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mit amtlichem Areisblatt» Monatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.

Vierteljährliche Beilage:Unsere Heimat".

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

M 70. Samstag, den 29. August 1908. 59. Jahrgang.

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Die Väter sollen's der Jugend erzählen, was einst geschehen, damit sie's nicht vergesse, sondern damit das Gedächtnis fortgehe von Geschlecht zu Geschlecht und ein . jeder bereit sei, Gut und Blut zu opfern für das Vaterland. E. M. Arndt.

Zur Enthüllung

des

Kaiser Wilhelm- und Kriegerdenkmals

in Schlächtern am 30. August 1908.

Fahnen heraus!

Schmücket die stifte und schmücket das Haus! Daß nicht der Väter glorreiche Tage schattengleich werden zur seltsamer Sage, daß nicht verdunkle, was sie getan einst aus der Ehre blutiger Bahn, im Donnergrolle, im Sturmesgebraus.

Fahnen heraus! /

Fahnen heraus!

Auf, Alldeutschland, bestelle dein Haus! Sorge, daß in der Jugend Gedanken unsere Ideale nicht wanken, daß nicht verstummt in den Herzen der Ruf, der uns ein Reich, ein einiges, schuf;

das Lied unsrer Treue, weit kling' es hinaus Fahnen heraus!

Fahnen heraus!

Nicht zu erneuern blutigen Strauß, sollen sie wehen, dem köstlichen Frieden, der uns so lange vom Himmel beschieden, der Freude, der Liebe sind sie geweiht, die uns vom Joche der Zwietracht befreit, zum Danke dem Schöpfer des Weitenbaus

Fahnen heraus!

Endlich,

Fahnen heraus!

Gehst du im Purpur, im härenen Flaus, reich oder arm du mußt mit erstreben, daß nicht verflacht unser geistiges Leben; bist du nur deutsch in der fühlenden Brust, bleib deines Deutschtums dir immer bewußt am heimischen Herd, in der Fremde drauß'!

Fahnen heraus!

Fahnen heraus!

Nimmer löscht das Gedächtnis aus

an die Tage, die einst uns wiedergeboren;

ach, all' die Toten, die wir verloren, fordern von uns noch der Ehre Tribut, ob auch ihr £eib in den nun ruht,

ihr Geist dringt lebendig in Herz und in Haus,

Fah nen heraus! (Herm. Pilz.)

nach Ueberwindung mancher Hindernisse ist der Tag gekommen, welcher das Werk krönen soll, das unser Kriegerverein vor mehr als Jahresfrist begonnen. In Gemeinschaft mit vielen Freunden hat er seinen Plan, dem alten Kaiser und den Kampfgenossen von 1870/71 in unsrer Stadt ein würdiges Denkmal zu errichten, verwirklicht. Das Werk ist vollendet! Drum aus zur fröhlich-ernsten Feier! Laßt uns alles beiseite setzen, was sonst leider oft trennend zwischen uns steht und uns eines Sinnes vor dem Bild des alten Kaisers sammeln. Was das Denk­mal soll, möge die Urkunde sagen, die man unter seinen Grundstein eingemauert. Sie lautet:

Es sei ein Zeichen der Erinnerung an die großen Tage der nationalen Erhebung von 1870 71, an die Wiedervereinigung der deutschen Stämme und die Aufrichtung des deutschen Reiches unter Kaiser Wilhelm I., da in Erfüllung ging, was die Besten unseres Volkes heiß ersehnt hatten in Zeiten elender Zersplitterung.

Es sei auch ein Zeichen dankbaren Gedenkens an die gefallenen Brüder, die ihr Leben gelassen im harten Streit und ihr Blut vergossen für König und Vaterland, für Heim und Herd, für Wohlfahrt und Glück unseres Volkes. Stets sei derer zuerst gedacht, die in fremder Erde dem Tag des Völkerappells entgegenschlummern, den der Ewige heraufführen wird. Wecken und wachhalten soll's auch in den Herzen aller, die dem alten Kaiser ins Angesicht schauen, herzliche Dankbarkeit gegen die, deren Namen die Tafel ehrend nennt, welche zum Teil heute noch unter uns

weilen oder gleich dem ersten Kaiser des neuen Reichs und seinen großen Helfern Bismarck, Moltke, Roon in die Ewigkeit vorangegangen sind.

Mahnen soll unser Denkmal alle, welche mit und nach uns dies Tal bewohnen oder von den Bergen zum Städtlein niedersteigen, zur Einigkeit und ehrlichen Kameradschaft, wie sie blühten in den Tagen der Kampfgenossen­schaft, als Edelmann und Arbeiter, Herr und Knecht, Bürger und Bauer Schulter an Schulter dem Feind entgegen- gingen und sich als Kinder eines Volkes fühlten. Nie sollen Bildungsweg und Besitz, Titel und Kleid in Friedens- zeiten die trennen, die in den Tagen der Gefahr zusammenstehen muffen für eine Heimat, ein Vaterland! Möge nie eine Zeit kommen, wo das gemeinsam vergossene Blut als Ankläger auftreten kann gegen Kinder unseres Volks, weil sie die Kluft zwischen reich und arm, oben und unten nicht ausfüllen und Überdrücken halfen entgegen dem ausgesprochenen Willen Kaiser Wilhelms I.

Und eine ernste Bitte zur Wahrung deutscher Treue soll unser Denkmal auch an alle richten, die's grüßt, solange es stehen mag. Treue dem ewigen Gott, dem der greise König am Tage des Sieges zuerst die Ehre gab, Treue dem Vaterland, das nach langer, trüber Zeit dem König geeint und jubelnd die Kaiserkrone aufs Haupt ge­setzt, Treue dem Herrscherhaus, das unser Volk und Heer durch Kampf zu Sieg und Ehren geführt und bis heute allezeit ein Mehrer des Reichs gewesen ist, nicht an kriegerischen Eroberungen, sondern an Gütern und Gaben des Friedens!

Sorgen wir, daß es Tag bleibe!"

Nach menschlichem Ermessen wird diese Urkunde erst das Tageslicht erblicken, wenn uns der grüne Rasen deckt. Möchten sie Männer finden, die den oben ausgesprochenen Gedanken nicht fremd gegenüberstehen, sondern ihn nehmen dürfen als einen herzlichen Gruß aus deutschem Herzen ! Soweit die Urkunde: Möchten ihre Wünsche morgen in Vieler Herzen Wurzel schlagen!

Dankt ihr der RuhmeStage ohnegleichen, Bringt Kränze dar, nicht Lorbeer noch Cypreffen,

Dankt ihr der Ruhmestage ohnegleichen, Die noch kein Volk in der Geschichte sah?

Es ging ein Rausch durch den Wald der Eichen, Ein Jubelsturm:Hurra, Germania!"

Es war erfüllt, was wir im Traum geschaltet: Ein neuer Morgen brach uns leuchtend an, Wir fühlten nnS ein Volk, von Gott erbauet Ein Reich, ein Kaiser denkt ihr noch daran?

Kornblumen bringt aus jedem Aehrenseld, Zeigt ihm, daß deutsche Treue unvergessen Die Wacht am Thron wie vor dem Rheinstrom hält! Was ihr errangt auf heißer Siegesstätte, O stellt es sicher vor dem innern Wahn! Genug des Ruhmes! Ruf und Ehre rette, Mein Deutsches Volk; o denk, ja denk daran!