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herchlder Armblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Fernsprech-Hnschlutz Nr. 8 I

Nr. 113. Sonnabend, den 21. September 1912.

Erster Statt.

HmlllclKr all.

Die Eröffnung der Hersfelder Kreis­bahn findet nunmehr

Donnerstag den 26. September d. 3s. statt.

An der Eröffnungsfahrt kann mit Rück­sicht aus den vorhandenen Platz nur eine bestimmte Zahl von Festgästen teilnehmen. Diese werden besondere Einladungen er­halten. Indes ist, soweit es der Platz gestattet, bei dem Nachmittags 5 Uhr im Gasthaus zum Stern in Hersfeld statt- findenden Festmahle jedermann willkommen. Der Preis des Gedeckes ohne Wein be­trägt 3 Mark.

Anmeldungen sind bis spätestens zum 24. d. Mts. an Herrn Hotelbesitzer Kniese hier zu richten.

Am 27. September 1912 wird die Bahn dem regelmäßigen Verkehr übergeben werden.

Hersseld, den 19. September 1912.

Der Vorsitzende des Kreisausschusies

I.a.6972. von Grunelius.

AuS Anlaß deS diesjährigen Manövers der 22. Division werden die zu bildenden preußischen Gendarmeric-Patrouillen auch im Großherzogtum Sachsen-Weimar sowie in den Herzog­tümern Sachsen-Meiningrn und Sachsen-Koburg-Gotha Ver- Wendung finden, wie andererseits weimarische Gendarmerie- Patrouillen preußisches Gebiet berühren werden.

Alle diese Patrouillen haben die in der Manöverordnung und im Anhang zur Feldgendarmerieordnung vorgesehenen

Frauenherzen.

Groteske aus dem Feldzuge von 1870.

Nach dem Englischen von Klara Rhein au.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Da haben wir'?! Eine hübsche Bescherung I WaS wird nun demnächst sich ereignen, möchte ich wissen? Und vor fünf Minuten beglückwünschte ich mich noch, daß die gute alte Zeit vorüber sei I WaS soll ich nun tun wie soll ich diese gute Dame aufklären? ES war schön von ihm, daß er sich auf die Träne beschränkte. Wenn er meine Antwort erfährt, wird er ihr vielleicht alles erzählen, nur um mich zu ärgern. Meinetwegen ich kann eS nicht ändern.

Ich lehne den Kops in die Hand und versuche die ganze Sache leidenschaftslos zu überdenken versuche mir vorzu- stellen, daß dies tatsächlich ein HeiratSantrag ist noch dazu mein allererster. Ich verfalle in tiefe Träumereien und kann mir über meine Gesühle nicht klar werden. Ich weiß nicht, ob ich entsetzlich beleidigt und entrüstet bin, oder entsetzlich ich weiß selbst nicht genau waS. Natürlich gibt eS für mich nur eine Antwort darüber kann kein Zweifel bestehen. Niemals in meinem Leben sühle ich mich weniger unentschlossen wie in dieser Angelegenheit. DaS Beste, waS ich tun kann, ist, alles oder wenigsten? fast alles meinem guten Tantchen zu erzählen.

Dann erinnere ich mich deS fatalen PostskriptumS und all der Schrecken, die eS in sich einschließt Erklärungen, peinliche Fragen, Hohn und Spott von feiten deS OnkelS. Aber davor will ich mich schützen. Ich werde ihn durch Tantchen warnen lassen, daß ich, wenn er auch nur den kleinsten Scherz auf meine Kosten versucht, mich in die Loire stürzen werde.

Tantchen ist nicht in ihrem Zimmer. Ich gehe hinab, um sie im Salon zu suchen. ES ist ganz düster, aber bei dem Feuer bemerke ich eine Gestalt; mit dem Brief in der Hand nähere ich mich derselben und stehe dem Graf von Löwenstern gegenüber. Wir betrachten einander verlegen. Er

Pflichten und Befugnisse sowohl für daS preußische Gebiet alS auch für das der anderen BundeSstaaten.

Caffel, den 29. August 1912.

Der RegicrungS'PrSsidcnt. I. V. gez. v. W u s s o w.

*

HerSfeld, den 9. September 1912.

Wird veröffentlicht.

I. 10160. Der Landrat.

I. A.

Wessel, KreiSsekretär.

HerSseld, den 16. September 1912.

Diejenigen Herrn Bürgermeister deS Kreises, welche meine Verfügung vom 28. Februar 1880 Nr. 2182 Kreisblatt Nr. 18 betreffend Einzahlung deS LooSholzgeldeS noch nicht erledigt haben, werden hieran nochmals erinnert.

Ich sehe der Einreichung deS geforderten Berichts nunmehr bestimmt bis zum 23. September d. JS. entgegen.

Der Vorsitzende des Kreisausschusies:

I. A. Nr. 6446. von GruneliuS.

Die Maurerlehrlinge des Kreises HerSfeld, welche die Ge- sellen-Prüsung machen müssen, werden aufgefordert sich bis zum 28. September d. JS. bei dem Unterzeichneten zu melden und nachstehende Schriftstücke einzusendcn.

