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Amtliches Blatt für die Veröffentlichungen des Kreises Schlüchtern.
Erscheint Mittwochs und Samstags. - Preis vierteljährlich 1 Mark. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfennig.
^ 97. Samstag, den 8 December.
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1888.
Amtlicher Theil.
Verzeichnis
der am 30. November der Körungs-Commission zu E l m vorgeführten Zuchtbullen.
Standort.
Besitzer.
Abstammung.
Alter.
Farbe.
Haar.
Haut.
Kopf u. Horn.
Ohr.
Hals.
Bug.
Rumpf
Rückenlage.
Schwanzlage.
Mroanj
Beine.
Mung.
Haltung
Bemerkungen.
Elm
Gemeinde
Simmenth. Kreutz.
l3/< Jahre
roth m weiß. Kopf u Fuße
grob
normal
gut
gut
gut
gut
gut
gestreckt
3. gut
z- gut
fein
gut
etw auswärts.
z- gut |
Nr. ii. ale jut Zucht gut.
Die Gemeinde Elm hat über 200 Stück Kühe ohne die Kalbinnen, es dürfte sich daher empfehlen, der Gemeinde aufzugeben, einen 2. Bullen zu beschaffen, wenigstens bis zum Frühjahr.
Elm, den 30. November 1888. Die Körungs-Commission:
H. Köhler. Roll. Müller.
Wegen Abschluß der Bücher und Zinsberechnungen pro 1888 können vom 17. b is 31. December cr. Spareinlagen nicht angenommen, noch solche zurückgezahlt werden, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.
Schlüchtern, den 3. December 1888.
Kreisspar- und Leihkasse.
R o t h.
Die Erledigung meiner Verfügung vom 4. Oktober cr. J. N. 6079 (Kreisblatt Nr. 84) betr. die Einsendung der Verzeichnisse über den Pferde- und Rind- Viehbestand wird hierdurch in Erinnerung gebracht und binnen 3 Tagen erwartet.
Schlüchtern, 5. December 1888.
Der Königliche Landrath: Noth.
Nr. 7300. Die Ortspolizeibehörden des Kreises werden hiermit angewiesen, vom 1. Januar k. J. ab alle Requisitionen an den Königl. Kreistt/Lrarzt um Feststellung von Thierseuchen, welche übrigens jedesmal eine kurze Darlegung des Sachverhalts enthalten müssen, regelmäßig durch meine Vermittelung und nur wenn dies wegen Eilbedürstigkeit des Falles nicht möglich sein sollte, an den Veterinürbcamten unmittelbar abzu- senden; im letzteren Falle ist mir jedoch gleichzeitig mit der Requisition Abschrift derselben mitzutheilen. Schlüchtern, den 4. December 1888.
Der Königliche Landrath. Roth.
Deutsches Reich.
Berlin. Uniformirung der Bürgermeister. Die „Deutsche Gemeinde-Ztg." hat sich die Ausgabe gestellt, eine zweckmäßige Uniformirung der Bürgermeister herbei- zuführen. Zur Erreichung dieses Zieles beabsichtigt die Redaktion der genannten Zeitung eine Petition an die Kgl. Staatsregierung zu richten und fordert zur Unterschrift dieser Petition alle Bürgermeister Preußens auf. — Ein wirkliches Bedürfniß zur Uniformirung der Bürgermeister liegt wohl nicht vor. Ginge es nach den Wünschen Einzelner, würde auch der Magistrat (Stadtrath) und die Stadtverordneten (Bürgerausschuß) am Ende noch mit Helm und Schwert ausgerüstet. Am Liebsten Alles Uniform.
— Zwei Berliner in Brasilien auf der Reise ermordet. Der hiesige Cigarrengroßhändler H. M. erhielt gestern die traurige Nachricht, daß sein Sohn und sein Schwiegersohn, welche sich auf einer Geschäftsreise in Brasilien befanden, in der dortigen Stadt Ar a caty das Opfer eines Raubmordes geworden seien. Die jungen Männer trugen große Baarmittel bei sich, welche den Räubern in die Hände gefallen sind. Als Thäter wurden zwei Knechte eines Gasthauses ermittelt und verhaftet. Nähere Details sind noch nicht bekannt.
