Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich dreimal und gelangt Montag, Mittwoch und Freitag nachmittag zur Ausgabe. Der Sezugspreis beträgt für Herrfeld vierteljährlich 1.40 Mark, durch die Post bezogen 1.60 Mark, va

Der Anzeigenpreis beträgt für den Raum einer ein- gespaltenen Zeile 10 pfg., im amtlichen teile 20 Pfg. Reklamen die Zeile 25 pfg. Bei Wiederholungen wird ein entsprechender Rabatt gewährt.nsvsn»«

herrsel-er Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Fernsprech-Knschlutz Nr. 8

«^»W^gge^WWBe!MBgHBRW^WH^^m^RMW^WW^^^^I^^^«^^M»^^MW<W^W^^W^»>^»^»^IWW^^^^!M^^^ i i i ll»R»gwwo^w

Nr. «0 Dienstag, den 23. Mai 1811.

Amtlicher teil.

HerSseld, den 17. Mai 1911.

Die Herren Bürgermeister in Bengendorf, Conrode, Friede- wald, Frielingen, Harnrode, Hedderrdors, Herfa, Heringen, HillartShausen, Hilmes, Hilperhausen, Holjheim, Kalkober, KothuS, Kirchheim, Kleinensee, Lautenhausen, LengerS, Mal- komes, Meckbach, Mecklar, Motzfeld, Obergeir, Oberhaun, OberlengSfeld, Reckerode, Rotterterode, Schenklengifeld, Sieg- loS, Lorga, Tann, Unterhaun, Wehrrhausen und Wölser-- Hausen erinnere ich an die Erledigung meiner Rundversügung vom 10. März 1911 I. Nr. 3212, betreffend die Revision der in der Zusammenlegung geschaffenen Anlagen durch die Flurschau-Commission.

I. I. Nr. 6012. Der Landrat.

I. A.:

Wessel, kreiSsekretär.

Gefundene Gegenstände.

Eine Schürze. Meldung det Eigentümer- bei dem OrtS- Vorstand in GitterSdors.

nichtamtlicher teil.

Endlich Alarheit.

Die bislang zum Teil recht verworrenen und unsicheren Aussichten mehrerer der bedeutendsten gesetzgeberischen Vorlagen, welche den jetzigen Reichstag noch beschäftigen, sowie. He hier­mit zusammenhängende höchst zweifelhafte parlamentarische Ge­schäftslage überhaupt, haben endlich eine freundliche Klärung erfahren. Sie ist in erster Linie der Gewißheit zu danken, daß die sozialpolitisch so hochwichtigeReichsversicherungSordnung, die soeben in zweiter Lesung vom Reichstage erledigt wurde, nun doch zustande kommt, war bis jetzt vielen noch sehr zweifelhaft erschien. Auch die lange kritische Situation in der clfaß-lothringischen Verfassung-frage darf nunmehr alS glücklich überwunden gelten, da in der hierfür zuständigen Reichstags- kommiffion noch vor Toresschluß ein Kompromiß über die bis jetzt zuletzt strittig gewesenen Punkte erzielt worden ist, Haupt- sächlich war die Sprachensrage und daS Wahlrecht anbelangt. DaS Kompromiß, bei welchem sich nur die Konservativen ab­lehnend verhielten, hat die elsaß-lothringische Verfassung-reform zunächst in der Kommission gerettet, doch besteht nicht der geringste Zweifel mehr, daß das ganze Reformwerk nun auch im Plenum unter Dach und Fach gebracht werden wird. Weiter weist auch die Echiffahrt-abgabenangelegenheit eine be­friedigende Wendung auf; die betreffende ReichStagSvorlage ist jetzt von der Kommission in erster Lesung erledigt worden; die zweite KommissionSlesung steht unmittelbar bevor und läßt, wie bestimmt verlautet, eine Beseitigung der noch bestehenden

Der neue Ijerr.

Roman von Walter Ho garth.

(Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)

Kuno und sein Diener ritten in finsterer Nacht jetzt noch auf der Steppe, und dann aus einem mit niedrigen Büschen bedeckten Terrain. Da gab eS für ihre auf afrikanischem Boden erprobten Pferde keine Hindernisse. Aber eS war auch eine etwa vier englische Meilen Strecke deS WegeS durch einen Buschwald zu passieren. Durch diesen Buschwald ging auch ein Pfad, der von den Reitern benutzt wurde. Am Saume deS BuschwaldeS angekommen, zündeten die beiden Reiter ihre Blendlaternen an, damit sie den Pfad finden konnten, und nun ritten sie mutig und in leichtem Galopp in den Wald hinein, wo bald da- Geheul der wilden Tiere an ihr Ohr drang, und da- unheimliche Schnauben und Zittern der Pferde, die sie oft nur im Schritte vorwärts bewegen konnten, die Nähe eines großen Raubtiere- verriet. Die Reiter hatten aus dem Ritte durch den finsteren Wald Glück, denn als sie ungefähr die Hälfte deS Waldes passiert hatten und auf eine Lichtung kamen, ging der Mond, der bisher hinter den fernen Felsenbergen verborgen gewesen war, aus, und beleuchtete mit seinem Silberlichtc die ganze Landschaft. So konnten die beiden Reiter sich nun sicherer vorwärts bewegen und sie strebten schon dem Ende deS Buschwaldes zu, alS sie plötzlich in einer Entfernung von etwa fünshundert Schritt etwas auf dem vom Monde klar beleuchteten Wege stehen oder liegen sahen, war den Weg zu versperren schien. Die beiden Reiter hielten ihre Pferde an und versuchten den Gegenstand auf dem Wege zu erkennen. Kuno hatte leider heute seinen Feld­stecher nicht bei sich, und sie mußten sich nur aus ihre Augen verlassen und mit den bloßen Augen war nicht zu erkennen, ob dort ein Mensch oder ein Tier im Wege lag oder stand.

Wir können hier aber nicht warten, bi- daS Ding aus dem Wege fortgeht," flüsterte Kuno seinem Diener zu,also langsam und vorsichtig mit gespannten Gewehren vorwärts."

Die weitere Annäherung an den seltsamen Gegenstand

Meinungsverschiedenheiten erwarten, sodaß die weitere Plenar- verhandlung dieser gesetzgeberischen Materie aus keine sonder­lichen Schwierigkeiten mehr stoßen dürfte.

Dieser überraschend schnell eingetretene günstige Umschwung im Stande der parlamentarischen Dinge hat dann den Se­niorenkonvent deS Reichstags veranlaßt, unter offenbarer Zu­stimmung der verbündeten Regierungen einen bestimmten Ar­beitsplan für den Rest der laufenden Legislaturperiode auszu- stellen. Nach den Festsetzungen hierüber sollen die Reich-ver- sicherungSordnung, die elsaß-lothringische BersassungSvorlage, dar EchiffahrtSabgabengesetz und der deutsch-schwedische Han­del-vertrag bis Pfingsten definitiv zur Verabschiedung gelangen. Daneben ist die Erledigung mehrerer kleinerer Gesetzentwürfe beabsichtigt. Die Sommerserienpause der ReichtageS ist vom 2. Juni bi- zum 10. Oktober bemessen, alSdann hebt die herbstliche Nachsession an, für welche der 2. Dezember alS Schlußtermin in Aussicht genommen ist, mit welchem Tage also der Reichstag von 1907 seine Tätigkeit für immer be­schließen würde. In diesem noch nicht zweimonatigen Zeitraum sollen nun alle noch übrigen schwebenden, gesetzgeberischen Vorlagen deS Reich-tage- ihrer endgültigen Lesung zugesührt werden, also daS Privatbeamtenversicherungsgesetz, die Justiz- novellen, daS HauSarbeit-gesetz, die Vorlage über die ArbeitS- kammern, der die Aushebung der freien Hilsskassen betreffende Gesetzentwurf die Vorlage über die Errichtung eine- Kolonial» und KonsulargerichtShofeS, die neue Fernsprechgebührenordnung und das Kurpfuschereigesetz, eventuell noch daS EchiffahrtS- abgabengesetz, falls dessen Erledigung in dem vorpfingstlichen Session-abschnitte nicht mehr möglich sein sollte. DaS ist allerdings einbischen reichlich viel" für die genannte so un- gemein knapp bemessene Frist und eS werden kaum zweifelhaft einige der für den Herbst reservierten gesetzgeberischen Materien unter den Tisch fallen. Indessen, daS ließe sich schließlich verschmerzen, die Hauptsache bleibt doch, daß jetzt begründete AuSsicht vorhanden ist, die allermeisten und wichtigsten noch schwebenden Vorlagen der ihrem Ende zugehenden jetzigen ReichStagSsession am Schlüsse deS Hauses verabschiedet zu sehen, ein immerhin ersprießliche- Resultat, welches noch vor einigen Wochen kaum jemand zu erhoffen gewagt hätte. War die nun noch offene Frage nach dem Termin der ReichStagS- neuwahlen anbelangt, so gilt e- jetzt als ziemlich feststehend, daß sie Mitte Januar 1912 stattfinden werden.

