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WüchternerMun

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Mittwoch, bett 29. Mai 1901.

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E dieSchlüchterner Zeitung" werden noch fortwährend von allen ........... -----Postanstalten undLandbriesträgern, wie von der Expedition entgegen genommen.

Deutsches Reich.

Berlin, 25. Mai. Wolff's Bureau meldet: Die in sflasicn befindliche Linienschiffs-Division, bestehend aus in Schiffen,Kurfürst Friedrich Wilhelm",Branden- ng",Weißenburg",Wörth",Hela", erhielt ltgraphisch Befehl, die Heimreife anzutreten. Die Mbeförderung der ausgedienten Mannschaften der krineinfanterie von Ostasten findet mit dem Dampfer Wabia" der Hamburg-Amerika-Linie statt. Derselbe erläßt am 16. Juni Taku, am 27. Juni Hongkong, in 3. Juli Singapore, am 24. Juli Port-Said und i(l am 8. August in Hamburg eintreffen.

Der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten (it Anlaß genommen, die Eisenbahn-Direktionen aufzu- irbtrit, daß sie gegen die Überschreitung der Ladefristen »schreiten. Eine Eisenbahn-Direktion hatte die immer ithr zunehmenden erheblichen Frift-Ueberschrcitungen bei er Entladung der Wagen, die sich in nicht geringer $1 bis über sechs Tage erstreckten, zu rechtfertigen msucht. Die Eisenbahnverwaltung darf nach der Der­

»na des Ministers eine so übermäßige Juanspruch- nur fremde Abeiter von der Kündigung betroffen. lahme ihrer Betriebsmittel, die eine Rücksicht auf allge- ~

»eine Interessen vermissen läßt und nur dem jeweiligen ,.v. o_____ jnteresse des Einzelnen entspricht, nicht zulassen, während I Argentiniens, k selbst die Befriedigung aller Ansprüche nur unter F ^ '

, Feldartillerie wird demnächst in Angriff genommen.

Marburg, 21. Mai. Die hiesige Zuckerfabrik vertheitte 'aus dem Reingewinn des Vorjahres 19y2 Prozent lutunft die Interessen der Eisenbahn-Verwaltung gegen-! Dividende.

ber den Mißbräuchen bei Be- und Entladung der Wagen i irgfältig wahrzunehmen. j

lufwendung außerordentlicher Kosten zu erreichen ver­mag. Der Minister hat die Direktionen veranlaßt, in

Dr. Lütgenau, ehemaliger sozialdemokratischer iachStags Abgeordneter und Redakteur derRhein.- )estfäl. Arbeiter Zeitung", ist von dem Schöffengerichte i Dortmund wegen Betruges zu 2 Wochen Gefängniß nurtheilt worden Dr. Lütgenau gehört auch heute och dem Verbände der sozialdemokratischen Partei- -rznnisation an, wie er dies in einer Zuschrift an die Frankfurter Zeitung" neulich bargelegt hat.

- Reform der Lehrerbildung. Gegenwärtig werden i» Kultusministerium eingehende Berathungen über die Norm der Lehrerbildung gepflogen. Von bekannten Schulmännern sind, wie verlautet, u. A. hinzugezogen »orben: Prooinzial-Schulrath Bethe-Stettin, Schulrath Matt und Rektor R. Rißmann-Berlin. Die erste Sitzung am vergangenen Montag wurde von dem Kultus- mister eröffnet und geleitet.

Wie sehr in Berlin die Gefährdung der Straßen- "ssanten durch den Wagenverkehr in neuester Zeit zu- enommen hat, das zeigen folgende Zahlen: Durch Verfahren wurden im Jahre 1900 100 Personen ge­ltet, dagegen waren in den fünf vorhergehenden Jahren i# 1895 zurück nur 7 6, 66, 70, 64, 65 Personen urch Ueberfahrenwerden zu Tode gekommen.

