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hersfelder Armblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-Nnschlutz Nr. 8

Nr. 49

Donnerstag, den 25. April

1912

Amtlicher teil.

HerSjeld, den 22. April 1912.

Ich lasse den Herren OrtSvorständen an den kommenden Tagen die Gemeindesteuerlisten zugehen, damit danach die Hebelisten ausgestellt werden können. Da die Listen hier noch notwendig gebraucht werden, find sie bestimmt binnen 3 Tagen an mich zurückzureichen.

Der Vorsitzende der

EinKommensteuer-Veranlagungs-Commission

I. No. 1019. von Grun «lruS.

Unter Bezugnahme aus die Bekanntmachung vom 12. Januar 1912, Amtsblatt Nr. 5, wird hierdurch erneut bekannt gemacht, daß der nächste Termin der durch daS Gesetz vom 18. Juni 1894 vorgeschriebenen Prüfung von Schmieden über ihre Befähigung zum Betriebe deS HusbeschlaggewerbeS hierselbst am Sonnabend, den 8. Juni, vormittags 9 Uhr, in der Lehrschmiede, Wörthstraße 5, wird abgehalten werden.

Cafsel, am 4. April 1912.

Der Vorsitzende der Prüfungskommission, gez. Buch, Veterrinärrat, Hohenzollernstraße 14.

* *

HerSscld, den 19. April 1912. Wird veröffentlicht.

I. 4688. Der Landrat.

I. A.:

W e s s e l, KreiSjekretär

Bekaautwach^Lg.

DaS Surbefiffche Pionier-Bataillon Nr. 11 in Honn. Münden teilt mit, daß biS Ende August 1912 Zweijähttg-gmiwillize für OK ober 1912 angenommen werden. Junge Leute, die bereit und ia Besitze eine» Meldescheines zum zweijährig- fräs [Eigen Dienst sind, wollen denftlbrn an daS Baamllev unter Angabe der genauen Adre^e snimfen. Handwerker, urSbesoodo« Schneid«, SLahmach«, Schmude, Zuumerlerue, Sch ier, Sergleme, Schlier, Limavn«, Stellmacher, T-ichla, Techockr aller Aa mw. baten dw Sapg.

nichtamtlicher Ceil

11 Wtmz iri Wie in Zitze».

a. Stallfütterung.

Im Sommer bildet bei ausschließlicher Stollhaltung das Grünfutter einen wesentlichen Teil der Ziegenfütterung. Im nicht zu alt gewordenen, von Klee- und Wickenarten durch­setzten GraSsutter, von Wiesen oder Grabenrändern, Rainen rc.

(euer erkauft!

Roman von HanS Bleymüller.

(Fortsetzung.)

So ganz zusällig fiel sein Blick auf eine «ehrichtschoufel in der Ecke, auf der ein Haufen GlaSstücken zusammengefegt war. Und gerade fing der Wirt biefen Blick auf, und da er zugleich bemerfte, wie Hagedorn dunkelrot im Gesicht wurde, kam er sich fast wir ein Sünder vor, da er doch den Retter seiner Kinde« auS dem Hause geworfen hatte. _ Er reichte dem Burschen die Hand hin und sagte gedrückt:N^, laß da« vrrgeflm sein!" Da« klang wie eine Entschul­digung.

Da schwiegen beide und ichärrten sich.

;8?nri baitkerkvwmen. daS Eff-n steht cuf dem Xi»^*, rief draußen Mutter Bebemann geictlnig. Sie gingen und aateen, nachdem Frau Bebtmoirr. stch mu oeden Worten bn ^nS für feine nötige Tm bedank tone, in dem ha-> lüten Stäbchen eebes d« Lüche Platz.

.W: ^^ d«r> Marchchm?' fr^te Herr Bebeaann. .Oden?'

,8ch. sie ril Hr* erntn Weg gigir?!«4, rräterre die Hr^kar :^weichend oib ärger» sich tokott, daß 'rr nicht auf die teaarm« SvSrede: .Clec!* gete« »

S?u baue sich kaum gefegt, all bumps he Hi-kir:. tOntd Iri41 anichlag und sich an i^chr« und em chw«« Ina der litt bei Z wmachmk näbca« Dir Tür :mz arst, rob Maabchm ittne Mutter Hrz^orn beran. Bebe- naro und Ernst ftmdev vor Ueberrarchnsa ==l

