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Herrfelder Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-anschlutz Nr. 8

Nr. 146.

Dienstag, den 13. Dezember

1911.

Amtlicher teil.

LandespolizeiNche Anordnung betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Kreise HerSfeld.

Mit Rücksicht auf die noch bestehende Gefahr der Weiter» Verbreitung der Maul- und Klauenseuche verlängere ich hier­durch die Gültigkeitsdauer meiner landeSpolizeilichen Anordnung vom 9. Oktober d. JS. A. III. 4843 Amtsblatt Nr. 41 Seite 354/5 Verbot deS Hausierhandels mit Klauenvieh im Kreise HerSfeld um weitere 2 Monate bis einschließlich 9. Februar 1912. (A. III. 5910.)

Caffel, den 5. Dezember 1911.

Der RegierungS-Präfident. J. V.: B e h r e n d t.

* * * HerSseld, den 9. Dezember 1911.

Wird veröffentlicht.

I. 16069. Der Landrat.

I. A.:

Wessel, Kreissekretär.

LandespolizeiNche Anordnung, betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Kreise HerSfeld.

Meine landeSpolizeilichen Anordnungen vom 9/31. Oktober d. JS. A. III. 4843/5270 betreffend die Bekämpfung der im Kreise HerSfeld ausgetretenen Maul- und Klauenseuche Amtsblatt Nr. 41/44, S. 354/5/388, werden hierdurch wie solgt abgeändert:

1. AuS dem Sperrgebiet im § 1 scheidet aus die Gemeinde Heringen.

2. AuS dem BeobachtungSgebiet im § 10 scheiden auS die Gemeinden : Leimbach, Widdershausen, Bengendors, WölserS- hausen, LengerS, Harnrode und Gut Füllerode. (A. III, 5954.)

Caffel, am 6. Dezember 1911.

Der RegierungS-Präfident. I. V. v. W u s s o w. * * HerSfeld, den 9. Dezember 1911.

Wird veröffentlicht.

I. 16069. Der Landrat.

I. A.:

W e's s e l, KreiSsekretär.

LandespolizeiNche Anordnung, betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Kreise HerSfeld.

Mit Rücksicht auf die Feststellung der Maul- und Klauen- seuche im GutSbezirk Oberrode durch den beamteten Tierarzt bestimme ich in Erweiterung meiner landeSpolizeilichen An­ordnung vom 9. Oktober d. Js. A. III. 4843 Amts­blatt Nr. 41, Seite 254/5 folgendes:

Der verlorene Sohn.

Historische Original-Novelle von Carl C a s s a u.

(Nachdruck verboten.)

(Schluß.)

Ist er so gelehrt?"

,O, Ihr ahnt nicht, waS er alles weiß!

Eben kehrte Rubro zurück. .

ist daS Pulver; gebt dem Kind dreimal davon.

Lohn wollte er nicht, Wolfgang aber legte einen Kronen- taler auf den Tisch und dann schied man.

In der Tat wurde der kleine Johann nach dem Pulver ^^Glückstrahlend wandelte unser Pärchen kurze Zeit darnach zum erstenmal durch UellsenS Straßen und geriet dab« un­bewußt in daS Herzogengäßchen. In der Tür deS ehemaligen RektorenhauseS stand Moses Israel und sagte.

der Gnade, so da dauert ewig, nachdem sie gerichtet Die Reiche deS Erdballs mit Gerechtigkeit!

Sie reichte ihm die Hand, er aber m«nte

Tretet ein und Jehova lenke Euren Eingang und Aus-

9m&Ä ein «nbSuila f*«^ an. SOlole« leiste ihnen «Mb ®"l|M^ bet uralten Zeiten wird dieses Häuschen der ich ^'ÄS ».» denn auch »" ^ setzung deS Ganges in den Keller deS H z g ^Mch daß MoseS den Kopf schüttelte, Wolsgang aber nayvenmy

AlS sie wieder aus der Gasse waren, sagte e - Die Schweden kamen auS dem ®»^ hinter dem Garten fand man Käthes Leichem W llg av es ist kein Zweifel! Run, Gott wnd- emeS ^ag an da» Licht bringen!"

1. Zu dem Sperrgebiet im § 1 tritt der GutSbezirk Oberrode.

2. DaS BeobachtungSgebiet im § 10 wird auf die Ge­meinden Eorga mit Sölzerhöfe, PeterSberg und den Guts­bezirk Wilhelmshof ausgedehnt. (A. III. 5716 a.)

Caffel, am 29. November 1911.

Der RegierungS-Präfident. I. B.: gez. v. Wuffow. * * HerSfeld, den 8. Dezember 1911. Wird veröffentlicht.

I. 15700. Der Landrat.

3. «.:

W e f f e l, KreiSfekretär.

HerSfeld, den 8. Dezember 1911.

