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SchlüHternerZeitung

mitAmtlichem Kreisblatt". Wocheubeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.

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Erscheint Mittwoch und Samstag preis mitAreisblatt Vierteljährlich 2, Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum f5 pfg.

M 5. Dienstag, den 14. Januar 1919. 70. Jahrgang.

Wählt die Liste der deutschnatuimlen Volkspartei! Veginnend mit dem Aamea Larl "Veidt.

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Wählst

Liste Soheidomann!

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Bekanntmachung.

3« den letzten Tagen find uns eine große Anzahl an»»y«er Schreiben über unrechtmäßigen Erwerb von Heeresgut zugegangen und fordern wir die Besitzer derartigen Gutes in ihrem eigensten Interesse auf, die auf nicht rechtmäßige Weise erworbenen Sachen sofort bei dem unterzeichneten S--, A.- u ^B^Rat abzuoeben. Haus^die freiwiütge Äogabe vis zum^ r/Zedruar 19 erfolgt, sollen diese Leute straffrei bleiben, im anderen Falle finden Haussuchungen statt und haben die Be­treffenden strengste Bestrafung zu erwarten. Schlüchtern, den 14. Januar 1919.

Soldaten, Arbeiter- und Bauernrat Schlüchtern.

Wie wird gewählt und wie » der Stimmzettel beschaffen sei» ?

Am Wahltag kann von Morgens 9 Uhr bis Abends 8 Uhr gewählt werden; aber Punkt 8 wird das Wahlztmmer geschloffen, auch wenn noch Hunderte von Wählern ihre Zettel noch nicht abgegeben hätten. Darum empfiehlt es sich, daß die Wähler nicht erst Nachmittags ihr Wahlrecht ausüben, sondern schon Morgens oder Mittags.

Die Wahl selbst geschieht in der gleichen Weise wie früher bei der Reichstagswahl. Kür jeden Stimme bezirk gibt es ein bestimmtes Wahllokal. Bor dem- fe^en werden zumeist von den Parttzien Stimmzettel .«^MRMB^MMme»aBM|M|Mwä«W^WR|^^ Schuld und Sühne.

Roman von Käthe LubowSki. 57

Me lächelt still und friedlich und fahrt in ihrer Ar­beit fort.

Der rannt daS, Vater?"

,111e, der Förster und der Potz, der Krugwirt."

Und denen glaubst Du?"

Ich glaube ihnen nicht. Aber ich will nicht hinter D ir her zeigen lassen. ES sei denn, Du Mimtest mir fegen: Vater, solche Gedanken liegen mir fern."

DaS kann ich sagen."

Sollt' ich mein eigen Fleisch und Blut wirklich Wer taxiert haben, als eS sich selbst bewertet?"

Dn meinst, ich lüge, vator? O nein, ich lüge nicht. Meine Gedanken sind alle bei Ven Weich. Aber meine Wünsche gipfeln nur m dem emon, daß sr glücklich wer»

DaS ist mir nicht klar gwixg. Hast Du ihn lieb? I» »der nein?"

Der Site HM die lug au geschlois«.

An solche Äffte glaube ich nicht. Es fängt sie Viel­leicht an. Aber das Vnde sammt ander«. Ich habe sie entstehen fehe« mit Angst und Zittern. Aber ich habe r'nir immer wieder eHB Lenrhignng gesagt, ihre Mutter war so rein wie ein Kind, warrnn soll sie an« berS sein?"

Aber nun neulich daS. Sie hätten Dich doch tot» schlagen können. Er steht Dir wohl viel höher und nä­her als ich? Nur an ihn hast Du gedacht, als Du ihn schütztest, nicht an seinen alten Vater und daran, was der ohne Dich wohl noch auf der Welt sollte."

Ich habe nichts anderes denken können, als daß ich tun mußte, war ich tat."

Das wirst Du mir vielleicht auch später antwor­ten, wenn Deine Liebe nicht mehr rein ist. Denkst Du, sie

kereitgehalten, den Briefumschlag erhält man im Wahl­lokal. Der Wähler betritt mit dem Stimmzettel das Wahllokal und läßt sich dort einen abgestempelten Umschlag geben. Nun begibt er sich allein in den Nebenraum oder an den Nebenttsch und steckt dort unbeobachtet einen mitgebrachten Stimmzettel in den Umschlag. Sodann tritt er an den Tisch des Wahl-

v die Zukunft desssreiell deutsch.

VÄWsM.

, , Arbeit und Ordnung verlangt der Sozialismus, , um der Freiheit eine feste Grundlage zu geben.

, , Volles Vertrauen verdient deshalb die Sozial- , demokratische Partei Deutschlands, die stets für , , den 'ruhigen Aufbau der deutschen Republik ,

1 eingetreten ist. Wähler! Gebt am 19. Jan. I Eure Stimme der

Liste

Scheidemann!

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Vorstandes, nennt seinen Namen «nd tbergtbt de« Umschlag mit dem Stimmzettel dem Wahlvorsteher, sobald der Schriftführer bei dem Namen des Wählers in

bleibt, wie sie ist? Sie nimmt Dir nachher daS R-cht über den Kopf weg."

O nein, Vater. Bei mir ist die Liebe nicht nach und nach gekommen. Sie war da, solange ich denken kann. Ich habe ihn immer lieb gehabt. Als ganz kleines Kind schon, wenn er mich auf seinen Schlitten setzte und sagte: Jadwigachen, fang' mal die Sonnenstrahlen mit Dei­nem Haar."

