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Herzfelder Kreisblatt

Gratisbeilagen: Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage

Zernsprech-^nschlutz Nr. 8

Nr. 106. Dienstag, den 9. September 1913.

Amtlicher teil.

HerSseld, den 4. September 1913.

Diejenigen Herren Bürgermeister der Kreises, welche meine Verfügung vom 28. Februar 1880 Nr. 2182 Kreisblatt Nr. 18 betreffend Einzahlung des LooSholzgeldeS noch nicht erledigt haben, werden hieran erinnert.

Ich sehe der Einreichung des geforderten Bericht- nun­mehr bestimmt bis zum 14. September d. I S. ent­gegen.

Der Vorsitzende des kreisausschuffes:

I. A. Nr. 6763. von GruneliuS.

HerSfeld, den 3. September 1913.

Diejenigen Herren Bürgermeister, die meine Verfügung, betreffend Einreichung einer BestandSnachweifung an deck- fähigen Ziegen und angekörten Ziegenböcken noch nicht erledigt haben, werden hiermit nochmals erinnert. Frist 10. September dS. JS.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses:

I. A. Nr. 5934III. von GruneliuS.

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HerSfeld, den 5. September 1913.

Im Monat August dS. JS. sind von hier aus den

nachbenannte« Persönlichkeiten Jagdscheine erteilt worden: A. Jahresjagdscheine:

a, entgeltliche:

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4/8. dem Kausmann Georg Schreiber in HerSfeld;

5/8. GaSverwalter Hermann Reuß in HerSfeld;

6/8. Pfarrer Karl Kaiser in ObergeiS;

7/8. Hauptmann a. D. Otto Bötticher in PhilippS- th°l;

7/8. Apotheker Alfred Castendyk in HerSfeld;

7/8. Gärtner O. Löpke in PhilipPSthal;

8/8. Kausmann Heinrich Bolkenand in Friedewald;

13/8. Landgräfl. Rendanten Karl Oswald Wiegand in PhilipPSthal;

16/8. Bergmann Christian Rosenthal in RanSbach;

20/8. Gastwirt Paulus Hornickel in Tann;

22/8. Gerichtsvollzieher Hrch. Becker in HerSfeld;

26/8. stud. med. Kurt Stern in HerSseld;

26/8. Dienstknecht Emil Helm in Gethsemane;

26/8. Kausmann Friedrich Baucke in HerSseld;

30/8. Gastwirt Conrad Sander in HerSfeld;

b. unentgeltliche:

5/8. Kgl. Obersörster Thielow in Niederaula;

5/8. Kgl. Förster Kohl in Niederaula;

5/8, n Hof

5/8. Martin in Holzheim;

5/8. , Neuschäfer in Hattenbach;

5/8. Kühnemuth in FosthauS Falken­

bach ;

Zwei Beiden.

Preisgekrönter Roman aus der Zeit vor hundert Jahren von M. T r o m m e r S h a u f e n.

(Fortsetzung.)

So ist eS, ja," rief Saher fest.

Eine Pause entstand. Gewitterschwül lastete daS Schwergen auf der ganzen Versammlung, die Stille vor dem Sturm.

Aller Augen waren in höchster Spannung auf die jungen Offiziere gerichtet, die sehr bleich auSsahen, aber keinen Augen­blick wich ihr Auge dem Blick deS Generals auS.

Sie sind mit den Waffen in der Hand gefangenge- nommen," begann d'Ägoult wieder mit gedämpfter Stimme, mit den Waffen in der Hand, obgleich Sie auf Ehrenwort entlassen waren, meine Herren. Wie war daS möglich?

Sie fragen, wie daS möglich war, Herr General? nahm Georg von Wilhelmi daS Wort.Meine Antwort ist: der König brauchte Soldaten, daS Vaterland war m Not, und wir hatten vier gesunde, starke Arme, die helsen sonnten. Lange genug hielten wir unS zurück, ganze lange zwei Monate. Aber als wir im Januar dieser Jahre- 1807 von der Bildung deS Hirschfeldschen Freikorps hörten, da widerstanden wir nicht mehr dem heißen inneren Dränge, unsere junge Kraft zur Verfügung zu stellen, sei eS aus die Gefahr hin, diesem Ver­langen zum Opser zu fallen. Versetzen Sie sichin unsere Lage und urteilen Sie, ob Sie anders gehandelt h^ten.

Wilhelmi sprach langsam und leise, aber mit völliger Ruhe und großer Festigkeit. ,

Ich stimme dem Gesagten ganz und völlig zu, sagte Friedrich von Saher. , m

Wieder entstand eine Pause. Die Worte deS kühnen Offiziers blieben nicht ohne Eindruck. Die Blicke der Franzosen richteten sich mit Achtung und Bewunderung auf sie. 3 , aus dem Auge deS General- schimmerte eS wie Mitlew

Das Weitere wird sich finden," jagte der General dann hm Brecken wir für heute dre Verhandlungen av.

