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MüchternerMung

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt- vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Samstag, den 22. April 1899.

50. Jahrgang

i^fMIimrtsm"f ^Schlüchterner Zeitung" i SLLLLLLhgb^ d» werden noch fortwährend von allen

, ' - ~ Postanstalten und Landbrie trägern

sowie von der Expedition entgegen genommen.

Aus Münster i. W. berichte: derWests. Merkur": Eine recht zeitgemäße Frage wurde hier dieser Tage Abends an einem Biertische ausgeworfen, und zwar: Was kostet die Jäger der Stadt Münster eine Wa!d-

schnepfe?

Ein alter Herr, dem man wohl eine ziem

[uimyiv r u-ui anet ytu, vciu man iuuiji eine ziem-

m ~ , liche Erfahrung zutrauen darf, gab die Antwort:Jedes

, d"lm. Der Kmser trifft am 5. Mai mit Familie Stück 500 Mk!" Darob große Verwunderung Der in Schloß Urville ein und gedenkt eine Woche daselbst s aste Herr begründete seine Antwort indeß wie folgt: znzubnngen. Die Kaiserin wird mit den drei jüngstem F^ affinster gehen etwa 1000 Jäger auf den Schncvfcn-

Prinzen und der Prinzessin bereits am 3. Mai in Ur­

Jn Münster gehen etwa 1000 Jäger auf den Schnepfen-

ville anlangen.

strich. In der Osterzeit oder tm Herbst mögen diese sich das Vergnügen etwa zwanzig Mal erlauben- Jeder Jagdtag kostet ihnen mindestens 5 Mark (Fahrgeld, Zehr-

An die Kommandos der Jäger-Bataillone ist

kürzlich seitens der Kolonialabtheilung des Auswärtigen. gelb, Skatgeld). Dos macht im Ganzen 10 000 Mark. Amts die Anfrage gerichtet worden, ob Mannschaften,! Mehr als zwanzig SchncpKn werden nicht erledigt; und zwar gelernte (yoritleute, geneigt wären, demnächst' also kostet jede Schnepfe 500 Mark. In die Rechnung rtl m Ostafrika zu gehen, um dort: ,sj nicht einbegriffen Jagdpacht, Hundehaltuug, Aus-

bei Anlage und Pflege von Forstkulturen thätig zu sein. rüstung rc. Theuere Schnep en! Dagegen sind doch die Die Betreffenden müssen sich für einen Aufenthalt daselbst Schnepfen, die man beim Wildhändler das Stück für auf die Dauer von 3 Zähren verpflichten, welche Zeit,4,50 Markerlegt", bedeutend billiger.

auf die Dienstzeit doppelt angerechnet werden soll. j Münden, 12. April Dieser Tage wurden plötzlich

Ueber die Frage der Ernährung der Soldaten, die Bohrmeister Aug. und Ed. Grüncberg, sowie der durch Zucker theilt dieKreuzztg." mit: Dem Ver-, Arbeiter H, Frestag, welche bei den Bohrarbeiten im nehmen nach ist jetzt höheren Orts ungeordnet worden, [ Jlksthalc beschäftigt waren verhaftet. In dem Bohr- daß je zwei Kompagnien von zwei Regimentern eines werke fand man nämlich, als der Kroneubohrer nieder- seden Armeekorps jetzig und besonders im Sommer längere: gelassen werden sollte,da daß Eisen in das Bohrloch getopft Ucbungsmärschc ausführen sollen, auf denen von- den I war. Der mit Diamanten besetzte Bohrer im Werthe intelligenteren Mannschaften dieser Kompagnien Versuche von ca 10,000 Mark wurde dadurch völlig Demicbtct. mit reinem Zucker und mit Pastillen aus Zucker mit) Die beiden Bohrmeister waren kurz vorher entlassep

