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Zchlüchtemer Zeitung
Anzeiger für Die amtlichen Rekanntmachungen im Greife Schlächtern
Bezugspreis frei Haus, vorauszahlbar derlei). 2 Mk., (durch bje Post ohne Bestellgeld). Erscheint Mittwochs und Samstags. Druck u. Kerlag C. Hohmeister, verantwort!. L. Hohmeister, Schlüchtern. Fernruf 65. Erfüllungsort für den gesamten Geschäftsverkehr mit der Firma Schlächtern.
Schlüchterner ^reisblatt
Aeltefte Zeitung im Kreise; gegründet im Jahre 1849.
Beilagen: Illustriertes Sonntagsblatt aw)
K 97
Anzeigen: kl. Zeile oder deren Raum 20 Pfg., Reklamezeile 40 Pfg. Bei Betriebest, k. Schadensersatz oder Mindergebühr einschl. Bezugs. Keine Gewähr für Platz, Aufn.-Zeit und Beleglieferung. Kein Nachlaß bet gerichtlichen ^wischenkosten. Zahlkarte Frankfurt a/M.
Amtliche Beilage (Kreisblatt)
Dienstag, den 2. Dezember 1919
Amtliches.
J.-Nr. 14223. Im Gutsbezirk Lindenberg die Räude unter den Schafen wieder erloschen.
Schlüchtern, den 28, November 1919.
Der Landrat. I. V.: Schultheis.
in
I. Nr. 13784. Der Kaufmann Benjamin Münz ju Altengronau ist als Syaagogenältester der tsraeli- Gen Gemeinde Altengronau verpflichtet worden.
Schlüchtern, den 26. November 1919. Der Landrat. I. V.: Schultheis.
deutschen Soldaten zu gedenken. Gewaltigeres und Erschütternderes sah der Erdball noch nie. Deutschland rang in Unterlegenheit gegen die Welt. Diesen Titanenkampf führte das gesamte Volk, und an der Front kämpftrn kraftvoll deutsche Männer, und wir waren siegreich so lange das Volk in der Heimat und am Feinde gesund blieb.
Was der deutsche Soldat geleistet hat,
70. Jahrgang
J.'Nc. 14117. Der von der preußischen Staats- ierung szum Präsidenten der Regierung in Cassel «nannte bisherige Oberreg^erungsrat Springorum hat am 20. d. Mis. die Dienstgeschäfte übernommen.
Schlüchtern, den 27. November 1919.
Der Landrat. von Trott zu Solz.
| In Brückenau und Speicherz, Bezirksamt Brückenau, ß die Pferderäude wieder erloschen.
Schlüchtern, den 26, November 1919. t Der Landrat. I. V.: Schulthus.
J.-Nc. 14240. Vorn 1. Dezember 1919 ab dürfen nach § 1 der Verordnung über Maßnahmen gegen die Kapitalflucht vom 24. Oktober 1919 (Retchsgesetzbl. 0, 1820) Zinsschcine sowie die zur Rückzahlung fälligen Stücke der preußischen Staatsschuld, der Reichs- Mid und der Schutzgebietsschuld nur solchen Banken, Sparkassen und Kreditgenossenschaften zur Einlösung vergeben werden, bet denen das ganze Wertpapier «der der Zinsbogen mit dem Erneuerungscheine hinterlegt oder die im Besitz eines mit einem Stück verzeich- ck versehenen urkundlichen Nachweise über die ander- mitige Aufbewahrung des WertpaplerS sind.
kie nicht zu den Banken gehörenden amtlichen Tinlösungsstellen dürfen nach § 3 der vorgenannten Verordnung die Zinsscheine und die zur Rückzahlung fälligen Stücke außer von den Banken nur von solchen Neuen zur Einlösung annehmen, die ein vom Finanzamt bestätigtes, die Betreffenbe Stücknummer mhaltendcS Verzeichnis über die Anmeldung ihres desrtzes an Wertpapieren vorlegen.
