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herrfelder Ureizblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Fernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 116.

Sonnabend, den 38. September

1913.

Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten.

Erstes Blatt.

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Bekanntmachung!

Mit Wirkung vom 27. September 1913, dem Tage der Betriebseröffnung, übernimmt die Kreisbahn HcrSseld- Heimboldshausen die Besörderung von Personen, Reisegepäck, Expreßgut, Leichen, lebenden Tieren und Gütern aus Grund der allgemeinen Bestimmungen des Deulschen-Eisenbahn- Personen- und GepäcktarisS Teil I, deS Deutschen-Effenbahn- TiertarisS Teil I, und deS Deutschen-Eisenbahn-GütertarifS

Fahrplan, gültig vom L Oftober 1912 bis 30. April 1913.

Richtung Hersfeld-Heimboldsh ausen.

Stationen Zug No. Zug No.

Richtung Heimboldshausen-Hersfeld

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HerSseld, den 24. September 1912.

Der Beginn der Personenstandsaufnahme für die bevorstehende StaatSsteuerveranlagung ist von der Königlichen Regierung auf Grund deS Artikels 40 Abs. 2 der AuSfüh- rungSanweisung vom 25. Juli 1906 aus den 16. Oktober 1912 festgesetzt worden.

Frauenherzen.

Groteske aus dem Feldzuge von 1870.

Nach dem Englischen von Klara Rhein au.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Mai 1871. In unserem freundlichen Devonshiere Heim. Frischer, duftiger, lieblicher Mai, wie liebe ich Deine balsamische Lust und daS melodische Gezwitscher Deines gefiederten ChoreS I Ich fühle mich geneigt, in die fröhlichen Lobhymnen mit ein- zustimmen, denn ich bin wieder heiter und glücklich und habe längst all meinen Kummer unter dem Schnee im fremden Lande begraben. Krieg und Blutvergießen find glücklich zu Ende, und der holde Friede hat in der knospenden Welt seinen Einzug gehalten. Mit dem Frühling ist auch all meine frühere Jugendlust zurückgekehrt, und der fromme Schwester­orden hat keine AuSficht mehr auf schätzbare Assistenz. Tante Alice ist wieder in ihrem geliebten Eden Hall eingelebt und ganz die blühende, tätige, sreundliche Matrone von früher; sie gedenkt nicht sobald wieder eine Reise zu unternehmen. Auch Onkel Fred befindet sich wohl und ist cS zusrieden, aus seinen Lorbeeren zu ruhen, als die ausschließliche Autorität in in allen kontinentalen Angelegenheiten zwischen Exeter und dem Ende deS Landes.

Und nun zum Helden dieser rührenden Geschichte, dem schönen, blauäuigen Ulanen, der sich noch kürzlich mit so schweren TodeSgedanken trug. Er ist ha, ha, ha! nicht tot, sondern kürzlich alS Invalide in seine Heimat zu- rückgekehrt. Dies« Tatsachen erfuhr der Onkel ganz zufällig, denn seit jenem Morgen, vor nun vier Monaten, da er so trostlos und gebrochenen Herzens von bannen ritt, hat er in seiner Weise mit unS in Verkehr gestanden, hat niemals, weder direkt noch indirekt den Frieden unseres traulichen FamilirnzirkelS zu stören versucht. So viel von meinem tapfern, loyalen, mich ewig liebenden, verzweifelnden Verehrer I ettt?älmen seinen Namen nicht mehr, wir haben ihn so vollständig auS unserm Leben gestrichen, wie er unS auS dem

Teil I, soweit diese Bestimmungen nicht durch den besonderen Tarif der HerSfelder-KreiSbahn (Teil II) aufgehoben, abge« ändert oder ergänzt werden.

Ueber die BesörderungSpreise geben die Betriebsleitung und die Stationen der HerSfelder Kreisbahn Auskunft.

HerSseld, den 20. September 1912.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses:

I. A. 64191. von GruneliuS.

Hersfeld, den 26. September 1912.

Nachstehend veröffentliche ich den vom Herrn Re­gierungspräsidenten im Einvernehmen mit der König­lichen Eisenbahndirektion in Erfurt genehmigtenFahrplan für die Hersfelder Kreisbahn, gültig vom 1. Oktober 1912 bis 30. April 1913.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses von Grunelius.

