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herrselder Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-Knfchlutz Nr. 8

Nr. 78.

Donnerstag, den 6. Juli

1911.

Amtlicher teil.

Hersfeld, den 1. Juli 1911.

Im Monat Juni d. Js. sind diesseits den nachbe­zeichneten Persönlichkeiten Jagdscheine erteilt worden:

A. Jahresjagdscheine:

1. entgeltliche:

am 8/6. dem Bäckermeister Hermann Huth in HerSfeld,

9/6. Kaufmann Georg Schreiber daselbst,

10/6. Wilhelm Paul in Willingshain,

13/6. Wirt Hermann Sanler in Hagen,

15/6. AmtSgerichtssekretär Otto Rottenbach in Friede­wald,

20/6. Betonmeister Heinrich Fuchs in Nippa bei Röhrigshöfe,

22/6. Bergwerksdirektor Paul Thiel in Philipp-thal, 30/6. Gutsbesitzer Friedrich Eschstruth zu Hos Häl- gans,

30/6. Lehrer Wilhelm Uebel in MalkomeS.

2. unentgeltliche:

am 12/6. dem Königlichen Förster Troch in Meckbach,

21/6. Forstaufseher Müller in Aua, B. Tagesjagdscheine:

am 2/6. dem Fahnenjunker Rolf Overbeck in Casfel. Der Landrat.

I. B.:

von C o s f e l.

HerSfeld, den 1. Juli 1911.

Unter Bezugnahme aus die Bekanntmachung vom 31. Mai d. Js. (KreiSblatt No. 66) gebe ich den diesjährigen Reise­plan des KreiSbaumwartS, Gartenmeisters Sonnenberg aus Witzenhaufen, bekannt:

Juli den 10. HerSfeld 10 Uhr vormittags, KalkobeS 4 Uhr nachmittags, Heenes 6 Uhr nachmittags.

Juli den 11. Allmershausen 7 Uhr vormittags, Git- tcrSdors 9 Uhr vormittag-, UntergeiS 11 Uhr vormittags, Obergeis 1 Uhr nachmittags, Aua 3 Uhr nachmittags, Biede» bach 5 Uhr nachmittags, Tann 7 Uhr nachmittags.

Juli den 12. Rohrbach 7 Uhr vormittags, ReiloS 9 Uhr vormittags, Mecklar 11 Uhr vormittags, Meckbach 1 Uhr nachmittags, Friedlos 3 Uhr nachmittag-, Reckerode 6 Uhr nachmittags, Goßmannsrode 7 Uhr nachmittags.

Juli den 13. Rotterterode 8 Uhr vormittag-, WillingS- Hain 10 Uhr vormittags, Gersdors 12 Uhr vormittag-, Frie- lingen 2 Uhr nachmittag-, Heddersdors 4 Uhr nachmittag-, Kirchheim 6 Uhr nachmittag-.

Juli den 14. Kleba 7 Uhr vormittags, Ger-Hausen 9 Uhr vormittag-, Reimbold-Haufen 11 Uhr vormittag-, Allendorf 1 Uhr nachmittag-, Kemmerode 3 Uhr nachmittag-, Hattenbach 5 Uhr nachmittags.

Juli den 15. Niederaula 7 Uhr vormittags, Nieder-

Der neue Berr.

Roman von Walter Hogarth.

(Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)

Ich habe auch noch mehr AuSweise über meine recht­mäßige Herkunft aus dem Geschlechte der Herren von Bevern," erklärte aber der junge Mann und zog einige vergilbte und verwitterte Papiere mit großer Vorsicht auS seiner Brieftasche: Hier ist ein Brief Ulrichs von Bevern an seinen Bruder Wilhelm, eS ist wohl der letzte, den mein Vater von seinem Bruder Ulrich erhielt, und hier ist eine Art Testament meines VaterS, in Valparaiso vor seiner Reise auS Chile nach Ar­gentinien aufgesetzt."

Kuno prüfte erregt diese beiden Schriftstücke, legte sie dann behutsam aus den in der Veranda stehenden Tisch, breitete dann seine Arme weit auS und ries im herzlichen väterlichen Tone:

Komm an mein Herz, du lieber Junge! Ich bedars keiner weiteren Beweise mehr. Ich erkenne dich alS den Sohn meines verstorbenen Bruders Wilhelm an. Du bist mein lieber Neffe. Sei uns willkommen im alten lieben Vaterlande und auf dem trauten Stammschlosse unserer Väter."

