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mitAmtlichem Kreisblatt" Wochevbeilage: Illustriertes Sonntagsblütt.

Telefon 65. :: Postscheckkonto Frankfurt a. M. 1.1403 :; Telefon 65.

Erscheint Mittwoch und Sainstag Preis mi£Areisblatt vierteljährlich 2, ZTlf. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Äaum sZ Pfg.

M 9 Mittwoch, den 29. Januar 1919. 70. Jahrgang

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Bekan«tmachung.

Der unterzeichnete S, A.- und B.-Rat hat bereits eine größere Anzahl Militärpferde beschlagnahmt, die gestohlen und durch Leute, die nicht dazu berechtigt, verkauft worden waren. Wir warnen daher nochmals vor jedem Ankauf von Pferden von Personen, die sich über den rechtmäßigen Erwerb der Pferde nicht ein­wandfrei ausweisen können und gilt dieses ganz be­sonders auch für die Pferdehändler.

Verkauft jemand Pferde, die er vor der Demobtl- machung schon besessen, muß eine Gemeindevorsteher ausgestellte Bescheinigung vorgelegt werden

Die Verladung von Pferden mit der Eisenbahn darf nur mit unserer Geneymigung erfolgen und sind bei den Anträgen zur Erlangung solcher AuSweife stets die Ursprungszeugnisse der Pferde vorzulegen.

Schlächtern, den 27. Januar 1919.

Soldaten, Arbeiter- und Bauernrat Schlächtern.

Telegramm!

Berlin, 24, Januar 1919.

Bestätige Telegramm 23. ds.Ms. Etwaiger Absicht der Entente unsere Kriegsgefangenen nach Friedensschluß zum Frohnarbeit zurückzubehalten wird diesseits mit allem Nachdruck entgegengetreten werden. Verhand­lungen zwecks baldiger Heimschaffung unserer Gefangenen ständig im Gange.

gez. Staatssekretär Erzberger.

Wahlergebnisse

Im Kreise Schlächtern stellt sich das Ergebnis der , Wahlen folgendermaßen zusammen:

Jöp

Mchrh. Soz. Demokr.

Zentrum

Deutschnat.

D. Rollsp.

lös

Schlächtern

613

827

79

135

25

tau

Steinau

443

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Salmüster

105

43

584

73

Soden

104

12

491

32

11

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7

9

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1

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3

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2

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Ahlersbach

3

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Hellings

96

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Breitenbach

181

59

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Eckhardroth

73

113

3

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191

122

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124

2

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Herolz

19

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5

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Hohenzell

49

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Heubach Hütten

87

173

64

49

93

73

Kerbersdorf

22

91

4

Klosterhöfe

16

10

5

53

Marjoß

98

191

5

17

Ulf)

Mottgers

133

41

2

47

4

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Marborn

26

150

Neustall

67

Niederzell

62

84

----------------------

9

Romsthal

34

1

177

1

1

Reinhards .

26

42

20

Sannerz'

33

7

115

8

Sterbfritz

225

89

6

143

Uerzell

1

146

Uttrichshausen 47

84

136

44

Vollmerz

154

142

19

66

Ulmbach

36

15

517

5

Au (A

Wallroth

137

118

11

Weiperz

28

153

Wahlert

2

53

-

* Gelnhausen. In der Stadt sind folgende Stimmen abgegeben: Graf 927, Rade 642, Ritter 107, Gebeschuß 509, Schwarz 207, Sender 105.

* Hanau D.-N. 488, D. L. 1793, Ztr. 1673, D. 5601, Soz. 5448, U Sozi 5278.

* Frankfurt a. M. Von 172 Wahlbezirken liegen die Ergebnisse von 150 Bezirken vor. U.Soz. 8158, D.-N. 8449, D. L. 15664, Ztr. 24141, D. 47298, M.-Soz 89581.

* Fulda. Nach vorläufige Feststellung erhielten Zentrum 7178, DN 876, DL. 130, D. 1380 S 2067, U.-S. 189.

Lokales und Urovinziesses.

Schlächtern, den 28. Januar 1919.

* Die Wahlschlachten sind geschlagen. Jede Par­tei hat ihr Möglichstes getan, um Mitglieder und An­hänger für ihre Sache zu bekommen. Stark war des­halb die Beteiligung bei den Wahlen, vi-l stärker als sie jemals im Frieden gewesen war. Und doch konnte am letzten Sonntag bei der Preußenwahl eine Abnahme der Wähler sestgestellt werden. Sollte Interesselosigkeit schon eingetreten sein oder sind die Männer und Frauen, welche von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch gemacht

