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SchlWernerMung

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt- vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

16. Samstag, den 25. Februar 1899. 50. Jahrgang.

HtlMhtt1A#nauf ^e .Schlüchterner Zeitung« werden noch fortwährend von allen -1 iw.«b"i....... Postanstalten und Landbriesträgern sowie von der Expedition entgegen genommen.

Beschießung. Die englischen Kriegsschiffe .Eclipse", Sphinx" undRedbreast" liegen im Hafen.

B

Amtliches.

Mit Allerhöchster Genehmigung Seiner Majestät bei Kaisers und Königs als Regierungs-Präsident von Koblenz in den Regierungsbezirk Cassel versetzt, habe ich heute nach Einführung durch den Herrn Ober- Präsibenten hier mein Amt übernommen.

In freudiger Bewegung, an die Spitze der König­lichen Regierung mich in den Dienst meiner Heimath stellen zu dürfen, begrüße ich meine engeren Land­leute, die Bewohner des Bezirks bei meinem Amtsan- tritt auf das herzlichste und bitte sie wie alle Behörden bei Bezirk», m r ihr Vertrauen zu schenken und in gemeinsamer Arbeit mit mir thätig zu sein für das Wohl unseres Hessenlandes und damit für das Wohl unseres Preußische» und Deutschen Vaterlandes.

Cassel, den 26. Januar 1899.

von Trott zu Solz.

Regierungs-Präfidnet

Deut sches Reich.

Berlin, 22. Febr. Der Kaiser hörte im Laufe bei Mittwoch die Vorträge des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe, des Ehe I des Civilkabinets v. Lucanus und bei Oberpräsidenten Grafen Zedlitz.

Der Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe ist, wie bie »Deutsche Tagrsztg.- aus gut unterrichteten Kreisen erfährt, entschlossen, bald nach seinem Geburtstage den Abschied zu nehmen. Als sein Nachfolger ist Fürst Radolin bestimmt ausersehen.

Der Ort eines furchtbaren Verbrechens ist in der Nacht Dem Montag zum Dienstag der Flecken Oldis- lebe» bei Allstedt geworden. Der dort ansässige Ockonom Müller wurde sammt seiner Frau und seinen beiden Kindern, in ihrem Blute schwimmend, in den Betten auf- gefunden. Das jüngste Kind war bereits todt, die übrigen Familienmitglieder gaben nur noch schwache Lebenszeichen von sich, doch ist auf die Erhaltung ihres Leben- hinsichtlich der furchtbaren Hieb- und Stich­wunde», welche ihnen die Mordbuben beigebracht, keine AuSsicht vorhanden. Es handelt sich unzweifelhaft um einen raffinirt angelegten Raubmord; denn der im Zimmer befindliche, gut gefüllte Geldschrank war er­brochen und seines Inhalts vollständig beraubt. Trotz der sofort durch die Gendarmerie nach dem Bekannt­werden der grauenvollen That anfgenommenc» Recherchen fehlt bis jetzt von den Thätern jegliche Spur.

Lokales und Provinzielles.

* SchtÜchteru, 24. Febr.

* In voriger Nr. brachten wir eine Notiz auS der ..Fuldaer Zeitung" unter Fulda, 16. Februar, über das Auftreten des Typhus im Mutterhause der Barm­herzigen Schwestern tn Fulda, wo es am Schluß heißt: Eine in Schlüchtern zur Aushülfe gewesene Schwester soll den Typhus in Fulda eingefchlcppt haben." Diese Angaben sind nach Mittheilung des Bürgermeisteramts Schlüchtern unzutreffend, denn in Schlüchtern besteht keine Typhusepidemie und sind überhaupt seit längerer Zeit keine Schwestern aus Fulda als Krankenpflegerinnen thätig gewesen. Angeblich jfoll das Dorf Hütten im Kreis Schlüchtern in Frage kommen.

r Ulmbach, 22. Febr. Ein sehr bedauerliches Unglück ereignete sich auf dem Elisabethenho- vor einigen Tagen. Der Knecht Johannes Franz aus Bermuthshain wollte vor Einbruch der Nacht vom Gerüst in der Scheune Stroh herunter holen. Hierbei stürzte er auf die Tenne, wo er später gefunden wurde. Er starb, ohne wieder zum Bewußtsein zu kommen, am andern Morgen 5 Uhr. Franz stand im Anfang der 40er Jahre, er ist kinder­los und seine Frau diente mit ihm auf demselben Hofe. SeinDienstherr schätzteihn wegcnseiner Tüchtigkeit und Zu­verlässigkeit sehr hoch und bewahrt ihm ein gutes Andenken.

Hanau, 17. Febr. (Strafkammer.) Eine betrogene Berufsgenossenschaft. Im Jahre 1895 stürzte der Bauer Heinrich U. zu H am 21. Januar bet herrschendem Glatteis vor der Thür des GastwirthS S. daselbst, brach das Schienbein und bezog infolge dessen bis zu seinem

pflichtet war, wahrheitsgemäß zu Werke zu gehen und deshalb mit 3 Monaten bestraft wurde.

