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Erscheint Diittwoch u. Samstag Preis mitKreisblatt" u.Jllustriricm Familicnfrcund" vierteljährl. 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

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Mittwoch, dc« 16. Anglist

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Bekanntmachung. rathenen Steuerprojekte noch folgende Details: Die bei

Der landwirthschaftliche Kreis-Verein unterhält bis der Tabakfabrikatsteuer einzuführende Stempelung soll auf Weiteres am hiesigen Platze ein Lager von Futter- an der Verpackung vorgcuommen werden. Der geplante artikel, liefert aber auch Waggonweise die Futtermittel Zuschlag zur Rcichsstcmpelstcuer besteht einerseits in

en eine oder für mehrere benachbarten Gemeinden zu-, der weiteren Ausbildung der Börsensteuer, andererseits sammen, au die nächstgelegene Bahnstation. ; in der Einführung der Quittungsstener. Letztere werde

Die Verabfolgung gegen Zahlungsfrist bis Herbst' als progressiv wirkende Steuer nicht gedacht. Die Ab- 1894 kann nur dann erfolgen, wenn die Gemeinde ^stempelung der Quittungen dürfte durch 91 uff leben von Bürgschaft leistet und der Bürgermeister ober sonstiger Stempelmarken seitens .des Publikums erfolgen. Die Weinsteuer solle lediglich Qualitätswcine in Betracht

stimmen, an die nächstgelegene Bahnstation.

Vertrauensmann der Gemeinde die Verlhcitung des Bestellten sowie Einziehung und Ablieferung des Kanf-

preises übernimmt.

Wenn gegen Zahlungsfrist ab Lager hier empfangen werden soll, ist ein Ausweis (Quittung) von dem Ortsvorstandc mitzubringen.

Alle übrigen nicht unter Bürgschaft der Gemeinde bereits erhaltene und weiter verlangte Futtermittel rc. sind entweder baar zu zahlen oder können den Ver- einsmitgliedern nur auf kurze Zeit creditirt werden.

Gedruckte Bürgschafts-Urkunden zum Vollzug, sowie Quittungen sind denjenigen Gemeinden, welche Futter­mittel in größerer Menge bestellt haben, bereits zuge­stellt worden.

Den Gemeinden, welche die Bürgschaft übernommen haben, wird nachstehendes Schema zu einem anzule- genben Vertheilungs- und Erheberegister empfohlen:

£

Namen, der Empfänger.

am

Je G bis

Hat erhallen

Kaufpreis

Ge- genstand

Ceul- net- 3aM

im ijulzei- nen Mk., Pf

10 lLmvfLnger auf eine Seite

im Wanze» Mk | M

Bezahtl

E | Betrag ° i Mk Ps

Gcgenwärtig sind hier auf Lager: Roggenkleie pro Centner 6 Mark, Meizenkleie «Prob) pro Zentner 5 Mark 40 Pfg., weißes feines Reisfuttermehl pro Cent- ner 5 Mark 70 Pfg., Mais trifft in den nächsten Tagen ein, pro Sack 2 Centner zu 12 Mark 80 Pfg. An einige Gemeinden und Darlehnskassen sind die Sen­dungen unterwegs und erfolgt über Preis rc. specielle Mittheilung.

Alle Correspondenzen, Bestellungen und Zahlungen sind an . den Krcis-Rcntmeistcr Pfalzgraf zu richten und

wird derselbe, aus seinen Dienstreisen die Abgabe-Register

ziehen, darunter Schaumweine. Die Denkschrift werde in ihrer jetzigen Form nicht veröffentlicht. Dem Reichs­tage werde eine neue Denkschrift vorgelegt werden Die Commission für die weitere Berathung der Stcner- prvjccte dürfte im September in Berlin zusammen- treten.

Wie verschiedene Blätter melden, hat das Kriegsministerium die Intendanturen anweisen lassen, bei Ausschreibungen von GcrüthcUefernngen für Kasernen und Lazarelhe möglichst lange Zeitfristen zwischen der Bekanntmachung und dem Lieferungs- termin festzusetzen, damit den Verwaltungen der Straf­anstalten die Möglichkeit gegeben sei, sich an den Ver- dingungen zu betheiligen.

: Wie sehr die russische Regierung sich verrechnet hat, wenn sie meinte, daß in Folge des Zollkrieges gegen das deutsche Reich der Roggenpreis in Deutsch­land so steigen würde, daß daraus Schwierigkeiten für die Volksernährung entstehen müßten, zeigt ein Vergleich der Berliner Notirung in den Monaten Juni, Juli und August. Am 13. Juli wurde der russische Höchst - tarif veröffentlicht. Bis dahin herrschte in weiten Kreisen die Ueberzeugung, daß es demnächst zu einem deutsch-russischen Handelsverträge kommen werde. Am 10. Juli stand Roggen an der Berliner Produktenbörse 146,5 M, am 1. Juli noch 144, aber am 15. Juli, als die Möglichkeit eines deutsch-russischen Zollkrieges schon sehr nahe gerückt war, 143 M., um dann un­mittelbar vor Ausbruch des Zollkrieges am 29. Juli wieder auf 146 zu steigen. Aber in diesem Monat trat wieder ein beständiger Rückgang ein und am 9. d. hatte Roggen mit 142,15 Mk. den tiefsten Preisstand

seit 3 Monaten. Dieser lehrreiche Vergleich zeigt den

der Gemeinden mit den Auszügen aus den diesseitigen ^Russen, daß sie sich gründlich verrechnet haben, als sie Hauptbüchern vergleichen, auch jeder Zeit gern Rath ^ Deutschland aushungern zu können glaubten.

und Auskunft crl'hciien.

