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Hersfelder Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Fernfprech-Snschlutz Nr. 8

Nr. 100»

Donnerstag, den 22. August

1912.

Amtlicher teil

Hersfeld, den 20. August 1912.

Die Herren Bürgermeister derjenigen Gemeinden, in deren Gemarkungen durch die diesjährigen Truvven- üöunaen Flurschäden entstehen, haben wegen chrer Be­handlungen Folgendes auf das Genaueste zu beachten:

1. Das Verfahren richtet sich nach der Verordnung zur Lusnibrung des Gesetzes über die rcnrurcHunae» für t:e bewannere Macbr im Frieden in der Farung des Gesetzes vom 24. Mai li'* (3t 3. Bl. S 361' MM 12 §nl; 1^98, abaedruck: im Verchs-Gse^blau: von 1898 auf D^ 921 s2 wlgendL 'Tie -Herr«: -Ir^vorLinde aaben^ 'L rÄbs'rndsrr mw reu iüe- rrrumunuen. uruec __ . LsruusrL Erasnäraaeu. ise &$* «L 8runumiir§o» ä? x 3 £C. L. 3LL . un r>iLl«r nuuiÄLni Aerrurun zw n-nÜLr..

L. Zra orrätrrasE rar rßori pc: LinnsImmr chrer fen?chäniranorDernngen rrri^morbLm.^ Tun :nme Sr.rifbäTu.rarKsorvermigm: rusbaL un: mbgnäm dd3= nänPig erngchen rar narr.:: Smchcnnleluunaen runnchn vermieden werden, sind du 8dmnl<tüäsmveinLmer nn- zuwerien, fofoa nach Beendigung der Manöver ihre Grundstücke abzugehen und sestzuirellen, ob Beschä­digungen daran vorgetommen find.

3. Die Entichädigungsforderungen find umgehend in einer Nachwenung "zusammen zustellen, wie sie auf Seite 969 des R. G. Bl. von 1898 vorgeschrieben ist. Formulare hierzu (Titel und Einlagebogen) sind in der Funk'schen Buchdruckerei vorrärig und von dorr sofort zu hekhaner.. Dre der Mchweijung vorgedruckre An­merkung 1 Absatz 2 ist besonders zu beachten. Die Nachweisungen sind nnt allergrößter Sorgfalt auszu- füllen. Die Herren Lrtsvorfiände und für ihre voll­ständige und richtigeAusfüllung unbedingt verantwortlich. Sämmtliche SchÄiensanmeldungen ein und desselben Eigentümers find in der Nachweisung unmittelbar hinter einander aufzuführen. Jede einzelne Schadens­anmeldung ist unter fortlaufender Nummer auf besonderer Linie aufzuführen.

Die Nachweisungen find mir so einzureichen, daß sie hier bestimmt am Donnerstag den 19. September d. Js. sämtlich eingehen.

4. Die Anordnungen, welche in den Adiätzen 35 vonIH Besondere" Verpflichtungen der Besitzer von Grundstücken 2C/ (R. G. Bl. S. 934) enthalten sind, sind auf das Genaueste zu befolgen.

Hiernach haben die Beschädigten in denjenigen Fällen, in welchen Beschädigungen an Feldern einge- treten sind, die noch nicht abgeerntet sind, unmittelbar nach eingetretener Beschädigung die Entscheidung des Orisvorstandes darüber anzurusen, ob und inwieweit

Pluto.

Kriminalnovelle von Klara Rheinau.

(Nachdruck verboten.)

(Schluß.)

.WaS gibl8, Georg?" fragte er ärgerlich,halte mich nicht zum Narren, bitte/

Statt jeder Antwort deutete Georg auf den roten Schein, der mit jeder Sekunde intensiver wurde.

Um deS HimmelSwillen, Heinrich," rief er außer sich, beeile Dich die Hütte steht in Flammen!'

Warum sagtest Du dies nicht früher, Georg?

In unglaublich kurzer Zeit war der Rest deS Weges zurückgelegt und atemlos erreichten die jungen Männer das Häuschen, dessen Strohdach lichterloh brannte; dichte Rauch­wolken stiegen daraus auf; hie und da brachen helle Flammen hervor und verbreiteten einen Feuerschein am dunklen Nacht­himmel.