'Er w°ndt7 sich an den Oberst.WaS ich vorhin mit

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Kgl. Hegemeister Prescher in Ger-hausen; Forstaufseher Schneider in Kirchheim;

Waldwärter Philipp Paul in WillingShain; Landgräfl. Hofsekretär Heinrich ClauS Philipp-thal;

Kgl. Forstmeister Caefar in HerSfeld; Forstassessor TobiaS in HerSfeld; Förster Hammer in HerSseld; Hegemeister Schaake in Unterbaun; Förster Mainz in KerSpenhausen; Förster Tangermann in WipperShain; Hegemeister Ruloff in ForsthauS Sorga Kgl. Oberförster Kerstins in Friedewald Hegemeister Radeck in HilmeS;

Rohloff in Friedewald; Förster RottSahl in AuSbach;

Breitenstein in Friedewald;

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Studenroth in Husschmidt in Zimmermann in

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Kgl. Forstmeister Mantels in HerSfeld;

Hegemeister Lehmann in Friedlos;

Troch in Meckbach;

Förster Schmidt in Friedewald;

Franz in KathuS;

Spörer in Meckbach;

Forstaufseher Beuermann in Friedlos;

Stiebeling in HerSfeld;

Kgl. Forstmeister Schulz in HerSfeld;

Förster TeuSler im ForsthauS Mönche-;

Hegemeister Wege in HerSfeld;

Förster Thunecke in Gitter-dorf;

in

Hegemeister Buge in HeeneS;

Förster Drusche! in GitterSdors;

Nogatz in Tann;

Reinhardt in KalkobeS;

Forstaufseher Kurz in HerSfeld;

Kgl. Forstmeister Dietrich in Heringen; Hegemeister Bode in Hönebach Kr. Rotenburg;

Hoff in Heimboldshausen;

Herterich im ForsthauS Herfa;

Förster Kurth im ForsthauS Bengendors;

Klotz im ForsthauS Stöckig;

Wiegand im ForsthauS Lenzer-;

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Curth in Lautenhausen

Finger in Heringen;

Körner in Heringen; Forstschüler Klotz im ForsthauS Stöckig.

B. Tagesjagdscheine:

14/8. dem stud. math. Fritz Pietzke auS PotSdam,

z. Zt. in HerSseld.

Der Landrat von GruneliuS.

Ihnen, Herr Oberst, besprach, ist nunmehr hinsällig geworden. Wir gehen jetzt nach Küstrin. Dort wird bestimmt werden, was geschehen soll. Sind die einundzwanzig Mann, die mit Ihnen gefangen wurden, in der gleichen Lage, wie Sie," fragte er Wilhelmi.

Keineswegs, Herr General. Sie sind sämtlich entweder AuSgewechselte oder Versprengte deS preußischen HeereS."

Ich glaube Ihnen. Herr Kapitän Humbert, nehmen Sie diese beiden Herren in strenges Gewahrsam. Sie haften mir dafür, daß sie sicher nach Küstrin überführt werden."

Draußen vor dem Rathause war eine große Menschen­menge versammelt, die in größter Spannung auf daS Ende deS Verhör- und die Entscheidung über daS Schicksal der Gefangenen wartete.

Dicht an die Wand gedrängt, standen die zwei jungen Mädchen in der Landestracht. Obgleich sie jung und zart auSsahen, besaßen sie offenbar doch die Kraft, sich gegen den Strom der Andrängenden zu behaupten, denn sie wichen keinen Zoll weit von ihrem Platze hart an der Tür, auS der die Gefangenen herauStreten mußten.

Ab und zu erschien einer von den Leuten, denen eS ge­lungen war, biS an den Gerichtssaal vorzudringen, und be­richtete draußen» war er gehört und gesehen hatte.

Wißt ihr schon? Die beiden Leutnant- find bei der Kapitulation von Prenzlau aus Ehrenwort entlassen worden," flüsterte einer aufgeregt.Die Tür wurde gerade aufgemacht, alS ich zufällig davor stand, und als Kapitän Humbert unS fortjagte, habe ich'- deutlich gehört, daß der General d'Sgoult fragte, ob sie von denen wären, die bei Prenzlau kapituliert hätten, und daß der eine ganz laut antwortete: Wir wurden zur Kapitulation gezwungen, Herr General."

Na, und was weiter?" fragte an Unwissender auS dem Hausen.Wenn der Anführer kapituliert, so müssen die Mannschaften folgen. DaS ist keine Schande."

Nein, aber die Öftrere sind nach der Kapitulation aus Ehrenwort entlassen worden," entgegnete der erste bedeutungsvoll.

#Unb wer auf parole dhonneur entlassen ist, darf nicht wieder die Waffen gegen den Feind ergreifen." ergänzte ein dritter.

Hesi.-Naff.

landw. Verufsgenossenschaft

Sektion Hersseld.

I. 8. 1510.

HerSfeld, den 5. September 1913.

Den Herren Bürgermeistern und Gut-vorstehern deS Kreise- werden in Kürze die neu ausgestellten landwirtschaftlichen Be- triebSunternehmer-Verzeichnisse, in welche bei den einzelnen Betrieben da- Abschätzung-ergebnis eingetragen worden ist, zugesandt.

