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herrselder Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Fernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 131.

Dienstag, den 7. November

1911.

Amtlicher LeN.

HerSfeld, den 2. November 1911.

Im Monat Oktober d. Js. sind von hier au? den nachbezeichneten Persönlichkeiten Jagdscheine erteilt worden:

A. Jahresjagdscheine:

1. en tgeltliche:

am 2/10. dem Königlichen Landmesser Simon in Her-seld, 2/10. Schreinermeister Heinrich Stiebing in HedderS- dors;

2/10. Gutsbesitzer Georg Pachten zu Hos Kühnbach,

* 3/10. Apotheker L. Becker in HerSfeld;

3/10. Privatier A. Beyer in MengShausen;

3/10. Ingenieur Theodor Eger in HerSfeld;

4/10. Professor Dr. Stamm in HerSseld:

5/10. Bürgermeister Mathias Wols in LampertSseld;

5/10. Gutsbesitzer Martin Licht zu Hos Kahlhausen bei WehrShausen;

7/10. Königlichen Gymnasial-Oberlehrer, Profesior Dehnhardt in HerSfeld;

7/10. Rittergutsbesitzer Heinrich Frank in Meisebach;

7/10. Kaufmann Julius Ehrhardt in HerSfeld;

7/10. Brennmeister Georg Gilfert in Meckbach;

9/10. Oberleutnant Eugen Schmidt in HerSfeld;

13/10. Werkmeister Martin Engel in HerSfeld;

14/10. Kassierer Hermann Möller in HerSfeld;

18/10. Schneider Johannes Rosenthal in RanSbach;

20/10. Kaufmann Adam Wiegand in RöhrigShöse;

21/10. Ernst Hermann Rehn in HerSfeld;

21/10. Verwalter Hermann Meyer in Meisebach;

* 24/10. Hofgärtner Johannes Petzold in Philippsthal;

26/10. Major von Rex in HerSfeld;

26/10. Bäckermeister Conrad Frank in Bachs;

27/10. Ziegeleibesitzer Johann Adam Schenk in Niederaula;

w 27/10. Dampsziegeleibesitzer Wilhelm Schimmelpf ng in HedderSdorf;

30/10. Landwirt Arnold Seligmann in Unter­weisenborn ;

30/10. Landwirt Heinrich Burghard Rüger in Unterweisenborn;

30/10. Landwirt Valentin Lenz in BeierShausen;

31/10. Straßenmeister Hensell in HerSfeld;

31/10. Landwirt Heinrich Lipphardt im Kleba;

31/10. Rentier Rudolf Braun in HerSseld;

31/10. Kausmann Karl Gronnenberg in Hagen.

2. unentgeltliche:

am 3/10. dem Forstlehrling Erich Kohl in Niederaula;

24/10. Städtischen Förster Wilhelm Braun in HerSseld;

24/10. Städtischen HilsSjäger Otto Sorg in HerSseld;

Das gestohlene Bild.

Kriminalnovelle von Berth old Rosenthal.

(Nachdruck verboten.)

Helle? Morgenlicht flutete durch die weiten Räume der Prächtigen Gemäldegalerie, welche den Stolz und die Zierde der altberühmten italienischen Stadt F. bildete. Frisch und lebendig leuchteten die wundervollen Farben der alten Meister von den Wänden der Galerie hernieder, ewig jung in ihrer Kraft und Schönheit, wenn auch die Hände, die sie ernst aus die Leinewand gezaubert hatten, schon seit Jahrhunderten im Grabe ruhten. Tiefe Stille herrschte in allen Teilen des großen Gebäudes, da? zu dieser frühen Stunde sür daS Publi­kum noch geschlossen war; kein kunfibefliffener Besucher störte die weihevolle Einsamkeit diese? Tempel? der Kunst. Nur der grauhaarige Museumsdiener Antonio schlürfte aus seinen Fch- schuhen fast unhörbar von Saal zu Saal, um vor der Eröff­nung noch einmal alle? zu inspizieren, wie er da-jeden Morgen zu tun Pflegte. Gewohnheitsmäßig ließ er seine Blicke an den Wänden entlang gleiten, und hier und da nickte er einem Gemälde einen stummen Gruß zu, als ob er einem alten Be­kannten begegnete. Manchmal blieb Antonio eine Weile stehen, um mit seinem Wedel einige Stäubchen zu entsernen oder um vorsichtig ein Gemälde zurechtzurücken, da? sich au? feiner Lage verschoben hatte. . £