— Ganz aus der Luft gegriffen ist das angebliche Zerwürfniß zwischen dein deutschen Botschafter Prinzen Reuß in Wien und dem Ministerpräsidenten Grafen Taaffe, so versichert die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung." Aus welcher Luft? Aus der Wiener oder Berliner? Jedenfalls sollte man doch diese Luft energisch des- infiziren.
— Ueber den vielbesprochenen Eintritt des Prinzen Heinrich von Preußen in das Gemach des Papstes, während dieser in demselben mit S. M. dem Kaiser Wilhelm sich unterhielt, erklärt jetzt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung", daß die Lesart der „Civilta Cattolica", Prinz Heinrich sei zu früh gekommen, keinen Glauben verdiene, obschon sie als „authentisch" von
Nachdem die italienische Regierung seit dem 1. März d. I. auf Waaren französischer Herkunft erheblich höhere Zollsätze in Anwendung bringt, als auf Waaren deutscher Herkunft, ist zum Nachweis letzterer die Beibringung vou Ursprungszeugnissen erforderlich, welche nach den von der italienischen Zollverwaltung erlassenen Bestimmungen von den Handelskammern, oder den Handelskammern gleichstehenden Körperschaften, von den italienischen Consularbeamten, von den Gemeindebehörden oder von den heimischen Zollämtern ausgestellt werden können.
Der Herr Minister des Innern erachtet es im Einverständnisse mit den Herren Ministern für Handel und Gewerbe und der Finanzen für zweckmäßig und angezeigt, daß die Ausstellung der fraglichen Ursprungszeugnisse durch die Gemeindebehörden erfolgt.
Ew. Hochwohlgeboren rc. ersuche ich, die dem Kreise ungehörigen Gemeindebehörden hiervon in Kenntniß zu setzen und anzuweisen, falls Anträge auf Ausstellung derartiger Ursprungszeugnisse an sie ergehen, diesen Anträgen stattzugeben.
Ein Formular des Zeugnisses ist in der Anlage (in deutscher und italienischer Sprache) beigefügt. Dasselbe ist zur Anwendung zu bringen und auch etwaigen Anträgen auf Ausstellung eines Ursprungszeugnisses in italienischer Sprache möglichst stattzugeben.
Cassel, den 30. November 1888.
Der Regierungs-Präsident.
Rothe.
Rom aus bezeichnet werde. Das ganze Programm des Kaiserbesuches, sagt das Berliner offiziöse Blatt, ist einschließlich der Bestimmung, daß Prinz Heinrich eine halbe Stunde nach dem Kaiser eintreten solle, mehrere Tage vorher mit Herrn v. Schlözer, dem preußischen Gesandten beim Vatikan, förmlich verabredet worden und es ist deshalb anzunebmen, daß die ganze Begegnung genau nach diesem Programm verlaufen ist.
Hamburg hat zu einem Denkmal für Kaiser Wilhelm I. 400,000 Mark bestimmt. Der Bildhauer Fritz Schaper wird das Standbild ausführen.
Essen. Die bulgarische Regierung hat bei Krupp in Essen eine große Lieferung Granaten bestellt, auch unterhandelt sie wegen Neubeschaffung von 18 Geschützbatterien.
Gütersloh t. Wests., 3. December. Verschüttet wurden vorgestern zwei Quartaner des hiesigen Gymnasiums, die sich beim Spiel im Sande einer benachbarten Haide eine Höhle angelegt hatten. Als sie in derselben saßen, fiel plötzlich die Decke ein und begrub beide Knaben unter Sandmassen. Durch bald herzukommene Personen wurde der eine von ihnen noch lebend hervorgezogen, während der andere bereits seinen Tod gesunden hatte.
Würzburg. Der Studentenulk treibt manchmal sehr humorvolle Blüthen. Dieser Tage wurde in Würzburg ein Musensohn arretirt, weil er angeblich im Wasserbassin des königlichen Hofgartens Goldfische angelte. Damit hatte es aber folgende Bewandniß: Der betr. Student hatte Tags vorher am Main gefischt. Etwa 100 Schritte oberhalb stand ein Professtonsangler, der mit steigendem Ingrimm bemerkte, wie sein Concurreut alle zwei Minuten einen Fisch herausholte, während er nichts fing. Da übermannte ihn der Zorn und er lief zur Polizei, um den unbekannten und wohl auch unberechtigten Fischer anzuzeigen. Sofort erschien ein Diener der Gerechtigkeit. „Bitte, mein Herr, wollen Sie sich legitimiren!" — „Jawohl," erwiderte der An
Ursprungszeugniß.
Der unterzeichnete Bürgermeister in N. N. bescheinigt hiermit, daß die nachstehend verzeichneten, von dem rc. Fabrikanten (Firma) in N. N. an die Firma rc. zu N. N. versandten Güter deutsches Boden- (oder Industrie-) Erzeugniß sind.
(Angabe der Waaren nach Zahl der Kolli, Zeichen, Nummern, Bruttogewicht und Gattung der Waaren.)
N. N. ben......
Der Bürgermeister.
(Stempel.) ___________
Certificato d’origine.
II sottoscritto Sindaco in N. N. certifica ehe le merci qui sotto descritte spedite dalla Ditta p. p. di N. N. alla Ditta p. p. in N N. sono di produzione del suolo (o dell industria) Germanica.
(Descrizione delle merci, cive quantita dei colli, marche, numeri, peso lordo e qualitä. delle merci.)
A. N. N. addi.....
II (Sindaco)
(Sugillo d’ufficio.)
Nr. 7316. Der Bauer Bonaventura Balz er zu Sannerz, geboren den 14. Juli 1865, hat um Entlassung aus dem diesseitigen Staatsverbande zwecks Auswanderung nach Amerika nachgesucht.
Schlüchtern, den 3. December 1888.
Der Königliche Landrath.
Roth.
geredete, „ich bin Student, hier ist meine Legitimationskarte." — „Diese Karte," erwiderte der Schutzmann, „berechtigt Sie aber nicht zum Fischen, ich muß gegen Sie vorgehen." — „Pardon, so schnell schießen die Preußen nicht. Was Wollen Sie denn von mir? Ich habe ja gar nicht gefischt." — „Was?" frug der Schutzmann verwundert, „der da oben hat Sie ja angezeigt und da halten Sie ja noch die Angel in den Main." — „Gewiß thue ich das, aber ich fische nicht." —• „Nun, was machen Sie denn sonst?" frug der Schutzmann ärgerlich. — „Sehen Sie," sagte der Student, die Angel mit einem Fisch herausschleudernd, „ich wässere blos meinen Häring," — Der Schutzmann betrachtete sich etwas verblüfft den Häring, begriff den Spaß und empfahl sich mit der Miene eines fröhlich Gefoppten. — Am anderen Tage wiederholte der Student im Hofgarten dieselbe „Gaudi", der Oberinspektor Möhl von Büncken, der gerade anwesend war, erblickte den Missethäter und diensteifrig ließ er den Schelm sammt seinem Häring arretiren. Man kann sich die folgende Scene und die Miene des Herrn Oberinspektors denken. Die Geschichte erregt unter den Studenten die ungeheuerste Heiterkeit.
Tages-Ereignisse.
Schlüchtern, 7. December. Alle Welt klagt in der jetzigen Jahreszeit über schlechte Wege, und da freut es uns um so mehr, bei uns einen erheblichen Fortschritt berichten zu können. Der Grabenweg, dieses Schmerzenskind unserer Stadt, ist nun hergestellt und ordnungsgemäß mit Sodener Kies beworfen worden, wofür wir dem Herrn Bürgermeister und den betheiligten städtischen Behörden besten Dank aussprechen. Nicht nur die Anwohner wissen diese Verbesserung zu schätzen, sondern Jedermann, der früher den Grabenweg wegen seiner Versumpfung scheute, ist davon angenehm berührt. Namentlich für das schöne Geschlecht ist besagter Weg schnell zu einer beliebten Promenade geworden.