Georg eilte in daS HauS, taumelte aber in der nächsten Sekunde sprachlos, bleich wie der Tod, wieder ins Freie. Rein Wunder, daß der Schreck ihn momentan gelähmt hatte. Drinnen herrschte eine gräuliche Verwüstung; an dem Tische saß, den Kopf auf die Platte gestützt, ein verwildert auSsehen- der Mono, während ein zweiter, total betrunken, auf dem Boden lag. Der arme Georg blickte seinen Schwager an und seine Augen stellten die Frage, welche seine Lippm nicht bilben konnten:Wo ist Margaret'?'

Dann stürmte er, blaß vor Wut, wieder in daS HauS hinein, packte den am Tisch Sitzenden bei der Schulter und schiruelte chn heftig; doch dieser erwachte nicht auS seinem Rausche.

Die beiden jungen Männer zerrten nur mit naeimai Kläffen die Schlafenden mk Äre« btnnuf, aber all ihre Be- mübunpen, sie auszuweckrr. erwiesen sich alt vergeblich. Schwer berauich! und halt erstickt im Raucht vermochrer. dre Schmter terr Won deworzubringer.

Georg g^ärberr sich wn ein Sabnrnniijtr.. reff rr wilder

die Aberntung der beschädigten Felder zur Vermeidung der Vergrößerung des Schadens einzutreten hat. Für die Entscheidung des Ortsvorstandes find die Be­stimmungen der" Ausführungs-Amoeisung maßgebend. Wer sich der Anordnung des Orrsvornandes nicht unterwirft, läuft Gefahr jedes An-rruches verlu'no -u gehen, oder eine nur enoprechend geringere Ent­schädigung zu erhalten. Cr^net der Ortsvapstand die Abernrung vor dem Eintreten der AbfchäMngs- txnrar. an ober will eur Sigerrtümer von dem be- firaraen Grundstück selbst eine Verän-remmz vorneh ":en snue-, Sesteü'ea uM ehe d-e XCv^::;' rs?.-.nrw"'"o« :en Scharen -estrestsSst hat '. An ras ^ia-m st>rzmms- eesftßrer. nach Nr? 4 rara;.~;üwn. Tre.x-vr^ fixräiÜÄraex Lst« raen chch ks üA/. ca rase u:n Ära ?.r.ra «xt Kw-or t® '*jtaf/T.ifcpxn^ s L srsgLr "x: wrazra.: ?: .an :*'.*: 'ch . Xrr^ rärararaiürazra;; nee ntän mei". '« imes^mtet: irar rxner LWsröchilü r.m v.ewsr wem. mch. ext Fsftstrllm.: o% lln m-,« ' .-e- Schmers varL BvrM- iiup.ung nragrraben hex T« Vorab a.ü-mra us- üueä: oma Den Bmuermest er in vemeo char' ra zwe: unvartemLen Lmseingerebenen S-rie-Nutzer:. Sie hat ra unter allen Umstl 'den nur am uen Urn-ung des anaerrchreten Schadens aber nicht auf die Höhe der dafür zu gewäbrenden EnrschädigungSsumme zu er­strecken. Es ist demnach genau ie'rzunei.en, rn welchem Zustand sich das beschädigte Grundstück befindet, welcher Schaden entstanden ist und wodurch. Handelt es ftd)_um die Beschädigung von Feldfrüchten Rüben, Karrogeln usw.), so ist ihre Menge in Gewicht oder Fuhren ausgedrMt, sesiAujieür.^ und ^MchMug auch ihre etwaige noch weitere Verwenbarken (> B. als Viehfutter). Bei Erschwerung der Ernte z. B. beim Ausmachen von Kartoffeln infolge starken Verrretens des Landes ist die erforderliche "Mehrarbeit zu beur­teilen. Handelt es fich um Schäden an Land, das zur Saat vorbereitet ist, so muß festgestellt werden, welche Arbeiten (Ackern, Eggen, Krümmern) und in welchem Umfang noch erforderlich werden, um das Land wieder in ordnungsmäßigen Zustand zu bringen. Bei noch nicht gepflügtem Lande ist festzustellen, welche Mehr­arbeit gegenüber der regelmäßigen Bestellarben eintrin (vierspännig, starr zweffoännig) Pflügen, vermehrtes Eggen oder Krümmern.