Siehst Du, Batet, und nun hat er so viel Schweres durchgemacht. So viel, was wir gar niemals erfahren werden. Aber waS eS «ich sein mag; er selbst tat nicht» BöseS, daS weiß ich. ES ist «lleS so »und in ihm. Merkst Du daS garnicht? Sie sagten in Posen, seine Braut hätte einen andern geheiratet. Ich kenne sie so­gar. Die Dame war eS, Bnierle, die damals mit den andern au« Posen kam, als die Linde blühte. Ich merkte schon damals, daß sie sich lieb hatten. Sie ihn auch. Ihre Augen konnten nicht von einander l»4. Dn siehst, Vater, fein Herz kann {« nicht mehr reden. Das ist tot und still. Und daß er spät«, wenn er wim der gesund ist, mit Deinem Kind spielen renate, da» glaubst Du doch nicht. Mtt Deinem einigen. Bebenfe doch! DaS sollte er Dir antun für all Deine Treue? Wenn Du Hn für so fchecht hälft, baun hättest Du ihm nicht solange dienen dürfen."

Mein Kind, mein guteS!"

Nicht wahr, Vaterle, ich darf bei Dir bleiben? Er steht ja meine stille Liebe nicht. Nur Du weißt von ihr. Und Du wirst sie schon verstehen. Kommt wirklich eine Herrin nach Boldrowo, dann sei gewiß, ich nehme ihr nichts, weil ich ja nichts besaß, waS ihr gehören muß."

Der alte Mann wischt sich heimlich die tränen auS den Augen. Er wird feine Jadwiga nicht von sich las­sen. Er vertraut ihr.--

Der junge DublischinSki hat sich wegen Anstiftung von vielerlei Sachen vor Gericht verantworten müssen. Körperverletzung, grober Unfug und Sachbeschüdiguug

der Liste den Abstimmungsvermerk eingetragen hat. Der Wahlvorsteher nicht der Wähler legt so­dann den Umschlag sofort uneröffnet in die Wahl­urne. Damit hat der Wähler sein Wahlrecht ausgeübt.

Wie muß der Stimmzettel beschaffen sein? Der Stimmzettel muß aus weißem Papier, ohne irgend welche Kennzeichen sein und soll nur 9X12 cm groß sein. Er darf so viel Namen enthalten als Abge­ordnete gewählt werben, also bei uns 15; er kann aber auch weniger Namen enthalten. Er ist ganz einerlei, ob 5 oder 10 oder 15 Namen darauf stehen. Es genügt, wenn nur ein einziger lesbarer Name der Parteiliste darauf steht. Man kann also Namen auf den Partei Stimmzetteln durchstreichen oder die Reihen­folge ändern, aber das alles übt keinen Einfluß auf das Ergebnis aus. Gezählt werden ja nicht die Stimmen, die für einzelne ^^gwtfcwfr-^Äjs*^^ sondern nur die Stimmzettel." Jeder Stimmzettel gilt nur als eine abgegebene Stimme. Wenn daher z. B. keine Stimmzettel der Partei da find, kann man auf dem Stimmzettel einer anderen Partei alle Namen durch­streichen und einen oder mehrere Namen seiner Partei darauf schreiben. Dieser Zettel ist dann gültig. Man darf aber nicht Bewerber von verschiedenen Parteilisten auf einen Stimmzettel schreiben, sondern nur Bewerber einer Partei. Die Namen der Bewerber kann sih der Wähler auch nicht frei wählen, sondern er muß sich für irgend eine Parteiliste entscheiden.

Am besten ist es, man nimmt den Stimmzettel

Wählst

Liste Soheldimannl

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in unzähligen Fällen, auSgeführt von Loldroivoer Ar­beitern, stauben an.

Zu allem war er der kerbende Faktor gewesen.

Diesmal hatte ihin feine Verschlagenheit nichts ge­holfen.

Weder sein Geld noch der Wodki, mit denen er feine EntlastuugSzeugLN traktierte, konnten ihn vor der ge­rechten Strafe retten. Die Richter sind unbestechlich und weitsichtig. Sie sehen nicht nur, was offen vor ihnen liegt. Sie sehen auch, waS verhüllt in ben Herzen der Menschen nrht mrd sich angstvoll durch die Augen Ba^r bricht, daS zermarterte Gewissen.

Die meisten freilich waren hartgesottene Sättber, die nicht mehr wußten, wie oft sie schon wegen ähnli­cher Delikte an der nämlichen Stelle gestanden. Nur der eine, der NadoM, der mit dem Stock auf seinen Herrn loSge-angeu war, zeigte Rene. Sein junges Weib hatte Hin daheim hart zugesetzt. Raftina«» |atte gtrabe an ihnen sehr viel Gute« getan. Vor Jahresfrist bun­ten Re aus turn GntShok. Er alS Ochfenkirecht, sie alt Sänsomagd. Sie sahen sich gern. Aber sie besaßen kein Bett und feine Kuh und hätte» eigentlich noch lange Jahre diene« müssen, ehe sie «rtistücb daran denken konnten, stch zusammen |n geben. Sie besaßen nur die junge, ungestüme Leidenschaft, die sich ihr Recht nimmt, ehe ihre Zeit gekommen ist. Da sorgte Rastiugeu, be­vor noch daS Kind da war, daß sie den Segen ihrer Kirche empfingen. Er ließ ihnen eine Wohnung Her­richten, trotzdem er übergenug verheiratete Leute hatte, und trug für daS Bett und die Kuh Sorae. Und der eine von denen, die er glücklich gemacht hatte, wollt» ihm zuleide. . _

Nur einem gnädigen Zufall verdankte er es, daß er schließlich nicht an Jadwiga zum Totschläger gewor- den war.

Sein Weib hatte ihn nachher mit Bitten und Trä­nen weich gemacht. Darmu sagte er alles heraus, wie es wirklich gewesen war. ; ______ , 229,18*