Für alle Baarzahlungcn, welche vor tober 1894 Seitens der Gemeinden auf gemacht werden, erhalten dieselben 3 pro rata.

Schlüchtern, am 10. August 1893.

dem 1. Ok- Futterartikel 0,0 Sconto

Eine Depuration des Gastwirthverbandes beim Finanzminister Miguel hat vorgestern Morgen diesem so wie auch dem Staatssekretär Frhrn. von Maltzahn

Der Vorsitzende des landw. Kreis-Vereins: Roth, Geheimer Regierungs Rath.

Deutsches Reich.

Kiel, 12. August. Seine Majestät der Kaiser be- gab sich heute Vormittag nach dem Nordostsec-Canal.

Berlin. DerReichsanzeiger" schreibt, Angesichts des Auftretens dee Cholera in verschiedenen Staaten Europas lasse sich nicht verhehlen, daß ein erneuter Aus­bruch der Cholera in Deutschland mehr als bisher zu befürchten sei. Die , Reichs- und Staatsbehörden erinnerten daher au. die im vorigen Jahre, erlassenen Bekämpfungsvorschriften. Die Be­hörden müßten aber durch die Staatsbürger unterstützt werden. DerReichsanzeiger" warnt vor dem unvor­sichtigen Genuß rohen Obstes und Gemüses, vor dem Wasserader im vorigen Jahre verseuchten Flußläufe,und fordert auf, jede verdächtige Erkrankung ärztlich be« handeln zu lassen und zur Anzeige zu bringen. Die, weitere Ausbreitung der Choleraseuche sei im vorigen Jahre ^wesentlich durch Mitwirkung der - Staatsbürger verhindert worden. Es sei zu hoffen, daß die Staats­bürger auch in diesem Jahre es an, ihrer zur Ver­meidung der Gefahren unbedingt erforderlichen Mit­wirkung nicht fehlen lassen würden.

-- Wie gemeldet haben die Berathungen der deut- schen Finanzwinister in Frankfurt a. M. ihr Ende erreicht. Amtlich ist über ihren Verlauf und ihr Er­gebniß, noch nichts mitgetheilt worden, und das wird vielleicht, auch noch nicht eher zu erwarten sein, bis die lu Aussicht genommenen commissarischen Berathungen in Berlin beendet sind. Inzwischen veröffentlicht die »Franks. Ztg," über die aus der Ministerconferenz be­

und dem Unterstaatssekretär von Schraut gleichlautende Denkschriften übergeben. Dieselben zählen eine Reihe von Mißstünden auf, die nach der Ansicht der Petenten zu dem Niedergang des Wirthsgewerbes beitragen. Sie wenden sich gegen die fegen. Vereinswirthschaften, das Zimmervermiethen mit Pension und die Privatkost- gebereien, namentlich aber gegen den Flaschenbierhandel und -Verkauf, der konzessioiis-, verordnungs- und im Kleinverkauf steuerfrei betrieben werden kann, während der Wirth nur unter Konzession, Verordnung, bedeu­tenden Steuern und großen Geschäftsunkosten das Bier absetzen könne. Staatssekretär von Maltzahn sagte zu, daß die Konzessionspflicht des Flaschenbierhandels oder -Verkaufs demnächst im Reichstage zur Berathung kommen sollte. Die Regelung des Kantinen- und Ver- emswirthschaftswescn liege bereits dem Reichstag vor und zwar in einem den Petenten günstigen Sinne. Die Kantinen, Konsumvereine, Offiziervereine, sowie die Bierbrauer, die Bier au Private abgcbcn, würden danach künftighin besteuert werden.

Die künftige Dienstzeit der Ersatzreservisten. Da hinsichtlich der künftigen Dienstzeit der Ersatzreservisten vielfach irrthümliche Ansichten verbereitet sind, so sei daran erinnert, daß in der Begründung der Militär­vorlage in dieser Hinsicht folgende Ausführungen ent­halten waren:Die Aushebung der Ersatzreservisten im bisherigen Sinne, welche beizubehalten bei gleich­zeitiger Einführung der zweijährigen Dienstzeit zur Un­möglichkeit wird, kommt im Fortfall. Die Einrichtung als solche und die Uebungspflicht bleiben bestehen, da die Nothwendigkeit vorliegt, körperlich minderwerthige Mannschaften in einigen Spezialzweigen z. B. Verwaltnugs- und Krankcndienst mit beschränktem Umfang auSzubilden." Aus diesen Ausführungen ergibt sich, daß die. bisherigen Einziehungen von Ersatz- reservisten auf 10, 6 und 4 Wochen fortan allgemein

in Fortfall kommen, daß dagegen diejenigen Gestellungs­pflichtigen, die künftig der Ersatzreserve zur Verwendung im Verwaltnugs- oder Krankcndienst überwiesen werden, in beschränktem Umfang zur Ausbildung herangezogen werden können.

