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herrMer Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage" ;

Zernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 66.

Donnerstag, den 8. Juni

1911.

Amtlicher teil.

Hersseld, den 2. Juni 1911.

Im Monat Mai d. Js. sind diesseits den nachbenannten

Persönlichkeiten Jagdscheine erteilt worden.

A. Jahresjagdscheine:

1. entgeltliche:

am 1/5. dem Ober-Postassistenten Glebe in HerSseld,

1/5. WildprethändlerPaul RegenSburger inEisenach, 6/5. Butterhändler Friedrich Ried in Flielingen, 8/5. Betriebssührer Franz Kallenbach in Gelsenkirchen, 8/5. Tuchsabrikanten Hermann Braun in HerSfeld, 8/5. Landwirt Johann Jakob Lenz in ReiloS,

12/5. BahnhosSvorsteher a.D.GeorgWalper inHersseld, 12/5. Maurer Heinrich Heyer in KathuS,

13/5. Standesbeamten Martin Grebe in Frank­furt a/M

13/5. Landwirt Johannes Jäger III. in Motzseld, 15/5. Bauunternehmer Heinrich Bolender in HerSfeld, 15/5. Bürgermeister Johannes Bornemann in Reim- boldShausen,

15/5. Professor Stern in HerSfeld,

16/5. Gastwirt Jakob Ruhn in Niederaula,

15/5. Bergingenieur Heinrich Wahring in HeimboldS- hausen,

15/5. Inspektor Franz Günther zu Rittergut Dippach bei Berka a/W.,

15/5. Landwirt Jakob Schäfer in MengShausen,

16/5. RechnungSrat Schultheiß in HerSfeld,

16/5. Installateur Wilhelm Raacke in HerSfeld,

18/5. Oberstleutnant von Mausard in Philipp-thal, 18/5. Kutscher Ludwig ClauS daselbst,

18/5. BetriebSführer Wilhelm Vullriede in Nippe, 20/5. Gut-Pächter Karl Eschstruth in Frielingen,

20/5. Maurermeister Heinrich Hermann in Heimbolds- hausen,

22/5. Gastwirt JustuS Göbel in Wüstfeld,

22/5, Chemiker Dr. Stauch zu Heiligenrode,

* 22/5. Landwirt Johannes Horn I. in Heddersdorf,

23/5.. Ingenieur Walter Cotts in Heimbold-hausen, 23/5. Steiger Johanne- Schneider in RöhrigShöse,

23/5. Kantinenwirt Martin Walther in Nippe,

23/5. Rittergutsbesitzer Freiherrn von Bodenhausen in Kleinensee,

24/5. Dachdeckermeister Hermann Ritzel in HerSfeld, 24/5. Zimmermeister Adam Becker in MengShausen, 26/5. Bergwerksdirektor Reinhard Effertz in Heringen, 26/5. Lehrer Karl Kühn in Sorga,

26/5. Gutsbesitzer August Schön zu HermannShof, 29/5. Arzt Dr. med. Wunderwald in WeißcnsclS,

29/5. stud. med. Kurt Stern in Hersfeld,

31/5. Postjekretär Hahn in HerSfeld,

Der neue Bert

Roman von Walter H o g a r t h.

(Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)

Große Schulden und schwere Sorgen um die Zukunft meiner Familie und unseres ganzen Geschlechter bedrängen mich und rauben mir die Ruhe Tag und Nacht. Dazu die Qualen und Schmerzen meiner Krankheit. Da- Leben ist für mich zur finsteren Nacht geworden!" flüsterte Ulrich un­heimlich und blickte Kuno verzweifelt an.

Vielleicht ist aber doch noch Hilfe möglich, wenn recht­zeitig eine rettende Hand erscheint," entgegnete Kuno teil­nehmend.Natürlich muß ich näher die Ursachen Deiner Sorgen kennen, sonst kann ich weder raten noch helfen."

Ich habe heute einen Wechsel über sünsundneunzigtausend Mark zu bezahlen, und bin nicht imstande, diese Summe zu be­zahlen," stöhnte Ulrich,auch besürchte ich, die Inhaber des Wechsels gewähren mir keine neue Frist, da der Wechsel schon zweimal prolongiert wurde, und dann . . . dann ja dann! ...