Rein ober tat Mütterchen! ES war geblenda r:n dem Lampenlichte, dem Leuchum bei Tischtuches, br- ^.:|m ter 2 « Es sah so unendlich verlegen, und doch auch wird« so slücklich eul. So ging Kutter Hagedorn «I ben V-tt zu und sagte unter Tränen: »Ach du he.er ^-: Unb aing um ben Tisch herum zur Frau Wirtin unbrgte ^ du lieb« Gott, grau Ktbccann !* Und bann hprtae -:e mied« zurück und legte, sich aus die Zchm hebend, ihrem

I gewonnen, ferner im zeitig gemähten Grünklee sind die­jenigen Nährstoffe in genügender Menge enthalten, welche sowohl zur Ernährung der Ziege an sich, alS auch zur Pro- duktion von Milch erforderlich find. Da die Ziege aber wählerisch und die Abwechslung auf ihrer Speisekarte sehr liebt, wird man zweckmäßig neben Grünfutter noch andere Futtermittel, wie Wiesen- und Kleeheu, Futterrüben, Kartoffeln, Schrot, Kleie, Malzkeime etc. verabreichen. Rauhsutt« (Klee und Wiesenheu) sollte überhaupt in jeder Ziegenwirtfchast so reichlich gewonnen werden, daß eS daS ganze Jahr hindurch in einer der jeweiligen Futterzufommenstellung angepaßten Menge verfüttert werden kann.

Bei der Grünsülterung ist besonders darauf zu achten, daß kein zu junges oder welkgewordenes oder bereistes Grünfutter zur Verfütterung gelangt, weil hierdurch leicht Trommelsucht und Durchfall auftreten. Auch daS Grünfutter von nassen und sauren Wiesen ist für Ziegen ungeeignet. Viele Feld- unkräuter, wie Vogelmicre, Knöterich, Spitzwegerich, Ackerdistel, Löwenzahn und Brennessel sind ein schätzenswertes Futter für frischmilchende Ziegen und arS erstes Grünfutter besonders beachtenswert. Weitere Grünfuttermittel find GrünmaiS, Topinambour- und RübenbläUer, Gartenabfälle aller Art, insbesondere Salat, Kohlblätte.-, Erbsenschoten und dergleichen; im Notfalle auch grüneS Laub von der Esche, Ulme, Linde, Eiche und Haselnuß.

Für die Wintersütterung der Ziegen find Heu und Grummet unentbehrliche Futtermittel; ferner kommen in Betracht: Futterrüben, Kartoffeln, Möhren (gelbe Rüben) Kohlrüben, Topinamburknollen usw., und als Krastsuttermittel: Haser, MaiS, Malzkeime, Kleie, Futtermehl, Treb«, Rapskuchen und dergleichen. Durch die Krastfultermillel wird die erjorderlich« Erweis- und garmer-ge in b« manon gereock:. Die tägliche Rauhfuttogabe soll aas 100 Pfd. Lebendgewicht 34 P d. betragen.

Die Wurzelgewächse und Knollengewächse liefern in bet WinrtlSzei: Eriatz fit daS Srüofnurr bei Schwer?. Die wertvollste Räbeuart ist wegen chrek säten Geichmackr, ihrer ®e!;r-::*!äi und ihr« euren diäter'ch« L:Mng b« Mohr­rübe. Für Ziegcaläwwcr st die Madristb- da- täte Fawn- trnid, welcher' cn ihnen fei bet »srwttanisg von da Mwurwitch reich« Sauen. Jrda Zi-g ochaker K~ daher in ianea Sorten ein Seines Stii A-nd wir Mohrrüb« octaner. 8a meinen gelangen von ben Loezetgrwächi« die Futterrüben zur L«hdi«»a. Auf 100 Pld. Lebenrze- wichr tau man eine dgl he ?:x von ca. 4 P-). rechnen. Die Kort-^eln können rob, bester ab« gedämpft und geaueffcht vnabreicht werden. Mohrrüben, Futterrüben und rohe Kar­toffeln werben zerkleinert und eventuell mit Srastfulterm.ttel vermischt verfüttert.

Von den GetreideaUen eignen sich jür die Ernährung bet Ziege in erster Linie Hafer und Gerste und zwar werden sie in Form von Schrot verabreicht. Besondere Beachtung bei der Ernährung frisch milchender Ziegen verdienen die eiweiß-

Sohne die kleine, dürre Hand auf die Schulter, sah ihm so recht treuherzig in die weggewendeten Augen und flüsterte mit versagend« Stimme:Mein Ernst, mein braver Junge!' Unter Freudenschluchzen lehnte sie ihr Haupt an die breite Brust ihres Sohnes, der wie ein Stock dastand und alles mit sich geschehen ließ, regungslos bis auf Zuckungen in dem ganz blaffen Gesicht«.

