Zchlüchterner Mung
mit amtlichem Areisblatt. Monatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.
mit amtlichem Areisblatt.
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lvochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.
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Samstag, den 2. September 1916
67. Jahrgang
Amtliches.
A. II. Gr. Nr. 3598a. Zum amtlichen Flachseinkäufer ist gemäß § 4 der Bekanntmachung Nr. W. III. 300/6. 16. K. R. A-, betreffend Beschlagnahme und Bestandserhebung von Flachs- und Hanfstroh vom 12. Juli 1916 für die Provinz Hessen-Nassau Lorenz Mohr in Hersfeld bestellt worden.
Der Genannte kauft für die Hessische Flachsberei- tungsgeselschaft zu Hünfeld ein. Dem Einkäufer ist zur Erleichterung des Einkaufs auf Wunsch die Einsichtnahme in die amtlichen Flachs- und Hanfanbaulisten gegen Vorlage der amtlichen Ausweisscheine (gelb) zu gestatten.
Cassel, den 23. August 1916.
Der Regierungspräsident. J. A. gez. Spies. 4771 K. A.
Obsternte betr.
Zur Beseitigung von Mißverständnissen wird hierdurch darauf aufmerksam gemacht, daß der An- und Verkauf von Obst innerhalb des Kreises jedem gestattet ist. Es kann sich somit jeder seinen Bedarf decken, wo er will. Da starke Nachfrage nach Zwetfchen von auswärts vorliegt, ist es zweckmäßig, sich baldigst seinen Bedarf zu sichern. Einer Anzahl von Händlern, die demnächst noch bekannt gegeben werden, wird gestattet werden, den Ueberschuß an Zwetschen für die Stadt und Landkreise Fulda und Hanau aufzukaufen und auszuführen. Sie dürfen für I. Sorte nicht über 10 Mark bezahlen während für II. Sorte ein Preis von höchstens 8 Mark angemessen erscheint. Als Vergütung für den Verkauf wird den Händlern ein Zuschlag festgesetzt werden, welcher für JvUlTfCL 6ei*y b«t» M**»» Nh-a#»Ü^»4.i»» auf - v ^ iyv für auswärtige Käufer oder Abnehmer auf 40 Pfg. für 1 Zentner festgesetzt werden wird. Die Händler sind gehalten, über den An- und Verkauf genau Buch zu führen und vorzulegen.
Schlüchtern, den 1. September 1916.
Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses.
Lokales und KrovinMes.
Schlüchtern, den 1. September 1916.
—* Die fünfteReichskriegsanleihe Nacheinem Zeitraum von sechs Monaten, in dem unsere tapferen Truppen neue glänzende Waffenerfolge errungen und vor allem die große Generaloffensive unserer Gegner zum Scheitern gebracht haben, geht das Reich von neuem daran, die finanzielle Kriegsrüstung zu stärken, um der grauen Mauer, die das Vaterland vor dem Eindringen der Feinde schützt, auch umgekehrt den sicheren Rückhalt des Vaterlandes zu geben. Wer diese Absicht zu würdigen versteht, der weiß auch, daß er dein Reiche mit der Beteiligung an der 5. Kriegsanleihe kein Opfer bringt, sondern sich selbst am meisten nützt. Denn alle Werte und Güter, aller Wohlstand und alle Arbeit können nur erhalten werden und fortbestehen, wenn mir unserem Heere und unserer Marine die Waffen liefern, um den Feind abzuwehren und ihn endgültig niederzu- ringen. Des Reiches Lasten, so mag dieser oder jener Zaghafte denken, sind seit dem Kriegsausbruch gewaltig gestiegen. Wohl richtig. Unzweifelhaft ist die Bürde der Kriegskosten schwer, aber wir dürfen, wenn wir heute die Last des Reiches vom Standpunkte des Anletheer- werbers aus beurteilen, nicht vergessen, daß das deutsche Nationalvermögen ein Vielfaches von dem beträgt, was bisher im Kriege verausgabt worden ist. Und, was noch wichtiger sein dürfte: Die Kapitalkraft der Volkswirtschaft hat sich keinesfalls in demselben Maße vermindert, wie die Anleiheschuld des Reiches gestiegen ist. Wir wissen ja, daß der weitaus größte Teil des vom Reiche verausgabten Geldes innerhalb der Reichsgrenzen verblieben ist, und daß des Reiches Gläubiger die eigenen Bewohner des Reiches sind. Betrachten wir Staats- uud Volkswirtschaft als ein Ganzes, so ergibt sich daraus, daß abgesehen von den durch den Krieg vernichteten Gütern nur ein Wechsel innerhalb des Besitzes eingetreten ist. Zudem bilden die territorialen Pfänder, die wir vom feindlichen Gebiet in Händen haben, eine Sicherung dafür, daß sich die Worte des Staatssekretärs Dr. Helfferich erfüllen werden: „Das Bleigewicht der Milliarden sollen die Anstifter des Krieges in Zukunft herumschleppen, nicht wir."