Nachdem der Herr RegierungS-Präfident vom 29. v. MtS. die landeSpolizeilichen Vorschriften zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im GutSbezirk Oberrode, die in der heutigen Nummer der KreiSblatt- bekannt gegeben werden, erlassen hat, setze ich meine vorläufigen Anordnungen vom 23. v, Mts. I. 15121 KreiSblatt Nr. 139 wieder außer Kraft. I. 15700. Der Landrat.

3. V.:

Wessel, KreiSfekretär.

HerSfeld, den 29. November 1911.

Diejenigen Herren Bürgermeister, welche meine Verfügung vom 19. Oktober 1911 I. Nr. 13028, KreiSblatt Nr. 125, betreffend Erreichung der Verzeichnisse über die Viehseuchen- Angabe noch nicht erledigt haben, werden mit Frist bis zum 15. d. MtS. erinnert.

I. 13028. Der Landrat.

3. A.: Wessel, KreiSfekretär.

An der Königlichen Lehranstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau zu Geisenheim a. RH. finden im 3ahre 1912 folgende UnterrichtSkurse statt:

1. Oeffentlicher ReblauskursuS in der Zeit vom 15. bis 17. Februar, 2. ObstbaukursuS in der Zeit vom 15. Februar bis 7. März, 3. BaumwärterkursuS in der Zeit vom 15. Februar bis 7. März, 4. Pflanzenschutzkursus in der Zeit vom 30. Mai bis 1. Juni, 5. ObstbaunachkursuS in der Zeit vom 15. bis 20. 3uli, 6. BaumwärtemachkUlfuS in der Zeit vom 15. bis 20. 3uli, 7. ObstverwertungSkursuS für Frauen in der Zeit vom 29. Juli bis 3. August, 8. Obst­verwertungSkursuS sür Männer in der Zeit vom 6. biS 17. August, 9. Analysenkursus in der Zeit vom 30. Juli bis 10. August, 10. Hesekursus in der Zeit vom 12. biS 24. August.

DaS Unterrichtshonorar beträgt: Für den Kursus 1: Nichts. Für den KursuS 2 und 5: für Preußen 20 Mk., sür Nicht- preußen (auch Lehrer) 30 Mk. Preußische Lehrer find frei. Personen, die nur am NachkursuS (Nr. 5) teilnehmen, zahlen

Sie schauderte; war sie nicht im Begriff gewesen, ihr Herz einem Mörder zu schenken?

Das Jahr neigte sich zu Ende und noch immer weilten Molken und Gustavi mit etwa 2000 Mann in der Stadt und Umgegend. Aber allerlei Gerüchte drangen in die Bürgerschaft; FerdinanduS SekunduS liege am Sterben und sein Sohn FerdinanduS TertiuS sühre die Regentschaft; er habe den siegreichen Gallas an die Spitze gestellt und dringe immer weiter vor. Schon sollte ihm der Norden bis Magde­burg gehören. Da geriet der kriegerische Geist der Vorfahren über alle Patrioten; heimlich hielten sie Zusammenkunft und Verabredung. Aber Florian ThomasiuS hatte scharfe Spione; eines Morgens verbreitete sich die Kunde, daß Johann Sode mit anderen wegen Konspirationen gegen die Schweden eingezogen sei; Wolsgang entging dem Schicksal nur durch zufällige Abwesenheit. Die Verhafteten wurden im Guderturm festgesetzt und scharf bewacht.

Florian verkehrte schon lange nicht mehr im Sode'schen Hause; heute erschien er plötzlich, höhnisch und srech. Jutta empfing ihn gemessen und kalt.

Ah," meinte der Stadtschreiber beim Eintritt,die Jungfer hat Fortschritte gemacht!"

Was führt Euch zu uns, Herr Stadtschreiber?" lautete die Antwort.

Euer Vater ist wegen Verschwörung festgesetzt!"

Und Ihr?"

Ich kann ihn retten!*

Um welchen Preis?"

Werdet mein Weib! Bei Gott, Jutta, mein Blut ver­brennt in meinen Adern; sagt ja!"

Ihre Stimme klang weich, als sie antwortete:

Weiß Gott, Florian, daß ich einst für Euch ein Gesühl empsand, welches der Liebe nicht unähnlich war! Aber ihr hieltet er mit den Schweden; das erkältete mein Herz gegen Euch; aber al- Ihr nun gar die Schweden durch den gehei­men Gang einließet und die Käthe"

Er griff aus Schwert, dann schrie er mit entsetzlicher Stimme:

«Weib schweige oder" und sich langsam bemeisternd

8 Mk., Nichtpreußen 12 Mk. Für den Kursus 3 unb 6: Preußen find frei, Nichtpreußen zahlen 10 Mk. und wenn sie nur am NachkursuS (Nr. 6) teilnehmen, 5 Mk. Für den KursuS 4: Preußen und Nichtpreußen 10 Mk. Für den Kursus 7: Preußen 6 Mk., Nichtpreußen 9 Mk. Für den Kursus 8: Preußen 10 Mk, Nichtpreußen 15 Mk. Für den KursuS 9 und 10: Preußen je 20 Mk., Nichtpreußen je 25 Mk., wozu noch 20 Mk. für GebrauchSgegenstände, (Reagentien pp.) und 1 Mk. sür Bedienung kommen.