Berlin, den 4. November 1919.
Haupiv.rwaltung
der Staatsschulden und Reichsschuldenverwaltung. ^gb.-Ne. 9827 K. G.
Letr. Bezug von Manufakturwaren durch die Textil Versorgungsgenosfeuschaft in
Frankfurt a./M.
Alle Händler des Kreises, die vor dem Kriege Manufakturwaren geführt haben und willens sind, durch die T-xtil-Versorgungsgenossenschaft in Frankfurt a./3Jl. Manufakturwaren zu beziehen, werden hiermit ersucht, zwecks Neuausstellung des Verteilungsschlüssels bis M 4. Dezember d. Js. bei mir zu melden. Mel- angen, die nach diesem Termine eintreffen, können nicht Mcksichtigt werden.
_ Der Vorsitzende des Kreis-AuSschusses.
Eine Ausprache Ludrudorffs.
Ju Theater des Westens wurde am Totensonntag clae Gedenkfeier für die im Weltkrieg gefallenen Charlot- knlurger verunstaltet. Nach einem gemeinsamen Gesänge „Niederländischen DankgebctS" und einer Rede des ch Oberkonsijiorialrat Dr. Conrad ergriff der General et Infanterie Ludendorff das Wort, um im Namen " Armee der Toten einen Nachruf zu widmen.
Meine Damen und Herren! Wir stehen unter tiefen Eindruck der ergreifenden Worte des Herrn . £9' Rat Conrad. Erschüttert beugen wir uns vor Gott Allmächtigen. Meine Frau und ich sind hierher stammen, obschon nicht Charlottenburger, die Gedenk- i«er mit Ihnen zu begehen. Droben auf dem Friedhof KaisevWilhelm Gedächtnitkirche, der zu Charlotten- Utg gehört, liegen meine lieben Eltern, liegen Ver- liegen endlich auch zwei Söhne, die den «eldentod starben für Kaiser und Reich. Jung, glühend Meisterung, zogen sie hinaus in den Krieg, wie N^^en andere deutsche Männer und Jünglinge.
„ Fiiegerofsiztere ereilte fie die feindliche Kugel und ihr Leben wie zwei Millionen ihrer deutschen »wer. Ich hin gekommen, um der Heldentaten der
steht einzig in der Geschichte aller Zeiten fest wäre es dem Generalfeldmarschall v. Hindenburg sonst möglich gewesen, in Ostpreußen in den Tagen von Tannenberg und in der Schacht an den Masurischen
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Seen bei beinahe dreifacher Ueberlegenheit zu siegen? Wäre es möglich gewesen, die deutsche Heimat im Osten vor dem russischen Koloß zu retten, unsere siegreichen Waffen in dem uns aufgedrungenen Verteidtgungs- kampfe auf allen Kriegsschauplätzen durch kühnen Angriff weit in Feindesland zu tragen, und die gewaltigen Abwehrschlachten auf feindlichen Boden zu schlagen? Die tiefen Furchen des Grabenkrieges mit dem breiten Gürtel der Verwüstung und Zerstörung und landwirtschaftlicher Unkultur, die der Stellungskrieg in unerbittlicher Gewalt mit sich brächte, sie liegen in Feindesland. Dank dem deutschen Soldaten, daß fie im Ganzen die Heimat vor den Schrecken des Krieges bewahrt haben.
Mit Stolz denken wir an große Siege und an die Heldentaten des Heeres und der Marine und des Mannes im feldgrauen Rock. Um fie voll zu würdigen haben wir uus zü vergegenwärtigen, was der deutsche Soldat ausgehalten hat, im Kampf und Not, im Ertragen von Strapazen, an Hunger und Durst während der vier Jahre dieses furchtbaren Krieges. Wir Habens an die Männer zu denken, die in dunkler Nacht über unwegsames uitb aufgewühltes Gelände hinweg im feindlichen Artilleriefeuer nach vorn fich durcharbeiten, um die Kameraden abzulöfen »den ihnen Verstärkung zu bringen. Wir haben an die Schrecken der Schlacht zu denken, in der ungeheure MuntttsnS- mengen gegen Menschenleiber geschleudert wurden, die im tiefverschlammten Trichterfelde ihr Dasein notdürftig fristeten oder die zusamengedrängt in Kellern und Unterschlupfen hockten, hungernd und frierend, den Tod im Auge Wir denken an den tapferen Mann im Trichterfelds, der gegen starke Ueberlegenheit ringt, oder sich aus sicherer Deckung gegen verderbenbringendes Feuer erhebt. Wir denken an die braven Seeleute, die auf wogender See oder unter Wasser gegen die Last der Feinde kämpfind, der Schrecken unserer Feinde wurden. Wir denken an die kühnen Flieger, die hoch oben in den Lüften sich den Feind zum Kampfe suchten. Wir haben uns unendlich viel in unsere Erinnerung zurückzurufen, um alle die Heldentaten zu ermessen, die der deutsche Mann zu Lande und zu Wasser, in der Luft, unter dem Wasser und unter der Erde getan hat. Sie geben Kunde den nachfolgenden Geschlechtern von deutscher Manneszucht, deutscher Tapferkeit und deutscher Treue, aber auch von deutscher Kraft und deutscher Vaterlandsliebe. Die stillen Kreuze in den Feldern Finnlands, in den weiten Gebieten des Ostens, in Rumänien, Palästina, auf der Balkanhalbinsel, in Oberitalien, in Elsaß Lothringen, Frankreich, Belgien, in unseren Kolonien und auf unseren Friedhöfen, das find die Denkmäler, die der deutsche Soldat sich selbst gefitzt hat.
Unsere Gedanken weilen bei den Kameraden, die in der Gefangenschaft sterben, die ruhen In feindlicher Erde, an den Eisfeldern Sibiriens und unter der glühenden Sonne NordafrikaS und zerstreut über die weite Welt. Wir denken mit tiefer Liebe an die Verschollenen, deren Ruhestätten wir nicht finden, wir gedenken derer, die auf dem Meeresboden ruhen. Wir vergessen auch nicht die Deutschen, die in der Heimat die Opfer feindlicher Fliegerangriffe wurden und durch sonstige Kriegsursachen oder durch Entbehrungen der völkerrechtswidrigen Hungerblockade verstürben. Auch sie sind eines Heldentodes erlegen.
Ehren wir unsere Toten
und setzen wir ihnen ein unvergängliches Denkmal in unserem Herzen. .
Heimat, liebe teure Heimat, vergiß deiner Kinder nicht die für dich gestorben sind, und wie viel es waren, vergiß auch nicht derer, die fie hinterlassen und in ernster Sorge dem Leben entgegensehen.
Ich bin hierhergekommen, um hier an einer Stelle im Deutschen Reiche bei einer ErinnerungSfeier für unsere Toten ihnen Dank zu weihen. Ich weiß, daß ich damit im Sinne handle des Generalfeldmarschalls, zu dem wir alle in Verehrung und Dankbarkeit emporblicken, und des Mannes, der unser oberster Herrscher, unser oberster Kriegsherr war nach Gottes Willen, und dessen Herz für seine Armee und seine Soldaten ich kenne, der sein Land nur aus Liebe zu dem Lande verlassen hat, um durch Opferung seiner Person in leider falschem Vertranen auf die Versprechungen der Feinde den'Abschluß eines für Deutschland einigermaßen günstigen Friedens zu ermöglichen.
Ich habe bei Lüttich im Kampfe gestanden. Nach meinen Entwürfen gingen später viele deutsche Männer in den Tod. Was schwerer ist für jeden Führer, ob hoch oder niedrig, selbst dem Tode ins Auge zu sehen oder andere in den Tod zu schicken, das muß er selbst mit sich und seinem Herrgott abmachen. Der Führer weit im Rücken des Heeres, denkt nicht nur an den Sieg und Niederlage, er ist doch auch ein Mann, dessen Söhne im Felde stehen, er denkt doch auch an die Lieben daheim, und fühlt die ungeheure Last der Verantwortung gegenüber dem lebenden und zukünftigen Geschlecht, gegenüber den Vätern, Müttern, Frauen Bräuten und Kindern und allen Bedüftigen.
Das aber, was schließlich all sein Sinn und Handeln beherrschen muß, das ist die Hingabe an das Vaterland, das ist der gewaltige Imperativ der Pflicht alles heranzusetzen, um das heißgeliebte Vaterland vor unsäglichem Unglück zu bewahren — und diese Pflicht ist unermeßlich schwer, sie ist um so schwerer in einem solchen Kampf, wie wir ihn zu führen hatten. Die Verantwortung gegenüber dem Vaterlands ließ die oberste Führung gewaltige Anforderungen an die Soldaten stellen, nicht nur an die Soldaten, sondern auch an deren Lieben daheim. Die stillen Kreuze im weiten Erdenrund, die den Ruhm unserer gefallenen Helden verkünden, sie verkünden auch, in welcher stolzen deutschen Art der deutsche Soldat die Weisungen seiner Vorgesetzten und zuletzt der Obersten Heeresleitung und des Obersten Kriegsherrn ausgeführt hat. Dafür weihen wir Führer des bewaffneten Volkes am Feinde den Toten unseren Dank. Und mir danken den Ueber« lebenden, daß sie das Liebste und Beste hergaben —. für das Vaterland.
Mit Gott für Kaiser und Reich war der Schlachtruf, mit dem wir in den Kampf zogen. Mit diesem Ruf auf den Lippen fiel die Blüte der deutschen Manneswelt, die uns jetzt so fehlt. Sie starben im Glauben an unsere große Zukunft. Ein widriges Geschick hat gegen uns entschieden. Uns ist unendlich viel genommen, doch was uns nicht genommen werden kann, ist die Erinnerung an die Kraft, die wir vier Jahre lang gezeigt und die Furcht und Bewunderung der Welt erregt hat, das ist die Erinnerung an unsere toten Helden. Wenn wir ihrer gedenken, f» müssen wir uns fragen, find wir ebenso mannhaft wie sie, find wir ebenso stark wie fie in der Hingabe an das Vaterland? Sind wir gleich den Toten bereit, für unsere heiligsten Güter bis zum letzten Atemzüge zu streiten? Handeln wir so, daß wir diese Frage gewissenhaft bejahen können, und lernen wir wieder stolz zu werden, daß wir Deutfche sind. Vergessen wir nicht, wofür fie gefallen und was wir jetzt erdulden dann leben wir im Geiste unserer Toten.
Draußen am Feinde da gab es nicht arm und reich, Bürger oder Arbeiter, Städter oder Landmann Protestant oder Katholik. Da gab es nur Soldaten in Feldgrau, nur Führer und Geführte die im gegenseitigen Vertrauen zueinander und miteinander lebten. Da gab es nur eines: unter Zurückstellung des eigenen Ichs dem Führer zu folgen mit dem einen Gedanken: Steg über den Feind, zum Ratzen des Vaterlandes. Mag sich in Deutschland in Erinnerung an unsere Toten ein Geschlecht heranbilden, daß ebenso en> schlössen handelt, wie sie es getan. Daß es die Fchler vermeidet, die unseren furchtbaren Fall gebracht. Das stolz auf seine Vergangenheit, stolz auf seine im Weltkampf gezeigte Kraft, geführt von starken, selbstlosen Männern, im gegenseitigen Verstehen und unter Hinan- setzung der eigenen Ichs nur das eine im Auge hält, die ganze sittliche und werktätige- Kraft einzusitzen für des Deutschen Reiches Gesundung.