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herrWer Armblatt

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Zernsprech'^nschlutz Nr. 8

Nr. 9.

Sonnabend, den 21. Januar

1911.

Amtlicher teil.

Bekanntmachung.

Zum Verding derLandwege-Unterhaltungsmaterialien für daS EtatSjahr 1911, Kreis HerSseld, sind nachfolgende Termine festgesetzt.

1. Herssew, Montag den 30. Januar 1911 vormittags 10 Uhr

in der peter Glolfscben Gastwirtschaft (Breitenstraße) für die Ortschaften: Obergei«, Untergris, ©itteriborf, AllmerS- Hansen, Heenes, HerSfeld, Friedlos, Reilos, Rohrbach, Tann, Biedebach, Mecklar, Meckbach, WilhelmShos, Oberrode, Sorga, Kathus, BingarteS, Rotensee, Unterhaun, Oberhaun, Eitra, Asbach, Kohlhausen, Roßbach, Eichhof, Meifebach, PeterSberg, bezw. Hos Kühnbach.

2. Niederaula, Dienstag den 31. Januar 1911 nackimittaas 3 Uhr

in der Steinschen Gastwirtschaft für die Ort­schaften: KerSpenhaufen, Mengshausen, Hos Engelbach, Solms, Beiershausen, Hilperhausen, Holzheim, StärkloS, Kruspis, Niederaula, Hattenbach, Kleba, Kirchheim, Gershausen, Reim- boldshauscn, Kemmerode, Allendors i. W., Reckerode, Goß- mannsrode, HosBeierSgraben, Rotterterode, Gersdorf, Willings- hain.

3. Schenklengsseld, Mittwoch den 1. Februar 1911 vormittags 10 Uhr

in der Steinhauerfcben Gastwirtschaft für die Ort­schaften : Wippershain, Wüstfeld, Schenklengsseld, Oberlengs- seld, Ransbach, HilmeS, Malkomes, Schenkfolz, WehrShausen.

4. Friedewald, Mittwoch beul. Februar 1911

mittags Val Uhr

in der Zinnfchen Gastwirtschaft für die Ortschaften: Friedewald, Hersa, Wölsershausen, Heringen, Widdershausen, Kleinensee, LengerS, Harnrode, PhilippSthal mit Hos Thal­hausen, Nippa, Heimboldshausen, Ausbach, Unterneurode, Gethjemane, Lautenhausen, HillartShausen, Motzseld, Röhrigs- höse.

Die Bedingungen und Steinquantitäten werden in dem Termin bekannt gemacht.

HerSseld, den 17. Januar 1911.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses:

A. 374. von Grunelius,

Landrat.

HerSseld, den 16. Januar 1911.

Mit Genehmigung der Königlichen Regierung habe ich auf Grund deS § 103 deS ZuständigkeitS-Gesetzes vom 1. August 1883 dem Forstaufseher Zimmermann in Frirdewald die auShülfSweise Mitwirkung bei Ausübung des Jagdschutzes in den Gem«indrbezirk«n Frirdewald, Herfa und Lautenhausen übertragen.

I. 692. Der Landrat.

Wessel, KreiSsekretär.

Das Kollegium bei Bezirksausschusses Abteilung II, hat in seiner Sitzung am 18. Oktober 1910 beschlossen, den An- trag des Vorstandes der Deutschen Krankenunterstützungtkasse (eingeschriebene HilsSkasse) zu Werne aus Genehmigung einer Statutnachtrages abzulehnen.

Das Kollegium ist nach dem bisherigen GeschästSgebahren, dem Ergebnisse der erfolgten Kassenrevisionen, sowie nach dem Inhalte des zur Genehmigung vorgelegten Nachtrages und nach den mit solchen HilsSkassen gemachten Erfahrungen zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Kasse die Förderung der Interessen ihrer Mitglieder nicht ernstlich bezweckt, sondern mehr die Vorteile der Gründer der Kasse und deren Angestellten aus Gehalt, Provisionen u. f. w. erfolgt.

Arnsberg, am 18. Oktober 1910.

Der Bezirksausschuß, Abteilung II. (Unterschrift.)

* * *

Vorstehenden Beschluß bringe ich mit dem Hinzufügen zur Kenntnis, daß die Deutsche KrankenunterstützungSkasse zu Werne, die inzwischen ihren Sitz nach Bochum verlegt hat, unterm 15. Juli 1909, B. A. II. C. XVII, 69/09/1 ali eingeschriebene HilsSkasse zugelassen worden ist. Ihre Tätigkeit erstreckt sich über das Deutsche Reich. Zweck der Kasse ist die Unterstützung ihrer Mitglieder in Krankheitsfällen und die Zahlung einer BegräbniSgeldes an die Hinterbliebenen ver­storbener Mitglieder nach Maßgabe der statutarischen Be­stimmungen.

Nach der mir vorliegenden Verhandlung über die letzte am 9. August 1910, durch die Aussichtkbehörde vorgenommene unvermutete Revision der Kasse betrugen die Einnahmen vom Tage der Gründung, b. i. am 1. Oktober 1909, bis zu diesem Tage 5425,79 Mk.

Davon sind allein 4430,97 Mk. an VerwaltungSkosten (2 888,53 Mk. für persönliche und 1542,44 Mk. für sächliche Ausgaben) und nur 481,60 Mk. an Krankengeld, 13,50 Mk.

für ärztliche Behandlung und 10,85 Mk. für Arzneien gezahlt worden. Hiernach entfallen aus die Verwaltungsausgaben 81,67 % der Gesamteinnahmen. Mithin werden die Beiträge der Mitglieder nur zu einem kleinen Teil zur Ersüllung bei Kassenzwecks verwendet.

Da die bestehenden geschlichen Bestimmungen keine Hand­habe bieten, gegen die Kasse wegen der unverhältnismäßig hohen VerwaltungSkosten einzuschreiten, erscheint eS an- gezeigt, das Publikum aus die vorerwähnten Tatsachen hinzuweisen und vor dem Beitritt zu der genannten Kasse hierdurch zu warnen. (I. 18. Nr. 1720.)

ArnSberg, am 10. Dezember 1910.

Der Regierungspräsident. I. V.: gez. Boehlke.

* *

*

DaS Kollegium bei Bezirksausschusses, Abteilung II, hat in seiner Sitzung am 18. Oktober 1910 beschlossen, dem Anträge deS Vorstandes der Rheinisch-Märkischen Kranken- unterstützungskaff« (eingeschriebene HilsSkasse) zu Bochum auf Genehmigung bei Statutnachtrages vom 20. August 1910 die Genehmigung zu versagen.

DaS Kollegium ist nach den bisherigen Geschästsgebabren der Art der Reklamen in den Zeitungen, dem Ergebnisse der erfolgten Kassenrevisionen, sowie nach dem Inhalte bei zur Genehmigung vorgelegten NachtrageS zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Kasse nicht die Förderung der Interessen ihrer Mitglieder ernstlich bezweckt, sondern nur die Vorteile der Gründer der Kasse und der RaffenangefteUten auf Gehalt und sonstige Vorteile verfolgt.

Die Beiträge der Mitglieder sind, abgesehen von säch­lichen VerwaltungSkosten, säst ganz an die grjchästssührenden Vorstandsmitglieder, die General- -und Unteragentm als deren Bezüge und nur zu einem sehr geringen Teile zur Erfüllung des eigentlichen Kassenzwecks an die Mitglieder verwandt worden.

Arnsberg, am 18. Oktober 1910.

Der Bezirksausschuß, Abteilung II. (Unterschrist.)

Vorstehenden Beschluß bringe ich mit dem Hinzusügen zur Kenntnis, daß die Rheinisch-Märkische Krankenunterstützungs- fasse zu Bochum unterm 22. Oktober 1909 als eingeschriebene HilsSkasse zugelassen und am 1. Januar 1910 in Kraft ge­treten ist. Ihre Tätigkeit erstreckt sich über Deutschland und ihr Zweck ist, ihren Miglieder auS deren Beiträgen nach bem Grundsatz der Gegenseitigkeit in Krankheitsfällen und bei Unfällen Unterstützungen sowie im Falle des Sterbens von Mitgliedern Geld zur Bestreitung der Begräbniskosten zu sichern.

Irgendwelche Barmittel hat die Kasse nicht in Reserve. Nach der mir vorliegenden Verhandlung über die letzte am 13. Oktober 1910 durch die Aufsichtsbehörde vorgenommene unvermutete Revision der Kasse betrugen die Einnahmen 15 090,55 Mk. und die Ausgaben 15 084,50 Mk.

Der Barbestand von 6,05 Mk. wurde durch verauslagter Porto nachgewiesen.

Von den Gesamtausgaben entfallen auf:

a. VerwaltungSkosten 14 245,05 Mk.

b. Krankengeld 627,20

c. ärztliche Behandlung 106,50

d. Arznei- und Heilmittel 88 40

e. Kur- und VerpflegungSkosten 13,00

f. zurückgezahlte Beiträge 8,00

g. sonstige Ausgaben 2,40

Danach betragen die Verwaltungsausgaben allein 94,40 %

der Gesamteinnahmen.

Da die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen keine Hand­habe bieten, gegen die Kasse wegen der unverhältnismäßig hohen VerwaltungSkosten einzuschreiten, erscheint eS an« gezeigt, bai Publikum aus die vorerwähnten Tatsachen hinzuweisen und vor dem Beitritt zu der genannten Kasse zu warnen. (I. 18. Nr. 1721.)

Arnsberg, am 10. Dezember 1910.

Der Regierungspräsident. I. V.: gez. Boehlke. * * HerSfeld, den 16. Januar 1911. Wird veröffentlicht.

I. 13874. Der Landrat.

3. A.:

Sessel, KreiSsekretär.

HerSseld, den 17. Januar 1911.

Infolge anderweiter Regelung der Nahrungsmittelkontrolle setze ich meine Versügung vom 16. Dezember 1910, 1. 13481, Kreisblatt Nr. 151 wieder außer Kraft.

Der Terminkalender ist zu berichtigen. I. 636. Der Landrat

von GruneliuS.

HerSfeld, den 16. Januar 1911.

Gemäß § 8 Absatz 3 bei Reglement« zur Ausführung deS Reichs-JmpsgesetzeS vom 4. März 1875 Amtsblatt Nr. 15 ersuche ich die Herren OrtS- bezw. Gutivorstände deS Kreises, mir bai vorgefchriebene Verzeichnis derjenigen noch nicht geimpften Kinder, welche in dem Gemeinde-bezw.

Gutsbezirke nicht geboren, sondern dahin zugezogen sind biS zum 1. Februar d. Js. bestimmt einzureichen.

I. 703. Der Landrat

von GruneliuS.

HerSfeld, den 16. Januar 1911.

Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvirhbchande in Metzlar ist erlojchen.

I. Nr. I. 680. Der Landrat.

I. A.:

W e s s e l, ttrelssekretär.

nichtamtlicher teil.

Politischer Wochenbericht.

Zum vierzigsten Male jährte sich während der Berichts- woche der Geburtstag deS neuen Deutschen Reiches. Freudiger Stolz schwellt die Brust beim Rück­blicke auf jenen Tag der Kaiserproklamation zu Versailles. Was unser alter Heldenkaiser damals gelobte, allezeit ein Mehrer bei Reiches an den Gütern des Friedens, der Wohlfahrt und Ge­sittung zu sein, das haben er und seine Nachfolger treulich gehalten. Deutschland, das ehedem zu völliger Ohnmacht ver­urteilt war und Jahrhundert« hindurch einen Gegenstand der Verachtung und bei Spottes für die Fremden bildete, steht heute hochgeachtet im Rate der Völker da, el ist zur Welt­macht geworden, dessen stolze Flagge in allen Erdteilen und auf allen Meeren weht, und ein ungeahnter wirtschaftlicher Segen hat sich auf alle Glied-r bei deutschen Volkes er­gossen.

Im parlamentarischen Leben herrscht gegen­wärtig Hochsaison. Während sich der Reichstag im Laufe der verflossenen Woche vornehmlich mit der Zuwachssteuer und der Novelle zum Strafgesetzbuch« beschäftigte, waren im preu­ßischen Abgeordnetenhause die EtatSdebattrn im vollsten Gange. Zwei Minister traten hier zum erstenmal in ihrer Eigenschaft ali solche vor dem Hause auf, der Finanz­minister Lentz« und der Minister bei Innern von Dallwitz, und man darf mit Fug und Recht behaupten, daß beide bei ihrem ersten Debüt glänzend abgeschnitten haben. Der Finanzminister gab ein überaus klares Bild von der Finanz­lage Preußens und zeichnete mit fester Hand die ZukunstS- linien seines Programms. Herr von Dallwitz aber hat mit einem tapferen und entschiedenen Auftreten gegenüber ber Lozialdemokratie geradezu begeisterten Jubel in allen monarchisch und patriotisch empfindenden Kreisen auSgelöst. Ritterlich hielt er seine Hand über unsere treffliche Polizei und ihr mustergültiges Verhalten in Moabit, und nochmals nagelte er die Schuld der Sozialdemokratie an dem Moabiter Ausruhr vor aller Welt fest, um schließlich die warnende Versicherung zu geben, daß jebet weitere Versuch der RevolutionSpartei, durch einen Appell an die Gewalt sich ihren Zielen zu nähern, auf ben unbeugsamen Widerstand bet Staatsmacht stoßen werde. Hinter dieser Drohung steht ein ganzer Mann, das empfand ein jeder, und nicht zuletzt daS sozialdemokratische Häuflein im Abgeordnetenhause, dessen ohnmächtige Wut sich in bubenhaftem Lärm Luft machte. Wenn solcher Geist, wie er in den Ausführungen des neuen MimfterS deS Innern widerklang, die Herrschaft in Preußen führt, dann wird BebU mit seiner schmerz- und zornerfüllten Anerkennung preußischer Macht und Stärke recht behalten und Preußen auch fürderhin das feste, unerschütterliche Bollwerk gegenüber der revolutio­nären Flut in Deutschland bleiben.

Von großem Interesse waren die Ausführungen, die der Minister bei Auswärtigen Pichon bei der Beratung deS Etats der auswärtigen Angelegenheiten in der sranzöfifchen Kammer gemacht hat. Von der marokkanischen Frage aus­gehend, beleuchtete der Leiter der auswärtigen Politik Frank­reichs die Haltung der Republik gegenüber Marokko und be­tonte, daß Frankreich alle bestehenden Vereinbarungen mit der vollsten Ausrichtigkeit innehalten werde. Sodann ging Herr Pichon aus die Fragen der allgemeinen Politik über und be­sprach hierbei auch die letzte Rede unseres Reichskanzlers von Bethmann Hollweg im Reichstage. Der französische Staatsmann rrklä-te, daß die Mitteilungen bei Reichskanzlers über die Potsdam« Kaiserbegegnung weder hinsichtlich bei allgemeinen politischen Ergebnisses dieser Zusammenkunft noch hinsichtlich bei dabei festgestellten grundsätzlichen Ein­vernehmens zwischen Deutschland und Rußland bezüglich bei Orients und Persiens den sranzöfifchen Anschauungen und Empfindungen entgegengesetzt seien. Diese Erklärungen sind in Deutschland mit Befriedigung ausgenommen wor­den und bestätigen den Eindruck, daß man es bei dem derzeitigen Leiter der auswärtigen Politik Frankreichs mit einem ruhigen und nüchtern urteilenden Staatsmanne zu tun hat.

Der Kaiser null der Sport Von W. Lindemann.

Unser Kaiser ist ein durchaus moderner Mensch. DaS be­weist er, wie in vielen anderen Beziehungen, so namentlich in