Kaffee- oder Citroncnzu'atz, in Wasser in mitgcführtcn

Blechbechern aufgelöst, ang-stellt werden, um festzustellen, ob sich Strapazen dadurch leichter ertragen lassen. , Ueber die Wirkungen des Margarinegesetzes, von dem man vielfach eine Vertheuerung der Butter und eine Unterdrückung des Margminehandels befürchtet hatte, bemerkt die Leipziger Handelskammer in ihrem jüngsten Handelsbericht, daß durch die feftgelegten ge­trennten Verkaufsräume sowohl das Butter kau ende als auch das Margarine kaufende Publikum mehr Zutrauen zu den betreffenden Artikeln gefaßt und eine größere Kauflust an den Tag gelegt hat. Eine Zurückdrängung der Margarine zu Gunsten der Butter ist nicht einge­treten, ja der Verbrauch der Margarine hat gegenüber der Naturbutter sogar ganz bedeutende Fortschritte ge macht. Das neue Gesetz hat den Butter- und Mar garinehandel in gesundere und reellere Bahnen geleitet.

Der neue Postetat siebt eine Million Mark als besondere Stellenzulagen für Unterbeamte in g hobeneu Dienststellen vor. Diese Summe soll derart vertheilt werden, daß zunächst 5000 Unterbeamte in den Genuß einer Zulage von je 200 Mark treten

Arbeiterwanderung in Deutschland. Wie die Zahl der Sachsengänger, die aus dem deutschen Osten nach dem Westen ziehen, in diesem Frühling eine noch nie dagewesene große ist, so ist auch die Einwanderung von italienischen Arbeitern nach Deutschland gewachsen. Allein in der Schw.iz kamen etwa 75000 an, von denen reichlich zwei Drittel nach dem Reichsgebiet wei erge- gangen sind. Aus Norda-rika treffen, wie demVor­wärts" geschrieben wird, Araber in Trupps von 2030 Personen in letzter Zeit auf dem Wege durch die Schweiz auf den Bahnhöfen der oberelsässischen und der badischen Grenzstationen ein, von wo sie nach dem Innern des Reiches weiter befördert werden, um dort, vorzüglich in Webereien, in Arbeit zu treten. In Schop heim im badischen Oberland soll sich bereits eine ganze Kolonie arabischer Arbeiter niedergelassen haben. Es befinden sich darunter auch zahlreiche Frauen und Kinder, was darauf schließen läßt, daß die Engagements auf längere Seit abgeschlossen sind. Basler Zeitungen bestätigen das Auftauchen arabischer Arbeiter unter den Massentrans- Porten, die allwöchentlich mehrere Male in geschlossenen Trupps aus dem Süden an der Grenze eintreffen, um von da aus nach allen Himmcls-Richtnngen hin sich im Reiche zu zerstreuen.

Breslau, 13. April. In einer Sendung gepökelten amerikanischen Schweinefleisch es aus Hamburg sind wieder­holt Trichinen festgestellt wo den. Die Polizeiverwaltungen sind in Folge dessen, wie dieD. Tageszeitung" meldet, angewiesen worden, die eingehenden Sendungen von ge­pökeltem amerikanischen Schweinefleisch in der Weise auf Trichinen untei suchen zu lassen, daß nicht, wie es ge­wöhnlich geschieht, aus jeder Tonne nur Stichproben eut- vommen werden, sondern daß jedes einzelne Schweine- Dschstück nntersucht wird.

worden und sollen nächtlich in den Bohrthurm einge»

Nun geh sein und sich am Bohrloche zu schaffen ge­macht haben, während der Arbeiter Freitag im Verdachte steht, als beauftragter Wächter dies zugelassen zu haben.