Des Schloßherrn Stimme zitterte und sein Körper sank taumelnd in den Lehnsessel zurück.

Kuno eilte dem von einer leichten Ohnmacht befallenen Bruder zu Hilfe und ihm den Kops stützend flüsterte er ihm zu:

Lieber Ulrich, lasse Dich nicht ganz von der Verzweifelung Niederdrücken, vielleicht findet sich doch noch ein Ausweg."

Willst Du den Wechsel für mich bezahlen, Kuno und das Verhängnis von un- abwenden?" drang eS jetzt wie eine flehende Frage au- Ulrich- Munde.

Da- ist nicht mehr nötig," sagte Kuno lächelnd,denn ich traf vorhin in dem Empfangszimmer die dunkeln Ehren­männer Wulfen und Strakow, die Dir den Wechsel zur Zahlung präsentieren wollten, und da sie frech davon sprachen, daß Sie da- Schloß unserer Väter unter den Hammer bringen wollten, wenn der Wechsel heute nicht bezahlt würde, so habe ich ihn sofort bezahlt. Hier ist der Wechsel!" Ein unbeschreiblich seelischer Vorgang vollzog sich nach

2. unentgeltliche: Keine I

B. Tagesjagdscheine:

Am 20/5. dem Leutnant Philipp Abse zu Engelbach. Der Landrat.

I. B.: von Cossel.

Hersseld, den 2. Juni 1911.

Unter dem Rindvichbestande deS Heinrich Steinert zu WillingShain ist die Maul- und Klauenseuche amtlich sestgestellt worden.

I. 6905. Der Landrat.

I. V.:

von Cossel.

Landespolizeiliche Anordnung, betreffend die Bekämpsung der Maul- und Klauenseuche im Kreise Hersseld.

Mit Rücksicht auf den AuSbruch der Maul- und Klauen­seuche in der Gemeinde WillingShain, Kreis Hersseld, bestimme ich in Erweiterung meiner landeSpolizeilichen Anordnung vom 8. v. MtS. A. III. 1636 Amtsblatt Nr. 15, S. 114/5, folgende-:

Zu dem Sperrgebiet im § 1 tritt die Gemeinde WillingS­hain, die damit aus dem BeobachtungSgebiet im § 10 aus- scheidet. (A. III. 2626.)

Caffel, am 30. Mai 1911.

Der RegierungS-Präsident. Graf v. Bernstorff.

HMfcld, den 31. Mai 1911.

Zur Hebung und Förderung deS Obstbaues im Kreise ist der Gartenmeister O. Sonnenberg von Witzenhaufen als Krei-- baumwart bestellt worden.

Der KreiSbaumwart hat alljährlich einmal sämtliche Ge­meinden deS Kreise- zu bereisen, um unter Zuziehung der OrtSvorstände und Obstbaumwärter, soweit solche in den Ge­meinden vorhanden sind, die Gemeindepflanzungen zu besichtigen, zu begutachten und fachmännische Ratschläge zur Besserung der Baumpflanzungen und Baumpflege zu geben.

Der KreiSbaumwärter wird insbesondere auch darauf ein Augenmerk richten, ob seither unbenutzte oder gering benutzte Gemeindeländereien sich für den Obstbau eignen, und zu ihrer Bepflanzung die nötige Anleitung geben. Er wird ferner aus das Auftreten der Obstbaumschädlinge achten und gegebenenfalls zu ihrer Bekämpfung die nötigen Belehrungen erteilen. Soweit seine Zeit und die sonstigen Umstände eS gestatten, wird der KreiSbaumwart auch den privaten Baumbesitzern mit seinem Rat zur Hand gehen und Belehrung in Obstbaumsragen erteilen.