—* Letztes Militärkonzert morgen Sonntag, den 3. September in Bad Soden-Stolzenberg heißt heute die
Von neuem ruft das Vaterland
zum Kampf in der Keimat! Auch dieser Kampf muß gewonnen werden. Die tehte Ksffnurrg der Feinde. uns fmanM uickerzurmgen — werde zuschanden! Aesßatö muß jeder Deutsche Kriegsau- leiste zeichnen, soviel er kann — auch der kleinste Betrag hilft den Krieg verkürzen! Kein Deutscher darf öei demAufmarsch der Milliarden fehlen!
Auskunft erteitt öereitwMgst die nächste Wank, Sparkasse, Wost- anstatt, Leöensverkcherungsgesessschaft, Kreditgenossenschaft.
Parole; darum eile Jeder, der zum Schluß der Saison noch einige ausheiternde Stunden erleben will, nach Soden. Es braucht nicht weiter erwähnt zu werden, wie lohnend die Reise dorthin ist. Weiß es doch Jeder, der einem Militärkonzert dort beigewohnt hat, daß er nicht enttäuscht zurück zu kehren braucht.
—* Auf die fünfte Kriegsanleihe nehmen auch Zeichnungen entgegen die Königlichen Regierungs-Haupt- Zoll- und Kreissparkassen.
— * Mit dem „Eisernen Kreuz" 2. Klasse wurde der Gefreite L. Jökel von hier, bei einem Garde- Reserve-Jnf.-Reg. im Westen, ausgezeichnet.
—* Das „Eiserne Kreuz" 2. Klasse wurde dem Schützen Heinrich Kohleis, Sohn des Kaspar Spähn von hier, welcher sich jetzt in französischer Gefangenschaft befindet, verliehen.
—* Der Kriegsfreiwillige Reinhard Stern von hier, vom Bayr. Ersatz-Feld-Art.-Reg. erhielt das bayrische „Verdienst-Kreuz" ; auch wurde derselbe zum Unteroffizier befördert.
—* Mit dem „Eisernen Kreuz" 2. Klasse wurden ausgezeichnet: Reinhard Htldenbrand bei einem Fuß-Art.-Reg., Johann Hildenbrand als Bruder des ersteren, erhielt eine lobende Anerkennung als Meldereiter bei einem Feld-Art.-Reg.; Adam Uffelmann bei einem Jnf.-Reg. und Melchior Kolk bei einem Jnf.-Rcg. sämtliche auf dem westlichen Kriegsschauplatz. Alle Ausgezeichneten sind gebürtig von Bellings. Gewiß
ein Stolz für die ganze Gemeinde, so tüchtige Krieger stellen zu können.
Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern.
Evangelische Gemeinde:
Sonntag, den 3. September 1916.
Vormittags 'AlO Uhr: Herr Pfarrer Volkenand aus Steinau.
Nachmittags 7,2 Uhr: Herr Superint. Orth.
Anschließend Christenlehre der konfirmierten Knaben.
Wochendienst Herr Superint. Orth.
Evangelisch Kirchlicher Blaukreuz-Verein.
Versammlung nachmittags 5 Uhr in der Kleinkinderschule.
Katolische Gemeinde.
Sonntag, den 3. September 1916.
Vormittags 97, Uhr Amt und Predigt.
Herr Kaplan Ramb.
Nachmittags 2 Uhr: Bittandacht.
Der Kreis erhält noch 1 Waggon rum Kleie.
Preis etwa 17—17'/, Mark der Ctr.
Da inländische Kleie nach wie vor nur in kleinen Stengen lieferbar ist, empfiehlt es sich trotz des hohen Preises zuzugreifen.
Bestellungen sind sofort an die Herren Bürgermeister und von diesen hierher einzureichen.
Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses.