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herrselder Kreisblatt
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Fernsprech-Knschlutz Nr. 8
Nr. 12. Sonnabend, be» ^8. Januar 1911.
Dem Kaiser Heil! Der Gruß erklingt
Heut durch die deutschen Lande, Soweit man deutsche Lieder singt, Vom Fels zum Meeresstrande.
Kaisers Geburtstag
Dem Kaiser Heil! Der Wunsch steigt warm Empor aus Herzensgründe.
Ob alt, ob jung, ob reich, ob arm, Wir schließen uns zum Bunde.
Dem Kaiser Heil! Der Wunsch, der Gruß, Er wird zum heißen Flehen. Gott leite unsers Kaisers Fuß, Auf rechtem Pfad zu gehen.
Gott stärke unsers Kaisers Hand, Das Zepter recht zu führen, Daß er das teure Vaterland Jm Segen mög' regieren. |
Dem Kaiser Heil! Es lodern neu
-Der Liebe heil'ge Flammen! J «In echter, fester, deutscher Treu' , M Wtehn Fürst und Volk zusammen! J I
Dem 18. Januar, dem Fest- Z tage der Errichtung des preußischen «
LKönigtums und des Deutschen '
Kaiserreichs, folgt der 27. Januar, , der Geburtstag dessen, der König- und Kaisertum in seiner Person : vereinigt. Hat der 18. Januar k mehr ein geschichtliches Gepräge, so hat der 27. Januar einen durch- !aus persönlichen Grundzug, besonders auch für die Armee und für die Kriegervereine, die ihn, den Ehrentag ihres allerhöchsten Kriegsherrn, als den höchsten vaterländischen Festtag begehen. Wendete der 18. Januar die Blicke in die Vergangenheit zurück, in die Zeit vor vierzig Jahren, zu den großen Gründern des sein Volk bereits führt. Dafür zeugt
vor allem,
daß
I er seine Krone allezeit als Friedensfürst hat tragen | können. Es gibt kein anderes gekröntes Oberhaupt I einer Großmacht, das, obwohl der kriegerische Lorbeer I seiner Natur ursprünglich gewiß nicht fremd sein mochte, | mit so unablässigem und so regem Eifer um die Ab- I wehr aller Friedensstörungen während seiner ganzen | bisherigen Regierung besorgt geblieben ist wie unser Kaiser. Unanfechtbar und unangefochten fest steht daher sein Verdienst um die Wahrung und Sicherung des | Friedens und damit zugleich um die Güter, die nur in der Sonne des Friedens gedeihen können.
Diesen Ruhm als Friedensfürst hat sich der Kaiser dadurch erworben und gesichert, daß er mit seiner ungewöhnlichen Begabung und in unermüdlichem Streben gearbeitet hat, unserem Heere die Kriegstüchtigkeit und Kriegsbereitschaft zu erhalten. Denn ein starkes Heer, dessen Schlagfertigkeit Furcht gebietet, ist die beste Gewähr, daß kein Feind es wagt, unsere Ehre und Macht ernstlich anzutasten und zu gefährden. Die Worte seines ersten Armeebefehls, mit dem er als oberster Kriegsherr an die Spitze des größten europäischen Heeres trat: „Ich und meine Armee, wir sind für einander geboren," hat Kaiser Wilhelm gehalten und verwirklicht.
Reiches, die nicht mehr unter uns Sterblichen weilen, so gehört des Kaisers Geburtstag der Gegenwart. Er ist keine Gedenk- und Erinnerungsfeier, sondernder Tag blühenden vaterländischen Lebens. Er hat uns den lebensvollen kaiserlichen Herrn geschenkt, der sichtbar des Reiches Herrlichkeit, die deutsche Einheit, unsere Machtstellung, Ehre und Größe darstellt. Alles, was im Herzen des deutschen Volkes an Vaterlandsliebe glüht, der Stolz, womit wir das Haupt als Deutsche unter den ersten Völkern des Erdballs hoch emportragen, das Bewußtsein, ein Deutscher zu sein, das zuversichtliche Vertrauen in den unerschütterlichen Bestand unserer staatlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ordnung: Das alles pulsiert und ist zu strahlen- ^ der Kraft zusammengefaßt in der \ Persönlichkeit unseres kaiserlichen
m Führers. Er ist der Träger der vaterländischen Interessen und Hoffnungen, der Hüter und Pfleger unserer Stärke nach außen und im Innern, der Hort, an dem sich Haß und Feindschaft, von wo sie && immer kommen mögen, brechen.
Das deutsche Volk hat ein gutes Recht, sich seines Herrschers zu freuen, der, in seltener Fülle mit Gaben des Geistes und des Herzens ausgestattet, den Kaiser- p gedanken glänz- und machtvoll verkörpert, und der weit über Deutschlands Gaue als ein hehres Vorbild edelsten menschlichen Strebens und vielseitiger Tatkraft geschätzt und gepriesen wird. So hoch stellt er sein Herrschertum, daß er echt christlichen Sinnes seine Verantwortlichkeit und sein Tun zuerst Gottes Gnade unterstellt, damit so sein Leben und Wirken die Weihe und den Segen des Gottesgnadentums empfange und trage. In der Tat waltet sichtlich Gottes Gnade über der langen Zeit, die Kaiser Wilhelm Möge Gottes Gnade unsern Kaiser auch fernerhin geleiten, damit es ihm allezeit beschieden bleibt, zum Schutze unserer Unabhängigkeit unsere Wehrkraft auf der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit zu erhalten, alle Werte schaffenden Kräfte in den Dienst der gemeinsamen Wohlfahrt zu stellen, im Volke in allen seinen Schichten und Klassen die sittlichen Güter der Treue, der Gottesfurcht und der Zucht zu pflegen! Gott wahre dem Kaiser die ungetrübte Gesundheit des Geistes und des Leibes, Gott segne sein Wollen und sein Schaffen!