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Erscheint Mittwochs u. Samstag Preis mitKreisblatt" n. .Gemeinnützige Blätter" vierteljührl. 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg

Samstag, reit 11. Oktober

1890.

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auf dieSchlüchterner Zeitung" werden noch fortwährend von allen Postanstalten nndLandbriefträgern

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Die Sparkassen im Kreise Schlüchtern.

Vom Äieiskasse-Rendonten $f a I j g r a f.

Zahlen beweisen! und da eine nähere B.trachtung des Sparkassenveikehrs im hiesigen Kreise interessant genug sein dürfte, auch dadurch unrichtige Kritiken und Urtheile, wie solche in jüngster Zeit namentlich in Schlüchtern colportirt worden sind, vermieden werden, will ich nachstehend die Gsichäftsresultate der einzelnen Sparkassen mittheilen. Um ein vollständiges Bild namentlich über die Ersparnisse zu erhalten, habe ich auch den Vorschuß-Verein zu Steinau angeführt.

Es betrugen dicSpar-Einlagen am 31. Dezember 1838:

Kreissparkasse Stadtsparkasse Schlüchtern . Stadtsparkasse Salmünster .

Vorschuß-Verein Steinau .

1,122 124 689,177 432,957 295,744

Mk.

14 Pfg. 73 62 04 ,.

Summa A = 2,540,003 Mk. 53 Pfg.

Im Jahre 1889 wurden eingelegt: Kreissparkasse..... 301,093 Mk. 56 Pfg. Stadtsparkasse Schlüchtern . 53,969 ,, 36 Stadtsparkasse Salmünster . 125,41t 94 Vorschuß-Verein Steinau . . 74,047 17 und an Zinsen dem Kapital zu- geschrieben bei der Kreissparkasse...... 21,768 49

Stadtsparkasse Schlüchtern . . 18,183 08

Stadtsparkasse Salmünster. . 7,195 36

Summa B 601,671 Mk. 96 Psg.

Es wurden dagegen an Einlagen im Jahr 1889 abgehoben: Kreissparkasse ...... 182,078 Mk. 98 Pfg. Stadtsparkasse Schlüchtern. . 84,261 99 Stadtsparkasse Salmünster . . 99,890 29 Vorschuß-B.rein Steinau . . 57.456 72

Summa C ----- 423,687 Mt. 98 Pfg. subtrahirt von der Summe L ergibt sich ein reiner Zuwachs der Einlagen von .... 177,983 Mk. 98 Pfg.

hieran participirt die Kreissparkasse mit . . . 140,783 Mk. 07 Pfg. Stadtsparkasse Salmünster. . 32,720 01 Vorschuß-Verein Steinau . . 16,590 45

Summa 190,093 Mk. 53 Prg. während sich bei der Stadtsparkasse Schlüchtern die Ein­lagen um 12,109 Mk. 55 Pfg. vermindert haben.

Unter Berücksichtigung des reinen Zuwachses ergibt der Gesammt-Einlagebesiand 2,717,987 Mk. 51 Pfg. und zwar für Kreissparkasse..... 1,262,907 Mk. 21 Pfg. Stadtsparkasse Schlüchtern . 677.068 18 Stadtsparkasse Salmünster . 465,677 63 Vorschuß-Verein Steinau . 312,334 49

An Zinsen werden für diele Einlagen bezahlt von der Kreissparkasse für ca. 900,000 Mk. 3 2 pCt. und für den Rest, Einlagen seit 1. Januar 1888, 3 pCt., während die übrigen Kassen 3, 3/s und 3'/a pCt. Zinsen zahlen.

Der größte Theil obiger Einlagen ist in Hypotheken angelegt, bei der Kreissparkasse z. B. 700,000 Mk., wovon 580,000 Mk. 4 bis 4hb pEt. und 120,000 Mk. 8/s pCt. Zinsen bringen, die letztere Summe ist aus den 3 pCt. Einlagen entnommen, es sind dieses einige größere absolut sichere Hypoth-ken an pünktliche Zins­zahler. Unerwähnt soll nicht bleiben, daß die Stadt­sparkasse in Schlüchtern fast die Hälfte ihrer Passiven, 330,000 Mk., gegen Bürgschaft ausgeliehen hat; indessen ist dieses lediglich Sache der einzelnen Sparkasse-Ver­waltungen, wie solche nach Maßgabe der Statuten, ihre Gelder belegen.

Interessanter sind die erzielten Zins-Ueberschüsse der einzelnen Kassen, weiche betragen:

Kreissparkasse......10,601 Mk. 19 Pfg. Stadtsparkasse Schlüchtern . . 9,221 99 Stadtsparkasse Salmünster . . 43 Vorschuß-Verein Steinau . . 4,120 20

Der geringe Zins-Ueberschuß bei der Stadtsparkasse Salmünster muß auf einen Schreib- oder Druckfehler Zurückzusühren sein, da diese Kasse gewiß einen höheren Zins Ueberschuß erzielt hat, während der Vorschuß-

Verein Steinau die Zinsüberschüsse größtentheils als Dividende an seine Mitglieder v ertheilt. Von letzterem Institut abgesehen, ist es nicht der Zweck öffentlicher Sparkassen, große Ueberschüsse zu erzielen für die Com­mune, sondern ihr Zw.ck ist der, dem Publikum zur sicheren und bequemen Unterbringung der Spargelder Gelegenheit zu geben und den creditwürdigen und fähigen Einsassen gegen billigen Zins Hülfe zu gewähren.

