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SchlWemerAitung

mit, Amtlichem Kreisblatt". Wocheubeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.

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preis mitAreisblatt" vierteljährlich 1,80 Mk. Anzeigen tosten die kleine Zelle oder deren Raum 15 pfg.

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Die neuen Steuervorlage«.

Die neuen Steuervorlagen zerfallen im wesentlichen elf Positionen. 1) Das Branntweinmonopol ist ein ivischenhandelmonopol, die Erzeugung wird durch die -mopolverwaltung in bestehenden Anstalten gegen i^n übernommen, die Weiterverarbeitung findet in »jschanstalten statt, dem Kleinhandel wird in Flaschen chefert. Die Kleinhandelspreise werden vorgeschrieben, in Teil des Brandes wird an Distillateure überlassen ir Feinschnäpse, die 1 Mk, pro Liter Banderolen- tuet zu tragen haben. Steuerreinertrag 800 Mk. pro Collier. Monopolverwaltung und Svirituszentrale stellen zusammen, der Preis wird von einem Beirat SMitgliedern von Bundesrat, Reichstag, des Brennerei- twer&es und anderen Jnteressentengrupven bestimmt. Sprit für gewerbliche Zwecke wird in der bisherigen Seife abgegeben. Ablösung der bisherigen Interessenten i zehn Jahresraten. Anleihe von 50 Millionen zur ,ßen Kostendeckung, Reinertrag des Monopols 847 Millionen, 643 Millionen mehr als bisher. 2) Die ßiersteuer ist als Fabrikatsteuer gedacht auf Grund neS Normalertraktgehaltes mit 50 Prozent Zuschlag ir Starkbier, 50 Prozent Ermäßigung für Einfachbier. 012,50 Mk. Steuerbelastung, je nach dem Umfang z Betriebes. Staffellung zugunsten der Kleinbetriebe, [ne Kontingentierung der Erzeugung soll eingesührt ; erden, die Produktion übers Kontingent 100, später

) Prozent Steuerzuschlag erhalten. Der Bierzoll soll höht und vereinheitlicht werden. Der Ertrag wird if 513 Millionen angeschlagen, das sind 339 Millionen ehr als bisher. 3) Die Weinsteuer zieht eine Be- werung von Wein und weinähnlichen Getränken mit 20 ' rezent des Wertes in Betracht. Die Steuer ist fällig

im Verkauf vom Kleinhändler an den Konsumenten.

Ivirkende Kraft auf vorhandene Vorräte. Ertrag 100 Millionen. 1) Schaumwriucheürr bringt itliche Erhöhung auf 3 Mk. die Flasche, wodurch Mehr von 20 Millionen erwartet wird, während ie Steuer auf Mineralwaffer und Limonaden einen ig von 51 Millionen durch Steuersätze von 2 7a für Mineralwasser, 6 Pfg. für Limonaden, 60 Pfg. Essenzen auf den halben Liter bringen soll, während

Erhöhung des Kaffee-, Tee- und Kakao Zolls ein c von 38 Millionen gegen früher erwartet wird. !lus der Erhöhung an Post- und Telegraphen- hren wird ein Ertrag von 125 Millionen erwartet, werden erhöht OrtSbriefe und Fernpostkarte um

Pfg, Drucksachen um 25 Pfg., Warenproben ) Psg., Pakete um 1030 Pfg., Telegramme auf ig. für das Wort. Fernsprechgebühren um weitere Kozent, Neuerfassung der Postanweisungen mit sg. bis 10 Pfg. über 100 Mk. 7) Aus der KriegS- r der Gesellschaften wird ein Ertrag von 5-600 Ionen berechnet. Die Steuerskala ist degressiv ge- 1, Bestimmung, daß die KriegSstcucr nicht als hästSunkosten in Abzug gebracht werden darf und spätere Nachprüfung dieser Veranlagung erfolgen , mit Rücksicht auf Abschreibungen und Gewinn- Hleierungen. 8) Die Aenderung des Reichsstempel« >es soll 220 Millionen erbringen. Es wird dabei rschieden zwischen gewerbsmäßigen Börsengeschäften PublikumSgeschästen, letztere werden doppelt so hoch uert. Erhöhung der Sätze, Einbeziehung der Reichs- Staatsanleihen unter tariflicher Vorzugsbehandlung Kriegsanleihen. Erhöhung des GcseÜschaftSstempels 5 pro Mille. Besteuerung der Geldumsätze (Konto- rent-Steuer). Steuersatz 5 vom Tausend bis 4 jent der Zinsen. Erhöhung der Tantismesteuer

