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herrfelder Kreisblatt
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Fernsprech-Nnschlutz Nr. 8
Nr. 19. Dienstag, den 13. Februar ISIS
Amtlicher teil.
Hersseld, den 5. Februar 1912.
Diejenigen Herren Bürgermeister, welche meine Verfügung vom 9. Februar 1884 J. I. No. 1721, KreiSblatt 13, betreffend Revision der Feuerstätten noch nicht erledigt haben, werden nochmals hieran mit Frist bis zum 18. dS. MtS. erinnert.
I. 888II. Der Landrat.
3. ».:
W e s s e l, KreiSsekretär.
Berlin W. 9, den 9. Januar 1912. Leipziger Straße 2.
Huf Grund von Ziffer II. 5 Absatz 2 der Bekanntmachung über die Einrichtung der QuittungSkarten für die 3nvaliden- und Hinterbliebenenverficherung sowie daS Entwerten und Vernichten der Beitragsmarken und der Zusatzmarken vom 10. November 1911 (R. G. Bl. 6. 937) ^bestimme ich, daß die Beitragsmarken bei nachträglicher Einziehung und Entwertung durch die Kontrollbeamten der LandeSversicherungSanstalten auch unter dem Tage der Kontrolle entwertet werden dürfen. Der Minister für Handel und Gewerbe.
3. Nr. III. 8511. 3. V.: gez. Schreiber.
An die Vorstände der LandeSversicherungSanstalten.
* *
HerSftld, den 7. Februar 1912.
Wird veröffentlicht.
V. 207. Der Landrat.
3. A.:
Wessel, KreiSsekretär.
HerSfeld, den 7. Februar 1912.
Die Maul- und Klauenseuche in Psordt (KreiS Lauter- bach) ist erloschen.
Der KreiS Lauterbach ist nunmehr seuchenfrei.
I. 1443. Der Landrat.
3. «.:
Wessel, KreiSsekretär.
Hersseld, den 2. Februar 1912.
3m Deutschen Reiche sind zur Zeit solgende Regierungsbezirke und BundeSstaaten, welche nicht in Regierungsbezirke eingeteilt find, mit Maul- und Klauenseuche verseucht. KönigSberg, Gumbinnen, Allenstein, Danzig, Marienwerder, Berlin, Potsdam, Frankfurt, Stettin, KöSlin, Etralsund, Posen. Bromberg. BreSlau, Liegnitz, Oppeln, Magdeburg, Merseburg, Ersurt, SchleSwig, Hannover, HildeSheim, Lüne- burg, Stade, Osnabrück, Aurich, Münster, Minden, ArnSberg, Caffel, WieSbaden, Koblenz, Düsseldorf, Cöln, Trier, Aachen, Sigmaringen. Oberbayern. Niederbayern, Pfalz, Oberpfalz, Obersranken, Mittelsranken, Untersranken, Schwaben, Bautzen,
mein ist die Rache.
Detektiv-Roman von Theo von Blankensee.
(Fortsetzung.)
„Durch meine Tante, Frau Gerd Sandtner, habe ich er» sahren, daß der vermutliche Mörder meines Onkels festgenom- men wurde. Ist daS richtig?"
„Gewiß! Aber nicht der vermutliche Mörder! Er ist übersührt."
„Und wer ist eS?"
„Ein Ferdinand Warnecke, Buchdrucker Ferdl genannt!" „WaS wird mit diesem geschehen?"
„Nun, der Bursche wird verhandelt werden und aller Voraussicht nach wird die Todesstrafe die Folge fein."
„Wenn er aber die Tat leugnet?"
„DaS wird wenig nützenl Er ist überführt!" „Und worin besteht diese Uebersührung?"
„3n seinem Besitze wurde daS Taschenbuch deS Toten gesunden! Außerdem liegen noch eine Anzahl Jndicien- beweise vor."
„Kann hier kein Irrtum möglich sein?" „Ich halte eS nicht für möglich!"
„Und wird er zum Tode verurteilt, trotzdem er die Tat leugnet?"
„Ohne Zweisell"
„Und wo sagt dieser, daß er jenes Taschenbuch bekommen hat."
„Eine Brieftasche glaube ich war eS gewesen!" „Gewiß! Brieftasche und Taschentuch zusammen!" „Er gab an, er hätte sie gesunden."
„Und könnte dieS nicht möglich sein?" „S» wird dieS wohl Niemand glauben!"
„Aber ich glaube eS."
Untersuchungsrichter Maran schwieg; seine Finger spielten nervö» mit der Uhrkette.