Frau Wedemann weinte vor Rührung. Ihr Gatte, der nahe nm Weichwerden war, das er sürchtete, räuspnte sich stark, Hopste daS beglückte Mütterchen auf den Rücken und sagte:Kommen Sie, kommen Sie, wollen waS essen le

So ungeschickt diese Aufforderung in diesem Augenblick auch fein mochte, Ernst war ftoh. daß damit dies« peinliche Auftritt, dessen Mittelpunk a war, ein End« besam.

Marthchrn hatte unterdessen an einem Finster ge­lehnt.

Sie war d« Erste oen ihrer Familie geweien, die den Retter Lieschen« getreten hatte. Im Schreck anb in bei Angst um da«, was kLte gddjdjtn kSsnen. ab« Gott s«r Davk abgorandt ett, baut sie dem menschlichen Hels« r:t gar eicht gedanü. Auch an .Svv sei TarV war nur tiseal in ihm Seele «i-cklitzr: sie war au Ernst r:rb-> ygmgeE, «an, sie heue sich »» tt^n mir «drineer Scheu o^bagtbriä tu des ec:c Sbuse.

G«z mechsi:->ch k;.: si: =^ c r er. bex Tnch ^ru traue sie richt«, die rsber« p muh« ^'> Ernst, ba pw ich« grau Wetzen:uw ob ferner Starter ts& urb p ebee SAe bei-nd«» geefcigi werden mri.e, erzLtte nf V«llmgai okmal« stockend ob mit eiret an ibe w^ ir.±i gemtbrnrn UnbehoQeebett da gorzen Heroang: me er nc* ba Mühle zu gegangen ia, wie er drüben am kschwebe Lieschen Wedarern in ihre- hellen Sterbe hebe üb« fe» Bach bröfen sehen, wobei arme tterr.ae Srubet die ber-r- bernten Z^'chaun obgegrbr» Muen. Er sei 'chc' an iech. ligeS Stück Datübagetpetai unb hinter der Kci'e die & fkn entlang gegangen, da habe n einen 9104 unb ein PlLrjchern unb jämmerliche Kind«grichrei oernornr:«', sei zurückg«annt, nun, unb hebe Lieschen eben hnauSgebslt.

r chen Bohnen; für hochtragende Tiere find sie jedoch ihr« blähenden Wirkung wegen nicht geeignet. Von den sonstigen Kraftfuttermitteln find die geeignetesten: Weizenkleie, Malfleime, Biertreber, Roggenkleie, Leinkuchen und Rapskuchen; letztere sollen deutschen Ursprungs sein. Die Trockenfuttnung vndient den Vorzug.

b. Ernährung aus der Weide.

Die natürlichste Art der Ernährung der Ziegen während der wärmeren Jahreszeiten geschieht aus der Weide. Leider ist aber bis jetzt für die meisten Ziegen keine Weidegelegenheit geboten. Ucbnall dort aber, wo Interesse für die Ziegenzucht vorhanden ist, sollten die Bestrebungen dahin gehen, eine Ge­legenheit zum Weiden der Ziegen zu erlangen, wenigstens aber für junge Tiere eine Stantweide zu schaffen. Für die Ansaat einer Weide empfiehlt Dr. WilSdorf TimotheegraS, KraulgraS, Echasschwingel, englisch und italienisch Raigro», Fuchsschwanz, Kammgras, Rispengräser, Zittergras, Steinklee, Weißklee, Bockshornklee, Serradella, Spärgel, Buchweizen, Wicken, Kümmel, Kerbel, Schafgarbe, Anis, Dill, Beisaß und Ginster. Diese reichliche Speisekarte hat ihre Berechtigung, weil die Ziege sehr wählerisch in Bezug aus daS Futter ist und die Abwechselung sehr liebt. Die Weide soll nicht aus zu nassem, sondern auf trockenem Boden angelegt werden. Die Ziegen dürsen nicht auf der Weide übernachten. Man vermeide eS, sie im starken Tau oder bei regnerischem Wetter auSzutreiben; vorher füttere man etwa- Heu, damit sie nicht allzu hungrig auf die Weide kommen und zu gierig frefien (Aufblähen). In einigen Teilen Deutschlands ist eS üblich, im Herbst die Ziegen eines OrteS vereint aus vorhandenen Grasplätzen, abgeernteten Kartoffel- und Rübenäckern, an Naiven usw. iu weiden b« beranke Errichtung ist überall zu empfeblen, da sie fär Fte Aelundhert der Ziegen von großem Wett und zu deren b ":gen Err.ähmng geeignet ist DaS Vorhandensein von 'rischem Wo^rr in bet Nähe der Werde rS ein Havvterfordernik.

e. Die Pflege der Ziegen.