haben, des Parteihaders müde, welcher Unfrieden in der Bürgerschaft zu schaffen schien? Wir wollen hoffen, daß nun, nachdem die Parteikämpfe beendet sind, auch wieder Friede in jeder Gemeinde Einzug hält, daß jeder des anderen Ueberzeugung achten lernt und ihm deshalb seine Achtung auch nicht versagt. Es wäre außerordent­lich zu bedauern, wenn bei den kommenden Wahlen für Magistrat und Stadtverordneten Versammlung, politi­sche Kämpfe ausgefochten werden müßten. Die Parteien, die Politik mögen hier recht fern bleiben. Hier kommt es nicht auf die Stellung des Mannes zum Staate, wohl aber auf seine Stellung in der-Gemeinde an. Alle Berufsstände müssen zur Mitberatung und Mit­bestimmung der Gemeindeangelegenheiten herangezogen werden. Der Kaufmann, der Handwerker, derLandwirt, der Arbeiter und der Beamte müssen vertreten sein, damit jeder seine Interessen wahren kann. Das neue Wahlrecht ist außerordentlich zu begrüßen, weil es jetzt der Bürgerschaft in die Hand gegeben ist auch die Ma gistratsmitglieder, vielleicht auch den Bürgermeister zu wählen. Früher machten das einige wenige, jetzt hat die Gesamtheit zu entscheiden. Das Bild wird ein andres werden. Man wird sich schon jetzt mit Recht die Frage vorlegen, was für Männer gehören in die städtischen Körperschaften ? Wir glauben, daß folgende Bedingun­gen erfüllt sein müssen: Ein Stadtrat oder Stadtver­ordneter muß mackellos in seinem Rufe und seiner Ehre dastehen; er muß geistig befähigt sein, ein solches Amt zu führen; er muß Interesse für die Stadt und ihre Bewohner und die nötige Zeit besitzen, welche ihm er­taubt auch wirklich mitzuarbeiten; er muß auch wirt­schaftlich möglichst unabhängig sein, damit seine Mei­nungsäußerung keinen Beeinflussungen unterworfen ist. Ein Bürgermeister muß ein tüchtiger Verwaltungsbe-

^.^^f L^^E- Kurien, er dürfte eine Einigung für einen Mann zustande kommen, der allen genehm ist, der von allen geachtet wird wegen seiner Arbeitsfreudigkeit, seinen Kenntnissen, der die Garantie bietet, daß er sich nicht von wenigen Rat­gebern, einer Klique, beeinflussen läßt. Wir erhoffen das Beste für Stadt und Land an den neuen Männern, die die Gesamtheit der Bürger erwählen wird.

Die uns in letzter Zeit mehrfach zugegangenen anonymen Zuschriften finden bei uns keine Bevück- sichtigung.

Die Redakt. der Schlüchterner Zeitung-

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* Das von dem Herren Dr. Strünckmann in Soden Stolzenberg unter dem Pseudonym Karl Barbarossa an zahlreiche Mitglieder der demokratischen Partei versandte Pamphlet das an sinnloser Gehässig­keit alles bisher in der politischen Agitation dagewesene üb er trifft, ist wohl von den allermeisten Empfängern, die Herrn Dr. Strünckmann kennen, ohne irgend eine Erregung beiseite gelegt worden. In der Schlüchterner Zeitung erscheinen nun Ausschnitte aus jenen abstrusen widerwärtig niedrigen Anwürfen gegen höchst ehren­werte Männer die der demokratischen Partei angehören. Eine Widerlegung dieser Albernheiten erübrigt sich für die Männer, die schon seit Jahren von Herrn Dr. Strünckmann mit überheblichen zudringlichen Zuschriften heimgesucht werden und die sie haben über sich ergehen lassen, weil sie ihn kennen, von selbst. Aber im Interesse der Allgemeinheit sei auch an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß der diesmal anonym-schimpf- ende Einsender schon lange nicht mehr ernstgenommen wird.

* Am Sonntag, dem 2. Februar d. Js., nachm.

4 Uhr wird im großen Saale des Enangel Vereins- hauses zu Cassel (Kölnische Straße 17) eine öffentliche Versammlung stattfinden, in der die Ziele des Reichs­bundes zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivil­gefangenen zwecks Gründung einer Ortsgruppe bargelegt werden sollen. Verschiedene Herren, die ausgetauscht sind, werden die wirkliche Lage unserer Gefangenen schildern. Es gilt, das Gewissen unseres Volkes und der ganzen Welt aufzuwecken, damit es die erste und wichtigste Forderung bet den FriedenSverhandlungen wird : Sofortige Herausgabe sämtlicher deutscher Kriegs- und Zivilgefangener! Geldspenden zuc Förderung der Arbeit und zur Linderung der Not unserer Gefangenen sind auf das Postscheckkonto Frankfurt a. M. 10698 des Mctropol'tans Dithmar zu Cassel'Wilhelmshöhe, an den auch Beitrittsanmeldungen zu richten sind, einzusenden.

* Zur Erzielung glatter und rascher Abwickelung des Verkehrs am Postschalter trägt viel bei, wer nach­

stehende Regeln beachtet. 1. Fertige Aufschriften, Te­legramme usw. recht deutlich aus. 2. Wähle für Deine Postgeschäfte möglichst nicht die Hauptverkehrsstunden.