Alljährlich wird der KreiSbaumwart in einem Ort des Kreise- einen achttägigen Lehrgang für Obstbaumwärter und sonstige Interessenten abhalten. DaS Nähere wird hierüber seiner Zeit veröffentlicht werden.

dieser Erklärung Kunos bei Ulrich, und er blickte fast scheu vor Bewunderung aus Kuno, der ihm wie ein rettender Engel erschien und dann rief er mit fast von Freudentränen erstickter Stimme:

Das hast Du, edler und hochherziger Kuno. an mir armen, elenden Manne und an unserem ganzen Hause und Geschlechte heute getan, noch ehe Du von mir, der ich Dich so schnöde verkannt hatte, wußtest, wie ich Dich empsangen würde I Vater und Urväter steiget auS der Gruft und be­zeuget mit mir, daß Kuno von Bevern unser edelster StammeS- sproß ist."

Aber ich bitte Dich, keine Ueberschwenglichkeiten, Ulrich," entgegnete Kuno abwchrend,waS ich tat, war in diesem Falle eine verwandtschaftliche Pflicht oder nennen wir eS meinetwegen eine Ehrensache und wenn Du darin einen neuen Beweis erblickst, daß ich während meiner dreizehnjährigen Abwesenheit in Asrika doch ein Edelmann und ein echter Stammesgenosse der Herren von Bevern geblieben bin, so werde ich mich freuen. Mache aber sonst von der Sache weiter kein Aufhebens!"

Nein, nein, so darf diese Angelegenheit nicht behandelt werden," erklärte Ulrich mit großer Erregung.Deine Tat Kuno war ein deutlicher Fingerzeig der Vorsehung, daß daS würdigste und stärkste Glied unseres Geschlechtes in daS Schloß unserer Väter heimgekehrt ist. Kuno, Du bist hier der neue Herr! Laß mich in einem stillen Winkel deS Schlosses leben und in Frieden sterben, denn meine Tage sind ge- Mt.«

Aber Ulrich, sprich doch nicht so!" wehrte Kuno ab. Du bist noch der Besitzer deS Schlosses und der Bevernschen Güter, also bist Du auch noch der Herr. Du hast auch Weib und Kind. Ich denke nicht daran, Euch hier auS dem Besitze zu treiben. Zudem käme ich nach unseren Erbver- trägen und den Traditionen unseres Geschlechtes auch noch gar nicht alS neuer Herr in Frage, denn nach der uralten Testamentsbestimmung müßte doch wohl unser Vetter, der Baron Herbert von Bevern, hier der neue Schloßherr werden, wenn Du keinen männlichen Erben hinterlassen solltest, Ulrich."

Die Herren OrtSvorstände deS Kreise- ersuche ich, dem KreiSbaumwart aus seinen Reisen bereitwilligst jede gewünschte Auskunft zu erteilen, ihm auch die Gemarkungskarten zur Ein­sicht vorzulegen, seinen Ratschlägen und Wünschen tunlichst zu entsprechen und so zur Förderung des Obstbaue- eifrigst bei- zutragen.

Der Vorsitzende des Kreisausschuffes.

I. A. No. 3378. von GruneliuS.

Der Saatenstand Mitte Mai 1911. Regierungsbezirk Cassel, Kreis Hersfeld.

Begutachtungsziffern (Noten): 1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = mittet, 4 gering, 5 sehr gering.

Vergleiche den Runderlaß der Herren Minister für Landwirt, schaff rc. sowie des Innern vom 16. November 1901.

I B c 9476 M. f. L. I d 3646 M. d. I. -)

Fruchtarten usw.

Durchschnitts-

Anzahl der von den Vertrauensmännern ab- gegebenen Noten

noten

für den

Staat

! Neg.-Äe^.

M 00 Tf 1O

Cassel

| so | co | | <a

1 M «#

Winterweizen

2,6

2,8

111221

Sommerweizen .

2,6

2,7

1 1 1

Winterspelz (Dinkel) .

2,8

Winterroggen .

2,8

3,4

13 2 1

Sommerroggen .

2,8

2,5

1

Sommergerste .

2,6

2.6

12 12

Hafer ....

2,7

2,7

2 4 1

Erbsen

2,6

2,6

1 5

Ackerbohnen

2,6

2,6

2 1 3

Wicken

2,6

2,6

2 2

Kartoffeln .