Auf diese Art näherte sich der Alte allmählich dem so­genannten roten Saal, welcher den kostbarsten von all den Kunstschätzen enthielt, die da? Museum beherbergte. Aus einem Hintergrund von dunkelrotem Damast hing hrer das weltbekannte Porträt der Monna Vanna. Vor einem hal­ben Jahrtausend hat der Pinsel einer gottbegnadeten Meisters den berückenden Reiz der schönen Renaiffancesürstin auf diesem Gemälde verewigt, daS auf jeden Beschauer eine magische Ge­walt auSübte. Ganz allein prangte da? herrliche Bild an einer Wand, alS hielte eS alle andern Werke in ehrsurchtSvoller Entfernung. , _

Ahnungslos überschritt Antonio die Schwelle bei roten

am 24/10. dem Städtischen Oberförster Reinhard Pfannkuchen in HerSfeld;

24/10. Königlichen Förster Spörer in Meckbach;

31/10. Forstausseher Stiebrling in HerSfeld;

31/10. Förster Hoff in HeimboldShausen.

8. Tagesjagdscheine:

am 2/10. dem Gewerbeschullehrer Franz Helk in Varel in Oldenburg;

3/10. Kellner Wilhelm HSder in Essen;

3/10. Wilhelm Hermann PiSbach in Essen;

10/10. Fahnenjunker Rolf Overbeck in Arolsen;

27/10. Gastwirt Heinrich Haßenflug in Niederaula;

31/10. Zimmermann Karl Becker in MengShausen. Der Landrat

von Gruneliuk.

Berlin W. 9, den 15. September 1911. Leipziger Platz 10.

Zur Ergänzung meiner ErlasseS vom 31. August 1911 I. A. III. e 9815 bestimme ich wegen der Einziehung der Gebühren, die von den Einbringern für die tierärztlichen Geflügeluntersuchungen an den Grenzeinlaßstellen zur Staats­kasse zu zahlen find, im Einvernehmen mit dem Herrn Finanz- minister folgende-:

Die Gebühren werden von den Grenzzollämter« an den Einlaßstellen in gleicher Weise erhoben und vereinnahmt, wie eS wegen der Gebühren sür die Grenzuntersuchungen anderer HauStiere durch meinen und bei Herrn FinanzministerS ge­meinschaftlichen Erlaß vom 27. März 1893 angeordnet worden ist. Die Berechnung der Gebühren nach der Stückzahl (Nr. 1. a) erfolgt aus Grund de^ vom Tierarzt bei der Unter­suchung festzustellenden Stückzahl.

Soweit an den Grenzeinlaßstellen keine Zollämter vor­handen sind, wird den RegierunzS-Präsidenten die Bestimmung über die Art der Einziehung der Gebühren überlassen. pp. Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

I. A.: gez.: Schröter.

Geschäft?. Nr. I. A. III. e. 10638. Geflügeleinsuhr.

*

Her?seld, den 27. Oktober 1911.

Wird veröffentlicht mit Bezug auf meine Bekanntmachung vom 5. d. MtS. I. Nr. 12059, Kreisblatt Nr. 119.

I. 13269. Der Landrat.

I. A.:

Wessel, KreiSsekretär.

HerSseld, den 31. Oktober 1911.

Unter den Viehbeständen der Witwe Anna Elisabeth Wagner und Peter Georg Axt in Heringen ist die Maul- und Klauenseuche amtlich sestgestellt worden. I. 13753. Der Landrat.

I. A.:

Wessel, KreiSsekretär.