Die Verzeichnisse sind gemäß § 998 Abs. 2 der Reich-- VersicherungSordnung vom 19. Juli 1911, ReichS-Gesetz-Blatt Seite 509 ff. durch die Gemeindebehörde bezw. die GutS- vorsteher zwei Wochen lang zur Einsicht der Beteiligten (BetriebSunternehmer) auSzulegen.

Der Beginn dieser AuSlegungSsrist ist mindestens 1 Tag vorher aus ortsübliche Weife bekannt zu machen. Bei der AuSlegungistinSbefonderedaraufzuachten, daß die Auslegung auch tatsächlich zwei volle Wochen erfolgt. Sehr oft ist eS vorgekommen, daß derartige Fristen nicht eingehakten worden sind. Bei zwei- wöchentlicher Frist ist zu beachten, daß die Frist mit dem Tage endet, an welchem die Offenlegung begonnen hat. Ist also z. B. der Beginn der Offenlegung ein Mittwoch, so endigt die Frist auch an einem Mittwoch und nicht etwa schon am Dienstag.

In denjenigen Fällen, in denen da- Gesamtergebnis der Abschätzung in Spalts 37 die Zahl von 1500 abgeschätzten ManneSarbeitStagen nicht übersteigt, können die Betriebs Unter­nehmer gegen die Ausnahme oder Nichtaufnahme der einzelnen Teile und Flächen ihrer Betriebe in daS Unternehmerver- zeichniS innerhalb der Frist von einem Monat, welche von dem Tage der Beendigung der zweiwöchentlichen AuflegungS- frift zu laufen beginnt, Widerspruch bei dem Sektion-vorstand erheben. Dagegen steht ihnen nicht daS Recht zu, die nach § 28 der GenoffenschaftS-Lotzung in Verbindung mit § 994 der ReichSversicherungS-Ordnung der Abschätzung zu Grunde gelegten EinheitSzahlen zu bestreiten.

Bei der Abschätzung größerer Betriebe dagegen, in denen die Zahl der regelmäßig beschäftigten Arbeiter mehr alS fünf beträgt, daS AbfchätzungS-ErgebniS also die Zahl von 1500 ManneSarbeitStagen übersteigt, oder in denen der BetriebS- unternrhmer und sein Ehegatte weder der Zwangs- noch der freiwilligen Versicherung unterliegen, ist jeder BetriebSunter- nehmer innerhalb der obenerwähnten einmonatlichen Frist be­rechtigt, außer der Aufnahme oder der Nichtaufnahme in daS UnternehmerverzeichniS auch daS Abschätzung-ergebnis durch Widerspruch bei dem SektionSvorstand anzufechten, sofern er in der Lage ist, binnen einer weiteren, vom Tage deS Wider­spruchs ab beginnenden Frist von drei Monaten seine ab­weichenden Behauptungen glaubhast zu machen. Dabei würden die Widerspruch erhebenden BetriebSunternehmer den tatsächlich

Die beiden Leutnant- haben aber doch wieder gekämpft und sind mit den Waffen in der Hand bei Christianstadt gefangen? Jetzt verstehe ich."

Verdenken kann man ihnen nicht, daß sie wieder kämpften. Welcher ehrenhaste Preuße kann untätig zusehen, wie sich sein Vaterland verblutet?" bemerkte ein vierter halblaut.Sie haben recht getan."

Willst du ruhig sein! Hier haben die Wände Ohren. Du weißt nicht, wie schnell e- dir an den Kragen gehen kann."

Bist du denn nicht meiner Ansicht?" fragte der vorige zurück.

DaS schon. Aber du mußt doch missen, daß eS sehr strafbar ist, wenn man alS entlassener Kriegsgefangener nicht sein Wort hält."

WaS für eine Strafe fleht denn darauf?" fragte einer auS der Menge.

Darauf steht Todesstrafe."

Die eine der Mädchen, die am Eingänge deS Rathauses an der Wand standen, zuckte zusammen bei diesen Worten und sank vornüber, wie zum Tode getroffen. Die andre schlang geschwind den Arm um sie und stützte sie.

Ermanne dich, Hilda, um GotteS willen! Wir dürsen kein Aufsehen erregen."

Hast du gehört, waS sie sagen?" flüsterte Hilda, nach Luft schnappend.ES ist nicht wahr, eS kann nicht wahr sein."

Sieh nicht so wild um dich, Hilda, schlag die Augen nieder, beiß die Zähne zusammen!"

Eben stürzte wieder einer au- dem Hause.

DaS Verhör ist fertig, rief er flüsternd. Gleich werden die Gefangenen herauskommen."

Mit Mühe hielt Ermentrud die Schwester im Arm auf­recht. Hilda sah kreideweiß auS und Napperte mit den Zähnen vor Erregung. Aber sobald die Tür aufging und die Gendarmen mit den Gefangenen erschienen, war die Schäche verschwunden. Mit einem Ruck riß sie sich auS Ermentrud- Armen und stand aufrecht auf ihren Füßen. ,

Die rasche Bewegung blieb unbemerkt. Beide Offiziere