SchWernerMung
Erscheint Mittwoch und Samstag. — Preis mit „Kreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
M 51.
Mittwoch, den 25. Juni 1902.
53. Jahrgang.
ftQpf pfnp Ittlfprürprftltnrr ^ der Zustellung unserer Zeitung durch die Post beim bevorstehenden Quartalswechsel vermeiden will, der wolle dieselbe so bald wie möglich bei dem betreffenden Postamte bestellen. Nur diejenigen auswärtigen Postabonnenten, welche bis spätestens 28. Juni unsere Zeitung wieder bestellt haben, können verlangen, daß ihnen unsere Zeitung vom 1. Juli ab pünktlich von der Post geliefert w rd. Jede später bestellt, muß nach den amtlichen Bestimmungen für Nachlieferung der ersten Nummern des neuen Quartals eine besondere Gebühr von 10 Pfg bezahlen. — Wer Postanstalt und jeder Landbriefträger ist verpflichtet, Abonnements-Bestellungen anzunehmen.
Zu recht zahlreichen Bestellungen auf das mit bem 1. Juli 1902 beginnende neue Vierteljahr ladet freundlichst ein
die Expedition der „Schlüchterner Zeitung".
welches die jahrelangen Blutungen verursacht worden sind. Das Geschwür war entsprechend der Diagnose nicht' krebsartiger Natur. Das Herz war weniger entartet, I als es den Anschein gehabt hatte. Die Herzschwäche,' an der der König litt, war demgemäß im Wesentlichen eine Folge seiner großen Blutarmuth.
Müuchen, 22. Juni. Prinz Ludwig ist heute Abend 6 Uhr 20 Min. als Vertreter des Prinzregenten zu den Beisetzungsfeierlichkeiten nach Dresden abgereist. Dorthin haben sich auch der Herzog und die Herzogin Carl Theodor begeben, ebenso der hiesige sächsische Gesandte Freiherr von Friesen. — Prinz Leopold von Bayern ist als Vertreter des Prinzregenten bei der Londoner Krönungsfeier heute Nachmittag abgereist.
Arrsland.
Südafrika. Lord Kitchener ist in Johannesburg eingetroffen, um sich von den dortigen Truppen zu verabschieden. Bei dieser Gelegenheit wurden ihm von den Soldaten großartige Ovationen bereitet. In Cap- stadt haben sich bereits viele Offiziere, darunter auch Walter Kitchener, zur Fahrt in die Heimath eingeschifft. Der bisherige Generalissimus wird jedenfalls in allernächster Zeit gleichfalls die Heimreise antreten. Mehrere SchiffsgesellschLften theilen mit, daß ihre Dampfer zum Rücktransport englischer Truppen gechartert worden sind. — Botha, Delarey und Dewet werden am 27. niederländischen Kongreß, der dieses Jahr in Courtai am 20. und 22. August sein wird, theilnehmen.
London, 21. Juni. König Eduard ist im Wesentlichen von seinem Hexenschuß wieder hergestellt und machte gestern Nachmittag mit der Königin im offenen Wagen, augenscheinlich in bester Stimmung eine zweistündige Ausfahrt. Er wird sich aber angesichts der fortwährend sehr unsicheren Wetterlage und der bevorstehenden Anstrengungen der Krönung auf den dringenden Rath der Aerzte bis dahin Schonung auferlegen. — An der Ausschmückung der Straßen, durch welche der Krönungszug geht, wird eifrig gearbeitet. Die Tribünen wachsen wie Pilze aus der Erde, und es wird in Dekorirung dieser und der Häuser mit rothem Tuch in allen Nüancen solcher Luxus getrieben, daß einem die Augen wehe thun. Der Fremdenzuzug ist schon bedeutend, darunter interessante Typen von Asiaten und Centralafrikanern. Die Benutzung von Cabs und Omnibus wird fast unmöglich, da sie von den Fremden und Provinzialen in Beschlag genommen werden. Die Lebensmittelpreise sind um ein Drittel gestiegen.
Paris, 22. Juni. Präsident Loubet ist heute Vor- mittag nach Le Alans abgereist, um den dort statt- findenden Festlichkeiten des Turnverbandes beizuwohnen. In seiner Begleitung befinden sich Ministerpräsident Combes und Kriegsminister Andrö. — Ein dem Minister der Kolonien zugegangenes Telegramm ans Fort de France vom 21. Juni meldet, daß die Nacht vom 20. und der Morgen vom 21. Juni ruhig verlaufen sind. Aus dem Mond Pelöe steigt noch viel Rauch auf. In der Gemeinde Le Macouba ist die Arbeit wieder aufgenommen worden.
Lokales und Provinzielles.
* Schlüchtern, 24. Juni 1902.