Saale?, aber sowie sein Blick auf die Wand fiel, wo da? Bildni? der Monna Vanna seinen Platz hatte, blieb er wie versteinert stehen. Die Wand war leer, ein Heller Fleck aus dem Stoffe zeigte deutlich die Stelle, wo das Bild jahrzehnte­lang gehangen hatte; diese? selbst aber war verschwunden!

Ein Zittern durchlies Antonio? schwache Glieder, und sein Herz hämmerte in raschen, heftigen Schlägen. Noch konnte er die Tatsache deS Verschwinden- nicht (offen, mochte sie nicht fassen, obwohl er sie mit eigenen Augen sah. Die Monna Vanna gestohlen! Aber vielleicht war sie nur zur Restau­rierung geholt worden, und er hatte eS gestern, wo so viele Besucher in der Gemäldegalerie waren, übersehen? So schwach auch diese Hoffnung war, der alte Mann sucht sie mit der Kraft der Verzweiflung sestzuhalten. Wankend, stolpernd eilte er zurück durch die schweigenden Säle, um in? Tienerzim- mer zu gelangen. Nur Gewißheit mußte er haben, Menschen mußte er sehen, um ihnen die Kenntnis bei Ungeheuerlichen mitzuteilen, deren Last ihm allein unerträglich schien. Antonio reißt die Tür zum Dienerzimmer auf, und seine Kollegen^ er­schrecken über fein bleiche-, verstörte- Gesicht. Man umringt den Alten, der mit irrem Blick in der Mitte bei Zimmers stehen bleibt, eine Fülle von Fragen und AuSrusen stürmt aus ihn ein.

Santa Maria, Antonio, wa? ist geschehen?"

Hast Du einen Geist erblickt?"

So komm' doch zu Dir!"

Antonio sieht sich hilflos im Kreise um und winkt mit seinen welken zitternden Händen um Ruhe. Eine unheimliche Stille entsteht; in atemloser Spannung blickt alle? auf die bebenden Lippen deS unglücklichen Greiser.

Die Monna Vanna ist gestohlen!"

Mit äußerster Krastanstrengung schreit Antonio die wenigen Worte herau?, al? spräche er zu einer Versammlung von Tausenden. Seine Kollegen fahren von ihm zurück, alS hätte er einen Mord verkündet. Ist der Alte wahnsinnig geworden? In den Mienen einiger scheint sich dieser Argwohn widerzu- spiegeln, während andere sich mitleidig an den Alten heran- drängen, um ihn zu stützen und zu beruhigen.

HerSfeld, den 31. Oktober 1911.

Unter den Schweinen deS Klaus Heinrich Führer in Hersa ist die Rotlaufseuche amtlich festgestellt worden.

I. 13797. Der Landrat.

I. A.:

Wessel, KreiSsekretär.

HerSfeld, den 1. November 1911.

Der Herr RegierungS-Präsident in Wiesbaden hat mit Rücksicht aus die große Gefahr der Verbreitung der Maul- und Klauenseuche angeordnet, daß der am 6. und 7. d. MtS. in Hochheim a/M. stattfindende Viehmarkt n u r mit P f e r d e n beschickt werden darf,

I. 13901. Der Landrat.

Wessel, KreiSsekretär.

nichtamtlicher teil.

Die Aonzokompensatisn stellt einen Landgürtel dar, der sich im Süden und Osten um die Kamerunkolonie herumlegt. Er beginnt an der atlan­tischen Küste nördlich vom Librewille, stößt, das Gebiet bei schiffbaren Eanga einschließend, mit einem südlichen Ansatz an den Kongo, steigt dann am östlichen Likuala nach Norden aus, berührt bei Libengun den Ubangi, wendet sich dann zum Laus deS Logone und folgt diesem Fluß bi? zur Ein­mündung in den Chari. Abgetreten wird von unS nur die Spitze deS EntenjchnabelS, daS Stück zwischen Logone und Cyan. Der an den Tfchaoiee stoßende Entenkops bleibt bei Kamerun. Das Gebiet, da- dieser Kolonie zuwächst, umfaßt ungefähr 300000 Quadratkilometer. Togo wird in dem Abkommen überhaupt nicht erwähnt. Ebenso erweist sich die Nachricht, daß Deutschland die französischen KonzcssionSgesellschaften im neuerworbenen Kongogebiet mit 108 Millionen Mark ablösen werde, alS falsch, eS wird nicht? gezahlt, man wird die Konzessionen die Mehrzahl endigt 1920 ablaufen lassen. Aus der Karte erhält da? neue Kamerun die Gestalt eines Helme-, die Nasenschiene endigt an der Küste bei Rio bei Rey, der Ausläufer zum Kongo bildet den Nackenschutz.