Ein großer Sackdiebsta'lpro; beschäftigte un­längst die Strafkammer in Mannheim. Es handelt sich um einen im großen betriebenen D ebstahl von Getreide - sacken, und zwar wird die Zahl der letzteren auf 130000 bis 150000 geschätzt. Die Diebe waren Arbeiter von Mannheimer Getreide-Importfirmen und Sackfirmen; sie entwendeten die Säcke und verkauften sie an Bäcker, welche von der Herkunft wohl wußten, um bis20Pf. Letztere machten die Säcke dann mehlig, weil Mehlsäcke höher bewerthet sind, und verkauften sie ihrerseits wieder um 35 Pfg an die erstgenannten Firmen. Diese Gaunerei

wurde mehrere Jahre hindurch unbemerkt getrieben. Die

s Eisenbahnzug scheu wurden und durchgingen. Bei dem I Bemühen, sie aufzuhalten, stürzte D. einen Feldrain hinunter und zwar so unglücklich, daß er das Genick brach. Als man ihn aufhob, war er todt.

* Der mit 1. Mai in Kraft tretende Sommer- fahrplan der Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt hat für die hiesige Strecke folgende Aenderungen:

Personenzug 211 wird an Sonnabenden, Sonn- und Feiertagen von Fulda (ab 10.33) bis Bebra (an 12.03) durchgeiührt und erhält in Fulda Anschluß an Zng 1021 von Gersfeld, 1032 von Tann und 529 von Gießen. Personenzug 218 Sonn- und Feiertags von Bebra (ab 5.25) bis Gelnhausen (an 8.30), Zug erhält Anschlüsse: in Fulda an die Züge 1025 nach Tann, 10 6 nach Gersfeld, 1026 von Tann, 1015 von Gers­feld und 521 von Alsfeld, in Gelnhausen an den be­stehenden Zug 218 nach Frankfurt. Werktagszug 235 Elm ab 5.30, Fulda an 6.15. Sonderzug 3 Frankfurt ab 9.30 (bisher 9.25), Bebra an 12 49 (bisher 12.51), Leipzig an 5.44, Berlin an 8.17 ; der Berliner Theil dieses Zngcs wird auf der Strecke FranksurtBebra vom 15. Juni bis 15. September 15 bezw. 12 Min. später als Zug 13, besonders durchgeführt. Der Berliner Theil des Sonderzuges 4 wird wie bisher im Sommer vom 15. Juni bis 15. September 20 bezw. 12 Min. früher als Zug 14 von Bebra bis Frankfurt besonders durchgeführt. Zug 1005 Gunünden ab 3.10 (bisher 3.27) Elm an 4. i7 (bisher 5.38), erhält in Elm Ab­schluß an D 5 nach Berlin, Hannover zc.

* Den Bestimmungen über den Umtausch ver­dorbener Freimarken ist vom Reichspostamte neuerdings folgende Fassung gegeben worden: Anträge können im Allgemeinen nur berücksichtigt werden, wenn der Ver­lust verhältnißmäßig bedeutend ist. Bis zu einem Gc- sammtwerthe von 10 Mk. im Einzelfalle können die Verkehrsämter, sofern die Echtheit und Giltigkeit der verdorbenen Freimarken außer Zweifel steht, den Um­tausch selbstständig anordnen, bis zu 50 Mark ist die Gmehmigung der Ober-Postdirektion, bei höheren Be­trägen die des Reichspostamtcs erforderlich.

* Die Erledigung der gegen die Veranlagung zur Einkommen- und Er, äuzungssteuer eingelegten Beru­fungen und Beschwerden erfordert gewöhnlich sehr lange

Zeit. Infolge dessen kommt es häufig vor, daß das

Stra'kammcr verurtheilte die Haupthehler Sauer und sVe. fahren gegen die Veranlagung des Vorjahres noch Stahl zu zwei Jahren Zuchthaus, Geiger, Lorenz und i schwebt, wenn die neue Veranlagung auf Grund der- , Freunds zu 3/4 und Weckcsser zu selben Annahme erfolgt, die zu der Erlegung der Rechts-

Fenerstcin zu 1 '/s, 1 Jahr Zuchthaus Die Hauptdiebe erhielten: Ebert zwei Jahre, Fertig 3, Kaiser l Vs Jahre Gefängniß

sechs Angeklagte wurden freigesprochen.

Ausland.

