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Landwirt schaftlicheMeilage

MMHersfelder Kreisblktt?

«r 2 Hersfeld Jahrgang 1911

Inhalts -VcrzeichniS: Schluß über Tabak. Blutlaus. Braugerste. Plätzesaaten. Kulturpflanzen. Maulwürfe. Kalkung der Wiesen. Düngerausbreitung. Kalisalzen. Praktisches Bindemittel. Wärm« bei Pferden. Wenn ein Tier scheu wird. Einfluß deS Futters. Pferdefütterung. Nervensalbe. Schweine. Ungeziefer bei Ziegen. Mittel gegen Bandwurm. Transportzeit für Bienen. Bierrenschu^ Ergänzung. Obstbäume dünge«. Lagerndes Obst. Himbeeren. Stachelbeeren. Wallnußbäume. Nuß Proben. Kübelpflanzen. Schar Hühner. Hühner Eier legen. Trinkwasser. Da« (Erfrieren Reinlichkeit. Meisen. Kreuzschnabel. Loshieb. Edel- oder Rothirsch. Jagdkalender. Schlamm auS Teichen. Eeefischrogge«. Kunstbrut. Ungeziefer in Teichen. Ueberwintern der Fische. Möbch spiegelblank machen. Sammetkragen. Gute« Abtrocknen nach dem Waschen. Brenner einer Lampe. Der Spitz. Brodkuchen. Kartoffelkrapfe«. Rauchfleisch.

und sehe fleißig nach, ob die Blätter nicht zusammenge­klebt sind. Die Tabakgrumpen trockne und wende man gut, daß der Sand abfällt, und man halte sie möglichst sauber.

Es ist diesen nur zu berechtigten Auflagen aber noch eine anzufügen, welche an eine andere Adresse als an die der Pflanzer geht; diese heißt: beim Verladen der Grum- pen in die Eisenbahnwagen lasse man dieselben Rück­sichten seitens des Verladepersonals üben, wie man sie vom Pflanzer verlangt.

Es gibt Pflanzer, welche unmittelbar nach dem Ab- brechen der Blätter dieselben auf dem Tabakacker ein» fädeln lassen. Diese Vorsicht läßt berechtigte Schlüsse auf die weitere Behandlung zu. Der Verkaufsmodus aber ignoriert solche Aufmerksamkeiten und hält für den­selben Ortsverband auch denselben Preis. Entweder ist es also schwierig, den gewissenhaften und spekulativen Tabakbau zu unterscheiden oder man fürchtet die Unzu­friedenheit der minder gut fahrenden Pflanzer, oder aber eS ist den Käufern ganz egal, ob die Partien wesentlich verschieden sind oder nicht! Das wäre dann eine Frage, der sich die Konsumenten bemächtigen sollten.

"Jedenfalls schreit ^das Tah_akgSfchäft nach Reformen auf beiden Seiten!

Die (Blutlaus und deren (Bekämpfung.

Die Blutlaus, wegen ihres roten Farbstoffes so ge- nannt, welcher durch Zerdrücken ihres Körpers zu Tage tritt, oder den Spiritus dunkelrot färbt, wenn man die Läuse damit begießt, kündigt ihre Gegenwart an junger, noch glatter Rinde der Apfelbäume durch einen weißen, wolligen Streifen oder breiten Fleck schon aus einiger Entfernung an; denn der Körper der einzelnen ist mit wolliger AuSschwitzung überzogen und nach Art aller Pflanzenläuse sitzt immer eine größere Gesellschaft dicht beisammen und saugt. Diese Art nun saugt nach Durch­stechen der jungen Rinde den Splint aus. Die verderb­lichen Folgen hiervon lassen nicht lange auf sich warten. Indem der angestochenen Stelle fortwährend der Saft entzogen wird, fließt ihr neuer zu, erzeugt Wucherungen der Zellen unter der Rinde, und diese veranlassen letztere zum Reißen. An den Rändern dieser Risse sammelt sich immer mehr Bildungssaft an, dieselben schwellen krank­haft an, und die Stelle bekommt immer mehr ein grin­diges, krebsartiges Aussehen. Weil sich hier aber aller NahrungSsaft übermäßig ansammelt und höheren Teilen entzogen wird, so kränkeln und vertrocknen diese schließ­lich ganz.

