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lüchternerZeitun

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

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.N 76 Samstag, den 22. September 1900. 51. Jahrgang.

TTvl4.A.ML.MArtL«.» M in der Zustellung unserer Zeitung durch die Post beim bevorstehenden Quartalswechsel vermeiden will, der

U 1U | | PPIlPPP wolle dieselbe so bald wie möglich bei dem betreffenden Postamte bestellen. Nur diejenigen auswärtigen Post-

I 0L abonnenten, welche bis spätestens 26. September unsere Zeitung wieder bestellt haben, können verlangen, daß

u u UUIU1 Miuuiiuiiy ihnen unsere Zeitung vom 1. Oktober ab pünktlich von der Post geliefert wird. Wer später bestellt, muß nach den amtlichen Bestimmungen für Nachlieferung der ersten Nummern des neuen Quartals eine besondere Gebühr von 10 Pfg. bezahlen. Jede Postanstalt und jeder Land­briefträger ist verpflichtet, Abonnemeuts-Bestellungen anzunehmen.

Zu reckt zahlreichen Bestellungen auf das mit 1. Oktober 1900 beginnende neue Vierteljahr ladet freundlichst ein

die Expedition derSchlüchterner Zeitung."

Deutsches Reich.

Berlin. Der Kaiser ist in Cadinen eingetroffen. Der Chef des Civil-Kabinels vou Lukanus befindet sich in Cadinen. Der Kaiser wird voraussichtlich direkt von Cadinen nach Rominten fahren. Die Kaiserin begab sich nach Tolkemit.

Die neueste Nachricht, die zweifelsohne auf die Verhandlungen großen Einfluß ausüben wird, bringt die N. Allg. Ztg.", nach welcher durch den Staatssekretär Graf Bülow an die deutschen Botschaften in Paris, London. Petersburg, der Regierung in Washington und Wien und an die Gesandschaft in Tokio das nachstehende Zirkulartelegramm ergangen ist: Die Regierung des Kaisers erachtet als eine Vorbedingung für den Ein­tritt in diplomatischen Verkehr mit der chinesischen Re­gierung, die Auslieferuug derjenigen Personen, welche als die ersten und eigentlichen Anstifter der gegen Alles Völkerrecht in Peking begangenen Verbrechen festgestellt sind Die Zahl der ausführenden verbrecherischen Werk­zeuge ist zu groß; den civilistrten Begriffen würde eine Massen Exekution widersprechen. Auch liegt es in den Verhältnissen, daß selbst die Gruppe der Leiter nicht wird vollständig ermittelt werden können. Die Wenigen aber, deren Schuld notorisch ist, sollen uns ausgeliefert und bestraft werden. Die Vertretungen der Mächte in Peking werden in der Lage sein, in dieser Unter­suchung vollgiltiges Zeugnis abzulegen oder beizubringen. Auf die Zahl der Bestraften kommt es weniger an, als auf ihre Eigenschaften als Hauptanstifter und Leiter. Die Regierung glaubt auf die Einstimmigkeit aller Ka­binett in diesen Punkten zählen zu können. Eine Gleich - giltigkeit gegenüber dem Gedanken einer direkten Sühne würde gleichbedeutend sein mit einer Wiederholung des Verbrechens. Die Regierung des Kaisers schlägt deshalb den bctheiligtcu Kabineten vor, ihre Vertreter in Peking zur Bezeichnung derjenigen leitenden chinesischen Persön­lichkeiten anfzufordern, über deren Schuld an der An­stiftung und der Durchführung der Verbrechen jeder Zweifel ausgeschlossen ist.

Ueber die Kosten der China-Expedition macht der ..Schwäb. Merkur" Mittheilungen. Die Beschaffung der Manns Ausrüstung wird wohl aus 150 M. für den Mann zu berechnen sein, oder für die ganze Division auf 3/4 Mill. Mk. Für die Beschaffung der Fahr­zeuge und des Sanitätsmaterials sind mindestens 3 400,000 M. erforderlich und für Beschaffung von etwa 4000 Pferden gegen 4 Mill. Auch für die Beschaffung der Munition sind mehr als 2 Mill. M. erforderlich, die schwere Granate zu 54, die Feldgranate zu 32 M. und die Jufanteriepatrone zu 13 Pfg gerechnet. Das Handgeld der Truppen, 50 M. für den Mann, beträgt 1,060,000 M Da gegen 100 große Baracken erforder­lich sein werden, so wird hierfür mindestens 1 Mill. zu rechnen sein. Weiter gehören zu den Kosten der ersten Aufstellung noch die Ausrüstungsgelder der Offiziere, die für den Leutnant 1000 M., für den Hauptmann 1200 M. und für die höheren Offiziere 1500 M. be tragen und ebenfalls wieder rund 1 Mill. erfordern werden Die gewaltigste Ausgabe aber wird durch die Miethe der Transportschiffe verursacht; für jeden ver 26 großen Transportdampfer ^ Mill. M. Zu diesen ein­maligen Ausgaben kommt alsdann noch der fortlaufende Aufwand für den Sold der Truppen und für die Mund- verpflegung, und die Gehälter der Offiziere, Aerzte usw., sowie die Löhne der Mannschaften. Letztere sind im Kriege sehr wesentlich höher als im Frieden. Es wird für die Di- vision an Löhnungen ein monatlicher Betrag von etwa ^5,000 M. erforderlich sein oder für die Offiziere und Mannschaften zusammen etwa 735,000 M Ferner hat Man etwa 23800 Portionen und 4000 Rationen Mund- berpflcgung täglich zu beschaffen, wofür etwa 3,8 Mill. monatlich nothwendig sein werden. Hierzu werden noch sehr beträchtliche, aber auch nicht annähernd zu schätzende Kosten kommen für Beifuhr von Holz und Kohlen für

