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yerrMer KreisWatt
Gratisbeilagen: „Illustriertes Sonntagsblatt" und „Illustrierte Landwirtschaftliche Beilage"
Fernsprech-Anschlutz Nr. 8
Nr. 107.
Dienstag, den 12. September
1911.
Amtlicher teil
HerSfeld, den 8. September 1911.
Nach den Jahresberichten der Hessischen BrandversicherungS- Anstalt findet eine nicht geringe Zahl der Brandunglücke ihre Entstehungsursache in dem Spielen der Kinder mit Streichhölzern und sonstigen Zündstoffen.
Ich sehe mich daher veranlaßt, jetzt, wo beim Hüten deS Viehes die Kinder Streichhölzer bei sich führen, um der verderblichen Sitte gemäß im Felde resp, auf dem Weideplätze Feuer anzumachen und Kartoffeln rc. zu braten, an die Be- wohner deS Kreises die dringendste Aufforderung zu richten, die Streichhölzer doch so auszubewahren, daß sie unverstän
Hersfeld, den 17. August 1911.
Die diesjährige Pferdevormusterung im Kreise Hersfeld findet an folgenden Terminen statt:
Am
Anfang Uhr
Bezeichnung der Gemeinden.
Am
Anfang Uhr
Bezeichnung der Gemeinden.
Am
Anfang Uhr
Bezeichnung der Gemeinden.
20. Sep.
715
Gersdorf mit
25. Sep.
l045
Rohrbach
28. Sep.
745
Philippsthal
ÄZillingshain
11
Tann mit Biedebach
845
Heimboldshausen
730
Frielingen
12
Friedlos
9
Harnrode
8
Heddersdorf
26. Sep.
8
Kalkobes
930
Lengers mit Bengen-
83°
Kirchheim mit Goß-
830
Allmershausen mit
dorf und Wölfers-
mannsrode, Rotier-
Heenes
1015
hausen
terode u. Reckerode
845
Gittersdorf
Heringen
915
93°
Gershausen Reimboldshausen
915
945
Untergeis Obergeis
11
ll30
Leimbach Widdershausen
10
Kemmerode
1015
Aua
29. Sep.
730
Ransbach
ll30
Kleba
27. Sep.
8
Wilhelmshof mit
815
Wehrshausen
21. Sep.
815
Hattenbach Niederjossa Niederaula
Gut Oberrode und
915
Hilmes m. Motzfeld
22. Sep.
915
730
Petersberg
10
^chenklengsseld mit
83O
Sorga mit Kathus
Oberlengsfeld, Lam-
815
Mengshausen rmt
845
Hermannshof (an der Straße
pertsfeld u. Schenk- solz
Engelbach u. Solms
915
Kerspenhausen mit
bei Friedewald)
1115
Conrode
Hilperhausen und
915
Malkomes und
H30
Wüstfeld mit
Roßbach
Dünkelrode (an der
Wrppershain
10
1030
Beiershausen
Asbach mit Kohl-
Straße Hersfeld- Friedewald)
6. Okt.
1215
1
Landershausen Unterweisenborn
Hausen
1015
Friedewald m.Herfa
2 N.
Stärklos m.Kruspis
11
Eichhof
11
Lautenhausen
7. Okt.
unb Holzheim
23. Sep.
6 Abd.
730
Hof Bingartes Stadt Hersfeld mit
ll80
Hillartshausen mit
1015
1020
Eitra Sieglos
Unterneurode
25. Sep.
915
Gut Meisebach
Mecklar m.Meckbach
12^5
Ausbach mit
1030
l045
Oberhaun
Unterhaun mit
Getmemane
1015
Reilos
1
Röhrigshof
Rotensee
Da wo mehrere Orte zusammen gemustert werden, ist der Ort, wo die Musterung stattfindet, unterstrichen. Wenn nichts anderes bestimmt ist, sind die früheren Musterungsplätze beizubehalten.
Ich weise die Ortspolizeibehörden an, die bestimmten Termine alsbald auf ortsübliche Weise bekannt zu machen und insbesondere zurKenntnis der Pferdebesitzer zu bringen.
Die Verzeichnisse der vorhandenen Pferde (Vor- führungslisten), zu welchen Formulare übersandt werden, sind alsbald in zwei Exemplaren anzufertigen.
Hierbei ist folgendes genau zu beachten:
1. Die bei der letzten Musterung als dauernd kriegs- unbrauchbar bezeichneten Pferde werden weder in die Listen ausgenommen, noch vorgeführt; ebenso auch nicht die durch Verkauf pp. in Abgang "gekommenen Pferde.