Aut Pose«. Mit welcher Frechheit schon die pol- ischen Kinder in den preußischen Ostseeprooinzen auf- Wen, erhellt aus nachstehender Mittheilung aus Werschen " der Provinz Posen: Am Montag weigerte sich eine *nMl Schüler, dem Lehrer im Religionsunterricht in Ascher Sprache zu antworten, weshalb sie bestraft Wen. Infolgedessen lärmte Mittags eine aufgeregte Volksmenge vor dem Schulhause, stürmte die Thür und '"ong in ben Korridor. Inzwischen berbeigeeilte Polizei freute die Menge. Die Hauptbetheiligten sind verhaftet »«den.

Aus Tilsit wird geschrieben: Einen gänzlich un- kivarteten AuSgang wird voraussichtlich die Anklage

Ermordung deS 86 jährigen Sanitätsraths Dr. Nenreiti) durch den Tapezierer Förmer auS Jnsterburg ^Mn. Der Angeklagte ist des Raubmordes geständig, Welt erwartete deshalb, daß er noch in der soeben Abschluß gelangten Schwurgerichtstagung abgeurtheilt "^cn würde. Weshalb dies nicht geschehen, darüber ver­bot jetzt, Dr. Hepdenreich sei nämlich an einem Herzschlage Sorben, wie die Leichenschau ergeben hat, der Mörder w seine Rohheit wahrscheinlich an einem bereits Todten Klassen, den er aber noch für lebend hielt und den Wölbst durch Erwürgen und einen nicht tief gehenden Einstich getödtet zu haben glaubt.

dre-lau. Ein Riesenkonsumverein. Der Breslauer

Konsumverein, der größte in Deutschland, hat in seinem verflossenen 35 Geschäftsjahr bet 75,548 Mitgliedern einen Umsatz von 12,474,168 Mk. zu verzeichnen gehabt. Der Bruttogewinn betrug 2,146,749 Mk. Zur Ver­teilung gelangen 117» pCt. Dividende. Wie viel vernichtete selbständige Existenzen stecken in diesen Zahlen.

Waldeuburg (Schlesien), 25. Mai. Gestern Nach­mittag brach in einem Häuschen über dem Luftschacht des Fürst Pleßschen HermannschachtesHammer" Feuer aus, welches sich durch den Luftschacht nach unten aus- breitete und die dort arbeitenden Bergleute gefährdete. Fünf derselben sind bereits todt herausgeschafft worden, heute früh werden noch 18 Bergleute vermißt, welche kaum noch am Leben sein dürften.

Essen, 22. Mai. Die andauernde Geschäftsstockung in der Eisen und Kohlenindustrie nöthigt zahlreiche fremde Arbeiter, in die Heimath zurückzukehren, um hier nicht subsistenzlos zu werden. So haben z. B. im Borbecker und Recklinghauser Bezirk im Laufe des Frühlings mehrere hundert Arbeiter, darunter zahlreiche Ausländer, die Heimreise angetreten, nachdem sie die Ueberzeugung erlangt, daß die Arbeitsgelegenheit für sie hier in den letzten Monaten sich immer mehr verringert hat. In den Fällen, wo die Eisenwerke und Kohlenzechen zu

Arbeiterentlassungen sich veranlaßt sehen, werden meistens

Die langanhaltende Flaue in der Kruppschen Fabrik ist

jetzt gewichen durch Aufträge

panicns, Schwedens und

Ein großer Auftrag der schweizerischen

Ausland.