Hierzu bestimme ich:

I. Die PersonenstandSausnahme ist am gleichen Tage zu Ende zu führen.

Sofort nach Beendigung haben die Herren Bürgermeister und GutSvorsteher daS personenverzeichnts verbunden mit der Gemeindefteuerlifte aufzustellen. Dabei sind in allen Fällen, wo Arbeiter, Angestellte und Beamte

seinigen. Nun, ich hoffe, der tapfere Herr wird einen deutschen Fixstern finden, der seinen Weg erleuchtet irgendeine ehren­werte, sächsische Jungsrau, so wahr und treu, wie er es ver­dient, um ihm die Sterbegedanken zu vertreiben.

Und seine treue Mama! Ich denke, sie hat jetzt ihre große Sehnsucht überwunden, die Sehnsucht, mich an ihr Herz zu drücken, und mein Gesicht mit DankcStränen zu be­feuchten ! WaS für Possenreißer die Menschen find! Und Alle sind einander gleich Engländer, Franzosen, Deutsche, Spanier. Ich werde nie viel mit der Welt verkehren, daS ist gewiß; nur jetzt noch will ich tanzen und mich amüsieren und dann mich meiner Freiheit als alte Jungfer freuen. Den ersten Teil dieses Entschlusses gedenke ich heute Abend noch in Ausführung zu bringen heute am 18. Jahrestage jenes denkwürdigen 14. Mai, an welchem ich zuerst daS Licht der Welt erblickte. Die Einladungen sind zum ersten Mal in meinem eigenen Namen ergangen. Durch eine zierliche, gedruckte Karte habe ich meine Verwandten, meine Freunde und Freundinnen, meilenweit in der Umgegend, benachrichtigt, daß ich heute Abendzu Hause" bin und sie gebeten, sich um 9 Uhr zu einem kleinen Tanzvergnügen bei mir einzufinden.

ES ist jetzt acht Uhr vorüber und ich begebe mich in daS Gesellschaftszimmer hinab, um in dem großen Spiegel einen ungestörten Uebcrblick meiner in azurblaue Gewänder gehüllten Gestalt zu erlangen. Ich finde daS Zimmer bereits in Be­schlag genommen durch meinen Kusin, Reginald Beauchamp, einen Gentleman, dessen Wohnsitz von Eden Hall auS zu Fuße zu erreichen ist und der unS während deS Winters sehr häufig mit seiner Gesellschaft beglückt hat.

Vor Jahren, alS ich noch ein Kind in kurzen Röckchen war, war dieser Kusin, damals ein etwa vierzehnjähriger Junge, mein Ideal von allem Schönen und Herrlichen in der ganzen Schöpfung. Er brächte mehrmals seine Sommerferien bei unS zu und ich Pflegte ihm den ganzen Tagen wie fein Schatten zu folgen. Ich fürchtete sein Stirnrunzeln, ich strahlte wenn er lächelte; ich fühlte mich geneigt, in den Boden zu sinken bei seinem stolzen Verweis.Kleine Mädchen sollen nur gesehen, nicht gehört werden", und ich erschauerte ordentlich vor Glück, wenn er mir erlaubte, sein Schmetterlingsnetz oder

in Frage kommen, zuvor Besuchen um JMitteilung der Lohn- oder Gehaltsbezüge an die Arbeitgeber oder die Behörden zu richten. Die Anordnung erstreckt sich auch auf die sich außerhalb (in Westfalen oder sonst wo) aus­haltenden Arbeiter, die ihre Familie am Orte wohnen und ihren steuerlichen Wohnsitz am Orte haben.

Ich verweise auf die Verfügung vom 23. 9. 08, Nr. 2265 KreiSblatt 114/08.

Bis zum 20. Oktober d. Is. müssen diese An­fragen abgesandt sein. Soweit tunlich, können sie auch schon vor dem 16. k. MtS. und zwar schon am 30. d. MtS. erfolgen. Dies empfehle ich für die Gemeinden, in denen die Zahl der Personen, über die Auskünfte einzuholen sind, 25 nicht übersteigt.

In den Auskünften enthaltene Unrichtigkeiten und Zweifels- Punkte find sofort nach Eingang der Auskünfte klarzustellen und zu beseitigen.

II. Dann ist

a. daS Verzeichnis der physischen Personen anzulegen, die am Orte Einkommen auS Grundvermögen oder Gewerbe­betrieb haben, welche aber in einem anderen preußischen Orte zur Einkommensteuer zu veranlagen sind, und

b. daS Verzeichnis der nichtphysischen Personen.

