Nahrungsmittelproben aus dem abgelaufenen Jahre in Zu­kunft alljährlich bis zum 15, Januar, erstmalig am 15. Januar 1911, vorzulegen find.

I. 13481. Der Landrat

von GruneliuS.

nichtamtlicher teil.

Sie LtWckiWd its SrMWN.

Der Sonderberichterstatter desB. L." schreibt auS Haiderabad, 19. Dezember: Die heutige Jagdexpedition bei Kronprinzen auf Leoparden war von bestem Erfolge begünstigt. In dem etwa sechs Kilometer entfernten Shamshabad in

Wo haben Sie denn diese Erfahrungen gemacht?"

Ich habe einen Vater, Herr von Teffow."

Er sah daS kluge Mädchen bewundernd an. Ein guter Kamerad mußte daS sein, einer, der in festem, gleichmäßigen Schritt durch Freud und Leid mitging und doch! Wenn er sich ernstlich fragte: Wäre ihm eine solche Frau erwünscht? Nein, niemals! Er suchte und brauchte eine Frau, die sich ihm anschmiegte, er suchte daS Weiche, Süße, Berauschende. Diese kühle Blonde hätte er niemals biS zur Trunkenheit lieben können.

Doch, wenn Lolo vor ihm zurückwich? Wenn sie ihn fürchtete, wenn sie ihn vielleicht ablaufen ließ mit einem kurzen Nein?

Es überlief ihn glühendheiß. DaS kluge, kühle Mädchen hatte doch recht. Er mußte zunächst Geduld haben, sehr viel Geduld. Er mußte warten und auf die Zeit bauen. ES mußte dahin kommen, daß Lolo Sehnsucht nach ihm be- kam, daß sie wieder nach ihm ausschauen würde. Und dann durste er sie nicht wieder erschrecken durch feine Leidenschaft­lichkeit.

Er saß eine ganze Weile und starrte vor sich hin. Mimi beobachtete ihn schweigend. Wenn er tat, wie sie ihm geraten, wenn er lernte, sich selbst zu bezwingen, dann konnte er auch der Mann sür Lolo, für diesen weichen, hingebenden Charakter werden, sonst nicht, sonst niemals!

Wenn er nicht selbst Festigkeit genug befaß, dann war er keine Stütze sür dieses der Stütze so sehr bedürftige zarte und blumenhafte Geschöpf.

Die Musik setzte von neuem zur Damenwahl ein.

Mimi erhob sich und sagte:Also, Herr von Teffow, auf Wiedersehen, vielleicht als Verlobter LoloS l Ich reife wahr­scheinlich schon in nächster Woche nach Berlin. Ich wünsche Ihnen und Lolo von Herzen alles Glück. Möchten Sie den rechten Weg finden zu diesem kindlichen Herzen, daS einen so reichen Schatz an Liebe und Hingebung birgt. Sollten wir heute abend noch einmal zusammen tanzen, so wollm wir dieser Thema nicht wieder berühren, nicht wahr? Ich meine, wir haben aller besprochen, was davon zu sagen war!"