W.mn trotzdem die Kreissparkasse einen verhältniß- mäßig hohen Zinsüberschnß hat, so ist dieses haupt­sächlich ihrem bedeutendem Kassenumsatz im Jahr 1889 (ca. 1 */2 Million Mark), hervorgerufen durch ihren coulanten Geschäftsbetrieb, zu verdanken.

D r im Verhältniß zum Umsatz und Kapitalstock hohe Zinsüberschuß der Stadtsparkasse Schlüchtern ist dag-gen einerseits auf den bedeutenden Reservefonds dieser Kasse (141,210 Mk) und anderentheils auf den höheren Zinsertrag der Bürgschafts-Darlehen zurück- zuführen.

Von diesen Zins-U.berschüssen sind nun vor allen Dingen zu bezahlen und adzuziehen die Verwaltungs­kosten, welche betragen haben:

Bei der Kreissparkasse . . . 4122 Mk. 81 Pfg. Stadtsparkasse Schlüchtern 4343 47

Stadtsparkasse Salmünster 1505 94

Der hiernach verbleibende Rest ist reiner Ueberschuß und stießt dem Reservefonds zu, derselbe beträgt bei der Kreissparkasse ..... 24,970 Mk. 47 Pfg. Stadtsparkasse Schlüchtern. . 141,210 13 Stadtsparkasse Salmünster . 18,759 59 Vorschuß-Verein Steinau . . 17,983 25

Ins L-ben getreten ist die Kreissparkasse am 1. Dezember 1881, die Stadtsparkasse Schlüchtern im Jahre 1858, die Stadtsparkasse Salmünster, aus der früheren Loealcreditkasse Hervorgegaugen, im Jahre 1882, der Vorschuß-Verein Steinau im Jahre 1865.

In einem späteren Artikel beabsichtige ich die Ver­breitung und Vertheilung der Spargelegenheiten etwas näher zu beleuchten.

Deutsches Reich.

Berlin. Der Kaiser hat während seines Herbst- aufenthalts in Theerbude u. A. auch den berühmtesten Hirsch der Rominter-Haide, den sogenannten Schaufel­hirsch erlegt. Dieser Hirsch hatte sich seit dem Jahr 1884 durch eine zunehmend sich verbreiternde Schaufel­bildung der oberen Stangen, namentlich der rechten, ausgezeichnet, ebenso durch seine ungemeine Vorsicht. Alljährlich im letzten Drittel d:s September erschien er am Wolfsberg der Oberförsterei Szittk-hmen und schrie gegen eine Woche lang. Wo er in der übrigen Zeit des Jahres seinen Stand hatte, darüber herrschten lange nur Vermuthungen, doch sind im Schutzbezirk Dagutschen obiger Oberförsterei Abwerfstangen seines Geweihes gefunden worden. Die rechte Abwurf- stange aus dem Jahr 1888 trägt 10 Enden. Das Geweih, Mit welchem er erlegt ist, trägt 16 meist lange Enden, ist in der Schaufelbildung stärker als die früheren und giebt in Seltsamkeit der Erscheinung den berühmtesten Hirschen auf den Ridinger'schen Kupferstichen nichts nach.

Am 9. October traf der Kaiser zu den Schieß­übungen in KunnerSdorf ein. Bald nachher wird ein mehrtägiger JagdauSflugmach Hubertusstock unternommen.

* Ueber die Steuerpläne des jetzigen Finanz- ministers Miguel bezügl. der Ei nko mmme n st euer wird folgendes bekannt: Es soll fortan den Steuer­zahlern die Deklarationspflicht auferlegt werden, zwar nicht in Form der vielbesprochenen obligatorischen Selbst- einschätzung, sondern es soll in ähnlichem Sinne, wie Man in Sachsen schon seit langem -verfährt, jeder Staatsbürger, welcher ein Einkommen von über 1600 Mark bezieht, aufgeforditt, werchen, cher Einschätzungs­behörde auf Verlangen bindende) Auskunft über sein Einkommen nach den Werscksiedxneü HuellSt zu geben. Wird diese Auskunft verweigert, so begibt sich der Be­treffende des NcklamatioMechtkS) unh injolche« Fällen wird die (SinfMkiirigdbeböt^ sehr empfindliche SteusrerhÜhlMgen -iNsrhtzit chW -schaffen versuchen. WmiephMch'ilMcqUjt^ i^MhI dem bisherigen Und dem ^Miiiin eracht, t wird, ".grhtoÄU-Sl- dKDj iWtattip iMWo daß man glaubt) lIch'öeM^ Mein-Vörfühttü r-MejMEr« höhungdkrMmStÄrHkWMKost. »schMG Meyi