Kuno umarmte und küßte William wiederholt, drängte ihn dann in zärtlicher Weise auf einen Stuhl und sagte dann freundlich zu ihm:

Und nun erzähle mir rasch noch einiges aus Deinem und Deine- Vaters Leben, mein lieber William, bevor ich dich inS Schloß geleite und der Tante Julie vorstelle."

Und zu Hanni, die sich in eine Ecke der Veranda zurück­gezogen hatte, sagte der Onkel Kuno freundlich:

Verzeihe, Hanni, daß ich vorhin einige harte Worte Dir gegenüber gebrauchte, eS ist ja jetzt alles aufgeklärt, und da du nun wohl heute keine Lust mehr hast, an dem Bilde zu arbeiten, so wirst du wohl einstweilen den überraschenden Be­such des Vetters William bei deiner Mutter anmelden."

Ja, ja, daS werde ich von Herzen gern tun!" rief Hanni, packte eilig ihre Zeichnungen und Malutensilien in

jossa 9 Uhr vormittags, Solms 11 Uhr vormittag?, MengS- hausen 1 Uhr nachmittags, KerSpenhausen 3 Uhr nachmittag-, Beiershausen 5 Uhr nachmittags.

Juli den 17. Arbach 9 Uhr vormittag-, Kohlhausen 11 Uhr vormittags, Roßbach 1 Uhr nachmittag-, Hilper- Hausen 3 Uhr nachmittag-, Holzheim 5 Uhr nachmittag-.

Juli den 18. KruSpiS 7 Uhr vormittag-, StärkloS 9 Uhr vormittags, Eitra 11 Uhr vormittags, SiegloS 1 Uhr nachmittags, Oberhaun 3 Uhr nachmittags, Unterhaun 4 Uhr nachmittags, Rotensee 7 Uhr nachmittags.

Juli den 19. Petersberg 8 Uhr vormittags, Sorga 10 Uhr vormittags, KathuS 12 Uhr vormittags, MalkomeS 2 Uhr nachmittags, Schenkjolz 4 Uhr nachmittags, Dünkel« rode 6 Uhr nachmittags.

Juli den 20. Wippershain 8 Uhr vormittags, Wüst« feld 10 Uhr vormittags, Conrode 12 Uhr vormittags, Unter« weifenborn 2 Uhr nachmittags, SchenklengSfeld 4 Uhr nachm.

Juli den 24. Friedewald 9 Uhr vormittags, Motzfeld 11 Uhr vormittags, HilmeS 1 Uhr nachmittag-, OberlengS- feld 3 Uhr nachmittag-, Wehr-Hausen 5 Uhr nachmittags.

Juli den 25. RanSbach, 7 Uhr vormittag-, AuSbach 9 Uhr vormittags, HillartShausen 11 Uhr vormittags, Lauten- Hausen 1 Uhr nachmittag-. Unterneurode 3 Uhr nachmittag-, Gethsemane 5 Uhr nachm., HeimboldShausen 7 Uhr nachm.

Juli den 26. RöhrigShof 7 Uhr vormittag-, Phi­lipPSthal 9 Uhr vormittags, Harnrode 11 Uhr vormittags, Lengers 1 Uhr nachmittag-, WölserShausen 3 Uhr nachm., Herfa 5 Uhr nachmittags.

Juli den 27. Bengendorf 7 Uhr vormittag-, Heringen 9 Uhr vormittag-, Leimbach 11 Uhr vormittag-, WidderS« hausen 1 Uhr nachmittags, Kleinenfee 3 Uhr nachmittags.

Die Herren Bürgermeister der Landgemeinden ersuche ich, sich zu den angegebenen Zeiten bereit zu halten, um den Gartenmeister bei seiner Besichtigung begleiten zu können, oder bei Verhinderung ihren Vertreter mit der Begleitung zu beauftragen. Die Flurkarten sind dem Gartenmeister zur Einsicht vorzulegen.

Fall- in einer Gemeinde abend- Vorträge über Obstbau und dergleichen gewünscht werden, so ist dies dem Garten­meister vorher schriftlich oder bei seiner Ort-besichtigung mündlich mitzuteilen.