die grüne sechzig Tische mit 2160 Gedecken u. s. W. Die Tischtücher haben eine Gesamtlänge von acht Kilometer, die Zahl der Servietten beträgt 30,000. Der Direktor des Hauses Potel und Chabot, Herr Legrand, wird auf einem Automobil den Dienst leiten, unterstützt von sechs Ordonnanzen auf Petroleumautomobilen, die seine Befehle den 1215 Köchen zu überbringen haben, deren jeder achtzehn Kellner unter sich hat; es werden also zur Bedienung der 21,861 Tischgäste 21,870 Per­sonen anfgeboten werden. Die Zahl der zur Verwendung kommenden Teller beträgt 250,000. der Eßbestecke 66,000. Außer 50,000 Flaschen erlesenen Roth- und Weißweines steht Champagner in beliebigem Maße zur Verfügung, für den Sektdurst sind 7000Pullen" vorbereitet. Die beiden Springbrunenbecken der Tuilerien würden nicht ausreichen, den für die Tafel vorbereiteten Kaffee zu fassen, dasGefrorene" würde einen Eisberg von der Höhe emes der Trocadero-Thürme bilden. 2700 Enten, 2430 Fasanen, 2500 junge Hühner müssen ihr Leben lassen, 250 Rinder um der 2400 Kilo Filetfleisch willen, die benöthigt werden, geschlachtet werden; 2000 Kilo Salm, 2500 Liter Salat, 1200 Liter Mayonnaise, 1000 Kilo Weintrauben, 10,000 Pfirsiche, 4000 Feigen, 20,000 Pflaumen, 6000 Birnen, 4000 Aepfel u. s. w. komNH' auf den Tisch

London, 19. Sept. Das Reutersche Bureau meldet aus Dallas (Texas) vom 18.: Hier ist die Nachricht eingetroffen, daß oas^Seeba^Hjahisland in der Provinz Jefferson durch den letzten Orkan zerstört-tr^nden ist. Von den etwa 1000 Häusern des Ortes, in dem sich zahlreiche Badegäste befanden, blieb nicht eines verschont. Hilfskolonnen, die gestern in Highisland eingetroffen sind, fanden 400 Leichen vor.

Transvaal. Feldmarschall Roberts erachtet sein Werk in Süd-Afrika offenbar als gethan; er soll beabsichtigen, gegen den 3. Oktober von Prätoria nach England ab- zureisen. Die Reste des Burenheeres haben sich in die unwirtlichen Zoutpansberge znrückgezogen. Der unweit der portugiesischen Grenze gelegene Ort Komatipoort wurde, wieDaily Mail" meldet, vonausländischen Söldnern" geplündert nnd dann in Brand gesteckt; es werden wohl englische Marodeure gewesen sein. Ge­neral Botha soll sich den Engländern thatsächlich unter­worfen haben; bezüglich Dewets erhalten sich Gerüchte, er sei durch eine Kugel in die Lungr bei Potschefstroom getödtet worden. Bestätigung hat aber bisher erfreulicher Weise weder die eine, noch die andere Angabe erhalten. Je mehr aber die Engländer lügen, um so weniger günstig ist ihnen die Wirklichkeit. Präsident Krüger befindet sich noch in Lourenzo-Marquez. Die Nieder­ländische Regierung ist bereit, ihm in 6 Tagen ein Fahrzeug ihrer Kriegsmarine zur Reise nach Europa zur Verfügung zu stellen. Macht der greife Präsident von diesem Anerbieten Gebrauch, so würde ihm in dem Augenblick, wo der portugiesische Schutz für ihn aufhört, die holländische Kriegsflagge ihn und seine Habe gegen englische Feindseligkeiten schützen und ihn sicher an die Küste des niederländischen Stammlandes führen. Die völkerrechtliche Befugniß der Niederlande, diese Schutz­maßnahmen zu Gunst»n Krügers ins Werk zu setzen, kann wohl nicht in Zweifel gezogen werden.