Ueber fämmüiche Vorabschätzungen ist ein Protokoll aufzunehmen, welches von dem Bürgermeister und den Abschätzern, fowie von den Beschädigten zu unterschreiben ist. Zu diesem Protokoll find die nämlichen Formulare zu verwenden, welche unter Nummer 3 vorgeschrieben sind. Daneben find die Schadensfälle aber selbstver­ständlich auch an der gehörigen Stelle in der Hauol- nachweisung aufzunehmen.

Tönen nach Margaret und machte sich die bittersten Vor- würfe, daß er sie allein gelassen. DaS ganze Häuschen wurde durchsucht, sie war nirgends auszufinden; vor der Türe deS SchlaszimmerS war eine dunkle Loche, daneben lag ein blut­beflecktes Messer.

Die Elenden haben sie umgebracht!' rief der arme Georg und brach in Tränen auS. Seinem Schwager schnitt eS inS Herz, den großen, starten Mann wie ein Kind meinen zu sehen, und er versuchte ihn zu trösten und aufzurichten. Doch Georg besaß keine Spur von Willenskraft mehr; starr und hoffnungslos blickte er auf die Blutlache am Boden. Der junge Offizier zog ihn mit Gewalt auS dem Hause, denn dichte Rauchwolken drangen durch daS brennende Dach in die Stube.

Wenn sie tot ist, Georg, müssen wir sie finden; doch vielleicht,' setzte er etwas zögernd bei,hält sie sich nur irgendwo verborgen.'

In dem kleinen Hosraum heulten die beiden Jagdhunde und zerrten an ihren Retten, in wilder Angst dem Feuer zu enttommen.

Heinrich machte sie frei und meinte sragend:Vielleicht würden die Hunde ihre Spur entdecken?

Ein Schimmer von Hoffnung leuchtete in GeorgS Augen auf.

Wo sie ist, muß auch Pluto sein.'

Er ließ einen lauten, schrillen Pfiff ertönen und trat hinaus, um zu lauschen.

Pluto! Pluto!'

AuS weiter Fnne vernahm man daS Heulen eines HundeS, eS klang wie ein schmerzlicher Klagelaut.

,Pluto ist bei ihr,' sagte Georg mit zitternd» eümmr. O Margaret, mein Weib "

DaS Heulen vnstummrr Alles war wieder still.

Gebe Du, Hemrich. Ich konnte eS nicht ertragen ße rot zu fmbai/

,®nc gd>er daß bau nrch: k »/ osicpr der Ander» stL an der Scharren vor Hof-nunx auüammermnüe thu Seorg. vielierch. hin. fu Dnn: Summe.'

Starparr-. Margmr

Der Zeitpunkt der Abschätzung steht noch nicht fest. Er wirb für jede Gemeinde besonders mitgeteilt werden. Die Herren Bürgermeister haben den Abschätzungs- lerminen versönlich beizuwohnen.

I. 9753. Der Landrat

von Grunelius.

iaM, den 1. August 1912.

Der Herr U.itsrichtZmimsta bot wst rrlaß vom 5. Fum 1912 a BL E. Nr. 759 H. r^ Ärwd des § 48,2 Lehr«- Geröll, was-G-'tz;im2e. Mri1lM,'ürdat Rechnungs­jahr 1912 vor Bestvoruvg der VeörauSgcmen für d-e 7k* oäörwg eneS >Itet^ubga i.;:^'-'iiy^ «an 100 ISwtta d-e LrLrrr:.'Ls :eS BezrrS des ^.-.m via 257P. Duck bieM.een 7,-umn enu-.2er w rhe ^chrsfle:!« i: SM : >r jur tz-ich ?zunf «a Lt feiln i en.en ^ä uweffaii.1. De ^c-.Lte ne -er mr ine W imi fc^pSwaSWw n p-.^jnm.t.j'iinr.r Müll ^u: efiiflei.ua k.m^lweiriLtzk ui.xrechas n-e.ic ix.;.! '..Mmmrmkwwg -.;. .u; Äflum i.ttk if.ai^uL vemrarchk rr'v'ch«. B U. UÄL^

SlöniZlich! iheg.nur^ -r.i .-üunc :!.: 7. Leo- um VchullueW. Dr. Llvvckevb c tu.

