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M^Ks^^^^S4i "uf dieSchlüchterner Zeitung" RR«?d^^ werden noch fortwährend von allen ü o.»"a»^1 ------------ Haftanstalten und Lundbrie trägern owie von der Expedition entgegen genommen.

SchlüchternerMung

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg

Amtliches.

J-Nr. 1378 K. A. Die Herrn Bürgermeister und Gutsvorsteher werden ersucht, die Kreishundcstcuer-Be- träge pro 1899 spätestens zum 1. Juli d. I. resp. 1. April 1900 an die Krciscommuuulküsse nebst den bezüglichen Verzeichnissen ablie^ern zu lassen.

Alles Nähere ist aus meiner Kreisblattverfügung vom 1. Juni 1896 Kreisblutt Nr. 24 ersichtlich.

Schlüchtern, den 15. Mai 1899.

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses: Roth.

I. Nr. 1377 K. A. Die Herrn Bürgermeister und Gutsvorsteher werden ersucht, die Gemeindesteucrlijlcu pro 1899 behuss Feststellung des Kreissteuersolls bis spätestens 23. d. Mts. Hierher einzureichen.

Die bis zum 1. April 1899 iu Zugang gekommene« Censiten sind am Schlüsse der Liste nach Ausnahme einer entsprechenden Ucderschrift nachzutragen. Beim Fehlen derartiger Personen ist der Vermerk zu m chen:

Zugänge seit Ausstellung der Liste bis zum 1. April 1893 vacat. Der Bürgermeister.

Abgänge der bezeichneten Art sind mittelst Durch streichcns des Steuerbetruges in Rubrik 38 und durch kürzt Angabe des Grundes in Rubrik 39 mit rother Tinte ersichtlich zu machen.

Schlüchtern, den 15. Mai 1899.

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses: Roth.

I, Nr. 2848. Das diesjährige Luslubungsgeschäst für den Kreis Schlüchtern findet am 20. NNV 23. Mai er. im SaaleZum Deutschen Kaiser" 'II Schlüchtern statt und beginnt am 20. Mai um 8 Uhr und ant 23. Mai c. um 9'5 Uhr Vormittags. Du Militäipflichtigeu haben sich behufs Verleseus am 20 Mai um 7'4 Uhr uud am 23. Mai c. um 8 /2 Uhr

Morgens pünktlich emzufiudcn.

Militärpflichtige, welche ohne genügende Entschuldi­gung im Termin nicht erscheinen, oder bei Ausrufung ihres Namens nicht anwesend sind, haben eine Geld­strafe bis zu 3u Mark oder Hast bis zu 3 Tagen zu gewärtigen.

Jede Störung der Ordnung während des Geschäfts wird mit einer Gelduraie bis zu 15 Mark oder ent­sprechender Haft geahndet.

Die Eltern oder sonstigen Angehörigen, zu deren Gunsten reklamirt worden ist, ebenso die über 14 Jahre alten Brüder und Schwestern der Reklamirten haben im Aushebungstermm behufs Feststellung ihrer Arbeitsfähigkeit bei Meidung der RichtberücksichNgung persönlich sich einzufinden. ,

Die Hcireu Bürgermeister haben streng bat über zu wachen, daß die Militärpflichtigen mit reinem Körper, in sauberer Kleidung und nicht in betrunkenem Zullaude erscheinen.

Da in den letzten Jahren vielfach von Mllltar- pflichtigen oder deren Angehörigen Gesuche um Um designirung zu anderen Truppentheilen emgereicht worden sind, werden die Militär Pflichtigen besonders darauf auf- mciksam gemacht, daß sie Wünsche hinsichtlich Ein­stellung bei einem bestimmten Truppentheil im Aushebungstermin bei dem Herrn Brigade- Kommandeur unter Anführung der Gründe, welche sie dazu veranlassen, vorzubringen haben. Späterhin vorgebrachte Gejuche haben nui dann Aus ficht auf Erfolg, wenn die Gründe dazu erst ttad) bei Aushebung eingetreten sind.

Diese Bekanntmachung ist auf ortsübliche Weise wiederholt zu verössentlichen, und die Nkilitärpfllchtigcn sind daraus hinzuweisen, daß sie ihre Loosuiigsschcine mitzubringen und im Aushebungs-Lokal abzugeben haben.

Bei dem Geschäft haben die Herren Orlsvorstände, sofern aus ihren Gemeinden Militärpflichtige zur Vor­stellung gelangen, zwecks Ertheilustg etwaiger Auskunit anwesend zu sein, auch haben dieselben dafür Sorge zu tragen, daß die Eltern, sowie die über 14 Jahre alten Brüder und Schwestern der Rekla- Mirtrn;.ur Stelle sind,

Mitimch, den 17. Mai 1899

Die per Couvert später noch zugehenden speciellen Vorladungen sind den Militärpflichtigen gegen Empsangs- bcschciniguug auszuhündigen, welch' Letztere bis spätestens zum 15. Mai c. anher einzureichen ist.

Schlüchtern, den 1. Mai 1899.