Hanau, 21. Febr. Ein entsetzlicher Unglücksfall ereignete sich gestern Abend/HO Uhr in dem Hause Webergsfc Nr. 4. Zum Besnche seiner Stiefschwester, der Ehefrau des kürzlich wegen Betrugs verurtheilte» Kaufmanns Theodor Rühl, Maria Rühl, in bereit Wohnung anwesend, hantirte der 18jährige auS Mar- köbel gebürtige, zuletzt in Frankfurt in Stellung be­findliche Kellner Friedrich Trebing hinter dem Rücken der eben ihr Kind zur Ruhe bringenden Frau mit einem Revolver. Auf die Bemerkung seiner zweiten im Zimmer befindlichen Schwester, der Ehefrau Witzel: Du brauchst auch schon einen Revolver", wendete sich Frau Rühl um, dem Burschen zurusend:Thue bal Ding weg, mir wird ganz schwarz vor der Augen, wenn ich es anseh'n muß." Die Worte waren kaum ihrem Munde entflohen, als ein Schuß krachte, und die Warnerin in die Schläfe grtroffen, todt zu Boden stürzte. Von Frau Witzel aufgefordert, sofort einen Arzt zu holen, lief der unglückselige Mensch weg, ließ sich aber nicht wieder sehen. Er begab sich in ein hiesiges Gast­haus und wurde dort um >10 Uhr heute morgen noch im Bette liegend verhaftet.

Aus der Rhön, 18. Febr. Ein Mordversuch ist an dem Banern und Auszügler Georg Hippeli in Nord­heim v. d. Rhön vorgenommen worden. Hippeli, ein sehr vermögender Mann, wurde nachts in seiner Woh­nung Überfällen und schwer mißhandelt. Der Räuber versuchte sein Opfer zu verdrosseln, wurde aber durch eine Person, welche die Hilferufe bei Ueberfallenen hörte, verscheucht. Der telegraphisch herbeigerufene Gendarmeriestationskommandant von Fladungen (Rhön)

im vorigen Jahre erfolgten Tode von der Hessen- verhärtete und überführte einen vielfach vorbestraften Nassauischen landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft i Bauern von Nordheim als den Thäter.

eine Rente, die bis zu dem angegebenen Zeitpunkt ben I». Gaffel, 20. F^br. Der Kommunallandtag deS

Betrag von 662 Mark erreichte. Auf diese Rente hatte

Ausland.

Lvndo«, 19. Febr. Wie dasReuter'schc Bureau

der Verunglückte aber nur dann Anspruch, wenn der Unfall ihm im landwirthschaftlichen Betriebe begegnet war und daß dies nicht so gewesen ist, brächte eine erst jetzt erfolgte Anzeige an den Tag. In der Unfallsan- zeige an den Vertrauensmann der betreffenden Beru s genossenschaft war der Unfall dermaßen betrieben, daß der schon bejahrte Ernst U. seine Schweine ins Freie gelassen habe, denselben dann später nachgegangen sei, um sie heimzutreiben und dabei bis an die Thür der S.'schen Gastwirthschaft gelangt wäre. Hier sei ihm der Gedanke gekommen, den Gastwirth S. gleich mit nach Hause zu nehmen, da seine Kuh gleich ein Kalb bekommen sollte nnd S. hierbei gewöhnlich zu Rathe gezogen wurde. Bei der Rückkehr aus der Wirthschaft wäre U. infolge des Glatteises hingestürzt und habe das Bein gebrochen. Hierüber fand ein Verhandlungs-

Regierungsbezirks Cassel (der 24.) wurde heute Nach­mittag durch den Oberpräsidenten der Provinz Hessen- Nassau eröffnet. Als Vorsitzender wurde Kammerherr von Pappenheim, als stellvertretender Vorsitzender Justiz­rath Rieß gewählt. Die diesmalige Tagung wird nach den bis jetzt vorliegenden Berathungsgcgcnstände» zu urtheilen, sich auf etwa zwoi Wochen erstrecken. An

termin statt, in welchem der Sohn des Verunglückten

aus Peking von heute meldet, fand bei Talienwan Ernst U. der Gastwirth S., sowie der Bürgermeister I zwischen Russen und Chinesen ein Zusammenstoß statt,! als Zeugen des Un alls fungirten und den ganzen

zwischen Russen und Chinesen ein Zusammenstoß statt, wobei 100 Chine en getödtet worden sein sollen. Man

glaubt, daß der Zusammenstoß auf die Steuer-frage zu- räckzuführcn sei.

Amerika. Amerikanische Militärlasten. DieJllinois- StaatSzeitung" giebt die Berechnung eines nordameri- kanischen Majors Beck wieder, der die Kosten der auf 100,000 Mann Friedensstärke gebrachten nordameri- kattischen Armee auf 600 Millionen Mark berechnet. Dies würde mit dem Pensionsfonds von 480 Millionen Mark die nette Totalsumme von 1080 Millionen Mk. ergeben. Da sind stehende Heere denn doch billiger.