China. Wie behauptet wird, fordern die Mächte: 1. daß die Mandschurei und der ganze Distrikt von Tientsin temporär unter die Verwaltung der Verbündeten gestellt werden; 2. die chinesische Regierung muß die Führer der Boxer verhaften und sie den Mächten zur Bestrafung ausliefern; 3. die Vizckönige im Nangtsethal sowie in den anderen Provinzen werden dahin instruirt, daß alle See und Aaugtse-Fluß-Häfen von den ver­bündeten Truppen besetzt werden. Direkte Meldungen aus Peking, besagen, daß die Kommandeure der verbün­deten Truppen entschieden gegen die geplante Uebergabe der Stadt an die Chinesen sich ausgesprochen haben. Die Zustände in Pckiug seien derart, daß eine solche

die Truppen. Es kann also der gesammte Aufwand allein nur für die Landtruppen und auf ein Jahr auf mindestens 80 Mill. veranschlagt werden. Hierzu kommt alsdann noch der Aufwand für die Kriegsflotte, bte in den chinesischen Gewässern mit 27 Schiffen und mehr als 7000 Mann vertreten ist.

Ueber die Lage auf dem Arbeitsmarkt macht die ZeitschriftDer Arbeitsmarkt' folgende Mittheilungen: In langsamem Tempo, aber unaufhaltsam, vollzieht sich die Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt. In der Eisenindustrie hatten bisher hauptsächlich kleine Betriebe über den Mangel an Beschäftigung zu klagen gehabt, nunmehr sind auch die großen Etablissements genötigt, aus Mangel an Aufträgen den Betrieb einzuschränken. Im Textilgewerbe nimmt die Geschäftslosigkeit überhand, namentlich dringen vernehmliche Klagen aus den Kreisen der Hausindustrie an die Oeffentlichkeit, wonach jetzt schon in weitem Umfang Arbeitslosigkeit herrsche. Mit dem Rückgang im Baugewerbe tritt auch die gewaltige Ueberproduktion in der Cementindustrie immer mehr zu Tage. Für den kommenden Winter ist im Baugewerbe eine außerordentlich lange todte Saison zu erwarten. An den Arbeitsnachweisen kommen auf 100 offene Stellen im August d. J schon 107,3 Arbeitsuchende gegen 94,1 im gleichen Monat des Vorjahres.

Oranienburg. Ueber den unliebsamen Vorgang am Lehrerseminar in Oranienburg, wo, wie wir, letzthin be­richtet haben, die letzte Abgangsprüffing wegen Unregel­mäßigkeiten der Examinanden vor ihrer Beendigung resul- tatlos abgebrochen wurde, wird nachträglich folgendes be­kannt : Die Prüfung, der als Kommissar der Regieruugs- Schulrath Garoni beiwohnte, schien glänzend verlaufen zu wollen; indeß erregten gerade die überraschend guten Arbeiten und ihre Uebereinstimmung Verdacht. Die darauf im Geheimen angestellten Nachforschungen ergaben, daß die Seminaristen sich durch das Hausmädchen des Ober­lehrers die Themata der schriftlichen Arbeiten verschafft hatten; jeder hatte dem Mädchen dafür eine Mark ge­geben. Nachdem dies ermittelt worden, erfolgte sofort die Einstellung des Examens. Drei Seminaristen mußten die Anstalt alsbald verlassen und sind vom Lehramt dauernd ausgeschlossen worden; fünf andern hat man die Theilnahme an der Abgangsprüfung im Berliner Seminar gestattet, und die übrigen werden nach und nach zu anderen Seminaren einberufen. Ihrem Ver­gehen hatten die Seminaristen dadurch noch die Krone aufgesetzt, daß sie nach er folgtet Entdeckung in einem Gasthanse ein großes Trinkgelage veran- stalteten.

Saalfeld, 18. Sept. Um die Kohlennoth in den Thüringer Fabriken zu lindern, haben einige Großin­dustrielle sich zu einem Konsortium zusammengethan und beabsichtigen, ein in der Nähe gelegenes Kohlenfeld zu erwerben. Dasselbe ist ca. 500 Millionen Hektoliter mächtig und dürfte den Kohlenbedarf für unabsehbare Zeit decken, und zwar sollen die Kohlen, wenn auch nicht hoch Betheiligten, allen zum Vorzugspreise von etwa 3545 Pfg. per Ctr. ab Station geliefert werden. Das Zustandekommen hängt jedoch von einer recht regen Betheiligung der interesfirten Kreise ab. Den Ankauf der Grube sowie die Zeichnungsliste hat die Kredit- und Sparbank in Leipzig übernommen.

Ausland.

Paris. Zu dem bevorstehenden Bürgermeistermahl in Paris, woran 21,861 Personen theilnehmen werden, und dessen Herrichtung das Haus Potel und Chapot übernommen hat, werden, wie wir demFigaro" entnehmen, 606 Tische aufgestellt, die von elf Küchen versorgt werden; diese Küchen find nach den sieben Farben des Regenbogens und den ersten vier Buchstaben des Al­phabets bezeichnet. Dierothe" Küche, in deren Be­reich die Ehrentafel, woran Präsident Loubet speist, gehört, besorgt viernndtünfzig Tische mit 1989 Gedecken,