Erscheint Mittwoch und Samstag. - Preis mit „Kreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
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^N 82 Samstag, den 11. Oktober 1902. 53. Jahrgang.
: K M * 11M « a« auf die „ Schlüchterner Zeitung" : werden noch fortwährend von allen -^^-—===== Postanstalten und Landbriesträgern, pude von der Expedition entgegen genommen.
Nr. 5874. muthlich kurz der Sparbank
Amtliches.
Am 8. Juli 1881 hinterlegte ein ver- vorher in Amerika Eingewanderter bei „New-York Savings-Bank" in New-
York eine Summe Geldes, Die seitdem mit Zinsen auf etwa 1400 Dollars angewachsen ist. Er nannte sich Moritz Jäger, seine Eltern sollen Johannes resp. Katharina, ein Bruder Heinrich Jäger geheißen haben. Er will 1845 in Kurhessen geboren und Landwirth gewesen sein. Da sein Verbleib nicht zu ermitteln, sollen die von ihm hinterlegten 1400 Dollars an seine Erben ausgehändigt werden. Sollten sich dieselben im Kreise Schlüchtern befinden, so wollen sie sich sofort bei dem Königlichen Landrathsamt hier melden.
Schlüchtern, den 7. Oktober 1902.
. Der Königliche Landrath Roth.
Deutsches Reich.
Der Kaiser ist Dienstag Mittag 12 72 Uhr unter Salutschüssen in Königsberg eingetroffen. Der Kaiser ließ sich im Fürstenzimmer des Bahnhofs gleich nach seiner Ankunft einen Vortrag über die geplante Königsberger Schloßfreiheit halten und nahm dort den Entwurf und die Photographen dieses Projekts entgegen. Nachmittags 3 Uhr verließ Der Kaiser Königsberg und fuhr nach Cadinen weiter.
— Der Kaiser hat ungeordnet, daß den Angehörigen de? zu Besatzungszwecken in China verbliebene,, verminderten. Expeditionscorps ihre Dienstzeit bei der Pensionirung doppelt anzurechnen ist, sofern die^Abe. mindestens 6 Monate gedauert hat.
Die „Truth" dementirt w'ederholt das Gerücht von der Verlobung bee, deutschen Kronprinzen mit der Prinzessin Alice von Albany und theilt dabei mit, Prinzessin Alice sei so gut wie verlobt mit dem ältesten Sohne des Prinzregenten von Braunschweig.
— Der zweite Sohn des KaiserpaaresEitel Friedrich, trifft am 27. Oktober in Bonn ein, um an der dortigen Universität seine Studien zu beginnen. — Bei derEin- schreibungsfeier wird der Kronprinz seinen kaiserlichen Vater vertreten.
U _ Der jugendliche Herzog Karl Eduard von Ko- bürg Gotha traf in Kiel ein, um die Kriegsmarine kennen zu lernen. Er besichtigt Kriegsschiffe und
Werftanlagen. •
- - Der deutsche Kreuzer Falke hatte im Frühjahr d. I. den Auftrag erhalten, die deutsche Flagge auf den großen Strömen Südamerikas zu zeigen. Der Tage- bnch-Anszng ist jetzt amtlich veröffentlicht worden. Es ist ein interessantes Aktenstück, aus dein die „Nat-Ztg." mittheilt, daß die Schwierigkeiten der 5000 Seemeilen langen Flußreise auf dem Amazonenstrom und dessen Nebenflüssen enorm waren. Es ist noch niemals ein Kriegsschiff von dem Tiefgang des „Falke" bis Jquito vorgedrungen, und die letzte Strecke der Fahrt ist überhaupt noch nicht von einem Schiffe befahren worden. Hierin dürfte sich überhaupt die Leistung des Schiffes zusammenfassen, wenn man von allen wirthschaftlichen und politischen, durch die Reise erzielten Vortheilen zunächst absehen will. Besondere Hindernisse bereiteten die zahllosen Baumstämme, viele von ihnen wahre Urwaldriesen, welche den Strom anfüllen und ein wahrhaftes 'Schifffahrtshinderniß bilde:
— Reformen des neuen Eisenbuynministers. Eisenbahnminister Budge hat einem Vertreter des „Bresl. Gen. Anz." gegenüber freundliche Versprechungen über die Förderung des Verkehrs gemacht. Er erkenne an, wie wichtig billige Gebirgsreisen für die minder wohlhabenden Schichten der Bevölkerung seien, und er werde daher seine besondere Aufmerksamkeit dem Sonderzug- Verkehr, bei dem ja eine 50proz. Preisermäßigung gewährt werde, zuwenden. Im allgemeinen sprach sich der Minister noch dahin aus, daß er den gesammten Eisenbahnbetrieb kaufmännischer, als es bisher geschehen, handhaben wolle. „Ich bin überhaupt der Meinung," äußerte sich der Minister, „daß wir versuchen müssen, die Beförderung der Güter möglichst zu beschleunigen, und ich werde nach dieser Richtung hin eine Prüfung eintreten lassen Ich weiß als ehemaliger Kaufmann'
und Großindustrieller am besten, was es bedeutet, wenn! menge erwartete sie außerhalb des Bahnhofes, die
ein Betrieb auf Halbfabrikate warten muß." — Das klingt recht gut und man braucht nur noch zu warten, wie dies in der Praxis wird.