Loudo» 17. April. Das deutsche KriegssänffCor- moran", welches aus China nach Samoa unterwegs war, saß sechs Taae auf dem Whirlwindfelsen im Bismarck- archipel fest, kam aber endlich los und ging nach Sidney in Reparatur.

Lattich 20. April. Im Kohlenbecken von Scraing ist heute die Lage sehr viel ernster geworden; es arbeiten kaum einige Arbeiter. Der Vorstand des Kohlenberg­werks Kessales bietet den Arbeitern eine Erhöhung der Löhne an, die anderen Vorstände sind hierzu ebenfalls geneigt, aber die Ausständigen weigern sich nichtsdesto­weniger, zu arbeiten. In Hcrstal ist kein Arbeiter aus­ständig.

New Dork, 18. April. Die letzten Nachrichten von den Philippinen-Jnscln werden in Washington sehr ernst genommen. Vom politischen Standpunkte aus noch ernster ist die Thatsache, daß der Gouverneur von Minnesota und ein republikanischer Senator von Süd- Dakota dringend verlangen, daß die Freiwilligen- Regimenter aus ihren Staaten, welche auf den Philippinen Kriegsdienste leisten, zurückberufen werden, da die längere Zurückbehaltung im Dienste ungesetzlich fei und da die Mannschaften selbst die Rückkehr dringend wünschten._____,

Lokales und Provinzielles.

* Schlächtern, 21. April.

*- Dem Lehrer und Kirchendiener Schreiber zu

Bellings wurde der Kantortitel verliehen.

* Gestern Vormittag e> eignete sich auf dem Felde

Mittel Veranlassung gegeben haben.

In diesen Fällen

muß sofort eine neue Bcru ung eingelegt werden, doch wird dies häufig versäumt, weil die Steuerpflichtigen der Ansicht sind, daß eine ihnen günstige Entscheidung für das Vorjahr auch ohne Weiteres eine Berichtigung der neuen Veraul gung nach sich ziehen müsse. Ent­decken sie dann, daß diese Voraussetzung falsch ist, und legen sie nachträglich Berufung ein, so wird diese zurück­gewiesen. Soeben hat der Finanzminister nunmehr an- geordnet, daß bei der Zustellung der neuen Veranlagung die Steuerpflichtigen. wegen deren noch ein Rechtsmittel- verfahren schwebt, ausdrücklich darauf aufmerksam ge­macht werden, daß sie von Neuem Berufung einlegen müssen.

* - Nicht zu hoch hinaus! So möchten wir es jetzt allen denen zurufen, die für ihre allmählich Heranwachsen­den Kinder nach einem Berufe sich umsthen. Nicht zu hoch hinaus! Solche Mahnung thut wirklich noth in unserer Zeit, wo sich z. B. zur Universität die jungen Leute drängen in beängstigender Fülle, und darunter viele ohne große Geistesgaben, ohne große Mittel; wo viele Eltern ihre Kinder für zu gut halten, als daß sie dienen oder ein tüchtiges Handwerk lernen Das ist nichts gesundes. Es versteht sich von selbst, daß es kein Unrecht ist, wenn der hochbegabte Sohn auch aus einem armen Hause alles versucht, um studiren zu können. Das aber ist unrecht und verkehrt, wenn Eltern ihren Stand für zu gering achten, als daß ihre Kinder wieder darin auferzogen würden, wenn sie ihre Ehre darin suchen, etwas Großes und Besonderes aus ihnen zu machen. Wo sollte das denn hinaus wenn das immer weiter getrieben würde? Und ist das nicht ein völlig falscher Begriff vonEhre" ein Hochmuth, mit dem man sich und seinen Kindern nur schaden kam: ? Es

hiesiger Gemarkung ein schweres Unglück. E n Hiesigem kann nicht jeder Minister werden oder ein studirtec Bürger der Schuhmacher Dickert, ackerte in der Nahes Mann oder ein Beamter und das ist kein Unglück, des Bahndammes, als seine beiden Kühe vor einem. Es hat ein jeder Stand seine Würde und sein Ansehen,