1. Gesuch um Zulassung zur Gesellen-Prüfung.

2. Einen eigenhändig geschriebenen LebenSlaus.

3. Ein Zeugnis deS Lehrmeisters.

4. Ein Zeugnis der Volksschule.

5. Ein Zeugnis der Fortbildungsschule, sofern dieselben eine solche besucht haben.

6. Den Lehrvertrag.

Der PrüsungStermin wirb uen betreffenden schriftlich mit­geteilt werden.

HerSfeld, den 14. September 1912.

Der Vorsitzende deS Prüfungsausschusses.

H. Schulz, Maurermeister.

*

HerSfeld, den 17. September 1912. Wird veröffentlicht.

I. 10774, Der Landrat.

3. 8.:

Wessel, KreiSsekretär.

HerSfeld, den 16. September 1912.

Von der Firma A. Hönig in NippeS sind diejenigen Normal-Kuppelstücke, die nicht paßten, umgeändert worden.

Die in Betracht kommenden Bürgermeister ersuche ich nochmals, daS Kuppelstück in den nächsten Tagen hier abzu- holen und auch für die Bezahlung der Rechnung zu sorgen, soweit dies noch nicht geschehen fein sollte.

I. 9492 n. Der Landrat.

3. A.:

Wessel, KreiSsekretär.

bemerkt den Brief. Ich mache einen schwachen Versuch, die Türe zu erreichen, aber er kommt mir zuvor.

Nein, Fräulein, nein! Sie müssen mich hören Sie können Ihre Grausamkeit nicht noch weiter treiben. Morgen verlasse ich diesen Ort, um mich meinem Regimente vor den Toren von PariS wieder anzuschließen. Aber ich kann nicht von hier weggehen, ohne ein Wort der Verzeihung, wenn ich auf mehr nicht hoffen darf."

Ich blickte in peinlicher Verwirrung zu ihm auf, und er fährt eifrig fort:

Wenigstens werden Sie meine Erklärung anhören? Sie werden mir glauben, daß ich Sie an jenem Tage nicht ab­sichtlich täuschen wollte? Darf ich Ihnen erzählen, wie alles kam? Vom ersten Augenblick an, da Sie in daS Zimmer traten, beobachtete ich Sie. Ich sah Ihr süßeS Antlitz bald von mitleidigen Tränen betaut, bald von sanftem Lächeln ver­klärt, und ich beneidete jene armen Burschen. Ich wünschte, daß auch ich krank und verwundet wäre, um durch einen Blick auS Ihren beredten Augen beglückt zu werden. Aber ach, Sie nahmen keine Notiz von mir! Ich sah, wie Sie am Ende deS Zimmers zögernd stehen blieben und glitt un­gesehen vor Ihnen durch die Portiere hinaus, in der Hoffnung, Sie im Korridor zu begegnen. Der Anblick deS leeren BettcS erweckte die Idee in mir, ich wollte für kurze Zeit den Kranken spielen. Sie traten ein und hielten mich für tot, und ich fürchtete, Sie durch eine Bewegung zu verscheuchen. Und dann, dann ciel, Mademoiselle, ich bin nur Fleisch und Blut wie konnten Sie erwarten, daß ich bewußtlos liegen bliebe, als Ihre himmlische Träne aus meine Wange fiel, alS Ihr"

Hier unterbreche ich ihn durch heftiges Ausstampfen meines Fußes.

Monsieur, Monsieur, halten Sie ein 1 Wie können Sie wagen? Sehen Sie nicht O, o, o I"

Ich lege beide Arme auf den Tisch, lasse meinen Kopf daraus sinken und breche in einen Strom von Tränen auS. Augenblicklich ist er auf seinen Knieen an meiner Seite ich fühle den Griff seine? DegenS an meiner Schulter; er fleht für sich selbst in rascher, gebrochener Sprache, aus

nichtamtlicher teil.

PolitischerWochenbericht.

Während derBerichtSwoche haben die Kaisermanöver ihren Abschluß gesunden. Obgleich derartige Veranstaltungen zunächst von rein militärischem Interesse sind, kommt ihnen doch auch eine nationalpolitische Bedeutung zu. Man hat an dem Geiste, der die Truppen beim Manöver beherrscht, sowie an dem Grade der Teilnahme, mit der die Bevölkerung den Uebungen folgt, einen nicht zu unterschätzenden Barometer für den Patriotismus und die Wehrfreudigkeit, die in der Masse deS Volkes lebendig find. Unter diesem Gesichtspunkte nun dürfen wir aus die hinter unS liegenden Manöver mit be­rechtigtem Stolze und herzlicher Freude zurückblicken. Außer­ordentlich starke Massen standen sich diesmal im Manöverselde gegenüber, und ungewöhnlich waren die Anstrengungen, die Offizieren und Mannschaften zugemutet wurden. Aber die Stimmung, welche die Truppen beherrschte, war bi? zum letzten Augenblick eine ausgezeichnete. Nicht nur die aktiven Mannschaften, sondern auch Reservisten und Landwehrmänner gaben sich mit unermüdlichem Eifer und lebendiger Begeiste­rung den Ausgaben hin, die ihnen gestellt waren. Und ein kraftvoller Hauch diese? soldatischen Geiste? teilte sich auch der übrigen Bevölkerung mit. Mit regem Interesse und hoch­gesteigerter Spannung begleitete alt und jung die militärifchen Exerzitien.

