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herrselder Kreisblatt
Gratisbeilagen: „Illustriertes Sonntagsblatt" und „Illustrierte Landwirtschaftliche Beilage"
Fernsprech-^nschlutz Nr. 8
Nr. 104.
Dienstag, den 5. September
1911.
Amtlicher teil.
Bekanntmachung.
Die ZinSscheine Reihe V Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der 3V2 vormalS 4%igen deutschen Reichs- anleihe von 1883 und Reihe III Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der 3%igen deutschen Reich-anleihe von 1891, 1892 über die Zinsen für die zehn Jahre vom 1. Oktober 1911 bis 30. September 1921 nebst den Er- neuerungSscheinen für die folgende Reihe werden vom 1. September d. JS. ab auSgereicht, und zwar
durch die Königlich Preußische Kontrolle der Staat-papiere in
Berlin SW. 68, Oranienstraße 92/94, durch die Königliche Seehandlung (Preußische Staatsbank) in
Berlin W 56, Markgrafenstraße 46 a,
durch die Preußische ZentralgenoffenschastSkasse in Berlin C 2, am Zeughause 2,
durch alle ReichSbankhaupt- und Reich-bankstellen und alle mit Kasseneinrichtung versehenen Reichsbanknebenstellen, durch alle preußischen RegierungShauptkaffen, KreiSkassen, Oberzollkassen, Zollkaffen und hauptamtlich verwalteten Forstkassen,
durch diejenigen Oberpostkassen, an deren Sitz sich keine Reichs- bankanstalt befindet,
ferner in Bayern durch die Königliche Hauptbank in Nürnberg und ihre sämtlichen Filialen,
in Sachsen durch die Königlichen Bezirk-steuer-
einnahmen, in Württemberg durch die Königlichen Kameral-
ämter,
an
in Baden durch die Mehrzahl der Großherzog- lichen Finanz- und Hauptsteuerämter^
Orten . ohne
in Hessen durch die Großherzoglichen Bezirks- fassen und Steuerämter,
in Sachsen-Weimar durch die Großherzoglichen Rechnung-ämter,
in Elsaß-Lothringen durch die kaiserlichen Steuerkassen,
r Reiche- bans- anstatt.
in den übrigen BundeSstaaten durch verschiedene von ihnen
bekannt gegebene Kassen.
Formulare zu den Verzeichnissen, mit welchen die zur Abhebung der neuen ZinSscheinreihe berechtigenden Erneuer- ungSscheine (Anweisungen. TalonS) einzuliefern sind, werden von den vorbezeichneten Ausreichung-stellen unentgeltlich abgegeben.
Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen ZinSscheine nur dann, wenn die Er- neuerungSscheine abhanden gekommen sind. (II. 731.)
Berlin, den 9. August 1911.
ReichSschuldenverwaltung. gez.: von Bischofsshausen.
HerSfeld, den 1. September 1911.
Im deutschen Reiche find zur Zeit folgende Regierungsbezirke und BundeSstaaten, welche nicht in Regierungsbezirke eingeteilt sind, mit Maul- und Klauenseuche verseucht:
Königsberg, Gumbinnen, Allenstein, Danzig, Marienwerder, Berlin, Potsdam, Frankfurt, Stettin, KöSlin, Stralsund, Posen, Bromberg, Breslau, Liegnitz, Oppeln, Magdeburg, Merseburg, Erfurt, SchleSwig, Hannover, HildeSheim. Lüne- burg, Stade, Osnabrück, Aurich, Münster, Minden, ArnSberg, Caffel, Wiesbaden, Koblenz, Düffeldorf, Köln, Trier, Aachen, Sigmaringen, Oberbayern, Niederbayern, Pfalz, Oberpfalz, Oberfranken, Mittclfranken, Unterfranken, Schwaben, Bautzen, Dresden, Leipzig, Chemnitz, Zwikau, NekarkreiS, Schwarz- waldkreik, JagstkreiS, Donaukreis, Konstanz, Freiberg, Karlsruhe, Mannheim, Starkenburg, Oberhessen, Rheinheffen, Mecklenburg-Strelitz, Oldenburg, Lübeck, Birkenfeld, Sachsen- Meiningen, Sachsen-Altenburg, Coburg, Gotha, Anhalt, Schwarzburg-Sondershausen.Schwarzburg-Rudolstadt, Waldeck. Reuß ältere Linie, Reuß jüngere Linie, Schaumburg-Lippe, Lippe, Bremen, Hamburg, Unter-Elfaß, Ober-Elsaß, Lothringen.