Da Sefnabh?ii$iB*tanb und dar Gedechev bei Zregen iowie chre feeinarai^hule - büngro aayt an da Ernichrmig auch a hohem ^a?e von etwa an reu P^rg« ab. Borvdat trigl äse gute Homr-beze ps S-hLiffrde» der ^ege bei gmegd mb Laib bauche jeden dgbxt fterZig Anwärdmog neben. Auch die ^ä^r-tieu bei wrchur^en ProtukuS d« Ziege, die Milch, wird in garmget Laie durch die Hampffeg« bsemrlaßl. Da joaemmute .Backaeruch' da Ziegenmilch ist nicht da Z-ege feibü rigenti"':^, sondern zwerfellaS eine Folgeasch«,nung wang-lbaffa Körpapflege. Eine narmale Hautalmunz ist nur möalich, wenn tneie Poren bet Ham durch tägliches Relnizm c^m oebaüen werben. Täglich frisch« Einstreu und wiedaholtrS AuSmisten in der Woche find un- erläßliche Vorbedingungen für daS Reinhalten bet Ziegen. Die besten Streumittel sind Winterhalmstroh und Torfstreu; auch Waldstreu und Schilf lasten sich verwenden. DaS Eurer

Mutter Wedemann holte tief Atem:Nein, diele Kind«'- Ist eS denn tief dort?" fragte Mutter Hagedorn.Ueber MannStiefe!' sagte etwas kleinlaut der Wirt.Und da ist sie nicht untngetaucht?" fragte wieder daS Mütterchen;Die Kleider habm sie jedensallS so lange oben gehalten, rch packte sie gerade bei den Haaren, all sie unterging!- erklärte ihr Ernst halblaut, als ob die Eltem des Kinder nicht hören sollten, wie groß die Gesahr doch gewesen fei.

Marthchen war nochmals drüben im Gastzimmer gewesen, wo eS dn neugierigen Besuchn genug gab. Sie erfuhren zwar von ihr wenig, stellten ob« mit Genugtuung sefi, daß von WedemannS sich niemand sehen laffe außer Marthchen, und daß auch diese auffallend bloß auSsehe; die Sache scheine demnach bc4 nicht so harmlos abgelaufen zu sein, all die S>nd« im Tors oben «zählt hatten. Jedem Reu- einhetenben wurden rit vielsagend« Gebärd« dir anfge- wischten Pfützru gezeigt, worauf er mit einem angenehmen Grujela drum h«w»g:na. Und ucdentl gar, wna no« aerobe hinemanappt war, der besah erichreckc so« Stiefeln, all ja a in lätoai:tg^ Blau gorrUv.

S? kam daao M-tthL«o gerabe e^L dem Zastpmma jatirf, all Herr Bebeaarn Ban in tx MB« g* ob kam aerobe pnrcht, um «vst. da e: dem ri-m regen tie Türe sei M Meffn a.Riefen, daS that :r biete» 8a:esHiie Brncsb ncid. Da Sul erbet fön 51*1 unb tagte:Ernst paarten», vack Bcr;e bcGo: »a .- * wache,. Bn moSes trr «h: n« dct g«etm Hrrze» lief lagen, ienbern moCen uns »4 gegen t-.4 ob ferne Butter Hr!- bar amasa: In h-si fein gehen, tal HLchie nnaefegi für uns; toller in ersmal in Rot an, so Täte an ruhr weniger 5bnieraöd4en fern * Des Bat -Gel seine Rebe; zm Bekättaz-ng fei 3ef»6ien -:.u er un ku Ernst artüti?saL ler aha ribae rein Al^ rauhr «, viet- mehr schwanke er ewa ferar ErrU rot 4* «fe ?::a in bem hageren Sesich: wir bloß, and fot mit r»aa l:n:rn Blicke Marchchev aerobe in bie Sagen. DaS ex bH erste Mal am Abend,'daß sich ihre Bugen oiefer begegneten. Bartba hatte nur eine Sekunde aui;:t!:± ob in ein Pa« Augen §ei4aut, die gerate auf sie gaichto wann, feft. Bar