Erscheint Mittwoch und Samstag. — Preis mit „Kreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
Mittwoch, den 1. Oktober 1902
53. Jahrgang
cE. 2782 KE Amtliches. ! fertig gestellt werden wird. C I _
Am heutigen Tage hat die Ueberlieferung! ^/^Hung des Tarifgesetzes zu erfolgen, die indessen her Kreissparkassen-Verwaltung an die neugewähltei wahr; chemlich nur einen einzigen Sitzungstag erfordern Direktion bestehend aus Kreisrentmeister Pfalzgraf s Sobald die zweite Komimsstonslesung beendigt
als Vorsitzender, Privatier Eugen Weichel-Schlüchtern ^' ^ Bericht über den Zolltarif wie über das
unv Fabrikant W. Bratfisch zu Salmünster als s Tarifgesetz ausgearbeitet und festg-stellt werden. Als- Direktionsmitglieder, stattgefunden. Gleichzeitig wurdewerden die Mitglieder der Komnnsstou einer Ein- Hauptmann a. D. Meier als Rendant der Sparkasse s^W folgend die Düsseldorfer Ausstellung besuchen, in ton 9Imt einaeKbrt vorher selbstverständlich die zugesicherten und wohlver-
Die Kreissparkasse ist wie seither für das Publikum ^en^n Diäten von 2 500 Mark pro Mitglied abhebend.
Es hätte dann noch die
geöffnet:'
Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag
Die Einnahmen der preußischen Staatsbahnen in den fünf ersten Monaten des laufenden Rechnungs-
Vormittags von 8
-Mund Nach«, von 2-4 Uhr L^es habm diejenigen des Vorjahres um rund
und werden in diesen Dienststunden der Direktions-
5,400,000 Mark überstiegen, und zwar beträgt das
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aber stets anwesend sein.
und für den Güterverkehr 5,200,000 Mark
Die Sitzungen der Direktion finden bis auf Weiteres jeden Sonnabend Nachmittag von 1 'A Uhr ab statt. - Schlächtern, den 23. September 1902.
Der Königliche Landrath: Roth.
Deutsches Reich.
Das Kaiserpaar trifft auf der Rückreise von Ro- minten mitte nächster Woche zu einem zwei bis dreitägigen Aufenthalt in Cadinen ein.
— Der Kaiser hat neue Kriegsartikel für das Heer veröffentlichen lassen und bestimmt, daß den der deutschen Sprache nicht kundigen Soldaten die neuen
Ueber Deutschland hat der Amerikaner Baker eben ein Buch herausgegeben. Für den deutschen Soldaten hat der Verfasser nach der „K. Zt." eine große Achtung. Obgleich er ihm nach amerikanischen Begriffen kläglich bezahlt und mangelhaft ernährt erscheint, macht er ihm doch den Eindruck höchster militärischer Fähigkeit. Aber Dem freien Amerikaner fällt auf, daß die Redensarten vom Marschallstab bis zum Tornister eben nur eine Redensart ist, und er bemerkt mit vorwurfsvollem Tone, daß dem Soldaten höchstens die Unteroffizierslaufbahn offen stebe. Ueber die deutschen Verhältnisse spricht sich der amerikanische
Beobachter sehr anerkennend aus, aber trotzdem glaubt
Artikel in ihrer Muttersprache vorgelesen werden, zu Beobachter sehr anerkennend aus, aber trotzdem glaubt welchem Zweck Übersetzungen in litauischer, polnischer, er die ersten Vorboten einer Katastrophe zu erkennen, dänischer und französischer Sprache sofort hergestellt; Wer sich des gewaltigen industriellen Fortschritts in werden sollen. Artikel 4 lautet: Dem Soldaten steht' Deutschland bewußt geworden sei, dem dränge sich die «ach seinen Fähigkeiten und Kenntnissen der Weg selbst | Frage auf, ob der deutsche Arbeiter mit diesem Fort-
den höchsten Stellen im Heere offen. Wer sich
schritte werde Schritt halten können. Die Lohngrenze ist fast erreicht, dabei steigen die Preise für Lebens-
durch Tapferkeit oder Muth hervorthut oder in langer Dienstzeit gut führt, hat für seine treue Pflichterfüllung die verdiente Belohnung durch ehrenvolle Auszeichnungen zu erwarten. Wer nach längerer vorwurfsfreier Dienst- zeit die Beschwerden des Dienstes nicht mehr zu ertragen vermag, wer durch Verwundung vor dem Feinde dienstunfähig wird oder sonst im Dienste zu Schaden kommt, erwirbt den Anspruch auf Pension oder Anstellung im Civildienste. — Im Anster 15 heißt es: Der "hrnL^äe Beruf des Soldaten darf durch ehren- widrige Behandlung desselben nicht herabgewürdigt fl . . „ -
werden. Wer die Untergebenen vorschriftswidrig be-s falles erstickt. Seine Frau ist schwer erkrankt. Handelt, beleidigt oder gar mißhandelt, oder wer seine MnsMuntmi. 26 Das Rpüntwn b?< Dieustgewalt dazu mißbraucht, um auf Kosten seiner s Untergebenen sich Vortheile zu verschaffen, wird nach- ■ drücklich bestraft.