Da Ella Merlach keine Antwort erhielt, sagte sie nochmals:
DreSden, Leipzig, Chemnitz, Zwickau, NeckarkreiS, Schwarz. waldkreiS. JagstkreiS, Donaukreis, Konstanz, Freiburg, KarlS- ruhe. Mannheim, Starkenburg, Oberheffen, Rheinhessen, Mecklenburg-Schwerin, Sachsen-Weimar, Mecklenburg-Strelitz, Oldenburg. Lübeck, Birkenseld, Braunschweig, Sachsen- Meiningen, Sachsen-Altenburg. Coburg, Gotha, Anhalt, Schwarzburg-SonderShausen, Schwarzburg-Rudolstadt, Waldeck, Reuß ältere Linie, Rcuß jüngere Linie, Schaumburg-Lippe, Lippe, Lübeck, Bremen, Hamburg, Unter-Elsaß, Ober-Elsaß, Lothringen.
I. 1380. Der Landrat.
3. H.:
Wessel, KreiSsekretär.
HerSfeld, den 7. Februar 1912.
3n Borken (KreiS Homberg) ist die Maul- und Klauenseuche amtlich sestgestcllt worden.
I. 1558. Der Landrat.
3. A.:
Wessel, KreiSsekretär.
Bekanntmachung.
Zum Verding der Landwege-UnterhaltungSmaterialien für das EtatSjahr 1912 KreiS Hersseld sind nachsolgende Termine festgesetzt:
1. Hersseld, Freitag den 16. Februar 1912 vormittags 10 Uhr
in der Peter Wolff'schen Gastwirtschaft (Breitenstraße) sür die Ortschaften:
Aua, ObergeiS, UntergeiS, GitterSdors, AllmerShausen, HeeneS, HerSfeld, Friedlos, ReiloS, Rohrbach, Tann, Biede- bach, Mecklar, Meckbach^ WilhelmShof, PeterSberg mit Hof Kühnbach, Oberode, Sorga, KothuS, BingarteS, Rotensee, Unterbaun, Oberhaun, Eitra und Hof Meiseboch.
2. Niederaula, Sonnabend den 17.Febr. 1912 nachmittags 3 Uhr
in der Etein'schen Gastwirtschaft für die Ortschaften:
Asbach, Kohlhausen, Roßbach, Kerspenhausen, MengShausen, Hof Engelbach, SolmS, BeierShausen, Hilperhausen, Holzheim, Niederaula, EtärkloS, KruSpiS, Hattenbach, Kleba, Kirchheim, GerShausen, ReimboldShausen, Kemmerode, Allendorf, GerS- dorf, WillingShain, GoßmannSrode, Rotterterode, Reckcrode, und Hof BeierSgraben.
3. Schenklengsfeld, Montag den 19.Febr. 1912 vormittags 91/* Uhr in der Etcinhauer'schen Gastwirtschaft für die Ortschaften: Conrode, RanSbach, AuSbach, HillartShaufen, WehrShausen, HilmeS, MalkomcS, Schenkfolz, Unterweifenborn und Wüstfeld.
4. Friedewal-, Montag den 19. Febr. 1912 mittags 1 Uhr in der Zinn'jchen Gastwirtschaft sür die Ortschaften:
„Ich kann eS aber sehr gut glauben, daß er diese Tasche dennoch gesunden hat."
„DaS sind nur Ausflüchte, wie sie jeder Verbrecher gebraucht."
Ella Gerlach biß die Lippen aufeinander. Sie befand sich in sichtlicher Verlegenheit und rang nach Worten, um daS zu sagen, waS sie quälte.
„Weshalb zweifeln gerade Sie an seiner Schuld?'
„Ich könnte ebenso fragen! Warum glauben Sie nicht, waS sehr leicht möglich ist?"
„Weil er diese Behauptung nicht beweisen kann!"
Da raffte sie sich aus. Sie blickte fest und unerschrocken aus den Richter und sagte:
„Wenn ich aber sein Zeuge sein will!" „Wie soll ich das verstehen?"
„Wenn ich sagte: Ich weiß, daß dieser nie der Mörder meines Onkels gewesen sein kann!"
„Dann muß ich nach Beweisen fragen!" „Ich behaupte eSl"
„DaS genügt nicht!"
„3ch weiß, wer die Tat begangen hat 1 Und deshalb muß ich darauf dringen, daß ein Unschuldiger seine Freiheit wieder erlangt."
Der Untersuchungsrichter bewahrte seine überlegene Ruhe; so weit hatte er sein Ziel erreicht. Unbeirrt mußte er vor. wärtS drängen. Er hoffte mit aller Bestimmtheit ein letztes Geständnis. Und dieses mußte die Person deS Mörders bc- kannt machen.
„Auch daS dars nicht genügen! Wer ist der Mörder?" Maran blickte Ella Gerlach an; der gequälte Ausdruck ihre» Gesichtes mochte wohl fein Mitleiden anrufen, aber jetzt mußte er stark sein, wenn er nicht im letzten Augenblick alles verlieren sollte.
„Und wenn ich aller sage?"
„Erst Beweis!"
„Muß ich? Genügt eS nicht, wenn ich darum bitte, einen Unschuldigen der Freiheit wiederzugeben! Wenn ich eS beschwöre, nicht er war eS, sondern ein zweiter!"
„Nein! Dieser Buchdrucker Ferdl ist überführt! Erst
Friedewald, Hersa, WölserShausen, Heringen, Widder-hausen, Bengendors, Kleinensee, HeimboldShausen, LengerS, Leimbach, Philippsthal, Hof Thalhausen,Unterneurode, Gethsemane, Lautenhausen und HillartShaufen.
Die Bedingungen und Steinquantitäten werden in dem Termine bekannt gemacht.
Die Herren OrtSvorstände deS Kreises werden ersucht, die VerdingungStermine in den Gemeinden sosort auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen, bamit Reflektanten in der Lage sind, sich an der Verakkordierung zu beteiligen.
Her-seld, den 7. Februar 1912.
3. A. Nr. 722. Der Landrat
von ® t u n e l i u 8.
nichtamtlicher teil.
Zur Belämpsung der Maul- und Klauenseuche.
Gelegentlich einer im Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten Anfang Dezember stattgehabten Sitzung der Vorsitzenden der preußischen LandwirtschaftSkammern hat auf Veranlassung des Herrn LandwirtschaftSministerS eine Beratung über den Stand der Maul- und Klauenseuche und über die Maßnahmen zu ihrer Bekämpsung stattgesunden.
Das Ergebnis dieser Verhandlungen ist in nachsolgenden Ausführungen kurz zusammengefaßt:
Die im Mai deS 3ahreS 1910 von Rußland nach Ostpreußen «»geschippte Maul- und Klauenseuche hat sich im Laufe der Jahre 1910 und 1911 über Preußen und über ganz Deutschland verbreitet. BiS zum Herbste 1910 war eS gelungen, die Seuche im wesentlichen aus die östlichen Grenz- bezirke zu beschränken. Durch die Verseuchung eineS Vieh- marktes in Tuchel und von der Provinz Posen auS erfolgten dann aber rasch zahlreiche Verschleppungen der Seuche in die inneren Landesteile. ES kam hinzu, daß sie zur gleichen Zeit auch in Oesterreich-Ungarn einen großen Umfang annahm und auch von hier auS wieder nach Deutschland eingeschleppt wurde. Ende Februar 1911 waren in Preußen 1897 Gemeinden und 5350 Gehöfte verseucht. Die Seuchenherde waren fast über die ganze preußische Monarchie verstreut.
Unter diesen Umständen war eS im März 1911 angesichts der Frühjahrsbestellung und deS beginnenden WeidegangeS auS wirtschaftlichen Gründen nicht angängig, noch weiterhin an den strengen BekämpfungSmaßnahmen sestzuhalten. In dem Erlasse vom 15. März 1911 mußten deswegen eine Reihe von Erleichterungen gewährt werden. BiS dahin Halle als Eperrbezirk in der Regel der verseuchte Ort gegolten. In ihm war sür alle Klauentiere die Etallsperre durchgesührt worden. Um sür die Klauentiere der nicht verseuchten Ge-
wenn überzeugende, zwingende Gegenbeweise vorliegen, dann kann dieS genügen."
„So muß ich also sprechm!"
„Wenn Sie wirklich glauben, damit einen Unschuldigen retten zu können, so wird dieS nur ihre Pflicht sein! Da Sie unter Eid verpflichtet sind, die reine Wahrheit zu sagen und nichts zu verschweigen."
„Auch wenn ich andere anklagen muß, die mir nahe stehen?"
„Auch dann!"
„Es ist mein Bruder Erich!"
„Endlich!" entsuhr es wieder Willen dem Untersuchungsrichter. DaS war eS, waS er schon so lange ge- sucht hotte.
Nun mußte er auch sein Wiffen auSnützen, um vollständig zum Ziele zu gelangen.
„War eS auch ihr Bruder, der 5 Tage nach dem Morde, Sie in der Nacht aussuchte, dem Sie daS Geld zur Flucht au bändigten!"
Erstaunt sah Ella Gerlach den Untersuchungsrichter an. DaS war mehr, als sie für möglich gehalten hatte.
„3a, er war bei mir! Aber woher missen daS Sie? Oder ist er--'
Sie wagte nicht auSzusprechen, welcher Verdacht in ihr ausflieg.
Maran verstand sie und antwortete darauf:
„Nem er ist nicht festgenommen!"
„Woher wissen Sie das?"
„Ich kenne auch den Brief, in dem eS heißt: So wird eS deS einen Tod fein."
„Dann missen Sie schon alles! Und trotzdem haben Sie einen Unschuldigen in Haft genommen?"
„Weil daS letzte Glied in der Beweiskette jenes Unbekannten fehlte, den Sie als ihren Bruder bezeichneten! Wenn ich Sie darum bitten darf, so sprechen Sie!"
„@? ist nur noch eine kurze Geschichte! M«'n Onkel hatte uns beide, meinen Bruder und mich zu sich genommen. Erich sollte kausmann werden, zu welchem Berufe er nicht dir mindeste Lust zeigte. Er machte einen dummen Streich, den