2. In die Listen einzutragen und vorzuführen find vielmehr:
a. die als kriegsbrauchbar bezeichneten Pferde.
b. die vorübergehend (zeitig) kriegsunbrauchbaren und c. die durch Erreichung des vorgeschriebenen Alters (vierjährig) oder durch Kauf hmzugekommenen, sowie selbstverständlich auch die bei der letzten Musterung aus irgend einem Grunde (hochtragend, lahm) nicht vorgesührten.
3. Die in Zugang gekommenen Pferde find den be- treffen^en^Besitzern zuzuschreiben und nicht erst am Ende der ganzen Liste nachzutragen.
4. Auf die Ausfüllung der Spalte 6 der neuen Vorführungsliste: „Bestimmung der letzten Vormusterung (durch den Gemeindevorsteher vor der Musterung aus- zufüllen)" mache ich besonders aufmerksam. Die Ausfüllung ist folgendermaßen abgekürzt vorzunehmen.
R. I. für Reitpferde I.
R. II..... H.
I. S. „ Zugpferde I. Stangen
I. V. für Zugpferde I. Vorder
II. 8. „ „ II. Stangen
II. v. „ „ II. Vorder
b. s. „ besonders schwere Zugpferde l. ode> II.
k>. Sämtliche Pferde sind durch die ganze Liste durch-
digen Kindern nicht zugänglich sind, denn eS find Fälle vorgekommen, daß Kinder ebenso wie im Freien, in Wohnräumen, Scheunen rc. ein Feuerchen angezündet haben, wodurch dann große Schadenfeuer entstanden sind.
Daß auch die Herren Lehrer ihren Einfluß in dieser Hinsicht auf die Schulkinder zur Geltung zu bringen wissen werden, setze ich als selbstredend voraus.
Die Herren Bürgermeister deS KreiseS ersuche ich, die vorstehende Bekanntmachung wiederholt in der Gemeinde zu veröffentlichen.
I. I. Nr. 10797. Der Landrat.
I. A.:
Wessel, Kreissekretär.
zunummerieren. Die Nummern müssen deutlich und groß an der linken Kopfseite der Pferde befestigt werden.
6. Bei Pferden, welche bei der letzten Musterung als kriegsbrauchbar bezeichnet worden sind, sind außerdem an der linken Seite die nach § 5 der Pferdeaushebungsvorschrift vorgeschriebenen Bestimmungstäselchen anzu- bringen. Etwa noch fehlende Täfelchen können von hier bezogen werden.
Hinsichtlich der Vormusterung selbst gelten folgende Bestimmungen:
Pferdebesitzer, welche ihre gestellungspflichtigen Pferde nicht rechtzeitig vorführen, haben außer der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen, daß die nicht gestellten Pferde zwangsweise auf Kosten des Pserdebesitzers herbeigeschafft werden.
Die Herren Ortsvorstände, und im Behinderungs- faUe ihre Stellvertreter, haben sich zu dem Musterungs- termin einzufinden, und die angefertigten Äorführungs- listen dem Commissar vorzulegen. Die Vorführungslisten vom Jahre 1910 sind gleichfalls mit zur Stelle zu bringen. (Siehe Anmerkung 3 des Titelblatts der Vorführungs- liste). Dem Musterungs-Commissar ist sofort Anzeige zu machen, falls Pserdebesitzer nicht sämtliche Pferde vorführen. Die Ortsvorstände sind ferner verpflichtet, für die Gestellung der zum Ordnen und Vorführen der Pferde erforderlichen Leute sowie insbesondere dafür zu sorgen, daß das Vorführen genau in der Reihenfolge der Vorführungsliste stattfindet. Hierzu ist erforderlich, daß die Pferde pünktlich zur angesetzten Zeit übereinstimmend mit der Liste nebeneinander ohne große Zwischenräume ausgestellt sind. Zur Vermeidung von unliebsamen Verzögerungen ist ferner streng darauf zu achten, daß die an den Pferden befindlichen Drummern und Bestimmungstäselchen nicht nach Belieben gewechselt werden, sondern daß sie stets aufs genauste übereinstimmend mit der Vorführungsliste belassen werden.
Das in der Gemeinderepositur befindliche Verzeichnis der vorhandenen kriegsbrauchbaren Fahrzeuge ist zu der Vormusterung ebenfalls mitzubringen.
Schließlich ist noch besonders daraus hinzuweisen, daß nur bei pünktlichster Einhaltung der angesetzten Termine und vollständiger Ausfüllung der Listen eine glatte Abwickelung des Musterungsgeschäfts ermöglicht werden kann. Es liegt deshalb die genaueste Beachtung der getroffenen Bestimmungen im eigenen Interesse der Pferdebesitzer.
J. I. 10256. Der Landrat von Grunelius.
Zugelaufen.
Ein Hund. Meldung deS Eigentümers bei dem OrtS- Vorstand in Reckerode.
nichtamtlicher teil.