In Gegenwart des Kronprinzen Wilhelm als Vertreter seines kaiserlichen Vaters, wurde am Freitag in Herford (Westfalent das Denkmal des aroüen Kur- ■
Mittel und Wohnungen.
Airsland.
*— Das Reichs-Postamt hat entschieden, daß bei zusammengepackten Drucksachen, Geschäftspapieren und Waarenproben eine Inhaltsangabe auf der Adresse nicht verlangt werden soll. Es ist Sache der ab- fertigenden Beamten, zu prüfen, als was der Inhalt einer solchen Sendung sich darstellt und ob darnach die Frankirung richtig ist.
* Bei der Neuordnnng des Krankenkasfengesetzes ist der Hauptpunkt die Verlängerung der Mindest- dauer der Unterstützung in Krankheitsfällen von 13 auf 26 Wochen. Wie verlautet, haben sich alle Einzelregierungen mit dieser Verdoppelung der Unterstützung einverstanden erklärt.
* — Auf der nächsten Versammlung des hessischen Lehrervereins wird in Uebereinstimmung sämmtlichen andern Lehrervereinen Preußens, über eine Neuordnung der Lehrerbesoldungsverhältnisse berathen werden, wie sie im Sinne der Lehrer wünschenswerth ist. Die Lehrerschaft glaubt niit Recht, eine gleiche Besoldung beanspruchen zu müssen, wie sie der Staat seinen Beamten mit gleichwerthiger Vorbildung zukommen läßt, und wie er auch die Elementarlehrer an Königlichen höheren Schulen und Vorschulen besoldet. Die Lehrer wünschen ein Mindestgehalt von 1200 Mark, steigend bis 3000 Mark, und daneben ein Wohnungsgeld von mindestens 300 Mark.
Geluhausen, 29. Sept. Wie die „Gelnh. Ztg." vernimmt, ist Landrath v. Baumbach zum 1. Oktober ins Finanzministerium nach Berlin berufen worden. Die Nachricht bedarf noch der Bestätigung.
Hanau, 29. Sept. Als Stadtschulinspektor für die hiesigen Mittel- und Volksschulen wurde von den nahezu 90 Bewerbern der Rektor Lorentz von Tempel- Hof bei Berlin gewählt. — Ein Ingenieur aus Wiesbaden erhielt die Erlaubniß zur Vornahme von Vorarbeiten für die Ausführung einer elektrischen Straßenbahn in Hanau.
surften enthüllt. Auch die Minister Budde und von Hammerstein wohnten dem Festakt bei.
Der deutsche Kronprinz wird auch in Diesem Jahre toie im vorigen Jagdgast des Herzogs Karl Theodor in Bayern sein und sich am 30. v. M. nach Schloß Kreuch begeben.
— Aus Eydtkuhnen wird mehreren Blättern der Provinz gemeldet, daß am Jahrestage der Brandkatastrophe Don Wyftyten (23. September) in den dortigen Kirchen und der Synagoge Dankgottesdienste für Kaiser Wilhelm frattfanden, der 10 000 Mark anläßlich des Brandunglücks gespendet hat. Dem Kaiser wurde nach Rominten ein Danktelegramm abgeseudt, für das der Kaiser durch den Forstmeister Saint Paul telegraphisch seinen Dank aussprechen ließ. Rittmeister Messejedow aus Kibarty, Chef der dortigen russischen Gendarmerie, wohnte am Sonntag dem Gottesdienst in Rominten und nahm danach am Diner bei dem Kaiser theil. ~ Die Zolltarifkommission arbeitet mit einer Eile, w allen Erwartungen widerspricht. Hatte man darauf gerechnet, daß die zweite Kommissionslesung der Zolltarifvorlage Monate in Anspruch nehmen würde, so kann man heute schon mit vollster Bestimmtheit erklären, daß die Komission .lange vor der Wiederaufnahme der Plenarverhandlungen mit ihrer Arbeit fertig.sein wird. . Von einem Parlamentarischen Be- nchterstatter wird sogar gemeldet, daß die zweite Lesung fsreits im Laufe der kommenden Woche erledigt werden wird. Von den 19 Abschnitten des Zolltarifs sind bereits durchberathen und man nimmt an, daß Rest in der nächsten stattfindenden Sitzung
Hanau, 27. September. Auf der Königl. Domäne
Haag, 29. Sept. Die Generale Delarey und Botha Baiersröderhof im Landkreise Hanau trug sich ein Un- werden vermuthlich in der zweiten Oktoberwoche Nachhall mit tödtlichem Ausgange zu. Im Scherz rauftcn Berlin kommen. Es wird bestätigt, daß sie eine' im Pferdestall die beiden Knechte Becht und Schomann mit- Audienz beim Kaiser nachgesucht haben. | einander. Ein dritter Knecht beabsichtigte der Rauferei ein
Paris, 29. Sept. Zola, der bekannte französische Ende zu machen und gab den beiden einen Stoß. Schomann Schriftsteller, wurde heute Vormittag in seiner Wohnung taumelte dadurch gegen ein Pferd, das, unruhig getobt aufgefunden^ Derselbe ist in Folge eines Unglücks-' worden, ausschlug und dem Schomann einen Hufschlag 2 7 “ ' in die Bauchgegend versetzte. An den Folgen der Ver-
Washington, 26. Sept. Das Befinden des Präsi- Setzungen verschied der Getroffene tags darauf.