8 auf 2u Prozent. 9) Das Wechselstempelgesetz hrt in sofern eine Aenderung, daß die Steuer auf pro Mille bei Beträgen über 750 Mk. erhöht d. 10) Das Warenumsatzstcuergesetz sieht eine Er- Mg von 1 auf 5 pro Mille vor und soll ausgedehnt den auf alle Leistungen, denen eine selbstständige Welt zugrunde liegt. Vorgesehen ist noch eine ^Sbesteuerung von 1020 Prozent. 11) Das Uerfluchtgesetz soll die Abwanderung von Kapitalien hindern. Fortdauer der Steuerpflicht beim Fortzug s Ausland auf die Dauer von 5 Jahren, Sicherheits- ^ng in Höhe von 20 Prozent des Vermögens, Endliche Strafen bet Hinterziehung, eventueller Vcr- 1 der Staatsangehörigkeit, auch für Frau und unfeibst- Wge Kinder, Ausweisung.

In Krasttreten sollen die Gesetze an folgenden Ter- "'n: Das Brandweinmonopol mit der Verkündigung Beisteuer am 1. Oktober, die Weinsteuer usw. am Juli, die Umsatzsteuer am 1. Juni, die Posigesetze

Oktober, das Stempelgesetz am 1. August.

Aus dem Reichstage.

<r Reichstag setzte dte Beratung deS.PostctatS 1 Der unabhängige Sozialdenivkrat Zubeil gefiel

Mittwoch, den 24. April 1918.

69. Jahrgang.

wir 88 Engländer, darunter zwei Offiziere, gefangen und erbeuteten 22 Minenwerfer und einige Maschinen­gewehre. Der Artilleriekampf lebte nur in wenigen .Abschnitten aus.

An der übrigen Front blieb die Gefechtstätigkeit in mäßigen Grenzen.

Südwestlich von Altkirch machten wir bei einem Erkundungsvorstoß Gefangene.

Von den andern Kriegsschauplätzen nichts ReueS.

Der erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

Berichte der Verbündete«.

Berlin, 22. April, abends. (W. B. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Wien, 22. April. (W. B.) Amtlich wird verlaut- bart: Der Geschützkampf an der Tiroler Südfront und in den Sieben Gemeinden hält an.

Der Chef des Generalstabes.

Um Aper«.

Vier Kilometer vor der Stadt.

Basel, 22. April. (Eig. Meld.) Wie derBaseler Anzeiger" meldet, stehen die deutschen Truppen augen­blicklich bei St. Eloi am nächsten und bedrohlichsten vor Ppern. Vorgezogene Posten stehen nunmehr knapp 4 Kilometer von der Stadt entfernt. Das Basler Blatt, sowie die Militärkritiker der meisten Schweizer Zeitungen betonen übereinstimmend, daß nur schleunig- groß angelegte Gegenangriffe der alliierten Truvpen Npern zu retten vermögen.

DerZürcher TageSanz." meldet, die Schlacht an der Lys ist bei Bailleul augenblicklich zum Stehen ge­kommen. jedoch ist die mit dem Einsatz neuer franz­ösischer Hilfskräfte verbundene Absicht die Deutschen aus jenen bedrohten Stellungen hinausrudrängen nicht zu verwirklichen gewesen. Jnsolged-ffm muß bk R um ung der ervonierten englisch Linien um J uu pr - gesetzt werden.

Slawe« und Italien«.

