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Schlüchterner Zeitung.

Amtliches Blatt für die Veröffentlichuilgen des Kreises Schlüchtern.

Erscheint Mittwoch- und Samstag». Preis vierteljährlich 1 Mark. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfennig.

^M 26. Samstag, den 31. März. 1888.

Bestellungen auf das 2. Quartal 1888 (April, Mai, Juni) der

^S^Schlüchterner Zeitung" ^W

bitten wir durch die Post,(auch Landbriefträger) oder die Boten gest aufgeben zu wollen, und zwar möglichst bald, da Nachlieferung bereits erschienener Nummern nicht immer möglich ist. Neu zutretende Abonnenten erhalten die Zeitung vom Tage der Bestellung bis Ende d. Mts. gratis.

S ch l ü ch t e r n , im März 1888. Dxx HerUUsgkÜtk.

. Amtlicher Th eil.

Nechnungs-Abschluß

der Kreisspar- und Leihkasse zu Schlüchtern pro 1887.

= 6. IkerValtungsjaHr. =

^. Geschäftsbewegung während des Rschmmizsiakrcs. R. Vermöaensstand am 31. December 1887.

Einnahme.

Mk. Pf.

Ausgabe.

Mk. Pf.

Activa.

Mk. Pf.

Passiva.

Mk. Pf.

4424 274126

17763 110070

18134

. 3440 16095

39929

.. . 58

36

85

47

44

59

10

73

63

Kassenbestand am 31.jl2; 86 resp. 31.|12. ^7

Spar-Einlagen..........

Darlehen gegen Hypothek ......

Wechsel incl. Prolongationen

Hinterlegung v. Werthpapieren

(Lombard)......

Schuldbekenntnisse an Gemein­den rc........

Werthpapieren-Conto (eigene Effecten) . .

Zinsen-Conto . ...... . .

Sparmarken-Conto . ........

Geschäftskosten-Conto ... . . . . .

Sumsn« __

8299 161544 113775 106565

27596

31565 28467

2908

3357

73

49 09

02

80

68

8299

580748

91201

41940 147660 168805

9438

500

73

38

52 02 96

33

Kassenbestand

Darlehens - Bestand gegen Hypothek

Darlehens - Bestand gegen Wechsel

Lombard-Darlehen Darlehen an Gemeinden Werthpapieren-Bestand Zinsen-Rückstände, in 1888 erst fällig werdend,

Mobilien-Werth

Spar-Einlagen Sparmarken-Einlagen (Pfennig-Sparkasse)

Verkaufte u. noch nicht zu­rückgelieferte Sparmarken Zinsen-Forderung pro 1887 von denSpareinlag. Vorauserhobene Zinsen pro1888 »»»Wechsel-Darlehen Reservefonds am 31.

December 1886

Summa Passiva

1003003

288

58

30152

1788

8010

32

26

52

99

1,048593

1,043301

94

09

Summa Activa

Passiva wie nebenstehend ab

1043301

09

484078

81

484078

81

5292 85 Reingewinn im Jahre 1887, welcher dem Reservefonds über-

wiesen wird, wodurch sich solcher auf 13,303 Mk. 84 Pfg. erhöht. ' S ch (ü ch te r n, den 24. Mkärz 1888.

Der Rendant: Der Controleur:

Pfalzgras. Julitz.

Vorstehender Rechnungs-Abschluß wird hiermit znr öffentlichen Kenntniß gebracht. Schlüchtern, den 26. März 1888.

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses: Roth, Königlicher Landrath.

Die Bekanntmachnngsgcbnhren in Kreiswegebau- Augelegenheileu sind innerhalb vier Wochen dahier in Empfang zu nehmen, welches die Herren Bürgermeister ihren Orte dienern mittheilen wollen.

Schlüchtern, den 27. März 1888.

Der Kreiskassen-Rendant: Pfalzgraf.

Bekanntmachung.

In der Kreisbaumschule dahier werden von jetzt ab bis zum 14. April Obstbänmchen von allen Sorten zu den bekannten Preisen abgegeben.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses zu veröffentlichen, auch die für ihre Gemeinden nöthigen Bäumchen während obiger Zeit Bormitt. abholen zu lassen. Schlüchtern, den 28. März 1888.

Die Kreisbaumschul-Verwaltung.

Dbcrförsterei Marjost.

Der Herr Minister für Landmirthschaft, Domainen und Forsten hat den Uebergang der Verwaltung der Forstkässe der Oberförsterei Marjoß vom 1. April 1888 ab von dem Königlichen Rentmeister Herrn Kaiser zu Schlüchtern auf den Königl. Rentmeister Herrn Locher zu Steinau angeordnet, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.

Die Herren Bürgermeister des Kreises Schlüchtern wollen für ortsübliche Veröffentlichung dieser Bekannt­machung in den bezüglichen Gemeinden gefälligst Sorge tragen.

Marjoß, den 28. März 1888.

Der Königliche Oberförster: Nickel.

Deutsches Reich.

Berlin. Privatdepeschen wissen von einer merklichen Besserung des Kehlkopfleiden« des Kaisers zu berichten. Hervorgehoben wird, daß der Kaiser jetzt nicht nur flüssige, sondern auch feste Speisen ohne Beschwerde zu sich nehme. Auch die Stimmung soll sich gebessert habe». Die Aerzte denken daran, sowie die Luft wärmer wird, dem Kaiser das Ergehen in frischer Luft zu ge­

statten. Nach Ems soll vom Hofmarschallamt die An­frage gerichtet worden sein, ob im dortigen Hotel zu den Vier Türmen" alle Räume heizbar sein. Da dies bejaht wurde, traf die Antwort ein, man solle Alles für ein mögliches Eintreffen des Kaisers bereit halten. Trotz­dem ist zwischen Ems und Wiesbaden noch nicht ent­schieden; man scheint dem Kaiser selbst die Wahl zwischen beiden lassen zu wollen.

Die deutschen Gold- und Silbermünzen werden nächstens das Bild Kaiser Friedrichs tragen. Alle An­stalten dazu sind in den Münzstätten getroffen.

AlsWilhelmStag" soll, wie von verschiedenen Seiten angeregt worden ist, der 22. März fernerhin in den Kalendern bezeichnet und" als nationaler Feiertag des deutschen Volkes begangen werden, als ein Tag, an dem jeder Deutsche, ohne Unterschied der Konfession und der Partei, das Bewußtsein der nationalen Zu­sammengehörigkeit erneue. Der Wilhelmstag, so schließt ein Blatt seine Aufforderung, wird dann stets der Tag sein, an welchem in Gedanken auf der Gruft des großen Kaisers im Mausoleum zu Charlottenburg jeder Deutsche das Gelöbniß der Anhänglichkeit an das Herrscherhaus und an die Nation von Neuem niederlegen wird, ein­gedenk der großen Worte, die Schiller durch den Mund des alten Attinghausen uns zuruft:Seid einig, einig, einig!"

Der griechische Kronprinz geht auf Freiers­füßen, ob in Berlin oder London, weiß Niemand gewiß. DieMagdeburger Zeitung" will wissen, in Berlin, wo er um die Prinzessin Sophie, dritte Tochter des Kaisers, werbe; seither hieß es, er habe seine Augen auf eine Tochter des Prinzen von Wales geworfen. Wenn einmal die Türkei getheilt wird, dann bekommt Griechenland ein Stück davon. Der Kronprinz von Griechenland, der in das 2. Garde-Regiment eingetreten ist, um den Dienst in der preußischen Armee kennen zu lernen, ist der 1. Compagnie des genannten Regiments attachirt worden und nimmt bereits an den täglichen Uebungen Theil. Der Prinz führt den Titel Herzog

von Sparta, seine Wohnung hat er nicht in einem königlichen Schlosse, sondern in einem Privatquartier am Reichstagsufer genommen.

Tages-Ereigniffe.

Schlüchtern. Folgende Militairpflichtige aus dem hiesigen Kreise haben sich ein Vergehen gegen § 140 Abs. 1 Nr. 1 des Str.-G.-Bl. zugezogen: 1) Joseph Heil von Sannerz, geb. am 3. Dezbr. 1865, zuletzt das. wohnhaft. 2) Franz Joseph Schultheiß, geb. am 3ten August 1866 zu Elm, zuletzt das. wohnhaft. 3) Daniel Paul, geb. am 26. Nov. 1866 in Sannerz, zuletzt das. wohnhaft. 4) Johann Philipp Jacob Abel vonSchlüchtern, geb. am 8. Dezember 1866, zuletzt daselbst wohnhaft. 5) Andreas Gehring, geb. am 31. Okt. 1866 zu Schlüchtern, zuletzt das. wohnhaft. 6) Bernhard Herber, geb. am 25. Febr. 1867 in Klesberg, zuletzt das. wohnhaft. 7) Melchior Kohlhepp, geb. am 2. März 1867 in Oberzell, zuletzt das. wohnhaft. 8) Christoph Knöll von Seidenroth, geb. am 29. Jan. 1867, zuletzt das. wohnhaft. 9) Johannes Rüffer, geb. am 15. April 1867 in Wall roth, zuletzt das. wohnhaft, werden beschuldigt, als Wehrpflichtige in der Absicht, sich dem Eintritte in den Dienst des stehenden Heeres oder der Flotte zu entziehen, ohne Er­laubniß das Bundesgebiet verlassen oder nach erreichtem militairpflichtigen Alter sich außerhalb des Bundesge­bietes aufgehalten zu haben. Dieselben werden auf den 4. Juni 1888, Vormittags 9 Uhr, vor die Strafkammer des Königlichen Landgerichts hierselbst zur Hauptver­handlung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach § 472 der Strafpro­zeßordnung von dem kgl. Civilvorsitzenden der Ersatz­commission des hiesigen Kreises über die der Anklage zu Grunde liegenden Thatsachen ausgestellten Erklärung verurtheilt werden.

Unserer heutigen Nummer liegt ein Arithmogriph bei, mit deren Lösung unsere Leser sich eine stille Fest- tagSstunde vertreiben können.