Anmeldungen find zu richten: Bezüglich der Kurse 2 biS 6 an die Landwirtschaftskammer in Wiesbaden, bezüglich der Kurse 7 und 8 an die Direktion der Kgl. Lehranstalt, be­züglich deS Kursus 9 an den Vorstand der önochemischen Versuchsstation der Kgl. Lehranstalt und bezüglich deS Kursus 10 an den Vorstand der pflanzenphyfiologischen Versuchsstation der Kgl. Lehranstalt.

Wegen Zulassung zum Reblau-kursuS (Nr 1) wollen sich Personen auS der Provinz Heflen-Naffau an den Herm Oberpräsidenten in Caffel, Nichtpreußen an ihre Landesregie­rung wenden. #

Weitere Auskunft ergeben die von der Anstalt kostenfrei zu beziehenden Satzungen. Die Direktion.

nichtamtlicher Ceil.

Die Arbeit des Reichstags.

Der nunmehr geschlossene Reichstag kann inbezug auf seine Tätigkeit in 2 Perioden geteilt werden. Die erste Periode von 1907 biS 1909 war die des Blocks. In dieser Zeit ist daS VereinS- und Verjcmu ^ngSgefetz zustande gebracht worden, das Börfengefetz, die Sicherung der Bausorderungen, die Ab­änderung der Haftpflicht des Tierhalters, die Milderung deS Majestätsbeleidigungsparagraphen, der kleine Befähigungsnach­weis, das Weingefetz, daS Automobilgesetz, das Gesetz zur Be­kämpfung des unlauteren Wettbewerbs, daS Viehfeuchengesetz und die Abänderung deS UnterstützungSwohnfitzgefetzeS. Auf der Grenze der beiden Perioden stehen die Aufbesserung der Beamtengehälter und die ReichSfinanzreform, die als eine Großtat deS verflossenen Reichstags bezeichnet werden darf. Die Anerkennung, ein Werk von unermeßlicher Tragweite zu­stande gebracht zu haben, das die Grundlage der durchgreifen­den Gesundung der Reichsfinanzen geschaffen und seine ersprieß­liche Wirkung bereits 3 Jahre bewiesen hat, können dem Reichstage oder genauer der aus den rechtsstehenden Parteien und dem Zentrum zusammengesetzten Mehrheit nur die ver­sagen, die entweder überhaupt keine nationale Pflicht kennen, wie die Sozialdemokratic, oder diejenigen, denen die Partei über das Vaterland geht.

In der zweiten Periode, die von Ende November 1909 biS zum 5. Dez. 1911 dauerte, ist als wichtigster Gegenstand das Zustandekommen der Reichsversicherungsordnung zu nennen

setzte er hinzu:Aber eS handelt sich ja um Euren Vater, Jutta!*

Wie steht es um ihn?"

Morgen früh wird er vom Leben zum Tode gebracht."

So stehe ihm Gott bei!"

Aber ich kann, ich will ihm helfen!"

Nein, das laßt; lieber will ich den Vater tot wissen, als gerettet durch die Hand eines Verräters, reif für daS Hochgericht."

Schon war sie zur Tür hinaus, er aber brüllte vor Wut laut auf:

Das sollst Du mir büßen freche Dirne."

Und er stürzte hinaus.

V.

DaS Vaterland ist frei, die Tore stehen offen

Wir blicken auf zu Gott, wir dürfen wieder hoffen.

Drei Tage waren der Stadt in Bangen und Sorgen ver­gangen. Es mußte etwas geschehen sein, denn Boten gingen bei den Schweden ein und aus und alles war auf den Beinen. Florian ThomasiuS aber stets an der Seite des Obersten von Molken.

Augenblicklich saßen die Beiden nach beendetem Mahle hinter Flaschen am Tische im Turm, der schwarze Bär ge- nannt, und besahen eine Schreiberei, welche ein jchwedischer Schreiber ansertigte.

Seht Ihr eine Verschiedenheit?" fragte Molken.Seht diesesJohann Sode" an und vergleicht damit daS vorlie­gende Original!"

Vortrefflich!" nickte Florian.Ihr habt Eure Sache gut gemacht!" wandte er sich dann dem Schreiber zu und gab ihm einen Mariengulden. Nur noch die Adreffe und der Jungfer durch einen unverdächtigen Boten zugeschickt."

WaS denkt Ihr von Vater Martin»-?"

Sollte er nichts ahnen?"

Nicht-!"

So nehmt ihn!"

Gegen Nachmittag erhielt Jutta Sode zwei Briese durch den Alten.