An älteren Bäumen gewähren ihnen Angriffspunkte namentlich die schadhaften, von der Rinde entblößten Stellen, die ihnen Zugang zum Splinte gestatten. Wenn sie sich hier angesiedelt haben, bringen sie dieselben grin­digen Wucherungen zu Wege, verhindern das Vernarben der Wunden und verschaffen sich Vertiefungen und Ver­stecke, in denen man ihnen ohne Entfernung der Wuchs- rungen und Glätten der Oberfläche absolut nicht bei­kommen kann. An derartigen Schlupfwinkeln sitzen sie klumpenweise in allen Größen, mit den von den Häutun­gen zurückgebliebenen Bälgen eine schmierige, grau­weiße, formlosse Masse bildend, welche sich immer weiter ausdehnt, wenn keine Störung von außen kommt, d. h. wenn der sorglose Besitzer der betreffenden Bäume sie unbeachtet läßt. Auch an den Wurzeln hat man sie ge- funden, wo die Wirkungen ganz ähnliche wie an den oberirdischen Teilen sind; hier eben oder in der Erde am Fuße der bewohnten Bäume scheinen sie mit Vorliebe zu überwintern.

Aus der Entwickelungsgeschichte des Tieres ergibt sich, daß es zwei Zeitperioden sind, wo dasselbe bekämpft werden muß und zwar während der Sommermonate bei Bildung der Kolonien, indem dieselben zerstört werden. Dies geschieht durch Bepinselung dieser Kolonien mittelst einer der nachstehenden Lösungen, die mit einer scharfen Bürste aufgetragen werden müssen: z. B. % Kilo

Wichtiges und Neues über den Tabak

(Schluß.)

Absichtslos haben wir nun einen Kreislauf gemacht; denn wir sind unmerklich auf die chemische Düngung zu­rückgekommen als die fördernde Methode zur reicheren und feineren Tabakkultur in der Weise also, daß der chemische Stickstoff günstig auf die Menge, die chemischen Phosphate und Kali auf die Qualität wirken.

Eines aber sei ehrlicherweise nicht verschwiegen: Maßhalten in den gereichten Gaben, besonders bezüglich des Stickstoffs (Chilisalpeter)!

Kainit oder Chlorkalium erweist sich dem Rauchtabak schädlich durch das die Verbrennlichkeit beeinträchtigende Chlor; an ihre Stelle ist schwefelsaures Kali und nicht ausgelaugte Holzasche zu setzen.

Auch vor zu voluminösen Gebrauch des salpetersauren Natrons muß gewarnt werden, da sein Uebermaß starke Rippen entwickelt, welche die Verwendung des Blattes zu Zigarren-Deckblatt unmöglich machen. Dagegen ist eine mäßige Gabe im Augenblick der Pflanzung und eine weiteres Wochen später von guter Wirkung.

Die Düngeregeln, welche sich gut Gewähren durften, mögen der Uebersichtlichkeit wegen folgendermaßen zu- fammeugefaßt werden:

I. pro Ar

halbe Gabe frischen Stallmist i. Spätjahr, halbe Gabe alten Stall­mist vor Pflanzung.

1. Stallmist .... 6-8 Ztr.

Ztr.) wie bei I in 2 Gaben; (bei der Pflanzung ganz, oder hälftig und drei Wochen später andere Hälfte

Pfd.) im Spätjahr;

Pfd.) im Spätjahr;

2. Schwefelsaurer Kali . 11'/,Pfd.> im Spätjahr oder

3. Thomasmehl . . . 4,-5 Pfd. f Winter

IL Für Kalkboden:

' 1. Stallmist .... 6-8

2. Schwefelsaurer Natron . 45

8. KalksuperphoSphat 13/15 810

4. Schwefelsaures Kali . 4

Für kalkarmen Boden:

1. Stallmist .... 68

2. Salpetersäure« Natron . 58

3. EntphoSphorungs- schlacken 16 »/, = . 810

4 Schwefelsaures Kal^ . . 4 Pfd.

5. Gip« . . . . . 46 Pfd.

Für lockeren Boden:

An Stelle des salpetersauren Natron schwefelsaurer Ammoniak.

Düngungsvorschlag I ist ein solcher nach Prof. Wag- ner, Düngungsvorschlag II ist ein solcher neuester Zeit.

Es ist Sache der Pflanzer, die Vorzüge eines jeden zu erforschen; sie dürfen nur nicht vergessen, daß die ver- schiedenen Böden Abweichungen von diesen Vorschlägen als angebracht erscheinen lassen.

* . *

Nun, wenn eine recht geschickte Düngung eine Ideal- Ernte ergeben hat, so hängt das letzte Resultat der Verkaufs- und Ablieferungsakt doch noch von einem andern Umstand ab, der nicht außeracht bleiben darf. Das ist die Behandlung des geernteten Tabakguts, wo­rüber der badische Genossenschaftsverband u. o. folgendes bekannt gibt.