Der koloniale Wert der Neuerwerbung ist natürlich un­gleich. Ganz und gar töricht ist eS, das ganze Neuland mit den Echlagworten: .Kongosümpfe" undSchlafkrankheit" abtun zu wollen. Alle sachverständigen Afrikaner, auch solche, die eine andere Kompensation, wie Dahomey, vorgezogen hätten, sind einig darin, daß die bisher französischen Land­schaften am Entenhals, bei Binder und Lame, außerordentlich wertvoll find und allein die Abtretung der Spitze de? Enten- schnabelS mindesten? aufwiegen. Ebenso gewiß ist eS, daß trotz de? von den französischen Gesellschaften betriebenen Raubbau- in den unteren Teilen der Erwerbung große

AuS dem sinnlosen Durcheinander ringen sich allmählich die Stimmen der Besonnensten hervor.

Man muß nachsehen, ob er recht hat," heißt eS,man muß sich überzeugen," klingt eS aus der Menge. Schon haben einige da? Dienerzimmer verlassen; draußen Hallen durch die weiten Säle ihre erregten hastigen Rufe. Die anderen eilen ihnen nach; keiner mag zurückbleiben, jeder will e? selbst sehen, da? Undenkbare, Unglaubliche. Antonio ist ganz allein; er sinkt aus einen Sessel nieder und starrte ausdruckslos vor sich hin.

Gestohlen, gestohlen," murmeln seine zuckenden Lippen.

Der Direktor war zu Stunde all der Diebstahl geschah, noch nicht im Museum, man hatte aber sofort nach im geschickt. Kaum eine Viertelstunde später kam er in seinem Automobil dahergesaust. Direktor Fratelli war ein starkbeleibter, etwas astmathischer Herr in den mittleren Jahren, der seine Bequem­lichkeit über aller liebte. Das unerwartete Ereignis, daS für ihn die unangenehmsten Folgen haben konnte, hatte ihn voll­ständig aus der Fassung gebracht.Ist eS denn wahr, ist eS denn möglich?" war seine erste Frage an die herbeigeeilten Diener, mit deren Hilfe er aus dem Auto kletterte. Er war hochrot im Gesicht und fuchtelte mit seinem Taschentuch erregt in der Lust herum, während er keuchend die Marmorstufen zum ersten Stock Hinanstieg, wo der rote Saal lag.

Schrecklich", stieß er seufzend hervor, all er endlich mit seinen Untergebenen vor dem leeren Platz der Monna Vanna stand,wie konnte daS nur geschehen?"

Man holte Antonio herbei, der seinem Vorgesetzten genauen Bericht über die Entdeckung bei Diebstahl- abstatten ' mußte.

»DaS Museum muß vorläufig geschlossen bleiben" entschied der Direktor,Man soll sofort nach der Polizei schicken, weiter können wir vorläufig nicht- tun."

Mit diesen Worten verschwand Herr Fratelli in seinem Arbeitszimmer.

Die Kunde von dem Diebstahl bei berühmten Bilde- verbreitete sich inzwischen wie ein Lauffeuer durch die ganze Stadt. Ueberall in den Straßen, aus den Märkten, in den Läden und Gasthäusern ging die Nachricht von Mnnd zu Mund. Selbst da- niedere Volk wurde von der allgemeinen