denten Roosevelt ist befriedigend. Die Aerzte habeu i , Hcrsfcld, 28. Sept. Im vergangenen Sommer ist dem Kranken vollkommene Ruhe anbefohlen. Der cheim Gastwirth Großcurt zu Unterhaun ein Bienen - Präsident wird daher nur einige Mitglieder des Cabinets : schwärm eingekehrt und hat sich in einem entlegenen empfangen. Man nimmt an, daß Complikativuen j Schlupfwinkel des Hauses wohnlich eingerichtet. Mit nicht eintreten werden, es müßte denn sein, daß der Zucker wurde er nicht genährt; die ihm nunmehr ab- Knochen am Knie angegriffen wäre, was jetzt nicht gezwackten 15 Pfund Honig dürften daher wohl als reiner Blüthenhonig bezeichnet werden.
festgestellt werden kann.
Nach einer Mittheilung der „Times" aus Johannesburg vom 23. Sept. sind bisher 23 944 Personen zu ihren Farmen zurückgekehrt, während sich noch 29 000 in den Konzentrationslagern befinden, doch hofft man die „Repatricition" bis Weihnachten durchgeführt zu haben. Von den 24996 Kriegsgefangenen, die sich beim Abschluß des Friedens über See befanden, find 9951 durch Regierungsdampfer zurückgebracht worden; eine kleine Anzahl anderer Kriegsgefangener hat die Passage selbst bezahlt. Im Oktober wird die Rückbeförderung von Kriegsgefangenen über See eingestellt, damit die Behörden Gelegenheit erhalten, die Zahl der Familien in den Lagern an der Küste und im Jnlande zu vermindern, doch hofft man bis zum Ende des Jahres auch die übrigen 15 000 Kriegsgefangenen heimbefördern zu können.
Mehrere Führer der Buren, darunter A. Reitz, der Sohn des ehemaligen Staatssekretärs der südafrikanischen Republik, haben sich Donnerstag Nachmittag von Marseille nach Madagaskar eingeschifft, um sich mit dem Gouverneur Gallieux über Koncessionen für eine Einwanderung von Buren zu verständigen.
Lokales und Provinzielles.
* Schlüchtern, 30. Septcniber 1902.
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* Die Schalter der Post und der Güterabfertigung auf der Eisenbahn werden von Mittwoch den 1. Okt. ab Morgens von 8 Uhr an für den Bekehr mit dem Publikum geöffnet sein.
Frankenau, 25. Sept. Eine Frau in Höringhausen hatte das kochende Wasser auf dem Fußboden stehen lassen. Ihr ^zweijähriges Kind fiel rückwärts in dasselbe und trug schwere Brandwunden davon, infolgedessen es seinen Geist aufgab.
Frankenberg, 26. Sept. Der Erlös für das diesjährige Gemeindeobst betrug 1044,40 Mark, ein ungewöhnlich hoher Betrag.
Tendelburg, 26. Septemb. Der Ertrag an Aepfeln ist in hiesiger Gegend ein ganz enormer. Man sieht viele Bäume, die unter ihrer schweren Last gebrochen wären, hätte man sie nicht mehrfach gestützt. Die Einnahmen der Gemeinden für das ihnen gehörige Obst sind an manchen Orten gegen früher zurückgeblieben. So sind hier nur etwas über 1000 M., in Lamerden blos ungefähr 500 Mark gelöst worden.
Cassel, 26. Sept. Gestern wurden unterhalb der Kragenhoser Brücke die mit einem Stricke zusammen- gebundenen Leichen eines jungen, etwa zwanzig. Jahre alten Mannes und eines vielleicht ebenso alten Mädchens aus der Fulda gelandet.
Cassel, 23. Sept. (Zweiter Versammlungstag des Gustav Adolf-Vereins.) Heute Vormittag 9 Uhr ver- sammelte sich der Centralvorstand zu einer Berathung im evangelischen Vereinshause, wo inzwischen wieder eine größere Anzahl auswärtiger Festgäste eingetroffen war. Um 9.'/, Uhr begann unter dem Vorsitz des Generalsuperintendenten Pfeiffer die 55. Jahresversammlung des Hessen-CaMschen Hauptvereins im kleinen Saal des evangelischen Vereinshauses. Sie