2,7

2,5

1

Zuckerrüben

2,8

2,7

Winterraps u. -Rübsen

2,7

2,6

2

Flachs (Sein, .

2,7

2,6

Klee.....

2,9

3,7

2 1112

Luzerne

2,9

3,1

1 1 1

Wiesen mit künstlicher

Be- (Ent-) Wässerung j

2,5

2,6

1 1| 4

Andere Wiesen .

2,8

2,9

1 11 11 3 | 1

Kgl. Preuß. Statistisches Landesamt.

Dr. Blenk, Präsident.

Einstellung von dreijährig-Freiwilligen für daS 111. Seebataillon (Marine-Jnfanterie) Tsingtau (China.)

Einstellung: Oktober 1911, Ausreise nach Tsingtau: Januar 1912, Heimreise: Frühjahr 1913. Bedingungen: Mindestens 1,65 m groß, krästig, vor dem 1. Oktober 1891 geboren (jüngere Leute nur bei besonders guter körperlicher Entwicklung.) ES werden junge Leute aller BerufSarten ein­gestellt, Handwerker erhalten jedoch den Vorzug.

In Tsingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 0,50 Mark Teuerungszulage gewährt.

Meldungen mit genauer Adresse sind unter Beisügung eines vom Vorsitzenden der Ersatzkommission ausgestellten Meldescheins zum freiwilligen Diensteintritt auf drei Jahre zu richten an: Kommando des III. Ötammfeebataillons, Milkelmskaven.

Der Schloßherr blickte betroffen feinen Bruder an und sagte dann leise:

Kuno, in Deiner Antwort erkenne ich wieder Deine gute und loyale Gesinnung, denn in der Tat müßte Herbert hier Schloßherr nach dem Rechte werden, wenn ich keinen Sohn hinterlasse, aber diese- Recht hat für Herbert kaum einen Wert. Er ist ebenso sehr verschuldet wie ich, und die Bergwerke, um die wir einst die Lettern beneideten, sind hauptsächlich zum Ruine für Herbert- große- Vermögen geworden. Statt aus Metalle und Kohlen ist man in den Bevernschen Bergwerken auf Schiefergestein und Kalilager gestoßen und seit drei Jahren gaben die Bergwerke keinen Gewinn mehr. Da kann der reichste Mann verarmen, denn wenn die Bergwerke nicht ganz eingehen sollen, muß man neue Abteufungen vornehmen und die Schieserlager beseitigen. DaS kostet ein Heidengeld. Du kennst wohl solche Unglückssälle im Bergbau nicht, Kuno. Dort unten in Asrika kommen in den Bergwerken solche schweren Kalamitäten wohl nicht vor."

Zuweilen doch auch," entgegnete Kuno,und wir haben auch vor dem Glücke da- Unglück im schwarzen Erdteile kennen gelernt. Deshalb dars auch Herbert mit seinen berg­männischen Unternehmungen noch nicht verzagen.

Aber wer will ihm denn noch Geld und Kredit geben wenn die Werke jahrein jahraus nichts mehr einbringen", klagte Ulrich.Ich habe Herbert ja schon einmal etwas unterstützt und zwar mit einem Teile der Wechselsummc, die Du heute so großmütig für mich bezahlt hast. Aber waS waren für solch ein Unternehmen die sünszigtausend Mark! Ein Tropfen Wasser aus einen heißen Stein! Herbert be­findet sich in eben solchen ungünstigen Vermögen-verhältnissen alS ich, und deshalb hat eS keinen Wert für ihn, hier auf Bevern nach mir Schloßherr zu werden. Er wird gern auf daS Recht verzichten, daS ihm nur Lasten und Sorgen bringen kann, und eS bleibt de-halb schon dabei, Kuno, Du wirst hier der neue Herr."

Ich würde selbst dann deinen Vorschlag nicht annehmen," entgegnete Kuno,wenn Du mir das Schloß und die Güter zum Kaufe anbötest. Ich stehe aus dem Standpunkte, daß hier bei dir mib dann auch drüben bei Herbert nur geholfen