I. A. No. 3912 II Ang. Der Landrat.

I. V.:

von C o s s e l.

nichtamtlicher teil.

Die deutsche Flagge vor Agadir.

Die Entsendung deS deutschen KanonenbootsPanther" nach dem südmarokkanischen Hasen Agadir ist von der französischen Presse alS ein Blitz auS heiterem Himmel be«

einen kunstvoll geschnitzten Kasten und eilte in das Schloß.

Ihre Mutter stand gerade mit der Tante Elisabeth in dem großen gothischen Erkerfenster der Empfangssaales und beide Damen bewunderten die herrlichen bunten Farben der Herbstlandschast in der Umgebung deS Schlosses, als Hanni förmlich in den Saal stürmte, und Mutter und Tante be­troffen um sich blickten.

Was ist denn passiert, mein Kind?" frug die Schloß- Herrin erschrocken, al- sie Hanni in so großer Erregung und mit gerötetem Antlitz sah.

Mutter! Mutter! Tante! Tante!" ries Hanni in einem bei ihr sonst fast nie gehörten Tone auS,eS ist etwas schier Unglaubliches passiert. Der unS allen unbekannte Sohn des in Amerika verstorbenen Onkels Wilhelm ist plötzlich in den Schloßpark gekommen!"

WaS sprichst du da, Hanni? Ist das auch glaubhaft?" entgegnete deren Mutter in höchster Erregung und die Tante Elisabeth blickte Hanni so erstaunt und ängstlich an, als be« sürchte sie, das junge Mädchen habe den Verstand verloren.

ES ist alles wahr, waS ich sage!" erklärte Hanni im Tone der Ueberzeugung.Der junge Mann sieht wie ein echter Bevern aus und hat alle nötigen AuSweise bei sich, sogar einen Ring von der Großmutter. Eine innere Stimme sagte es mir gleich, als ich ihn erblickte, daß er ein Herr von Bevern sei. Erst glaubte ich im Wahne einer fiebernden Phantasie ein Phantasiegebilde zu erblicken, so ähnlich sieht der junge Herr unsern Ahnherrn Philipp von Bevern, aber bald überzeugte ich mich, daß er von Fleisch und Blut war und mein Vetter ist. Und die tieftraurige Jugend deS armen jungen Manne-! So spricht kein Abenteurer oder Schwindler. Der Onkel Kuno hat ihn auch als Neffen anerkannt und feine AuSweise geprüft. Er läßt sich jetzt noch von ihm die Erlebnisie seiner Jugend erzählen und wird den Neffen William von Bevern hernach inS Schloß geleiten und Euch vorstellen. Er ist heute unser Gast zu Tische!"

Die Schloßherritt und Elisabeth blickten sich bei dieser Kunde sekundenlang sprachlos an und riefen dann:Un­glaublich ! Unglaublich! Wie ist denn nur so etwas mög«

zeichnet worden. DaS Bild ist falsch. Der marrokanische Himmel war nicht heiter, sondern nach dem Vorgehen Frankreich- und SpanienS stark getrübt, und jeder unbefangene Beobachter mußte erwarten, daß die deutsche Politik e- einmal müde werden würde, der Durchlöcherung der Algesirasakte geduldig zuzusehen.

Im allgemeinen wird man anerkennen müssen, daß sich die französische Presse eine- maßvollen Ton- befleißigt. Die rechtliche Position Frankreich- ist offenbar zu schwach. War seit diesem Frühjahr von französischer und spanischer Seite im Innern Marokkos unternommen worden ist, läßt sich schlechterdings mit der Unabhängigkeit des Sultans und der Unverletzlichkeit feiner Staaten nicht mehr vereinbaren. Wie sich weder der Ausbau deS Hafen- Mehedia noch die Er­richtung von Militärstationen im nördlichen Marokko vom internationalen Standpunkte aus rechtfertigen läßt, so lasten sich anderseits begründete Einwände dagegen nicht erheben, daß sich die deutsche Regierung entschlossen hat, Vorsichtsmaß­regeln gegen die für die deutschen Interessen schädlichen Folgen jene- Vorgehens zu ergreifen.