Trübe Betrachtungen über das jetzige Bau­jahr stellt die deutsche Baugewerkszeitung an. Es dürfte eines der schlechtesten werden, welches seit langer Zeit über Deutschland gekommen ist. Fast überall wird über Mangel an Bauthätigkeit, Mangel an Unterneh­mungslust und über schlecht eingehende Zahlungen geklagt. Viele Hören auf zu bauen, weil sie wirth- schaftlich ruinirt sind, andere deswegen, weil sie keinen Erwerb im Baugeschäft mehr sehen und der elenden Konkurrenz, welche sich überall breit macht, und dabei ihre Steuern au die Berufsgenossenschaften und Kran- kenkassen nicht bezahlt, aus dem Wege gehen wollen. Wenn das vorstehend gesagte auch in erster Linie von Berlin gilt, so geht es doch in den meisten Großstädten ebenso und auch in den kleineren Städten und auf dem Lande ist es nicht viel anders. Die Schuld an dem großen Tiefstand des Baugewerbes ist zum Theil in den überaus schlechten wirthschaftlichen Verhältnissen zu suchen, welche neuerdings durch den russisch deutschen Zollkrieg, die Silberkrisis und das Bankerottiren mehrerer Staaten, wie Portugal, Grie­chenland und bald auch Mexiko, noch verschlimmert worden sind. Auch die politische Unsicherheit und die immer größeren Rüstungen, verbunden mit den lawinen­artig anwachscndcn Steuern, tragen das Ihrige zu dem allgemeinen geschäftlichen Druck und somit auch zu dem Niedergang des Baugewerbes bei. Der geschäftliche Druck hält nun schon Jahre lang an und hat sich über ganz Europa ausgedehnt. Aber wenn auch die schlechten wirthschaftlichen Verhältnisse, wie wir hoffen wollen, sich einmal wieder zum Besseren wenden, wird ( das Baugewerbe, wie das citirte Fachblatt meint, doch j fortgesetzt darunter zu leiden haben, daß in Folge der ! gütigen Gesetzgebung die Zahl Derjenigen immer ' mehr wächst, welche praktisch oder theoretisch, oder nach 1 beiden Richtungen nicht genügend ausgebildet sind und 1 daher das technisch und sozial früher einmal so ange- i sehene Baugewerbe herabdrücken, die elendeste Konkur­renz und in weiterer Folge das große Proletariat im Baugewerbe schaffen.

Von der Schreibarbeit, welche die Jnvaliditäts- unb Altersversicherungs-Anstalten zu bewältigen haben, mag man sich einen Begriff machen aus dem Berichte über die Anstalt in Posen, worüber in der Presse Fol­gendes mitgetheilt wird: Diese beschäftigt 3 Ober- und 62 Bureau- und Unterbeamte. Seit ihrem Bestehen bis Ende April d. J. hat die Anstalt 131477Ein­gänge" verzeichnet; zurErleichterung des Geschäfts­verkehrs" hat sie nicht weniger als 164 verschieden­artige Formulare in Gebrauch, von denen bis zum 1. April 365 000 Stück benutzt worden sind. Die Quit- tungs - Karten sind bei diesen Formularen nicht ein­begriffen.

Spandau, 13. Augusts Auf die Polizeiwache am Markte brächte heute ein Schlosser ein Packet, das er von einem aus Kiel gekommenen Arbeiter zugeschickt erhalten hatte. Das Packet enthielt eine Höllenmaschine, die auf der Polizeiwache explodirte, ohne Schaden anzu-- richten. Der Absender wurde verhaftet. Einen qualvollen Tod fand der Leib-Gardehusar Wilh. Herr­mann. Er hatte eine größere Menge noch warmes, frisches Kommißbrod gegessen, was er nicht verdauen konnte, wodurch er sich eine Darmverstopfung zuzog, die nach mehreren Stunden seinen Tod herbeiführte.

Wert, 11. August. Ein schreckliches Familiendrama hat sich gestern in unserer Stadt abgespielt. Der Pferdehändler M. von hier war mit seinem hochbctagten Vater in Wortwechsel gerathen. Als der alte Mann nicht nachgeben wollte, riß der Bube einen Revolver, aus der Tasche und feuerte zwei Schüsse auf den Greis; die Kugeln drangen in die Brust. Ein dritter Schuß traf die eigene Frau des Unholdes, welche ihr Kind auf dem Arme sich zwischen die Streitenden geworfen hatte; das Kind blieb unverletzt. Die auf das Weh- geschrei zu Hilfe eilenden Nachbarn wurden ebenfalls von Schüssen empfangen. Der Rasende wurde schließlich von Polizeibeamten in Ketten gelegt. Der Vater des Mordbuben ist rettungslos verloren, während man die Frau dem Leben zu erhalten hofft.