Der 23. Juni war der Gedenktag des im Jahre 1567 verstorbenen Abtes Peter Lotich von Schlüchtern, welcher in dem hiesigen Kloster die Reformation einführte.
t In Warsaw, New-Pork, verstarb vor Kurzem Frau Maria Frank, gebor. Müller, geboren 1846 in Sterbfritz, Kreis Schlüchtern, Kurhessen. 1867 verehelichte sie sich mit Johann Frank, welcher Ehe 4 Söhne und 2 Töchter entsprangen. In 1873 kam sie mit ihren nun trauernden Gatten nach Amerika und ließ sich in Warsaw nieder. — Nach längerem Leiden verschied im Alter von 69 Jahren zu 294 Webster Ave., Jersey City Heights, N. I., Herr Heinrich
Amtliches.
Bekanntmachung.
Der an der Westseite des Hohenzeller Berges entlang führende Fußpfad von Schlüchtern nach dem Klostergut Lindenberg — ortsüblich „Lindenberger Fußpfad" genannt — soll theilweise verlegt werden und kann die beabsichtigte Verlegung vom 26. Juni er. ab 4 Wochen lang während der Dienststunden auf dem Bürgermeisteramt eingesehen werden. Einsprüche gegen diese beasichtigte Verlegung können gemäß § 57 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 bis zum 25. Juli er. Abends 6 Uhr an den Unterzeichneten eingereicht werden.
Schlüchtern, den 20. Juni 1902.
Die Wegpolizeibehörde: Salomon, Bürgermeister.
^entsches^ Reicht
Berlin. Das Kaiserpaar traf um 9 Uhr 20 Min. Vormittags in Mörs ein. Bei der Begrüßung durch die Stadtvertretung und die Deputationen der Grafschaften, der Stadt- und Landgemeinden lobte der Kaiser wiederholt die Grafschaft wegen ihrer Treue zu Kaiser und Reich. Nach der Begrüßung wurde ein Ehrentrunk eingenommen. Nach dem Eintreffen daselbst erfolgte die Enthüllung des Denkmals König Friedrichs I. Um 10 7a Uhr reiste das Kaiserpaar nach Krefeld ab und traf dort wohlbehalten ein. Nach der Begrüßung ging das Kaiserpaar in das Museum und besichtigte dort das Standbild Kaiser Wilhelms I., sowie die Ausstellung der Krefelder Seiden- und Sammtindustrie. Hierauf wurden int Oberlichtsaal die Stadtverordneten vorgestellt und dem Kaiser ein Ehrentrunk angeboten, worauf der Kaiser eine Ansprache hielt.
— Am 21. Juni abends fuhr im Hochbahnhofe Schlesisches Thor ein einfahrender Zug auf einen haltenden Hochbahnzug. Durch Glassplitter oder Verstauchungen wurden 13 Personen leicht verletzt.
— Für das zweite transatlantische deutsche Kabel sind die ersten Lothungen bereits vorgenommen worden. Nach einer zwischeen der deutsch-atlantischen Tele- graphen-Gesellschaft und dem Reichspostamt getroffenen Vereinbarung wird der Bau des zweiten Kabels in zwei Abschnitten erfolgen. Die erste Strecke Borkum- Azoren muß spätestens am 31. Dezember 1903 und die zweite am 31. Dezember 1905 fertig gestellt sein, sodaß der Betrieb auf der ganzen Linie am 1. Januar 1905 aufgenommen werden kann.
Krefeld, 21. Juni. Der Oberbürgermeister erhielt gestern Abend folgendes Telegramm: „Villa Hügel. Auf Befehl des Kaisers soll Krefeld eine Garnison erhalten. Ich bitte um baldige Vorschläge über die Unterbringung eines Husaren-Regiments in der Stadt und die Schaffung eines Exerzierplatzes in der Umgegend. Bissing."
Troppau, 20. Juni. Infolge der anhaltenden Regengüsse trat auf Weichsel, Oder und Ostrawitza Hochwasser ein. Die Ortschaften Schwarzwaffer, Za- rubek und Ostrawitz stehen unter Wasser. Der Eisenbahnverkehr zwischen Teschen Jablunkau, Ostrau und Friedek wurde eingestellt. Die Brücke der Reichsstraße über Glukhewa bei Bistritz wurde weggerissen. Auf mehreren Kohlenschächten der Kaiser Ferdinand-Nordbahn wurde wegen Wassergefahr der Betrieb eingestellt. Zwischen den Nordbahnstationen Seifersdorf und Pruchna fanden Dammrutschungen statt.
Sibyllenort. König Albert von Sachsen ist in Sibyllenort am Donnerstag Abend 5 Minute» nach 8 Uhr sanft entschlafen. - Die Trauerkunde wird überall in den deutschen Landen, besonders aber in Sachsen, allgemeine und aufrichtige Theilnahme erwecken. — Ueber das Ergebniß der Sektion der Leiche König Alberts wird berichten In der Blase fand sich ein fingergroßes Mit zottigen Wucherungen besetztes Geschwür vor, durch
Klöber,ein bekanntes Mitglied des Schlüchterner Freundschaftsbund.