— Der Entwurf zum neuen Militärpensionsgesetz soll, wie dem „Berl. Lokal-Anz." aus Kreisen der höheren inaktiven Offiziere berichtet wird, folgende Bestimmungen erhalten: Jeder aktive Offizier erhält nach । Ojähriger Dienstzeit bei Nachweis von Invalidität die Hälfte seines Diensteinkommens, also 57k>o- Die Pension steigt dann mit j( bem Jahre um ‘/100, sodaß sie beträgt nach Njähriger Dienstzeit ^'/.»», nach 12jähr. “Aoo, nach lbjähriger 57100, nach 20jähriger 67100, nach ^Ojähriger ’7IOo und nach 35jähriger Dienstzeit
75/i oo- Eine höhere Steigerung findet nicht statt.
Der Kommandeur der Kameruner Schutztruppe, Oberstleutnannt Pavel, ist in Berlin angekommen und hat dem Kolonialdirektor Bericht erstattet über die Thätigkeit der Schutztruppe in den letzten Monaten, besonders über die Besetzung des Tschadseegebiets.
— Ueber die Besetzung des durch den Tod des Herrn v. Goßler freigewordenen Oberpräsidenten-Postens in Danzig ist einer amtlichen Erklärung zufolge an zuständiger Stelle noch keinerlei Entscheidung getroffen. Aus derselben Erklärung ist auch zu entnehmen, daß nicht nur der Staatssekretär Graf Posadowsky, sondern auch der Oberpräsident von Posen, H".rr von Bitter, in seinem Amte bleibt.
— Die Burengenerale Botha, Delarey nnd D e w e t werden vom Kaiser empfangen werden und zwar wahrscheinlich schon am Tage ihrer Ankunft in Berlin, so kann die „Tägl. Rundsch." nunmehr als feststehend mittheilen. Die Ankunft der Generale erfolgt am 17. d. M. Früh 8 Uhr 40 Min. auf dem Stadt- bahnhof Zoologischer Garten, wo der Zug, was sonst nicht fahrplanmäßig ist, anhalten wirb. Die Polizei hat dazu ihre Genehmigung um so lieber gegeben, als auf diese Weise der Berkehr auf dem Bahnhöfe Friedrichstraße unbehindert bleibt. Außer den 200 000 Mk. des Burenhilfsbundes wird der Frauenhilfsbund 15 000 Mk. überreichen. Die Burengenerale werden in Berlin nichts thun oder sprechen, was in England als Unfreundlichkeit gedeutet werden könnte.
— Verhandlungen über die Einführung von Negern aus den amerikanischen Südstaaten in die deutschen Kolonien in Afrika werden zur Zeit durch die deutsche Botschaft zu Washington geführt. Die Neger sollen bei der Einführung der Baumwollenkultur Dienste leisten, für die sich neuerdings auch der Kaiser lebhaft interessirt. Eine Anzahl Neger soll bereits in den nächsten Tagen die Reise nach Deutsch-Afrika antreten.
Kiel, 9. Oktober. Prinz Heinrich von Preußen unternahm gestern eine Reise auf bem Automobil nach Darmstadt, unterwegs wird er in Düsseldorf, die Ausstellung besichtigen.
Ausland.
Rom, 2. Okt. An Stelle des nach Potsdam übersiedelnden Dr. Lang ist, dem „Berl. Tagebl." zufolge, der Garnisongeistliche Peterson aus Neiße zum Prediger der hiesigen deutschen Botschaft gewählt worden.
Haag. General Ben Viljoen ist im Haag angekommen, wo seine Frau mit drei Kindern schon seit längerer Zeit Aufenthalt genommen hatte. Viljoen ist 34 Jahre alt, groß, schlank, breitschulterig und trägt ein gekräuseltes Schnurrbärtchen Er erklärt alle Berichte der englischen Presse, daß die Zustände in Südafrika für England günstig liegen, für falsch. Dabei sei wohl der Wunsch der Vater des Gedankens gewesen. — Alle Welt ist in Südafrika unzufrieden Viele Buren können ihre früheren Wohnorte nicht aufsuchen, weil es ihnen an Zugthieren mangelt. Diejenigen, welche mit Hülfe der Engländer ihre frühere Wohn- stätte glücklich erreicht haben, sind am Bebauen der Felder ebenfalls durch den Mangel an Zugthieren für den Pflug verhindert. Die Rationen sind bald auf gespeist und das Elend beginnt. Wie vor kurzem in der Kapkolonie so ist nun auch in Natal das Kriegsrecht aufgehoben. Um wirkliche Versöhnung herbei- zuführen, wird England aber, wie bekannt, noch mehr thun müssen.
Brüssel, 7. Okt. Dewet, Botha und Delarey sind gestern abend hier cingetroffeu. Eine große Menschen-
Gendarmerie vermochte nicht die andrängenden Massen zurückzuhalten, welche unter Hochrufen auf die Generale den Wagen umringten. Am Mittwoch werden sich die Generale nach Genf begeben und am Donnerstag zurückkehren, um an demselben Tage nach Utrecht zu reisen, wo der Geburtstag Krüger gefeiert werden fv.
General Botha erklärt gegenüber der gemeinen Beschuldigung englischer Blätter, Krüger habe den Staa > schätz der Transvaal-Republik nach Europa mitgenommen: Krüger hat die ganze Staatskasse, bestehend aus 14 000 Pfund in Bargeld und 48 000 Pfund in Papiergeld mir vor seiner Abreise persönlich übergeben.
Capstadt, 8. Okt. Der Burengeneral Erasmus ist von Madagaskar zurückgekehrt, um über die Ansiedelung der Buren in diesem Lande zn verhandeln und sich über die klimatischen Verhältnisse zu orientiren. Erasmus konstatirte, daß Madagaskar für die Buren nicht geeignet sei, ferner, auch Frankreich keine Garantien übernehme für die Erhaltung der Burensache. Erasmus meint, daß Argentinien für die Uebersiedelung der unversöhnlichen Buren das geeignetste Land sei.
Petersburg, 8, Okt. Ein furchtbares Braudun- glück hat sich in dem südrussischen Orte Tetuesch. ereignet. In der Kirchenschule für Mädchen brach Feuer- aus, welches so schnell um sich griff, daß nur ein Theil der Schülerinnen gerettet werden konnte. 14 Kinder fanden den Tod in den Flammen.
Portugal. Die Kammer tritt am 17. Oktober zusammen, um die Eidesleistung der Königin als Re- gentiu während der Abwesenheit des Königs entgegen zu nehmen.
Spanien und Portugal. Der spanische Ministerrath beschloß die Aufhebung des Belagerungszustandes in Barcelvuä sowie ferner, dem Könige das Dekret zur Unterzeichnung vorzulegen, durch welches das Parlament auf den 20. d. Mts. einberufen wird.
Newyork, 8. Okt. An der Grenze von Brasilien und Bolivien hat sich ein ernster Zwischensatz ereignet. Dem „Newyorker Herald" wird aus Riv de Janeiro gemeldet: Telegraphischen Nachrichten aus Para zufolge sind bolivianische Truppen in brasilianisches Gebiet eingedrungen, haben mehrere Dörfer angegriffen und zwei brasilianische Kaufleute festgenommen, die sie beschuldigen, an dem Acre-Bezirk betheiligt gewesen zu sein.
New-York, 8. Okt. Ueber 30 Zweigvereine der Bergleute Vereinigung mit 30 000 Mitgliedern stimmten fast einstimmig für Fortsetznng des Streiks. Inzwischen geht das Gerücht, daß die Zechenbesitzer nicht mehr einig sind.
Lokales und Provinzielles.
* Schlüchtern, 10. Oktober 1902.
* Wie uns die Braunkohlen- & Basalt-Bergwerke „Steinau", Bureau Frankfurt a. M. mittheilen, ist bei der in voriger Nummer gebrachten Notiz über die Zeche „Kohlenhof" und die dazu gehörigen Gruben- felder nur zutreffend, daß dieselbe in den Besitz der Braunkohlen- & Basaltbergwerke Steinan, Bureau Frankfurt a M. übergegangen ist, wobei als Sachverständiger Herr Dr, Naumann der Zentrale für Bergwesen, gleichfalls zu Frankfurt a. M., fungirte.
):( Die Gastwirthe unseres Leserkreises dürfte sicherlich die Nachricht sehr interessiren, daß im Einvernehmen mit dem Gastwirtheverein Schlüchtern, Dienstag, den 14. Oktober ds. Js., Nachmittags 2 Uhr eine allgemeine Gastwirthe-Bersammlung im „Hotel Stern" zu Schlüchtern stattfindet, in welcher Herr- Direktor und Stadtverordneter C. R e i n e m e r aus Darmstadt einen Vortrag über die Bundessterbekasse und die Haftpflicht der Gastwirthe nach dem bürgerlichen Gesetzbuch halten wird. Es soll dadurch den ■ Herrn Gastwirthen Gelegenheit gegeben werden, diese 1 Bestrebungen und schönen Einrichtungen aufs Eingehendste kennen zu lernen. Das segensreiche Wirken der Bundessterbekasse (sie hat über Mk. 1,600,000 in 9 Jahren für Sterbegelder ausbezahlt) sichert ihr die Herzen der Frauen und Angehörigen des Gastwirthe- : standes, für deren Schutz sie errichtet Würbe. Der Reservefonds dieser Kasse beträgt zur Zeit über । Mk. 880 000. Der Kasse sind dann auch die Rechte der juristischen Person verliehen worden. Die im