I. 10995. Der Landrat
von Grunelius.
HerSfeld, den 1. September 1911.
Diejenigen Herren Bürgermeister deS Kreises, welche meine Verfügung vom 28. Febr. 1880 Nr. 2182 — KreiSblatt Nr. 18 — betreffend : Einzahlung deS LooSholzgeldeS noch nicht erledigt haben, werden erinnert.
Ich sehe der Einreichung deS geforderten Bericht- nunmehr bestimmt bis zum 8. September d. Js. entgegen.
Der Vorsitzende des Kreisausfthuffes:
I. ^. Nr. 5570. von Grunelius.
HerSfeld, den 31. August 1911.
In Lauterbach in Hessen ist die Maul- und Klauenseuche «loschen.
10967. Der Landrat von ® r u n e I i u 8.
_ Hersseld, den 30. August 1911.
D« Herr Regierungs-Präfident in Caffel hat unterm 9.
August d. JS. eine neue Baupolizeiordnung III für daS platte Land erlassen. Diese neue Bauordnung tritt mit dem 1. Oktober 1911 in Krast. Mit dem gleichen Zeitpunkte wird die seitherige Baupolizeiordnung III vom 3. November 1902 ausgehoben. Die neue Baupolizeiordnung III vom 9. August 1911 ist in der Sonderbeilage zum Amtsblatt Nr. 34 veröffentlicht.
Ich mache die Ort-Polizeibehörden, die Gendarmen und die sonst beteiligten Behörden sowie insbesondere die privaten Interessentenkreise hierauf besonders aufmerksam.
Die Herren Ort-vorstände des KreiseS haben auch die Ortsbewohner, aus ortsübliche Weise, in nächster Zeit wiederholt aus die Bestimmungen der neuen Bauordnung hinzuweisen.
B. 4030. Der Landrat von Grunelius.
HerSfeld, den 1. September 1911.
Im Monat August b. Js. sind von hier au- den nachbezeichneten Persönlichkeiten Jagdscheine erteilt worden:
A. Jahresjagdscheine:
1. entgeltliche:
am 2/8. dem Landgräflich Hessischen Rendanten Karl Oswald Wiegand in Philipp-thal,
, 2/8. „ Gasverwalter Hermann Reuß in HerSfeld,
„ 3/8. „ Fabrik-Direktor Ferdinand Altenburg in HerSfeld, „ 8/8. „ Kaufmann Heinrich Bolkenand in Friedewald, „ 11/8. „ Kandidaten Heinrich Dieterich in HerSfeld, „ 14/8. „ Bierbrauereibesitzer Heinrich Engelhardt in HerSfeld,
„ 15/8. „ Gerichtsvollzieher Becker in HerSfeld,
„ 18/8. „ Oberpostaffistc-.ten Rudolf Köhler in HerSfeld, „ 17/8. „ Dr. jur. Ernst Scheffer zu Hof Engelboch,
„ 18/8. „ Kaufmann Georg Spangenberg in Heringen, „ 19/8. „ Landwirt Adam Leister in Holzheim,
„ 21/8. „ Landwirt u. Müller Johannes Wiegand in UntergeiS,
„ 24/8. „ GerichtS-Affeffor Ernst Schweißer in HerSfeld,
„ 24/8. „ Ober-Ingenieur Edmund Koch in Philipp-thal, „ 28/8. „ Bierbrauerei-Direktor Wilhelm Steinweg in Berka a/W.,
„ 28/8. „ Ober-Postaffistenten Karl Stelzn« in HerSfeld, „ 29/8. „ Königlichen Regierung-baumeister G. Claus in Gera,
„ 31/8. „ Kaufmann Heinrich Landsiedel in Ran-bach,
2. unentgeltli che:
am
2/8. dem Landgräflichen Hofsekretär Hrch. Claus in Philipp-thal,
»
4/8.
ff
Königlichen Förster Klotz in ForsthauS Stöckig,
ff
15/8.