* — Bezüglich der Kommandirung von Soldaten zu Erntezwecken ist folgender Militärbefehl erlassen worden: Uni die Einbringung der Ernte zu erleichtern, kann den Mannschaften ein Urlaub zur Erntezeit gewährt werden. Vorbedingung für den Urlaub sind gute Führung und vorgeschrittene Ausbildung, besonders im Schießen, des zu Beurlaubenden, und wirklicher Mangel an ländlichen Arbeitern. Der Urlaub kann bis zu 3 Wochen gewährt werden. Anträge auf Beurlaubungen sind seitens der Interessenten direkt bei den Truppentheilen zu stellen.
* — Ein Sonderzug nach Berlin mit erheblicher Fahrpreisermäßigung wird am 7. Juli von Sachsenhausen über Bebra-Eisenach-Halle fahren. Fahrkarten mit 45tägiger Giltigkeit werden für die 2. und 3. Wagen- klasse auch in Hanau, @lm uyd Fulda ausgegeben. Für die Rückfahrt können sämmtliche fahrplanmäßige Schnell-uud Personenzüge der im gewöhnlichen Verkehr zulässigen Bahnwege benutzt werden; bei Benutzung eines v-Zuges muß jedoch die tarifmäßige Platzgebühr bezahlt werden.
* * * Die Frist für den Umtausch der im Reichs- Postgebiet und in Württemberg bis Ende März d. I. giltig gewesenen Postwerthzelchen gegen neue Poftwerth- zeichen mit der Inschrift „Deutsches Reich" wird bis Ende Dezember 1902 verlängert. Der Umtausch kann nach wie vor bei allen Reichs-Postanstalten und Königlich Württembergischen Postanstalten sowie bei den Landbriefträgern bewirkt werden. Soweit noch Sendungen mit alten Postwerthzeichen Vorkommen, werden sie von den Postanstalten bis zum Abläufe der Umtauschfrist nicht in der Beförderung aufgehalten und auch nicht mit Nachtaxe belegt werden. Dies gilt auch für Send ungen mit württembergischen Postwerthzeichen, die im Reichs-Postgebiet, und für Sendungen mit Reichspost- Werthzeichen, die in Württemberg zur Auflieferung kommen.
) :( Am Dienstag den 17. Juni fand [in den Anstaltsräumen die jährliche Hauptversammlung des Vorstandes und der Freunde des Hessischen Diakonisten- Hauses statt. Nachdem Herr Generalsuperintendent, Oberhofprediger L o h r das Eingangsgebet gesprochen hatte, eröffnete der Vorsitzende, Herr Consistorial- präsident von Altenbockum, die Versammlung, indem er einen Ueberblick über die Arbeit des Vorstandes im Jahre 1901 gab und der verstorbenen Schwestern mit warmen Worten gedachte. Erster Punkt der Tagesordnung war die Entlastung der vorgeprüften Rechnung für das Jahr 1901 und nachdem die vorgelegte Rechnung von der Versammlung entlastet war, sprach der Herr Vorsffende dem langjährigen treuen Rechnungsführer, Herrn Regierungssekretär A u f - fahrth, den Dank der Versammlung für seine sorgfältige Geschäftsführung aus. Es erfolgte dann die Feststellung des Voranschlags für das Jahr 1903. Die Einnahme der Gesammtanstalt wurde mit 166,660 Mark festgesetzt, davon entfallen auf das Mutterhaus 137,510 Mk., auf das Diakoniffenheim 22,750 Mk. und auf das Marienheim zu Guntershausen 6400 Mk. An Ausgaben sind angenommen für das Mutterhaus 134,140 Mk., für das Diakoniffenheim 23 360 Mt. und für das Marienheim 9160 Mk., in Summa 166660 Mk. Die Zahl der Schwestern beträgt zur Zeit 236, von denen 186 aus unserem Bezirk stammen, nämlich 127 aus Niedersten, 31 aus Oberhessen, 21 aus dem Hanauer Lande, 4 aus Rinteln und Schmalkalden. In anderen preußischen Provinzen sind gebürtigt 39 Schwestern und in anderen deutschen Ländern 13. Von den Schwestern sind 106 Diakonissen, die übrigen sind noch nicht eingesegnet. Am 1. April 1901 ging die Jdioten-Anstalt Hephata zu Treysa in den Besitz des hessischen Brüderhauses über. Jn der unirten General-Superintendentur, den Diözesen: Hanau, Schlüchtern, Gelnhausen, Gersfeld, Fulda sind