Der Civil-Vorsitzende der Ersatzkommission: Roth, Geh. Reg.-Rath.

Deutsches Reich.

Berlin Der Kaiser hat den Besuch in Mainz auf­gegeben und ist mit der Kaiserin zum achttägigen Besuch in Wiesbaden eingetroffen. Auf den Gräbern von St. Privat hat der Kaiser bei seinem letzten Besuch einen schönen blühenden Zweig gepflückt und ihn Herrn von Goßler, dem Kommandeur des 4. Garde-Regiments z. F., das sich in bem Kampfe besonders ausgezeichnet hatte, mit folgender Drathung gesandt:Ich habe heute bei Besuch des Schlachtfeldes von St. Privat mich von Neuem dankbar der Thaten meiner Garde erinnert. Ein Zweig, gepflückt vom Grabe der Gefallenen, welchen ich Ihnen zugehen lasse, möge dem Regiment ein sicht­bares Zeichen meines Gedenkens sein."

Aus Südwestafrika berichtet derWindh. Anz.":

Von den jungen Mädchen, die hierher gekommen finb um Stellungen anzunchmen, hoben sich, mehrere bereits v rlobt, sodaß das Gouvernement bei den Familien, zu denen die jungen Mädchen g kommen sind eine Umfrage darüber veranlaßt hat, ob schon Ersatz gewünscht wird Auch andere Ansiedlerfamilien würden jetzt berücksichtigt werden können, da der Kolonialgc ellschaft für dieses Jahr noch reichliche Mittel zur Bestreitung der Reise­kosten für die jungen Mädchen, die hierher übersiedeln wollen, zur Verfügung stehen.

Gegen den unlauteren Wettbewerb hat der Finanz­minister v. Miguel der Abordnung der Centralvereine sclbnständiger Gewerbetreibender, die kürzlich von ihm empfangen wurde, ein schärferes Vorgehen in Aussicht gestellt. Zunächst soll gegen die sogen. Lockartikel in den Waarenhäusern und Ausverkäufen eingeschritten werden, ebenso gegen die schwindclha ten Versteigerungen, die bis­lang alle gesetzlichen und polizeilichen Vorschriften zu umgehen wußten. Der Minister zeigte sich nicht nur über die Einzelheiten der Waarenhausfrage aufs genaueste unterrichtet, sondern zögerte auch nicht, die Schädigung der Gewerbetreibenden durch die Beamtenvercine anzuer- kennen. Die Delegirten hatten das Gefühl, daß man sie nicht mit bloßen Redensarten abspeisen wolle, sondern e nstlich auf Abhilst sinne und die Bedeutung der Er­haltung des Mittelstandes in Rcgierungskrest'en nicht unterschätze.

Der Versttch, die sämmtlichen Buchdruckereien Berlins in eine Zwangsinnung zu vereinigen und damit diese zum Theil sehr großen Fabrikbetriebe zu Hand-

werksstütlen zu machen, ist aufgegeben worden. Auf die Beschwerde der Berliner Buchdruckereien hat nämlich der Handelsminister die Verfügung des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg aufgehoben, der eine Zwangs­innung für das Berliner Buchdruckereigewerbe errichtet hatte. Die Innung, welche im Ganzen nur 4 Tage gedauert hat, ist überhaupt nicht in Wirksamkeit getreten.

Halle a. d. S. Ein aufregender Prozeß hat dieser Tage hierselbst stallgefunden. Der Magistratsassessor Simon aus Delitzsch stand unter der Antlage wegen Urkundenfälschung, Unterschlagung und B trug. Simon soll bei verschiedenen Gelegenheiten Lieferanten und Handwerksmeister unter dem Versprechen, sie bet den Lieierungen und Arbeiten für die Kommune Delitzsch besonders bei dem geplanten Schul- und Krankenhaus neubau und später bei den Waarenlieferungen ür die e Institute zu bevorzugen, veranlaßt haben, ihm Ge chenke und sonstige Vortheile zuzuwenden. Es handelt sich dabei um Preisermäßigungen, die dem Angeklagten bei Luferuugen für seinen eigenen Hausbedarf gemacht wurden, ferner um größere Waarenlie eruNgen, die dem Angeklagten nicht in Rechnung gestellt wukoen, desgleichen um kostenlos ausgeführte Umbauten im Hause Simons und schließlich um baare Geldbeträge in ziemlicher Höhe, ür welche Rückerstattung nicht gefordert wurde. An

liefen Schiebungen betheiligten sich die übrigen sechs Angeklagten. Nach fünftägiger Verhandlung verurteilte as Schwurgericht den Alagistratsassessor Simon aus Delitzsch zu fün jähriger Gefängn ßstra e; der Angeklagte Winkelmann erhielt b ei, Wehle sechs Monate. Die Uebrigen wurden freigesprochen.