III. Anschließend hieran ist die Staatssteuerliste und Staatssteuerrolle aufzustellen.

IV. Die Schuldennadsweisungen find zu vervoll­ständigen.

Zu diesem Zwecke ist bis zum 10. k. Mts. ortsüblich bekannt zu machen, daß sämtliche Schulden, Schuldenzinsen, TilgungSbeiträge, dauernde Lasten und Versicherungsprämien (§ 8 II d. E. G.) binnen 8 Tagen bei den OrtSvorständen anzumelden find.

V. An Formularen kommen zur Verwendung:

1. PersonenverzeichniS in Verbindung mit Gemeindesteuerliste,

2. StaatSsteuerbste,

3. StaatSsteuerrolle,

4. Schuldennachweisung,

5. Verzeichnis der auswärts wohnenden physischen Personen, die in der Gemeinde Grundbesitz haben oder Gewerbe betreiben,

6. Verzeichnis der nichtphysischen Personen,

7. Ersuchen an die Arbeitgeber um Mitteilung von Lohn- bezügen,

8. Ersuchen an auSwärtige OrtSbehörden um desgleichen, 9. Mitteilungen über Lohnbezüge an auSwärtige Gemeinden.

Die nötigen für die Verhältnisse im hiesigen Bezirk besonders eingerichteten Formulare mit Ausnahme der zu 5 bezeichneten werden wie bisher bei der hiesigen KreiSblattdruckerei beschafft und gehen den OrtSvorständen wie in den Vorjahren recht­zeitig von hier auS mit KostennachweiS zu.

Die Formulare zu 5, die in geringem Maße gebraucht werden und deren Bedarf sich nicht übersetzen läßt, find in

feine Angel zu tragen, während er sich an O ckelS besten Zigarren glücklich tat, die meine kindlichen Finger für ihn ge­stohlen hatten.

Zum ersten Mal feit jenen glücklichen Tagen hatten wir unS diesen Winter getroffen; sehr ermüdet von der Lebens Last hatte Reginald Oxford verlaffen, um eine Zeit lang aus den Gütern seiner Vorfahren zu vegetieren, wie er sich hoch­mütig auSdrückte. In kalter, stolzer Erhabenheit läßt er nun als Landebelmann fein Licht leuchten; eS gibt schönere, noblere und reichere Männer als Reginald, wie mir scheint, aber ge­wiß keine selbstbewußteren. So nimmt er auch jetzt mein frühes Herabkommen all eine selbstverständliche Aufmerksamkeit gegen feine hohe Persönlichkeit.

?ltj, da bist Du ja! Laß mich den Aufputz betrachten. Drehe Dich langsam um. Hm, nicht so übel für einen länd­lichen Versuch! Ei, ei, wie ihr Frauenzimmer euch austakelt; Ich möchte missen, wieviel Meter"

Wo ist Onkel Fred?" fragte ich, seine faden Bemerkungen kurz abschneidend.

Nach dem Bahnhof, glaube ich, um irgend einen frühen Ankömmling abzuholen, aber"

Er unterbricht sich rasch, denn unter der Türe erscheint deS OnkelS breite Gestalt und hinter ihm bemerke ich o Ent­setzen! die breiten Schultern und daS Helle Gesicht meines stattlichen Ulanen I Sprachlos starre ich die unerwartete Er­scheinung an, da stürmt auch schon Tante Alice mit ihrem gewohnten AuSruf der Ueberraschung:Großer, allmächtiger Himmel!" in daS Zimmer.

Wir schütteln alle einander die Hände und wiederholen in einiger Verlegenheit immer wieder, wie sehr wir überrascht find.

Ueberrascht!" ruft Onkel Fred, in höchstem Bergnügm seine Hände reibend.So wollte ich'S gerade! Ihr glaubtet ihn nie wieder vor Augen zu sehen, nicht wahr? Aber ich wußte eS besser. Wir beide führten die ganze Zeit her eine sehr eifrige Korrespondenz miteinander, aber ich sagte Euch nichts davon, um mir den Spaß nicht zu verderben. Sobald er im stände war, zu reisen, schrieb ich ihm:Kommen Sie herüber, junger Mann!" und da ist « nun endlich. Ich liefere ihn jetzt in Deine Hände ab, Alice; pflastere und pflege