Der in Lugano tagende Kongreß der Italiener, Polen, Rumänen, Tschechen und Südslawen faßte einen Beschluß folgenden Inhalts: Jedes der genannten Völker beansprucht das Recht vollständiger staatlicher und wirtschaftlicher Unabhängigkeit für sich und erblickt in der Donaumonarchie das Werkzeug deutscher Herr­schaft und ein hauptsächliches Hindernis für die Ver­wirklichung seiner»Erstrebungen. Die Versammlung er­kennt die Notwendigkeit des gemeinsamen Kampfes gegen den gemeinsamen Unterdrücker an. Die Vertreter der Italiener und Südslawen bekräftigen hiermit, daß die Einheit und Unabhängigkeit der Jugoslawen ein wichtiges Interesse Italiens darstellen, während die Erreichung der nationalen Einheit Italiens Jugoslawien am Herzen liegt. Daher verpflichten sich die Vertreter beider Völker, auf Erreichung dieser Ziele vereint hinzuarbeiten, gleich­zeitig versprechen sie sich die Befreiung der Adria und deren Verteidigung gegen jeden gegenwärtigen und künftigen Feind und geloben, die einzelnen Gebietsstreitig­keiten auf Grund des Nationalitätenprinzips und des Selbstbestimmungsrechts der Völker zu lösen. Völker­bruchteile, die zum Besitz anderer Nationen geschlagen werden sollten, müssen ein Recht auf Achtung der Sprach­kultur und ihrer moralischen und wirtschaftlichen In­teressen verbürgt erhallen.

Irland «ud die allgemeine Dienstplicht

Zu einem die Erzwingung der Militäripflicht in Irland empfehlenden Artikel desSpeetator" sagte de Valera, der Führer der Sinnfeiner, in einer Rede in Tullamore am 8. April, der sympathische Grundsatz.der traditionellen Politik Englands gegenüber den kleinen Nationen sei: Argumentiert nicht, sondern schießt . Irland höre nicht zum ersten Male die Mahnung, daß die Engländer nickt zögern sollten zu schießen. Er er­widere demSpeetator", daß Irland Gott lei Dank Männer besitze, die verstünden, darauf zu antworten und dieses Spiel des Schießens zu Zweien zu spielen. Es gäbe nur einen Weg, die Einführung der Militärpflicht zu Fall zu bringen. Die Jrländer könnten nur einmal sterben, und es sei besser, daheim in erlaub als in Flandern durch deutsche oder von den Deutschen erbeu -te britische Kanonen den Tod zu erleiden. DaS irische Volk müßte wie ein Mann zusammenstehen und l^em Versuch der Einführung der Dienstpflicht bis zum L vde Widerstand leisten. Arnold Sonnet nennt inDaily News" den Plau der Einführung der Wehrpflicht in Irland eine tragische Torheit und sagt: Infolge nlili- tärischer Dummheiten gegenüber Irland bei KriegS- beginn halten wir dort ungeheuere Massen ausgebildeter Truppen, die an der Front sein sollten. Natürlich darf ich Zahlen nicht angeden, aber ich kann sagen, daß um längst in einer einzigen irischen Grafschaft reichlich die Hälfte dessen stand, was das ganze neue MnnjchaltS-

sich intemperamentvollen" Angriffen. Der national­liberale Abgeordnete Meyer-Herford wies auf die Mängel im Fernfprechwesen hin und empfahl Erhöhung der Entschädigung für verloren gegangene Pakete und befürwortete Errichtung von örtlichen Beamtenausschüssen. Der konservative Abg. v. Flemming kam aus die Post­diebstähle zurück, verlangte ausreichende Unterstützung für kinderreiche Familen von Postbeamten und befür­wortete die Wiedereinführung der Ostmarkenzulagen. Staatssekretär Rüdlin wies mancherlei unberechtigte Angriffe zurück, äußerte sich über die Postscheckämter, deren Zahl nicht ohne weiteres vermehrt werden könnte; über die Fernsprechverbindung nach Wien und Budapest wobei er der Presse möglichste Berücksichtigung der Wünsche verhieß, über die Gestaltung der Lohnverhült- nisse und stellte im allgemeinen wohlwollende Prüfung der vorgebrachten Anregungen in Aussicht. Dann nahm er den Angriffen des Abg. Zubeil gegenüber seinen Vorgänger im Amt, den Staatssekretär Kraetke, in Schutz. Der nationalliberale Abg. Gugelmeier kritisierte die Postsperre im Operationsgebiet. Abg. Sivkovich von der fortschrittlichen Volkspartei glaubte den Staats­sekretär auffordern zu müssen, sein Verhalten in Personal­fragen mehrdem Geist der neuen Zeit" anzupassen. Nach längerer, weiterer Debatte wurde der Antrag aus Abänderung der Besoldungsordnung angenommen.