Würzburg, 11, Mai. Heute Vormittag erschoß sich

50. Jahrgang

hier ein Soldat des 9. Infanterie-Regiments. Er hatte einem Landwehrmann eine Uhr gestohlen und verkauft; als die Sache ruchbar wurde, ging er auf den Speicher der Kaserne und schoß sich mit seinem Dienstgewehr in die Brust. Dabei zeigte sich wieder die furchtbare Wirkung des neuen Geschosses. Die Kugel durchbohrte das Brustbein des Soldaten, durchschlug den Pfosten, an den der Soldat sich lehnte, ging durch eine Mauer und blieb erst in einer zweiten Mauer stecken.

Offcubach. Ueber den Brand der Offenbacher Ka- ferne wird des näheren berichtet: Das Feuer kam kurz vor 7 Uhr in der Montirnngskammer der 6. Compagnie aus und griff mit solcher Schnelligkeit um sich, daß innerhalb weniger Minuten die vier Montirungskammern Der Compagnien davon ergriffen wurden. Außerhalb der Kaserne wurde etwa 5 Minuten vor 7 Uhr eine leichte, neben dem Uhrthürmchen aufsteigende Rauchwolke wahr­genommen. die zu der ersten Alarmirung Anlaß gab; aber schon wenige Minuten nach 7 Uhr war der ganze Dachstnhl des Mittelbaues von dem Feuer ergriffen und es stand schon jetzt fest, daß derselbe verloren teilt werde. Nach dem ersten Anzeichen des Feuers war vorerst nur die kleine Bereitschaft der Feuerwehr herbeigerufen worden; nunmehr aber mußte, während vor dem Ka» eruenthor Allarm geschlagen wurde das Zeichen zur Ällarnurung der Stadt gegeben werden. Nach und nach

trafen weitere Wehrleute, die zumeist alle erst im Lauf­schritt von ihren Himmelfahrtausflügen gekommen waren, mit ihren Zügen ein und gegen 8 Uhr konnten die Löscharbeiten im vollen Umfang ausgenommen werden. Dieselben hatten sich indessen hauptsächlich darauf zu beschränken, den Herd des Feuers einzugrenzen und ein Ueber greifen auf die stark gefährdeten Seitenflügel zu verhüten. Die allarmirlen Mannscha ten des Bataillons halt n inzwischen den Befehl erhalten, dem Feuer so viel als möglich die Nahrung zu entziehen und darum wurde ars's Ängeürengteue daran gearbeitet, die Kaserne voll­ständig auszuräumen. Der Inhalt der werthvollen Montirungskammern des Regiments und des Bataillons warben auf den Kasernenhof geworfen, wo er allerdings vielfach durch Fußtritte, Wasser rc. verdorben wurde, während die werthvollen neuen Alum niumhelme schon durch das bloße Auffchlagen auf den Boden unbrauchbar wurden. In den Alontirungskammern der Compagnien gab es nichts mehr zu retten, dieselben brannten voll­ständig aus. Die Betten der Mannschaftsstuben wurden hinaus ins Freie geschafft und so gerettet. Ueber die Entstehungsarsache des Feuers beuchen einstweilen nur Vermu hungen, die sich auf der Thatsache aufbauen, daß Samstag eine Vorrevision der Montirungskammern zu der für die nächsten Tage a gesagten Hauptrevision statt- finden sollte Die Kammerunteroffiziere haben noch vor- vergangene Nacht um halb 2 Uhr und gestern früh um 6 Uhr Verhöre zu bestehen gehabt; Verhü tungen der Unteroffiziere, von tenen umlaufende Gerüchte wissen wollen, haben bisher jedoch nicht stattgefunden. Der Schaden ist ganz außerordentlich hoch, er beträgt nach oberflächlicher Schätzung rund 500,000 Mk., dürfte aber, wie man annimmt, diesen Betrag noch wesentlich über« steigen.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Der Hochofen in Mariazell wurde am vergangenen Samstag ausgeblasen. Damit ist der Betrieb des ältesten und berühmtesten Eisenwerke- des Kontinents nach 975jährigem Bestände eingestellt.

Amerika. Zu dem Spekulationseifer in den Ver- einigten Staaten wird geschrieben: Die hier wiederholt erwähnte Gkündungsmante in den Vereinigten Staaten schreiben die Amerikaner auf Rechnung des sogenannten .Boom", mit welchem von ihnen erfundenen Wort sie bekanntlich so viel wiezauberischer Aufschwung be» zeichnen. Der gegenwärtigeBoom" stellt indessen alle früheren Thatsachen in den Schatten. Wenn die etwa 150 Hcrrenkllciderfabriken der Union sich zu einer Ge- iellscha t von 400 Mill. Mark Kapital vereinigen und die keineswegs zahlreichen Wirkwaarenfabriken des Landes einen Trust von 300 Millionen Mark, die Bicyklekabr-- kanten einen solchen von 200 Millionen Mark gründen, und Aussicht vorhanden ist, daß b 4b alle Gewerbszweige in den Vereinigten Staaten ähnlich organisirt sein werden,

wobei mit Millionen D-llars Fangeball gespielt wird, so darf man fragen, wie soll das enden? Zweifellos in einem großen uns allgemeinen Zufammenbrnch, wem