3. Tritt an den richtigen, durch Inschriften bezeichneten Schattier und rechts heran. 4. Kaufe Marken, Post­karten usw. nicht in einzelnen Stücken, sondern in Deinem Verbrauch angemessenen Mengen, namentlich auch in Markenhefbcheu oder Kartenblöcken. Für kleinen Bedarf Bedarf bedsens Dich der Postwertzeichengeber. 5. Klebe auf alle frclMM«?chenden Sendungen die Marken vorher auf, auch auf Postanweisungen. 6. Halte das Geld abgezählt bereit M'ergib größere Mengen Papiergeld stets geordnet. Lege bet gleichzeitiger Ein- oder Aus­zahlung von 3 r.nb mehr Postanwetsungs und Zahl- tartenbeträgen sowie beim Einkauf von 3 oder mehr verschiedenen Sorben von Wertzeichen im Bttrage von mehr als 5 Mk eine aufgerechnete Zusammenstellung der zu zahlenden Bebräge vor. 7. Vermeide unnötige Fragen an die Beamten, belehre wenigrr gewandte Per­sonen und hilf ihnen. 8. L ge gewöhnliche Briessen­dungen in Briefkasten, Brieffendmigen in größerer Zahl gib geordnet am Schalter ab. 9. Fördere den bar­geldlosen Zahlungsausgleich bur^b Anschluß an den i Postscheck- und Bankverkehr. 10. Benutze bei eigenem stärkeren Verkehr die besonderen Ein Ölungen (Post- - einlicfcrungs-Bücher u. Verzeichnisse, S^Mvorbereltung von Paketen und Einschreibbriefen)'

Eingesandt.

sOhne Verantwortung der Redaktion.)

Zur Berichterstattung über den Venauf der Ver­sammlung der Deutschnationalen Volkspartei am 16 ds- Mts. in Sterbfritz ist noch ergänzend hinzuzufügen:

____B6 ^r nl; ibortc ' ' äie für bi^ gegebenen Stimmen. Wahrend' bei lht "Vtfr nemfef Zugang zu verzeichnen ist, ist das Gefolge der sozial­demokratischen Partei in ihrer eigenenHochburg" von 285 auf 225 Stimmen zurückgegangen; ein Be­weis, daß die Lattmann'schen Worte trotz der vielen Zu- und Zwischenrufe, meist aus politisch unreifem Munde, doch auf fruchtbarem Boden gefallen sind.

Die Diskussionsredner, ein Herr Schuster an der Spitze, brachten außer den alltäglichen, nur zu oft sachlich widerlegten, verhetzenden Anwürfen und Ver­dächtigungen, die anscheinend der sich hier im Kreise immer wiederholenden sozialdemokratischen Programm- rede entnommen waren, keine neuen Momente; sodaß sich ein besonderes Eingehen auf die einzelnen Schmäh­ungen erübrigte. Die Ausführungen des Herrn Löffert hatten anscheinend nur den Zweck, seinen Uebertritt zur sozialdemokratischen Partei vor seiner eigenen Person zu rechtfertigen; obgleich er nach eigenen Angaben wirtschaftlich auf gegensätzlichem Boden steht. Herr Bürgermeister Kaupe erwies seiner Partei der Demokratischen Volkspartei einen schlechten Dienst, wenn er für Einführung des.Moralunterrichtes statt des Religionsunterrichtes in der Schule eintrat, denn Herrn der Kreisparteileltung und der erste Kan­didat für die Preußenwahl, Herr Professor Rade sind wiederholt für Beibehaltung des Religionsunterrichts eingerreten In den Schlußworten wies denn auch der Referent darauf hin, daß kein religiös denkender Mensch dieser Partei beitreten könne, bei der selbst innerhalb der kleinen Kreisgruppe Schlächtern so kraße Gegen­sätze beständen. Der unbekannt gebliebene letzte Redner geifelte in recht derben Worten das nicht vaterländische aber sehr selbstsüchtige Verhalten nicht christlicher Staatsbürger, denen diese Moralpredigt nach den Zwischenrufen zu urteilen recht auf die Nerven fiel.

Persönliche Anschuldigungen gegen den Referenten sind nicht erhoben worden; sie wären auch zweifelsohne bei aller Nachsicht gegen die Ruhestörer - vorn sozial- demokratischen Agitator Herrn Söller auf einer anderen Versammlung mitLausbengels" bezeichnet ge­bührend zurückgewiesen worden. Alle politnchen An- a risse sind vom Referenten einwandfrei widerlegt worden und mit welchem Erfolge haben die Ergebnisse der beiden Wahlen gezeigt.

Der unbegründete Anwurfunkontrollierbares Briefmaterial" benutzt zu haben wird als ungehörig zurückgewtesen. Eine Einsichtnahme in die Beweisstücke wäre " am Schluß der Versammlung möglich gewesen. Von sozialistischer L eite ist das verlesene schaurige Zu- geständnis blutbefleckten Volksverrats durch das Sol- datenratsmitglied Vater in Magdeburg und durch Barth, Däumig und andere betätigt worden.