Schlüchterner Zeitung
mit amtlichem Rreisblatt. Monatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.
Telefon Nr. «5. Vierteljährliche Beilage: „Unsere Heimat". Telefon Nr. «5.
Erscheint Mittwoch und Samstag — Preis mit „Kreisblatt" vierteljährlich 1 Mt. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
M 35. Mittwoch, den 3. Mai 1911.
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Nechnungsabschlntz der Stadtsparkaffe Schlächtern pro Rechnungsjahr 1910.
A. Kassengeschäfte im Rechnungsjahr 1910.
Einnahme Mk. | Pf.
Ausgal Mk.
e Pf.
1. Kassenbestand am Schlüsse des Vorjahres
2. Neue Spareinlagen . .
3. Abträge resp. Ausleihungen auf Darlehen:
a. gegen Hypothek ....
b. an Gemeinden ....
c. Gegen Handschein mit Bürgschaft
ä. „ Hinterlegung
e. „ Wechsel ....
f. von sonstigen Ausständen
4. Zinseneinnahmen:
a. von Hypothekendarlehen .
b. „ Gemeindedarlehen .
c. „ Handscheindarlehen .
d. „ Hinterlegungsdarlehen
e. „ Wechseldarlehen
f. ,. sonstigen Ausständen
5. Erlös bez. für Ankauf von Wertpapieren
6. Zinsen von Wertpapieren ......
7. Sonstige Einnahmen resp. Einnahmen ....
8. Verwaltungskosten rc. .....
9. Ablieferung an die Stadtkasse .....
10. pro 1911 übernommener Kassenbestand aus 1910
40826
620443
47501
4109
133998
11745
93439
195
48220
5362
27669
3787
2000
8
3000
14577
312
74
52
51
22
42
40
60
97
11
49
48
90
84
50
43
356365
205738
45000 144221
13860 94084
84033
(Zinsen von Einlagen)
65960
236 8228 5000 34471
30
62
13
53
56
99
Summa
B. Bilanz.
a. Aktiva
1057199
13
1057199
Mk.
13
M
1. Darlehensausstände gegen Hypothek
2. „ an Gemeinden
3. „ gegen Handschein mit Bürgschaft
4. „ „ Hinterlegung von Wertpapieren
5. „ „ Wechsel .
6. „ sonstiger Art
7. Wertpapierbestand ......
8. Kassenbestand ......
9. Zinsenforderungen ......
10. Jnventarwert .
1317965 161195 599095
94416
37775
214 440888
34471 25066
1492
49
73
28 04
74
99
38
20
Summa Aktiva b. Passiva
Die Spareinlagen betragen am Rechnungsschluß ...... Summa Passiva für sich
2712580
2562452
85
88
Mithin beträgt das Vermögen — der Reservefonds — Ende 1910 Der Reservefonds betrug Ende 1909 .
150127
145304
97
49
Derselbe hat mithin im Jahre 1910 zugenommen um
4823
48
Die Zunahme berechnet sich wie folgt:
1. Gewinn aus der Verwaltung der Stadtsparkasse rc. ab
2. Kursverlust von Wertpapieren
3. Ablieferung aus den Überschüssen an die Stadtkasse
. 1578,50
. 5000 —
11401
6578
98
50
Gibt
Schlüchtern, am 29. April 1911. Die Stadtsp
Kohlstädt. F
Wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht.
Schlüchtern, am 29. April 1911. Die Verwaltungs
Albrecht. Gulerm
4823
arkasse: rischkorn
-Deputation u i h. S ch
48
äfer.
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Ich mache wiederholt darauf aufmerksam, daß nur solche junge Bullen zur Körung zugelassen werden, welche das Alter von 14 Monaten zurückgelegt haben. Schlüchtern, den 2. Mai 1911.
Der Königliche Landrat. Valentiner.
J.-Nr. 2544 K. A. Wie aus dem Amtsblatt der Landwirtschaftskammer hervorgeht, werden auch in diesem Jahre Stutfohlen durch die Landwirtschaftskammer in Belgien und im Rheinland angekauft und unter den Landwirten des Regierungsbezirks versteigert. Da die Anmeldefrist noch in dieser Woche abläuft, ersuche ich, etwaige Bestellungen spätestens bis zum 6. d. M. bei mir zu machen. Ich bemerke noch, daß wahrscheinlich
auch diesmal zu den Ankaufskosten Kreisbeihülfen gewährt werden.
Schlüchtern, den 2. Mai 1911.
Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses.
Valentiner.
Deutsches Deich.