M
ff
Forstmeister Caesar in HerSfeld,
w
15/8.
ff
ff
Hegemeister Gute in ForsthauS Sorga,
N
15/8.
ff
ff
Hegemeister Andrea- in Wipp«-- Hain,
ff
15/8.
N
If
Förster Schmidt in ForsthauS Wüstfeld,
ir
15/8.
H
ff
„ Schaake in Unterhaun,
n
15/8.
ff
w
„ Mainz in Kerspenhausen,
er
15/8.
n
ff
„ Hammer in Her-feld,
N
17/8.
w
ff
Oberförster Thielow in Niederaula,
W
17/8.
ff
ff
Förster Martin in Holzheim,
ff
17/8.
ff
ff
„ Neuschäser in Hattenbach,
If
17/8.
ff
N
„ Kohl in Niederaula,
ff
17/8.
ff
If
„ Kühnemuth in ForsthauS Falkenbach,
ff
17/8.
ff
ff
„ Prejcher in GerShausen,
ff
17/8.
er
ff
„ Kranz in Kirchheim,
ff
17/8.
ff
ff
Forstaufseher Hof in Niederaula,
ff
30/8.
ff
ff
Forstmeister Schulz in HerSfeld,
ff
30/8.
ff
ff
Förster Teusler in ForsthauS Mönche-,
ff
30/8.
0
ff
Hegemeister Weege in HerSfeld,
ff
30/8.
if
D
Förster Thunecke in Gitter-dorf,
v
30/8.
ff'
ff
Hegemeister Buge in Heene-,
V
30/8.
ff
ff
Förster Drusche! in Gitter-dorf.
N
30/8.
•
W
„ Nogatz in Tann,
If
30/8.
ff
ff
„ Abraham in ObergeiS,
fl
30/8.
ff
w
Forstaufseher Kurz in HerSfeld,
ff
30/8.
ff
ff
Oberförster Kersting in Friedewald,
If
30/8.
ff
ff
Förster Rohloff in „
If
30/8.
ff
ff
„ Studenroth in „
ff
30/8.
*
ff
, Breitenstein in „
ff
30/8.
ff
ff
„ Müller in „
30/8.
ff
, Radeck in HilmeS,
ff
30/8.
V
Forstausseher Zimm«mann in Friedewald,
ff
31/8.
ff
ff
Förster Rühr in Heringm.
B. Tagesjagdscheine:
am 21/8. dem Briefträger Hrch. Noll in Frankfurt a/M., „ 23/8. „ Großherzogl. Oberamtmann Dr. Popp in Bonndorf (Baden).
Der Sandrat
von Grunelius.
HerSfeld, den 1. September 1911.
Die Herren Bürgermeister und GutSvorsteher «suche ich, die Zu- und Abgang-listen für daS I. Halbjahr 1911 bestimmt bis zum 8. d. MtS. einzureichen. — Art. 88 d. A. A. z. Eink.-Ges.—
Die Begründungen der Zu- und Abgänge sind genau nach ihrem Wortlaut in den Kontrollauszügen einzutragen. Die Auszüge über die Abgänge infolge Einspruch-entscheidungen sind den Listen beizusügen.
Der Vorsitzende der Einkommensteuer« Veranlagungs-Kommission.
Nr. 2570. von Grunelius,
Landrat.
nichtamtlicher teil.
Sie -tsischtn Wstimnmr von 1911.