Abgeordnetenhaus.

Der Gesetzentwurf über die Feuerbestattung wurde am Sonnabend vom Abgeordnetenhaus in namentlicher Ab­stimmung mit 157 gegen 155 Stimmen, also mit zwei Stimmen Mehrheit in dritter Lesung angenommen. Lauter Beifall und nicht endenwollende Heiterkeit folgte der Ver­kündigung der Ergebnisses.

Jedenfalls war die Mehrheit deS Hauses der Auffassung der StaatSministeriumS beigetreten, daß die fakultative Er­

gab aber auch noch keine Ausklärung, was dort drüben eigent­lich im Wege lag, denn um so viel sich die Reiter dem myste­riösen Dinge näherten, um soviel schien eS sich auch fortzu- bewegen.

ES ist ein Schattenbild, Sir," flüsterte jetzt der Diener seinem Herrn zu.

Aber eS ist sicher der Schatten einer Menschen oder einet großen Tiere-," entgegnete Kuno,denn der Schatten bewegt sich vor un- her.

Jetzt ist er aber ganz verschwunden," sagte der Diener.

Allerdings ist dies der Fall," erklärte auch Kuno,aber nun müssen wir doppelt vorsichtig sein."

Scharf blickten die beiden Reiter nach der Richtung, wo der Schatten verschwunden war, und da sie weder etwa- Ver­dächtiget sahen noch hörten, beschlossen sie, langsam vorwärts zu reiten. Alt sie an eine Biegung de- Weges kamen, er­kannten sie sofort, daß sie den Schatten deshalb nicht mehr gesehen hatten, weil der Pfad durch den Busch eine andere Richtung nahm. Gleichzeitig begannen aber auch die Pferde heftig zu zittern und zu schnauben und Kurts Diener hatte mit seinen scharfen Augen daS drohende Unheil erkannt.

Ein großer Löwe ist eS, der dicht am Wege in den niedrigen Büschen auf Beute lauert," flüsterte jetzt der Diener seinem Herrn zu, und in demselben Augenblicke glitten die Reiter auch von dem Pferde, um sicherer schießen zu können.

Kurt bemerkte jetzt den Löwen auch, wie er zum Sprunge niedergeduckt hinter einem niedrigen Busche lauerte, und sicher Pscrd und Reiter niedergerissen hätten, wenn ihm ein Ueberfall au- dem Hinterhalte gelungen wäre. Der Löwe war ein große-, stattliches Tier, und daS Wedeln seine- Schweifes zeigte die Blutgier an, mit der er sich aus eine Beute stürzen würde. AuS dem Busche leuchteten jetzt auch bei Löwen funkelnde Augen.

Halte die Pferde fest, ich schieße," flüsterte Kuno seinem Diener zu und im nächsten Augenblicke krachte auch schon ein Schuß auS Kuno- Gewehr.

Ein dröhnende- Brüllen deS Löwen erscholl, die bleibe bäumten sich und konnten von dem Diener kaum festgehalten werden. Nur Kuno stand noch ruhig mit dem Repetiergewehr

