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» Mit „Amtlichem Kreisblatt". — Wch-«l°«e: Illustriertes Somitagsblatt.
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Erscheint Mittwoch und Landtag — preis mit ^reisblatt vierteljährlich 2,-^- Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum sä pf^.
M 6. Samstag, den 18. Januar 1919. 70. Jahrgang.
Wählt dir Lifte der dkutfthnatimalcn Volkspartei! VegittWttö mt Nä AsMM Estl DM. / *
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J-Nr. 513. Mehrfach bei mir eingegangenen Beschwerden geben mir Veranlassung, erneut darauf binzuweisen, daß zur Abhaltung von Tanzbelustigungen die Genehmigung der Ortspolizeibehörde und zur Überschreitung der Polizeistunde zu gleichem Zweck meine Genehmigung, und ^x mindestens 8 Tage vorher, einzuholen ist.
Vor einer eigenmächtigen Verlängerung der für die Tanzbelustigung in jedem einzelnen Fall besonders festgesetzter Zeit wird nachdrücklichst gewarnt.
Bis auf weiteres sollen Tanzbelustigungen nur ausnahmsweise genehmigt werden.
Die Ortspol zeibehörden und Gendarmerie-Wachtmeister ersuche ich, gegen die Veranstalter nicht genehmigter Tanzbelustigungen einzuschreiten.
Schlächtern, den 16. Januar 1919.
Der S.- A.- und B.Rat. Der Landrat.
Deutsches Reich.
— Ohne Ordnung kein Frieden. Clemenceau veröffentlicht in seinem Organ „Homme libre" eine Erklärung der Regierung, wonach der Oberbefehlshaber Foch Befehl erhalten hat, für den Fall, daß fich in Deutschland eine bolschewistische Regierung bilden sollte, die wetteren Verhandlungen mit der Waffenstillstands- kommission abzubrechen und die Mitglieder derselben in kürzester Zeit aus dem besetzten Gebiet zu entfernen.
— Der Fall Lembergs? Nach einer Krakauer Meldung ist der Fall Lembergs in allernächster Zeit zu erwarten. Dadurch wird das polnische Heer gezwungen sein, bis an den San zurückzugehen, da gleichzeitig die Grenzen Polens von den Volschewiki bedroht werden, die sich nach dem Abzüge der Deutschen ungeheurer Mengen Kriegsmaterials bemächtigt haben.
— Russische Maulwürfe. Der Zentralrat der sozialistischen Republik Deutsck land, gez. Leinert teilt mit: Der in Berlin weilende Radek hat die aufständischen Spartakusleute ermähnt, auszuhalten, bis russische Truppen hereinkommen. Der Soldatenrat der 10 Armee würde die Russen durchlassen. Von der Ostfront wird uns mitgeteilt, der Durchmarsch der Ruffen sei ganz ausgeschlossen. Kein Soldatenrat du d t ein Einmischen der russischen Truppen in unsere revolutionären Kämpfe. Die Behauptung RadekS ist sinnlos und eine Beleidigung des deutschen Proletariats, dessen Söhne an der Front stehen.
Mitbürger Mitbürgtrinncn!
Zur Aufklärung über die verschiedenen Parteien.
" Helfet unserm aus Tausend Wunden Blutenden Vaterland! Tretet Alle — ohne Ausnahme — an die Wahlurne! Wählet Männer oder Frauen, die eintreten für
,«gleit, Wahrheit, Recht u«d Freiheit!"
Die alten politischen Parteien erscheinen in veränderter Gestalt und unter neuen Namen auf dem Plane und laden durch die schönsten Program ne und
Reden zur Mitgliedschaft ein. Jede Partei erstrebt eben den politischen Sieg zu ihren Gunsten, denn der Drang nach Herrschaft ist der Lebenssaft alles politischen Tuns.
Der Tag der Wahl rückt näher, da scheint es doch notwendig, die einzelnen Parteien einer Besprechung zu unterziehen umsomehr, als unsere verehrten Frauen und Jungfrauen zum ersten Male mitwählen und in ihrer größeren Anzahl die Wahlergebnisse ganz bedeutend beeinflussen können.
Die „deutschnationale" Partei vereinigt in sich die früheren Konservativen, Freikonservattven, die christlichen Vereinigungen u a. m. Sie hat schon früh und Täglich die Werbe-Trommel gerührt, gewiß weil sie es nötig hat. Sie erscheint als Vertreterin des konservativ-Klerikalen Blocks, unter dessen Gewaltherrschaft Deutschland m Grunde gegangen ist. Sie führt in ihrem P ogramm immer wieder als
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Ein glückhaft Schiff s
sei die freie deutsche Republik
in der alle Volksgenossen frei, froh und gleichen 1 Rechts nebeneinander leben können. Die Kräfte, ' die» zu erreichen, kann die deutsche National- ' Versammlung bringen, wenn die Wähler ihre ' Stimmen auf die Vertreter der Sozialdemokratie vereinigen. Wählt darum am Ist. Januar nur die ' Liste HÄmm!.