Die Zeit der allhnbstlich unter den Augen des Kaisers vor sich gehenden großen deutschen Kaisermanöver ist wieder herangckommen; zufolge den hierüber festgesetzten Dispositionen nehmen sie am Montag, den 11. September ihren Anfang und enden nach viertägiger Dauer am 14. September mittag-. Das Gebiet, in welchem sie sich abspielen, ist im wesentlichen der südliche Teil der beiden mecklenburgischen Groß- Herzogtümer und der anstoßende Teil der Provinz Brandenburg; doch dürsten vielleicht auch Striche der Provinzen Pommern und Sachsen von den militärischen Operationen berührt werden. Bon den deutschen Armeekorps sind an den diesmaligen Kaisermanövern beteiligt daS 2. (pommersche) und das 9. (schle-wlg-holsteinische) Armeekorps auf bet einen Seite, das Gard.korps aus der anderen Seite; daS Garde- korps wird eigen- für die Manöver durch Verstärkungen von anderen Armeekorps auf einen erhöhten Stand gebracht, damit eS numerisch den beiden anderen Armeekorps ungefähr die Wage halten kann. DaS 2. und daS 9. Armeekorps bilden zusammen die blaue Armee, welche unter dem Oberbefehle deS Generalfeldmarschalls Prinzen Friedrich Leopold von Preußen, bekanntlich eines Vetters des Kaisers, stehen wird, während daS GardekorpS und seine Verstärkungen die rote Armee darstellen, welche dem Vernehmen nach vom Generalobersten v. Kessel befehligt sein wird. Bisher hatte eS immer geheißen, daß Generaloberst v. d. Goltz da- GardekorpS bei den Raifermanöbern führen würde. Da auch die diesjährigen deutschen Raifermanöber so kriegSgemäß wie nur möglich durchgesührt werden sollen, so wird natürlich vom Großen Generalstabe über den Plan der Manöver vollständige- Stillschweigen bewahrt und eS wird darum wohl nur die übliche Generalidee bekanntgegeben werden. Die Durchführung diese- KriegeS im Frieden in seinen Einzelheiten wird vollständig Sache der OberbesehlShaber der beiden „seind- lichen" Armeen fein, und so dürfte denn die Oeffentlichkeit denn erst durch die Entwickelung der Manöver selbst über den ihnen zugrunde liegenden Plan Aufschluß «halten. Als selbstverständlich darf es gelten, daß beide Manöverarmeen, die blaue wie die rote, mit allen modernen Verkehrs- und Ausklärungsmitteln und sonstigen Hilfsmitteln, soweit sie sür militärische Zwecke geeignet erscheinen, ausgerüstet sein werden. ES wird demnach auf beiden Seiten u. a. Lenklustschiffe und Militär-Aviatiker, daneben KriegSautomobile, Radfahrer- kolonnen als Aufklärung-patrouillen u. s. w. geben. Mit besonderem Interesse darf man wohl den Leistungen der Militäraviatiker bei den Kaisermanövern entgegensehen, da eS jetzt da- erste Mal ist, daß Flieger mit bei den deutschen Manövern Verwendung finden. In Frankreich find die Militärflieger bei den Manövern bekanntlich bereits zur Einführung gelangt und fie haben in diesem ihren speziellen Dienste dort schon ganz Hervorragende- geleistet: man wird vielleicht erwarten dürfen, daß nun auch die deutschen Militäraviatiker in ihren Leistungen bei den Manövern nicht enttäuschen werden. Die Verpflegung und Verquartierung der an den Manövern beteiligten Truppen soll ebenfalls so viel wie möglich seldgemäß erfolgen; bei der Verpflegung sollen verschiedene Neuerungen aus ihre Zweckmäßigkeit für das Militär geprüft werden. Wie immer, so wird der Kaiser auch bei den anhebenden diesjährigen großen Herbstmanövern von einer Anzahl fürstlicher Manövergäste, sowie von einem glänzenden Kreise fremdherrlicher und höherer deutscher Offiziere umgeben sein; unter den fürstlichen Manövergästen bet Kaiser- wird sich auch der österreichisch-ungarische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand befinden, welchen, wie man weiß, intime persönliche FreundschaftSbeziehungen mit dem deutschen Kaiser verbinden. In weiten Kreisen deS deutschen Volkes blickt man den beginnenden Kaiscrmannövern mit Interesse und Spannung entgegen; man darf wohl schon jetzt sagen, daß diese kriegSgemäßen militärischen Uebungen erneut von bet Schlagsertigkeit und Tüchtigkeit deS deutschen HeereS rühmende- Zeugnis ablegen werden.