HrrStckv, der 16 August 1912.

Wird vnSffmLtcht.

L 9319. Der Lande«

von Grunelius.

HerSjeld, den 13. August 1912.

Zu Gomerkhouien, Kreis LlSkeld, ist bk Maul- und Slauenjeache cmtlich feHge-ttUt worden. Goruerkhausen ist Eperrbt-ick. T:e £ue Cbe: CXiDto, Nied^-Lst^der., Haar- b^ufen, l'^mfat^, Hc n-rn und Homberg a. d. Ohw bilden daS BrobachtungSakbiel.

L 9352. Der Laodrat.

3. S.:

V. Heujinger, RegierungK-Refnmdar.

HerSfeld, Den 16. August 1912.

Der Bürgermeister Heinrich 2 o 6 in LruSpiS ist am 14. August 1912 als solcher für eiuen am 27. August 1912 beginneudenwrüerenachtjährigen Zeitraum wiedergewähllworden. Ich habe diese Wiederwahl heute bestätigt.

J. A. Nr. 5934. Der Laudrat

vou GruueliuS.

HerSfeld, den 19. August 1912.

Der aas Donnerstag, den 29. August dS. JS. in der Stadt Fulda ongr-etzte Liehmarkt wird unter den seither be- tantugegebeuen 8eüinn:ungen abgchalten. Mit dem Austrieb darf um 6 Ahr morgens begonnen werden.

L 9639. Der Landrat.

3.

v. Heusinger, Regierungs-Resermdar.

Reine Antwort erfolgte. Wieder und wieder rief der Un­glückliche den Nawm seiner Gattin und lauschte dann hoch- klopsenden HerzenS auf die Stimme, die vielleicht für immer verstummt war. Da schleppte sich langsam und sichtlich unter großen Schmerzen der treue Pluto daher, kroch zu den Füßen seines Herrn und winselte kläglich.

Pluto, wo ist sie?' fragte Georg mit gebrochener Stimme, sich zu ihm nieberbeugenb.

DaS arme Tier blickte einen Moment in sein Gesicht und kroch dann langsam wieder weg, sich umblickend, um zu sehen, ob sein Herr ihm folge.

Schweigend schritten die beiden Männer hinter ihm her, keiner wollte seinen Gedanken Motte verleihen.

DaS kleine HauS stand nun in hellen Flammen, welche weithin die trübfeelige Landschaft beleuchteten. Plötzlich klang eine Stimme MargoreteS Stimme in verzweiselter Todesangst durch die stille Nacht:Georg, mein Gatte, rette mich!'

Der Ton schien unter der Erde herzukommen und Heinrich entdeckte nach kurzem Suchen den Morast, in welchem die Aermste versunken war. Er legte sich platt auf den Boden, reichte mit beiden Armen hinunter und berührte zu seiner treudigen Ueberraschung zwei eifigkalte Hände, die krampfhaft eine Wurzel oder einen Ast umklammerten.

Margaret, noch eine Sekunde halte fest! Wir sind hia!'

Nicht der leiseste Laut kam als Antwort zurück. Der Bmder umfaßte noch fester die kalten Hände.

Georg, hilf mir, aber rasch!'

Ist sie hier?' keuchte der Gatte, kaum im stande zu sprechen.

3a, ja! Beeile Dich! Hilf mir, sie berar'zuzichev!'

Ihrer vereiruen Bemühungen gelang ek, ber. lub lebloien Körper MargoreteS auS der liefe zv beiötbern it w« eine rraurigr Bürde für eines Sauen Arme. Er hob nr zLüliä auf und lehr:.'. daS kni«. Kille Ge^ch: g-s-n mne Schuff-r.

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