„Köter" den Schutz der Kirche, des Glaubens und Christentums an. Niemand bis zur äußersten Linken denkt daran und es ist auch Niemanden möglich, uns unseren Glauben, unsern Gott und unsere religiösen Gefühle aus der Brust zu reißen. Ob überhaupt eine Trennung von Staat und Kirche später als notwendig erkannt wird, ist eine Frage, die vor anderen viel wichtigeren Fragen, die uns die gegenwärtigen haltlosen Zustände- aufvrüngen, in den Hintergrund treten muß.
Wohin uns ein feudaler, konservativer Despotismus und ein« geistliche Leitung und Fürsorge geführt haben, tritt heute zu Tage „in den tiefsten Abgrund." Die frühere „nationalliberale" Partei heißt heute „deutsche (liberale) Volkspartei." Sie ist eine nationale, liberale Partei auf demokratischer Grundlage mit sozialem Geiste. Sie tritt ein für die Freiheit und für das Recht des einzelnen Menschen, des Individuums, das sich innerhalb der allgemeinen Rechtsordnung des Staates bezm. Reiches frei betätigen und nach seinen geistigen und körperlichen Eigenschaften in den Vollgenuß des Daseinsund seiner Errungenschaft treten kann. Die Sozialpolitik gründet sich somit auf den Wert der Persönlichkeit, d wieder ihren Rückhalt in der Volksgemeinschaft hat, sodaß die Wiederaufrichtung des deutschen Reiches die Voraussetzung für die Genesung des deutschen Volkes ist.
Vor 40 Jahren schon war der Liberalismus b^” brechend, er hat dem deutschen Volke zu freien Bürger« rechten verholsen und sein Einfluß bet der Herstellung des deutschen Nationalstaates wird unvergeßlich bleiben.
Die „deutsche demokratische" Partei ist eine nationale Partei aus demokratischer Grundlage ähnlich der „deutschen (liberalen) Volkspartei," die die „Bolksherrschaft" anstrebt, d. h. die Regierung»' gemalt für d'e Gesamtheit der Staatsbürger und die für eine demokratische Republik, für politische Gleichheit und Gerchtigkeit eintritt.
Schaltet man die christliche Volkspartei alsjKirchliche oder religiös Vereinigung aus, so bleiben uns die drei bürgerlichen Parteien, die den Konservatismus, Liberalismus und Demokratismus vertreten. Der Konservatismus ist für die Erhaltung der ursprünglichen Grundlagen des Staates, der Liberalismus Mr dir Freiheit und Selbstverantwortiichkeit der einzelnen Per sönlichkeit im Rahmen der staatlichen Rechtsordnung, der Demokcatismus für die politische Gleichheit und Gerechtigkeit. Natürlich find dies nur die allgemeinen Grundzüge, aus denen man die gegenseitige Ergänzung zur politischen Gesamttägkeit erkennen kann.
Abseits dieser bürgerlichen nationalen Parteien steht die „Sozialdemokratie", die international ist und darin liegt die Trennung. Ob^sich die internationalen Joeen der Sozialdemokratie werden verwirklichen lassen, muß die Zeit lehren. Bis jetzt hat die „Internationale" total versagt. Der Sozialismus erstrebt persönliche Gleichheit auf wirtschaftlichem Gebiet und vertritt daS Persönlichkeitsideal gegenüber jedem großem Betriebe bzw. Unternehmen, wie der Liberalismus dasselbe dem Staate gegenüber vertritt. Die Sozialdemokratie erstrebt Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der arbeitenden Klaffe durch Umsturz bestehender Verhältnisse des Staates und der bürgerlichen Gcfellschaft und namentlich durch Beseitigung der Klassenunterschiede und der Kapitalistischen Produktion. Sie geht von dem Grundsatz aus: „Die Arbeit ist nie Quelle des Reichtums und der Kultur, da allgemeine nutzbringende Arbeit nur durch die Gesellschaft möglich sei, so gehöre auch das Arbeitsprodukt den sämtlichen Gliedern der Gesellschaft bei allgemeiner Arbeitspflicht, nach gleichem Recht, jedem nach seinen vernunftgemäßen Bedrürfnissen."
Die innere Organisation dieser Partei und ihre Festigkeit ist bewunderungswürdig und gestützt auf diese, wagte sie den Schritt zur Revolution, die man in Deutschland für unmöglich gehalten hatte, aber sie hatte den richtigen Moment gewählt, in dem sie das gegenwärtige Chaos durch Gewalttätigkeit hervorrufen konnte.
Ohne die jüngsten Ereignisse wäre die Erfüllung unserer tiefsten Hoffnungen unmöglich geworden. Ohne Zusammenwirken der bürgerlichen Parteien und der Sozialdemokratie in den Hauptrichtungen trotz eil« inneren Gegensätze ist es unmöglich, politisch etwas Neues und G.deih'.tcheZ zu schaffen.
Daher scheint es notwendig, nach rechts und nach links einladend die Hände auSzustrecken zum Ausgleich und zur Versöhnn rg und den „goldenen Mttte<- weg" zu gehen, der zur Einigkeit des dnrtschen Volke» und durch diese wieder zur „Polrtrzchen Macht und Gröfte" führt.
Wählet
Liste Scheitami
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