Deutsches Reich.

Ueber 14,5 Milliarde» 8. Kriegsa»leihe. Die Leistung der deutschen Geldwirtschaft.

Berlin, 20. April. (W.B. Amtlch.) Das Ergebnis der 8. Kriegsanleihe beträgt nach den bisher vorliegen­den Meldungen ^ne die zum Austausch gemeldeten älteren Kriegsanleihen

14 550 004# 000 Mk

Kleine Teilanzeigen sowie ein Teil der Feldzeich­nungen, für welche die Zeichnungsfrist erst am 18. Mai ab läuft, stehen noch aus, so daß das Ergebnis sich noch erhöhen wird. Zu den unvergleichlichen Erfolgen unserer Heere gesellt sich damit eine neue überwältigende Leistung der deutschen Geldwirtschaft.

Die gewaltigen Ergebnisse der früheren Anleihe noch weit überholend, legt sie aller Welt Zeugnis ab von dem unerschütterlichen Entschluß des deutschen Volkes, standzuhalten, so lange es möglich ist, und von seinem felsenfesten Vertrauen auf einen vollen und endgültigen Sieg.

Die Zeichnunge« des Heimatheeres.

Das Zeichnungsergebnis war auch bei den Truppen des Heimatheeres im Bereich des stellv Generalkommandos des 18. A K. eine überaus glänzende. Es wurden von diesen an Zeichnungen rund 300 Millionen (gegen 196 bei der 7 und 47 Millionen bei der 6. Krlegs- anleihe) aufgebracht.

Der Kaiser übet den Milliardensieg

Berlin, 21. April. (W.B.) Von seiner Majestät dem Kaiser und König ist dem Stagtssekretär des Reichs­schatzamts gestern nachstehendes Telegramm zugegangen:

Ich empfange mit größter Befriedigung und Freude die Meldung von dem gewaltigen Erfoge der achten Kriegsanleihe. Ich begrüße ihn als herrliches Zeichen einer starken Opferwilligkeit und unbeugsamen Sieges­zuversicht des gesamten deutschen Volkes. Dieser in der Heimat errungene Sieg reiht sich würdig den unendlich großen Taten von Armee und Marine an. Deutsches Schwert und deutsche Kraft werden mit Gottes Hilfe den Willen der Feinde zu schänden machen und werden die Zukunft des Vaterlandes aus einen festen Grund stellen. Mein warmer Dank gilt Ihnen, der Reichsbank und allen, welche durch Wort und Tat bereit gewesen sind, zu helfen.

Staatssekretär v. Kühlmann ist bei seiner Rück­kehr aus dem Groß.» Hauptquartier an einer Hals­entzündung erkrankt. In seinem Zustande ist aber bereits eine wesentliche Besserung eingetreten, sodaß damit gerechnet werden kann, daß er vielleicht schon am Montag oder am Dienstag die vorgesehene Konferenz mit den Parteisührern wird abhalten können. In dieser Konferenz soll die Entwickelung im Osten und besonders der rumänische Friedensvertrag besprochen werden.

Politische"Übersicht.

Jusautkrinntcrnchmuvgc« au den Fronte«. Großes Hauviqumtier, 22 April. (W. B. Amtl.)

Westlicher Kriegsschauplatz:

An bm Echlachlsronlen örtliche Jnfanterie-Untcr- nehmungen. Versuche des Feindes, über den La Bassäe- Kanal nordwestlich von Bölhune vorzudringln, Reiter ten in m serm Feuer. Nördlich von Albert nahmen