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* Für die Ausführung der Volkszählung im deutschen Reiche sind für Preußen soeben die ersten grundsätzlichen Verfügungen an d^ejLandrathsämter und Kreisausschüsse ergangen. Es kommt wieder das be­währte System dee Zählkarten in Anwendung. Jede Gemeinde ernennt bis zum 15. November eine Zahl- kommission ; diese hat die Gemeinde in Zählbezirke einzutheilen, welche in der Regel nicht mehr als 40 Haushaltungen umfassen dürfen, und ferner die er­forderlichen Zähler und deren Stellvertreter zu ermitteln und anzustellen. Alles dies muß bis spätestens den 19. November geschehen sein. Den Zählern werden dann zwei Zähler-Kontrollisten, sowie die erforderlichen Zählkai ten der verschiedenen Gattungen behändigt. Der Zähler hat die von ihm ausgefüllten Zählbriefe vom 28. bis 30. November persönlich von Haus zu HauS an die Hnshaltungsvorstände auszutheilen und diese über die Ausfüllung zu belehren. Vom 1. Dezember 12 Uhr mittags ab beginnt die Wiedereinsammlung der ausgefüllten Zählbriefe durch die Zähler, welche bis zum 2. Dezember Abends beendet sein muß. DieZähl- briefe u. s. w. sind bis zum 5. Dezember an die Zähl- kommissiou bezw. an die Ortsbehörde abzugeben. Nun folgt die Prüfung der Zählbriefe durch die Zählkom- mission, deren Ergebniß bis spätestens den 22. Dezember den Behörden zu übersenden ist. Bis zum 31. Dezember d. I. muß das ganze Zählgeschäft abgeschlossen sein.

Wolfenbüttel, 4. Oktober. Zwei Brüder, Klempner- meister Carl Müller und Tischlermeister Theodor Müller, feierten heute hierselbst ihr goldene Hochzeit mit den Schwestern Henriette und Caroline geb. Beddig.

Ein Fall fast übermenschlicher Pflichttreue er­eignete sich auf der Bahnstrecke Wunstorf-Löhne. Das Töchterchen eines Weichenst llers war bei einem Kar« toff- lfeuer von den Flammen ergriffen worden und eilte hilfeflehend dem elterlichen Hause zu. Der Vater, der die große Lebensgefahr seines Kindes sah, verließ, da gerade der fällige Schnellzug im Anfahren war, seinen Posten nicht, versah vielmehr seine Weiche und eilte erst dann zu seinem brennenden Kinde, welches bald darauf seinen Brandwunden erlag.

In der Nähe von Dornburg ist in der vorigen Woche ein Floß auf der Saale an das Ufer gerann* und bei dieser Gelegenheit ist ein großer Hecht von etwa 20 Pfd. auf das Floß geschnellt. Der Lenker des Fahrzeuges, ein Flößer von Uhlstäst, suchte den Hecht zu fangen, erhielt dabei aber einen so heftigen Schlag mit dem Schwanzende des Fisches, daß er das Gleich­gewicht verlor u.d in die Saale stürzte; ertrunken ist er glücklicherweise nicht, aber es war doch eine komische Situation, als er pudelnaß den Fluten entstieg und der Hecht sich aus Nimmerwiedersehn empfohlen hatte.

Lokales und Provinzielles.

Schlüchtern, 10. Oct. Der landwirthschaftliche Kreis- verein Schlüchtern hielt am ve rgangenen Sonntag im Gast- hauszum Hessischen Hof" seineerste diesjährige Winter- versammlung ab, an welcher als Delegierter desCentral- vereins Herr General-Sekretär Gerland aus Cassel theilnahm. Nachdem er vom Herrn Vorsitzenden der Versammlung oorgeftedt und allseitig freudig begrüßt worden war,dankteer zunächstfür den ihmzutheilgewordenen freundlichen Empfang und führte im Weiteren aus, daß es ihn freue, im Kreise Schlüchtern ein so leb­haftes Interesse für Landwirthschaft vorzufinden und daß er, soviel in seinen Kräften stände, michelfen werde, dieses Interesse rege zu halten und zu heben. Hierauf bemerkte der Herr Vorsitzende, der Verein würde sich freuen, wenn seine Bestrebungen, namentlich die auf dem Gebiete der Viehzucht, und die von ihm gebrachten Opfer vom Centralverein anerkannt und gewürdigt und durch zeitweilige Beihülfe von Seiten deS Central- Vereins unterstützt würden. Dann ging man über zur Tagesordnung. Es wurde beschlossen, zur Feststellung der diesjährigen Ernteergebnisse eine Commission zu ernennen, in welche folgende Herren erwählt wurden: Für Amt Schlüchtern: C. A. Leipold-Schlüchtern, Nicolaus Lotz-Breitenbach; Amt Steinau: F. Gut- mann- Lindenberg, Hrch. Eckhardt-Steinau; Amt Salmünster: Pluns-Wahlert, Bürgermeister Schneider- Salmünster; Amt Schwarzenfels: Wirth Kohlhepp- Schwarzenfels, Johs. Vögler-Heubach. Genannte HepW Morden am 11, d. MS. im HotelStern" °, g A MM.