laubnis zur Einäscherung Verstorbener, deren letzter Wille dahin ging, keine Verletzung der christlichen Sitte in sich schließe. Justizminister Dr. Beseler widerlegte vor allem die Meinung von der Unüberwindlichkeit kriminalistischer Be­denken in diesem Falle; eS werde durchweg zur Gewähr ge­nügen, wenn die von der Strafprozeßordnung bargebotenen Kautelen zur Regel erhoben würden. Wenn die Regierung el in srüheren Jahren abgelehnt hatte, den Wünschen der Feuer- bestattungsvereine entgegenzukommen, so lagen neuerdings, wie der Minister des Innern v. Dallwitz sestsiellte, veränderte Voraussetzungen vor, beginnend mit einem Erkenntnis bei OberverwaltungSgerichts und weiterversolgt durch Beschlüsse deS preußischen Landtages selbst. Den AuSschlag gab dann die Tatsache einer außerordentlichen Vermehrung von Krema­torien in den BundeSstaaten unweit der Grenzen. Dieser Um­stand machte, gerade um der Vorbeugungsmaßregeln bei Verdachtsmöglichkeiten willen, e- rätlich, den Gesetzentwurf einzubringen. Die Vorlage wolle also, unter völliger Wahrung und Aufrechterhaltung der christlichen Sitte einer Erdbestattung, lediglich den Andersdenkenden, die entweder keiner christlichen Religionsgemeinschaft angehören oder auS sonstigen Gründen für ihre Person nicht an dieser alten Sitte sesthalten wollen, die Möglichkeit geben für ihre Person eine andere Art der Bestattung zu wählen. Gebotene Rücksicht auf die Volk-sitte der Erdbestattung konnte nur dazu führen, daß unbedingt aus­geschlossen sein mußte, jemanden, der in überkommener Weise zur Erde bestattet werden will, irgendwie darin zu be­einträchtigen. Mithin behält die große Mehrheit unseres Volkes nach wie vor die Sicherheit, daß ihren Wünschen in dieser Beziehung in keiner Weise zu nahe getreten wird. So ist eS denn lediglich ein Gebot der Billigkeit gegenüber Andersdenkenden, daß man beu Zwang nicht länger aufrecht erhält, falls sie durch ihre Ueberzeugung und triftige Gründe ernstlich zu dem Entschluß gekommen sind, ihre sterblichen Reste dem Feuer zu übergeben. Irgendwelcher Tendenz auf Schwächung der christlichen Anschauungen im Volke gefällig zu sein, lag mithin der Regierung fern; wenn sie einen der­artigen Erfolg von der Vorlage befürchtet hätte, so würde sie diese nicht gebracht haben. Man habe immer zu berücksichtigen, daß eS sowohl eine zeitgemäße Dultsamkeit zu üben wie Miß- ständen vorzubeugen galt, die sich nicht mehr verkennen ließen.

Reichstag.

Der Reichstag trat am Freitag in die Erörterung bei vierten BucheS der ReichsversicherungSordnung ein, welches die Bestimmungen über die Invalidenversicherung und über die neue Hinterbliebenen-Bersicherung enthält. Bei § 1212 det ersten vom Umfange der Versicherung handelnden Ab­schnittes beantragte Abg. Dr. Potthoff, auch diejenigen Privatbeamten in die Versicherung einzubeziehen, deren regel­mäßiger Jahresverdienst 2000 Mark übersteigt. Der Antrag wurde indessen abgelehnt; in der kurzen Debatte hierüber er»

im Anschläge, um nötigenfalls aus den Löwen einen zweiten Schuß abzugeben. Aber der Löwe war verschwunden, als der Pulverrauch sich verzogen hatte.

Er ist entflohen, der Weg ist jetzt frei," meinte der Diener und beruhigte die Pferde.

Ich hoffe, daß ich die Bestie schwer verwundet 'habe," sagte Kurt,aber wir können jetzt keine Versolgung bei Löwen aufnehmen, vielleicht versolgen wir morgen die Spuren bei Raubtiere-."

Kuno brach von den Büschen noch einige Zweige ab und steckte sie in den Boden, damit die Stelle, wo der Löwe im Versteck gelegen hatte, leichter wieder gesunden werden konnte, und dann ritten die beiden Männer eilig weiter. Bald hatten sie den Buschwald hinter sich und nach einer Stunde trafen sie vor der kleinen Grenzsestung ein. Kuno war mit den Offizieren derselben bekannt, wurde eingelassen und trug schleunigst dem ihm befreundeten Militärarzt sein Anliegen vor.

Dieser war natürlich sofort bereit, der verunglückten Dame Hilfe zu bringen.

Der Arzt gab seinem Diener den Befehl, die Pferde zu satteln und drei Ledertaschen mit chirurgischen Instrumenten, Verbandzeug und Arzneimitteln mitzunehmen und schon eine halbe Stunde später ritt Kuno mit dem Doktor und den Dienern zurück nach Henry OwenS Hause.

Der große Buschwald mußte wieder passiert werden, aber eS stellte sich diesmal den Reitern kein Hindernis in den Weg und gegen Mitternacht trafen sie glücklich im Hause Henrys ein. Der Doktor untersuchte gleich den stark angeschwollenen Arm Elisabeths und sagte ernst:

ES hat ein Bluterguß nach der Achselhöhle zu stattge- funden, eS ist ein operativer Eingriff notwendig, um eine bösartige Entzündung zu verhindern. Willigen Sie in die Operation ein, Miß Owen, und wollen Sie vor der Operativst chlorosormiert werden?"

Er ist doch nur eine Operation am Arme, Doktor," entgegnete Miß Elisabeth ruhig,ich glaube, diese kan" ich ohne Chlorosorm ertragen. Nehmen Sie die Operation vor."

Nun gut," erklärte der Doktor,ich brauche al-Aeistand nur meinen Diener, aber wenn Sie bei der Operation zugegen