Der Tabak darf niemals zu lange auf Wellen und Haufen herumliegen, da derselbe schwitzt und oft schon . ba die Ursache zur Fäulnis erhält. DaS Abnehmen soll ' möglichst nur bei trockenem Wetter geschehen. Alle kran- ken, gelben, rostigen, von Schneckenfraß zerlöcherten oder schwach angehagelten Blätter sind vom besseren Tabak getrennt zu halten. Vor allem aber fädle man in feuch­ten Jahrgängen den Tabak nicht zu dicht ein. Man strecke die Schnüre gut auf den Nägeln, damÄsich die Blätter nicht nach unten zusammenstreifen, und sorge für gehörige Lüftung. Das Vor- und Sandblatt hänge man zur gleichmäßigen Trocknung einmal um

Schmierseife in acht Liter Wasser aufgelöst; eine'Mi­schung von 4 Teilen Karbolsäure mit 100 Teilen Wasser­glas; % Kilo Petroleum mit 12% Kilo Wasser; 78 Gramm grüne Seife, 50 Gramm Leinöl, 25 Gramm Kar­bolsäure unter einander gemischt und 15 Liter Wasser hinzugegossen. Als ein sehr wirksames Waschmittel wird Amylalkohol" bezeichnet, mit dem man auch den Kuß des Baumes unmittelbar über der Erde streichen soll, hierbei ist jedoch zu bemerken, daß dies letztere Mittel von dem, der viel damit zu streichen hat, mit Bprsicht angewendet werden muß, indem er sich Mund und Rase mit einem Tuch verbindet. Bei glatten Stellen an jun­gen Bäumen hat dies Bestreichen keine Schwierigkeit und man wird hier oft schon nach einmaliger Arbeit sei­nen Zweck erreichen, schwieriger ist aber die Arbeit bei alten, wundenreichen Bäumen. Die grindigen, mit Läu­sen behafteten Stellen werden zunächst gleichfalls mit den genannten Mischungen mittelst einer scharfen Bürste behandelt, dann aber in Voraussetzung, daß hier nicht alle Läuse vom Anstrich getroffen worden sind, schneidet man die Unebenheiten ab, sammelt und verbrennt den Ab­raum sorgfältig und überzieht zum Heilen die glattge­schnittenen Stellen mit kaltflüssigem Baumwachs, besser noch mrt Leer und Erde vermischt, wodurch dann zurück­gebliebene Eier oder Tiere, von der Luft abgeschlossen, gründlich zerstört werden.

Im Herbst ist eine gründliche Rindenflege vorzuneh- men, d. h. die alte Rinde wird mittelst Baumscharre ab­gekratzt und der Stamm mit einer Mischung von Kalk und Rindsblut usw. angestrichen. Endlich aber ist auf die überwinternden Muttertiere am Fuße der Bäume zu fahnden, und zu dem Zweck ist. das Kalken der Wurzeln im Herbste oder frostfreier Winterszeit vorzunehmen, Wird dieses nicht gemacht, so ist alle Mühe »ergebene. Es besteht darin, daß man im Bereiche der Baumkrone, die Erde bis zu den Wurzeln wegnimmt, je nach der Wurzelmenge 12 Gießkannen Kalkwasser oder Aschen- lauge aufgießt und nun bis etwa 3 Zentimeter hochge­brannten und zerfallenen Kalk aufschüttet und die weg­genommene Erde darüber deckt. Daß den mit Blutläusen behafteten Bäumen eine kräftige Düngung eine größere Widerstandfähigkeit gibt, ist selbstverständlich.

im KaudwirifHask.

Eine gute Braugerste

muß arm an stickstoffhaltigen Bestandteilen fein, daher ist Vorsicht in der Auswahl der Vorfrucht und Düngung geboten; der Stallmist ist als ungeeignet möglichst, jeden­falls im Frühjahr, zu vermeiden.

Bei Ausführung von Streifen- oder Plähesaate« geht man zweckmäßig so zu Werke, daß man dem» mann soviel Körner zuzählt, als zur Besamung einer be­stimmten Fläche, etwa eines Quadratmeters erforderlich sind. Hat er sich daran gewöhnt, dieses Quantum zu greifen, so wird er bald imstande sein, die Saat vor« schriftsmäßig auszuführen.

Unsere Kulturpflanzen dringen mit ihren Wurzeln nicht in die Bodenschichten ein, welche unter der eigentlichen Ackerkrume liegen. Es ist biCmebr zwischen tiefwurzelnden und flachwurzeln- den Kulturpflanzen zu unterscheiden. Zu jenen gehören die meisten unserer stickstoffsammelnden Hülsenfrüchte, wie Erbsen, Wicken, Bohnen, die Kleearten, Lupine, Ser­radella und Raps. Dagegen sind unsere Getreidearten Flachwurzler. Dazwischen stehen ungefähr die Hack- früchte, wie Rüben und Kartoffeln. Allen diesen müssen wir eine möglichst tiefe Lockerung des Erdreiches ver- schaffen, damit die Wurzeln sich ohne Anstrengung ver­tiefen können. Diese Vertiefung kann entweder durch tiefes Pflügen oder aber durch tiefes Lockern mittels