Italien. Selbstmord des italienischen Königsmörders Bresci. Eine Aufsehen erregende Mildung kommt aus Italien. Der Mörder des Königs Humbert, Bresci, hat sich im Gefängniß von Portolongone erhängt. Die schlinge, in der Bresci den Tod fand, hatte er sich aus seinen Hosen gefertigt. Bei der strengen Bewachung, die Bresci zu Theil wurde, erscheint es fast unglaublich, daß er sich durm Selbstmord der über ihn verhängten lebenslänglichen Strafe entziehen konnte. Mußte Bresci doch in allen seinen Handlungen von seinen Wächtern genau beobachtet werden. Für Bresci war in einem kleinen, von einer hohen, massiven, steinernen Mauer umgebenen Hofe ein eigenes Ge-'ängniß erbaut worden. Der Zellenranm war gerade nur so groß, daß eine Pritsche und ein kleiner Schemel darin Platz fanden. Da Raum für freie Bewegung nicht vorhanden war, so konnte Bresci bei Tage in der Zelle nur stehen oder fitzen. Licht erhielt dieser Gefängnißraum durch ein nahe an der Decke angebrachtes, massiv vergittertes Loch, während die schwere eiserne, mit mehreren Schlössern versperrte Thür berort eingerichtet war, daß Bresci stets zu kontrolieren war. Wie es unter diesen Umständen dennoch geschehen konnte, daß Bresci Hand an sich legte, ist unerklärlih. Es sei noch daran erinnert, daß erst vor Kurzem sich der Gefangenenhausarzt dahin geäußert hatte, daß Bresci in kürzester Zeit dem Wahn­sinn verfallen müsse und kaum ein Jahr die Torturen seiner Haft werde aushalten können. Der Verbrecher verhielt sich stets ruhig und ordentlich, nur legte er tiefe Niedergeschlagenheit an den Tag, die zuweilen zu Ver­zweiflungsausbrüchen führte. Er rief während solcher Zustände die Namen seiner Frau und seines Kindes. Man hatte Bresci nach der Insel Santo Stefani ge­bracht, da man einen Befreiungsversuch, seitens der amerikanischen Anarchisten fürchtete. Sein Verbrechen hat der Mörder nie bereut. Er erklärte erst unlängst noch auf die Frage, weshalb er den König ermordet habe:Es war meine Pflicht, heute martert ihr mich; morgen aber wird die Revolution euch allesammt hin- wegfegen."

Lvkales und PravtnziLÜes.

* IHlüchrcrn 28. Mai.

* Ein neuer Schwindeldünger. Der durch ben

Vertrieb eines sogen., nahezu werthlosen Mineraldüngers C ' ~ ,

bereits zur Genüge bekannte Börner, welcher, nachdem' sehr unwahrscheinlich ist, so wird der hiesige Bahnhof

ihm in Berlin der Boden zu heiß geworden, sein Gc doch nur unwesentlich entlastet werden, und eine Er- schästchen nach Frankfurt a. M. verlegt hat, hat in Weiterung desselben ist in jedem Falle unerläßlich. Es letzter Zeit die Bauern des Allgäu heimgesucht nnd dem- find nun in letzter Zeit verschiedentlich Vermessungen

selben sogenannten Poudrettedünger zum Preise von vier Mark für den Centner aufgeschwatzt. Trotzdem wieder­holt und dringend Vorsicht und Prüfung bei Angebot solch neu auftauchender Düngemittel anempfohlen wurde, scheint dieser Herr nicht unbedeutende Quantitäten zum Schaden der Käufer an den Mann gebracht zu haben. Zum Zwecke der Feststellung des wirklichen Werthes dieses Düngemittels wurde von einem auf Station Ratzenried eingelaufenen Wagen eine vorschriftsmäßig gezogene Probe zur Untersuchung nach Hohenheim ge­sandt. Das Untersuchungsresultat lautete: 2,02 pCt. Phosphorsäure und 1,62 pCt. Stickstoff. Dementsprechend repräsentirt dieser Dünger einen Werth von nur 75 Pfg. für den Centner l50 Mk. für den Waggon, während der Verkaufspreis 800 Mk. beträgt. Der wirkliche Werth steht in keinerlei Einklang zu dem geforderten und bezahlten Preis. Es klingt also unglaublich, daß es heute noch Bauern giebt, die trotz aller Belehrung und Warnung in so plumper Weise hereinfallen. Ver­muthlich ist dieser sogen. Poudrette-Dünger auch in unserer Gegend zum Verkauf gebracht worden. Die Ab­nehmer sind nicht verpflichtet, den geforderten und ver­einbarten Preis zu bezahlen, da eine etwa nöthig werdende gerichtliche Entscheidung zweifellos, ebenso wie in einem früheren Prozeffe gegen den Börner'schen Mineraldünger, zu Gunsten der Abnehmer ausfallen wird.

Bad Orb, 23. Mai. Heute Mittag wurde die neu­erbaute Kleinbahnstrecke Wächtersbach Bad Orb dem Be­trieb übergeben. Mit dem Bau der Bahn wurde am 1. Mai 1900 angefangen. Das früher so verwahrloste Bad Orb hat durch den im Vorjahre vollendeten Bau des Kurhauses mit den neuen großartigen Badeanlagen und durch den Bahnbau zwei Errungenschaften erhalten, die für ein rasches Aufblühen des mit äußerst heilkräfti­gen Avolquellen ausgerüsteten Bades die besten Vor­bedingungen erhalten.

Büdingen, 23. Mai. DerFuldaer Zeitung" wird von Lugano geschrieben: Die Trauung der Prinzessin Elisabeth zu Menburg-Büdingen mit dem Grafen Eduard Desrouffeaux fand am 21. Mai in Lugano in groß­artiger Weise statt. Herr Dechant Wiegand von Jo­hannesberg, welcher früher als Pfarrer von Aufenau der Prinzessin die hl. Taufe gespendet hatte, nahm den hl. Akt der Trauung in deutscher Sprache vor, während Pater Jgnaz eine französische Anrede hielt und die Brautmesse feierte. Die ganze Stadt befand sich in festlicher Stimmung.

Hanau. Ein heiteres Stückchen passierte kürzlich einem Mann in Amt Wertheim. Er sägte Eichbaumäste ab, weil sie zu nahe an die Telephondrähte reichten. Dabei riß ein herabfallender Ast den Telephondraht entzwei. Da muß rasch geholfen werden, dachte der er­schrockene Mann, stieg vom Baum, nahm den herunter- hängenden Draht in den Mund und schrie aus Leibes­kräften:He, do brüt in Würde (Wertheim) kummt schnell raus, der Draht ist kaput!'

Frankfurt a. M., 21. Mai. Die Verlegung der in Bockenheim stehenden Schwadronen des Husaren-Rcgi- mentS Nr. 13 nach Mainz und des Feldartillerie-Regi- ments Nr. 63 von Mainz nach Frankfurt wird zum Herbst nicht stattfinden können, sondern bis 1903 ver­schoben werden müssen, da der Sandboden unter der neuen Husarenkaserne auf Moorboden ruht und sich zu senken beginnt.

Fulda, 24. Mai. In den Tagen vom 20. bis 24. Mai einschließlich fand am hiesigen Königlichen Lehrerseminar unter dem Vorsitze des Herrn Provinzial- schulraths Dr. Pähler die zweite Lehrerprüfung statt. Es bestanden folgende Examianden: Börnei Ulmbach, Höck-Magdlos, Koll Poppenhausen, Mies-Rabenstein, Röhrig-Sarrod, Rübsam Eichenzell, Sauer-Ried, Gübel Geismar.

Bebr«, 23. Mai. Die Angelegenheit des Erweiter­ungsbaues unseres Bahnhofs scheint jetzt wieder in Fluß zu kommen und diesmal, wie es scheint, sich zu ver­wirklichen. Man ist sich in den maßgebenden Kreisen der Thatsache wohl bewußt, daß unser Bahnhof für den enormen Verkehr, der sich mit schein Jahre steigert, viel zu klein ist. Selbst wenn die projektierte Bahnlinie

GerstungenHünfeld gebaut werden sollte, was noch