Die Berufung auf daS Cafablanca-Abkommen von 1909 zieht nicht. Denn in diesem haben wir wohl die besonderen politischen Interessen Frankreichs, die mit der Sicherung von Ordnung und Ruhe in Marokko zusammenhängen, anerkannt, aber nur unter der Voraussetzung der Unabhängigkeit deS scherifischen Reichs und ohne Frankreich ein Mandat zum Schutze deutscher Interessen zu erteilen. Ueberhaupt bildet die Mandatsidee daS Grundübel der französischen Marokko- Politik. Ihr ist durch die Entsendung desPanther" nach Agadir ein Ende gemacht worden.

Im ersten Aeraer riet-n französische Organe, nun auch ein französisches Kriegsschiff nach Agadir zu senden. Da- wäre eine gesährliche Demonstration gegen Deutschland ge­wesen. Die französische Regierung wird, wie es scheint, nicht so unvernünftig handeln, sondern es vorziehen, nunmehr auf künstliche Fiktionen zu verzichten und praktische Verhandlungen über eine Neuordnung der Dinge in Marokko einzuleiten. Ehrlich und offen, wie eS auch dasJournal der DebatS" verlangt, das schreibt:Wenn wir einen HilsSzug in eine militärische Festsetzung verwandeln, wie hätten wir dann noch das Recht, die Ansprüche Dritter zu bekämpfen? Ehrlichkeit ist immer noch eine große Kraft." Die deutsche Flagge vor Agadir hat nicht die Bedeutung, daß wir ohne Not und mit Gewalt marrokkanischeS Gebiet in Besitz nehmen wollen. Sie zeigt aber den festen Willen, dem Mißbrauch, den Frankreich mit seiner besonderen Stellung zu Marokko treibt, ein Ende zu machen und un- sür die zunichte gemachte Algesirasakte Ersatz zu schaffen.

Deutscher Rnudflug 19(1«

Dortmund, 4. Juli. 5.20 Uhr früh. Lindpaintner ist mit seinem Passagier Leutnant Hailer um 5.14 Uhr früh

lich! Wilhelm von Bevern galt doch seit langen Jahren mit seiner Familie für verschollen!"

ES ist aber doch so, wie ich sagte," erklärte Hanni und Tränen drängten sich in ihre schönen Augen.Ihr müßt nur die traurigen Erlebnisse deS jungen Herrn hören und die schreckliche Art, wie sein Vater um daS Leben kam, und dann werdet ihr alle- erklärlich finden. Der arme junge Mann verdient vor allen Dingen auch unser tiefstes Mitleid, denn daS waS er in seiner Jugend ertragen und erlitten hat, daS erlebt und erträgt selten ein Mensch. Und dann hat er sich noch auS tiefster Not durch seine Tüchtigkeit emporgearbeitet und ist kein Bettler, sondern ein seif made man, wie die Amerikaner sagen, ein durch eigene Kraft emporgekommener achtungSwerter Mann."

Frau Julie von Bevern und deren Schwägerin hörten mit wachsendem Erstaunen Hanni- Bericht über die Persön­lichkeit deS plötzlich ausgetauchten amerikanischen Neffen, von besten Existenz in Deutschland die Verwandten bisher so ganz und gar keine Ahnung gehabt hatten, und die Neugier und Ungeduld trieben sie beinahe hinaus in den Schloßpark, um den hinterlassenen Sohn Wilhelms von Bevern von An­gesicht zu Angesicht zu sehen. Wiederholt blickten sie deshalb auch von den Fenstern des Schlosses au- in den Park, um den seltsamen Ankömmling zu erspähen, aber seine Gestalt war nicht zu entdecken, denn der Onkel Kuno hatte sich mit dem amerikanischen Neffen, mit dem er noch immer auf der großen Veranda im Schloßparke saß, so in ein Gespräch ver­tieft, daß sich beide nicht von der Stelle bewegten. Stören wollten die Damen diese ebenso interessante als wichtige Unterhaltung zwischen dem Onkel und Neffen aber auch nicht und so erwarteten sie mit großer Erregung den Eintritt KunoS mit dem Neffen im Schlosse. Schon mußten die Köchin und der Diener mit einer Verspätung der Diner- rechnen, da die Herren noch immer im Parke weilten.

Da fiel er aber dem Onkel Kuno selbst ein, daß er mit seiner Frau heute aufs Schloß zum Diner geladen war, und daß der Neffe Hunger haben könnte. Er lud ihn daher im Namen der Schloßherrin nochmals zur Teilnahme am Diner