Marskks.
Wie aus PariS halbamtlich gemeldet wird, befindet sich der französische Botschafter Cambon seit vorgestern abend im Besitze deS Textes der Bemerkungen, die von der deutschen Regierung auf die französischen Vorschläge hin überreicht worden sind. Cambon wird durch einen besonderen Kurier diesen Text dem Minister deS Aeußeren übermitteln, der ihn Sonntag abend oder spätestens Montag zu erhalten hofft. Dann erst werden dort die entscheidenden Beratungen über die deutschen Gegenvorschläge stattfinden können. Natürlich hat Cambon fortlausend über den Stand der Angelegenheit nach PariS berichtet, und auf diese Berichte beziehen sich wohl die Zusammenkürfie, dir gestern Präsident FalliereS mit dem Minister deS Aeußern de SelveS und dieser daraus mit dem Ministerpräsidenten Caillaux hatte.
PariS, 9. September. Der Minister deS Aeußern de Selves konferierte heute mit dem in Paris weilenden Präsidenten der Republik FalliereS und mit dem Ministerpräsidenten Caillaux. Im Ministerium deS Aeußeren erklärt man, eS fei absolut unangebracht, über den Stand der deutsch-französischen Verhandlungen irgendwelche Angaben zu machen. Jede JndiS- kretion könne die schwierigen Arbeiten der beiderseitigen Diplomatie nur stören. DaS gilt, wie man an unterrichteter Stelle hinzufügt, besonders von den Verhandlungen über die künftige Kamerun-Kongogrenze. Man hat neuesten- verbreitet, daß die von Deutschland angestrebte Erreichung deS Kongo» fluffeS an einem noch zu bestimmenden Punkte des Su-lauses hier nicht mehr alS vollständig undiskutierbar erklärt wird, wenn man eS auch vorzöge sich mit gewissen Abtretungen vom Kongogebiete im Osten Kamerun- abzufinden. Die Regierung will dies weder bestätigen noch entkräften. Sie macht die Durchsührung der Kongoverhandlungen davon abhängig, daß Deutschland sich vorbehaltlos für die weitestgehende Berücksichtigung Frankreichs bei Vergebung der öffentlichen Arbeiten in Marokko erklärt. Dies sei nun einmal ihr Hauptprofit bei dem ganzen Handel. Die Erörterung dieser wichtigen Punkte wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da Deutschland selbstverständlich Bürgschaften dafür verlangt, daß Frankreich von der angestrebten Freiheit der Begünstigungen dieser und jener Kapitalistcngruppe nicht einen dem Grundsätze der offenen Tür hohnsprechenden Gebrauch machen werde. Bei dieser Angelegenheit sind auch andere Großmächte interessiert.
Berlin, 9. September. Ein Vertreter der Berliner Haute finance, der im Lause deS Nachmittags Gelegenheit hatte, den Staatssekretär der Aeußeren persönlich zu sprechen und ihn darauf ausmerksam zu machen, daß die Unsicherheit in der politischen Lage und das grundsätzliche Schweigen der deutschen Regierung eine arge Gefährdung deS Geldmarktes mit sich bringe und daß selbst die Großbanken absolut nicht in der Lage wären, einem Ansturm aus die Depositenkassen Stand zu halten, erhielt von dem Staatssekretär, wie die „Preß- Zentrale" ersährt, die beruhigendsten Versicherungen. Herr v. Kiderlen-Wächter erklärte, daß absolut kein Grund zur Beunruhigung vorliege.
Paris, 10. September. Die Agence Havas veröffent- licht folgende Note: Die deutschen Gegenvorschläge über Marokko sind gestern abend hier angekommen; sie werfen ge- wisse Fragen grundsätzlicher Natur aus und erfordern ernst- hafte und eingehende Prüfung.
Ueber tit Fuhrt her Wüten von Gotha nach Berlin gab der Führer Dr. Eckener folgende Schilderung:
»Die Abfahrt von Gotha ging glatt von statten. Wir suchten gleich anfangs größere Höhen auf,; da der Ballon, der vollgefüllt war, unter den Sonnenstrahlen großen Auftrieb ent- wickelte. In schöner, sehr schneller Fahrt ging es über Erfurt, Apolda nach WeißenfelS. Hier änderte sich Wetter und Wind, wir bekamen heftige Böen, die dem Ballon viel zu schaffen machten und unsere Fahrt behinderten. Die letzte Strecke von oitterseld bis nach PotSdam war sehr schwierig. Dagegen amen wir vom Lustschiffhafen nach Berlin glatt vorwärts. Vir fuhren über die Stadt in 300 Meter Höhe hinweg und onnten die einzelnen Straßenzüge sowie die hervorragenden Gebäude deutlich erkennen."