— Aus Achilleion wird gemeldet: Der Kaiser begab sich am Freitag früh im Automobil nach Garitzo, wo auch der König und die Königliche Familie erschienen. Gefunden wurde noch das Stück eines Ziegels mit dem Anfang einer Inschrift, wohl von einer späteren Reparatur des Tempels stammend, und an einer von Pros. Dörpfeld vermuteten Stelle ein gut erhaltener Triglyph von 61 Zmtr. Breite und 109 Ztm. Höhe, wahrscheinlich
62. Jahrgang.
zu der Hauptfront gehörig; ferner in einem gewissen Abstand davor ein Stück Marmorsims, offenbar ebenfalls zum Ostgiebel gehörig, da es im Gegensatz zu den bisher gefundenen glatten Stücken des Westgiebels mit einer in Relief gearbeiteten dorischen Blattwelle geschmückt ist. Nunmehr kann die Länge des Tempels auf über 40 Mtr. und die Achsweite der Säulen auf ungefähr 3/20 Mtr. festgestellt werden. — Das Kaiserpaar nahm das Frühstück mit dem König und der Königlichen Familie im Schloß Monrepos. — Die gesamte Kaiserliche und Königliche Familie wohnte nachmittags den Ausgrabungen bei.
— Der Kronprinz dürfte, wie aus zuverlässiger Quelle gemeldet wird, zur Eröffnung der Ostdeutschen Ausstellung für Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft, deren Protektor er ist, am 11. Mai nach Posen fahren. Ebenso werden voraussichtlich der Reichskanzler von Bethmann Hollweg und diejenigen Minister, die ebenso wie der Kanzler dem Ehrenausschuß der Ausstellung angehören, der Eröffnungsfeier beiwohnen.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Kronprinz war vom Kaiser von Rußland eingeladen worden, auf der Rückkehr von der Ostasienreise Petersburg zu besuchen. Für die Fahrt durch Sibirien hatte die russische Regierung bereits Vorbereitungen getroffen. Der Kronprinz wird sich nunmehr mit der Kronprinzessin Mitte Mai nach Petersburg begeben, um seinen Dank für die ihm zugedachten Aufmerksamkeiten auszusprechen und um dem Kaiser Nikolaus zu seinem Geburtstag am 17. Mai die Glückwünsche des Kaisers zu übermitteln.
— Die Heimkehr der kaiserlichen Familie. Den Abschluß des diesmaligen Aufenthaltes der kaiserlichen Familie im Süden wird eine Kreuzfahrt in den italienischen Gewässern bilden. Wie verlautet, wird der Kaiser mit seiner Familie sich am 3. Mai in Genua ausschiffen, um die Bahnfahrt nach Karlsruhe anzutreten, nachdem die „Hohenzollern" am 1. Mai Korfu verlassen hat.
— Der Geschäftsplan des Abgeordnetenhauses ist für diese Woche wie folgt festgelegt: Am 2. Mai soll die Novelle zur Gemeindeordnung für die Rheinprovinz in erster Lesung beraten werden, ferner eine Reihe von Anträgen betreffend Wanderlager, Besteuerung der Konsumvereine, Bienenzucht, Revision des Gebühren- tarifes für die Katasterämter, Novelle zur Provinzial- ordnung für Westfalen, Dienstaufwandsentschädigungen der Distriktskommissare. Das Eisenbahnanleihegesetz soll nicht am 3. Mai, wie ursprünglich geplant war, beraten werden, sondern, da seine Drucklegung wegen des späten Einganges der Vorlage sich verzögert hat, auf Wunsch des Landwirlschaftsministeriums am 3. Mai zunächst die erste Beratung des Entwurfs eines Ausführungsgesetzes zum Viehseuchengesetz auf die Tagesordnung gesetzt werden. Am 4. Mai werden zur Beratung gestellt werden der Gesetzentwurf über die Beschulung blinder und taubstummer Kinder, der Entwurf über die Auflösung der Tertialverhältnisse im Regierungsbezirk Stralsund, der Entwurf betreffend die Umlegung von Grundstücken in der Residenzstadt Posen und der Antrag der Sozialdemokraten, betreffend die Einstellung eines Verfahrens gegen den Abg. Dr. Liebknecht.
— Der Unterrichtsminister hat an sämtliche Königliche Regierungen einen Erlaß gerichtet, in dem er den didaktischen Materialismus bekämpft und vor einem kleinlichen Zerpflücken des Lesestoffs warnt. Er betont die Notwendigkeit selbständiger Leistungen der Kinder und fordert eine erhebliche Einschränkung der Lehrplan- stoffe. Gegenüber den Memorien von Liedern und Sprüchen soll die religiöse Erziehung in den Vordergrund treten. Die Fertigkeit im Schrift-Deutsch wird neuerdings betont und es wird verlangt, außer den üblichen Aufsätzen täglich in jedem Unterrichtsfach, falls es angängig ist, eine Niederschrift des durchgearbeiteten Stoffes anfertigen zu lassen.
— Verteilung der Einnahmen aus der Erbschaftssteuer auf die großen und kleinen Vermögen. Von dem gegen früher überraschend hohen Gesauuerträgnis der bestehenden Reichserbschaftssteuer von 00,51 Millionen im Steuerjahre 1909/10 kamen laut „Berl. N. N." nur 6,99 v. H von den Erbschaften über 1 Million Mk., und nur 6,44 v. H. von Erbschaften von einer halben bis 1 Million Mark zur Erhebung. Dagegen fielen auf