Im ungarischen Abgeordnetenhause hat die Obstruktion der oppositionellen Parteien mit erneuten, kaum noch zu überbietenden Lärm- und Skandalszenen eingesetzt. Schon einmal ist die feste Han^ ^S gerrwärligen ungarischen Mi­nisterpräsidenten von Luea.'j und deS Präsidenten vc? Abge­ordnetenhauses Grafen TiSza derartiger ObstruktionSversuche Herr geworden. Hoffentlich bewährt sich diese feste Hand auch der erneuten Obstruktion gegenüber.

Der Entschluß Frankreich?, seine gesamte Flotte im Mittelmeer zu konzentrieren und sie so auSzubauen, daß sie den Vereinigten Flotten Oesterreich? und Italien? zahlen­mäßig überlegen ist, hat in Italien eine Wirkung auSgelöst, mit der wir vom deutschen Standpunkt au? nur zufrieden sein können. Man folgert nämlich daran?, wie zahlreiche Preßstimmen beweisen, auf italienischer Seite die Notwendig­keit, die herzlichen Beziehungen zwischen Italien und Oester­reich-Ungarn wesentlich zu stärken und den Dreibund nicht bloß zu erneuern, sondern ihm auch einen noch bedeutungs­volleren und wichtigeren Inhalt zu geben alS bisher. Auf dir Verwirklichung der in Frankreich lange und sehnlichst ge­nährten Hoffnungen, Italien vom Dreibünde ablösen und der englisch-französischen Entente angliedern zu können, dürste dem­nach in absehbarer Zeit nicht zu rechnen sein.

Ueber die herzliche Ausnahme unsere? Kaiser? in der Schweiz ist die sranzösische Chauvinistenpresse

sranzösisch, aus englisch und schließlich in weichem, wohl­lautendem Deutsch. Ich verstehe nicht die Hälfte von dem, waS er sagt eS ist natürlich alle? ganz entsetzlich; aber doch hat die Sache einen romantischen Anstrich ein Ritter in Waffen ich meine in Uniform vor mit auf den Knieen, im Begriff, in den Krieg zu ziehen, seiner leiden­schaftlichen Liebe Worte verleihend, michseine Hoffnung, da? Licht seiner Augen, den Stern seiner Leben?" nennend.

Aber ich höre nicht aus ihn ich will nicht hören nein!Meine Berührung würde ihn in jedem Fall wieder in? Leben zurückgerufen haben." O ja, sehr schön au?gedrückt! Ein Leben ohne mich wäre für ihn schlimmer alS der Tod." WaS weiß er vom Tode?

Doch die? dars nicht so weiter gehen.Seine Mutter liebt mich bereits wie eine Tochter." Diese unglückselige Be- meitung ruft meinen Kummer von neuem wach, ich schluchze zum Herzerbrechen und ohne zu wiffen, waS ich sage, breche ich in die Worte auS:

Nein, nein, schweigen Sie ich will nicht auf Sie hören I O, eS war grausam, zu grausam I Warum warum waren Sie nicht wirklich tot?"

Miß Lottie, liebe Miß Lottic, weinen Sie nicht so! Ich war nicht tot, da? ist wahr; aber ich gebe Ihnen mein Wort alS deutscher Soldat, ehe dieser Monat zu Ende ist, ehe da? neue Jahr anbricht, werden Sie mit diesen Vorwurf nicht mehr zu machen haben. In diesen Zeiten ist eS leicht, den Tod zu finden, wenn man sich danach sehnt. Freudig will ich in die Schlacht ziehen und aus dem Felde der Ehre mein Leben enden. Und nun werden Sie mir vergeben, nicht wahr, mein Fräulein? Und im Laufe Ihre? glücklichen Leben? werden Sie dem armen Deutschen vielleicht manchmal einen flüchtigen Gedanken weihen, ihm, der Sie so tief beleidigt ober auch so treu geliebt hat, wie Sie in Ihrem Leben nicht mehr geliebt werden können."

Bei dieser unerwarteten Wendung der Dinge erhebe ich mein tränenüberströmte? Antlitz und rufe fast verzweifelt:

O, Monsieur, bitte, sprechen Sie nicht so o bitte, vergessen Sie meine törichten Worte! Ich wußte nicht, waS ich sagte wirklich, ich wußte eS nicht! O, waS würde