New-York. Der Schneesturm hat aufgehört, aber eS ist noch immer sehr kalt und der Schnee liegt noch immer massenhaft in den Straßen, obgleich am Sonntag 6000 Mann mit dem Fortfchaffen desselben beschäftigt waren. Am Montag war Nerv-Kork thatsächlich von der Außenwelt abgeschlossen. Kein Zug konnte nach 6 Uhr Abends abgehen oder ankömmen. Kein Fähr- bovt vermochte durch das dichte Els des Hudson oder Cast River zu dringen, kein Schiff konnte abfahren oder ttntreffen. Bei Sandy Hook lagen 29 Schiffe und warteten auf besseres Wetter. Der Kohlenpreis stieg auf daS Doppelte und Hunderte von Häusern waren unbewohnbar, weil sie nicht erwärmt werden konnten »bet- bie Wafferröhren geplatzt waren.

Bombet 21. Febr. Der Sultan von MaSkat widerrief die Abtretung einer Kohlenstation an Frank­reich infolge der Drohung des englischen Admirals mit

Vorfall so bestätigten und die Anzeige an die Rentean- statt auch unterschrieben. Hiernach war also dem Ver­unglückten 5er Un all auf landwirthschaftlichem Betriebe passirt und die besagte Rente wurde ihm zugesprochen. Jetzt hat sich aber nach dem Tode des Verunglückten durch eine anonyme Anzeige herausgestellt, daß dem nicht so gewesen ist. Heinrich U. war nämlich an dem 21. Januar von Hitzkirchen zurückgekommen und war dann, obwohl total betrunken, nochmals in der S.'schen

Vorlagen sind bis jetzt eingangen: Erläuterungen zum Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben des Klein« bahnfonds für das Etatsjahr 1899; desgleichen Er­läuterungen zum Meliorationsfonds; Erläuterungen zu den Voranschlägen der Landkrankenhäuser zu Cassel, Eschwege, Fulda, Hanau, Hersfeld, Rinteln und Schmal- kalden für das Etatsjahr 1899; desgleichen Erläuter­ungen zu den Voranschlägen der Einnahmen und Aus­gaben der Irren-Heilanstalt zu Marburg, ferner deS Landes-Hospitals Haina, desgleichen deS LandeS-HoSpitalS Merxhausen, der Taubstummenanstalt zu Homberg, der Korrektions- und Landarmen Anstalt zu Breitenau, der Landes-Kreditkasse, der Landstraßen- und Landwegebau- Verwaltung, der Verwaltung der Landes-Rentercien, des Landarmen-Verbandes, des Landesbibliotheken zu Cassel und Fulda, sowie der ständischen Wittwen- und Waisen- Versorgungs-Anstalt des Regierungsbezirks Cassel (Kaiser- Wilhelm Augusla-Stiitung) für das Etatsjahr 1899 rc.

Wiesbaden, 22. Febr. Gestern Abend gegen 11 Uhr entstand in dem Hause Adolfallee 13 ein Schadenfeuer, vermuthlich durch das Umfallen einer Petroleumlampe. Die Ehefrau des Rentners Wilh. Bücher, die allein zu Hause war, ist in den Flammen umgekommen. Die Frau war gelähmt und konnte sich nicht in Sicherheit bringen. Als später der Ehemann nach Hause kam, wurde das Feuer entdeckt und gelöscht.

Ganwirthschaft eingekehrt, keineswegs aber, um den S. i zu seiner Kuh zu holen, sondern lediglich, um weiter zu trinken. Nach dem Umall ließ Heinrich U. den , Bürgermeister zu sich rufen und da sie beide auf gutem Fuße standen, ließ er sich ihm gegenüber auch ohne Rückhalt aus, äußerte in dem Gespräch auch, wie fange ich eS an, daß ich eine Rente bekomme, sagte dann weiter, er habe sich etwas ausgesonnen und gab an, wie er sagen wolle. Der Bürgermeister erwiderte da­rauf, er sei zu helfen bereit Und das thäte er wohl, wenn nur die Leute still wären. Es wurde noch der macht, aber gegen die Neger in Amerika sind sie den»

Harte Schädel.

Den Kuckuck auch meine Herren, ich will es ja gern glauben, daß die Leute hier in der Gegend äußerst harte Schädel haben, und ich habe auch selbst bemerkt, daß ein Schemelbein gor keinen Eindruck auf dieselbe»

Sohn und der Gastwirth ins Vertrauen gezogen und^ diese drei Personen unterschrieben dann bie obenbe- j schriebene Darstellung, infolge dessen der Verunglückte die Rente bezog. Der Bürgermeister I., der Gasiwirth. S, sowie der Ernst U. sind des Betrugs angeklagt und ersterer erhält 3 Monate, die beiden andern je einen Monat Gefängniß. In den Urtheilsgründen wird ge­sagt, daß der Bürgermeister in höherem Maße ver-

doch rein gar nichts!"

Mit diesen Worten begann der von Amerika zum Besuch in die alte Heimath gekommene Heinrich Richard Bärenbinder im Wirthshanse eines kleinen Dorfes sich am Gespräche einiger Bauern zu betheiligen, und da man seinen Worten Aufmerksamkeit schenkte, fuhr er fort :

Ich könnte Ihnen ja zum Beweise Hunderte von