Einzelbild herunterladen
 

Anzeiger für die amtlichen Rekanntmachungen im Kreise Schlüchtern.

Bezugspreis frei Haus, vorauszahlbar viertelj. 2 Mk., (durch die Psst ohne Bestellgeld). Erscheint Mitwochs und Samstags. Druck u. Verlag E. Hohmeister, vcrau.twortl. L. Hohmeister, Schlüchtern. Fernruf 65. Erfüllungsort für den gesamten Geschäftsverkehr mit der Firma Schlüchtern.

Schküchterner Lreisblatt

Aeltestr Zettung im Kreise; tzegründet im Jahre 1849.

Anzeigen: fL Zeile »der deren Raum 29 Pfg., »ettemezcile 40 Pfz. Bei BetrieSsst. k. Schadensersatz »der Mindergebühr einschl. Bezugs. Keine Gewähr für Platz, Luftn^ett «n» Teillieferung. Kein Nachlaß bei geruht, lichen Zwischenkosten. Zahlkarte Frankfurt a/M. Nr. 11492.

Beilagen: Illustriertes Sonntagsblatt (tw) Amtliche Beilage (Kreisblatt).

X.1 7' W'smmR«atiH^OTg.r^^ wr »am^on ^yww'wiMix^aMMh^^ -r«-^^.^-.-«eiu^.Ea-»^^ - -..--, 1-^fi.a^fi^»^^ il...«»i»»...«mBW»»«l.M

M 101. HlUtw«^, den 17. Dezember 1919. 70. Jahrgang.

Amtliches.

Tgb.-Nr. 86 K. G. III.

Betr. Erhöhung der Milch- und Bulterpreise

Den Antragstellern auf Erhöhung der Milch- und Butterpreise teile ich mit, daß auf meine diesbezügliche Eingabe nachstehender Bescheid des Herrn Oberpräsi- derten eingegangen ist:

Die Anträge auf Erhöhung der Milch- und Butterpreise in den Regierungsbezirken Gaffel und Wiesbaden sind am 28. vorigen Monats der Landesfeltstelle zur Genehmigung einzereicht worden. Ich nehme an, daß die Entscheidung bald ergehen wird".

Zugleich mache ich darauf aufmerksam, daß ich jede eigenmächtige Erhöhung der Milch- und Butterpreise unnachsick.tllch bestrasen werde.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses. von Trott zu Solz.

Die nächste Bnüeuköru«g findet am 20. Dezember d. Jr. nicht in Schlüchtern, sondern in

Sterbfvitz

statt.

Schlüchtern, den 15. Dezember 1919.

Der Landrat: von Trott zu Solz.

Achtung Auswanderer nach Brasilien.

In der Presse erschienen kürzlich Anzeigen des brasilianischen Generalkonsulates in Amsterdam, sowie verschiedener fr^^rrfft^tr-^^ sutui^tma^ in denen mitgeteilt wird, die brasilianische Regierung sei bereit, auf ihre Kosten 3000 deutsche (Landwirte) vor Ende des I rhres auf einem brasilianischen Schiff nach Brasilien zu befördern. Die zuständigen Stellen teilen hierzu mit, daß die brasilianische Regierung die Ueber» fahrtkosten lediglich vorstreckt und sich später neben der Bezahlung der von den Auswanderern übernommenen Landlose schadlos halten will. Die betreffenden Aus- «anderer stehen also schon von vornherein in einem Schuldverhältnisse der brasilianischen Regierung gegen­über, welche die für die Beförderung verauslagte Summe der Bezahlung der Landlose mitverrechnen wird. Außerdem sei darauf hingewiesen, daß die brasilianische Regierung noch nicht bekannt geben hat, in welchen Gegenden sie die betreffenden Auswanderer anzusiedeln oder zu beschäftigen gedenkt. Es ist darum nicht ausgeschlossen, daß die Auswanderer in Gebiete gebracht werden, die klimatisch ungünstig und daher gesundheitlich ungeeignet sind.

Demnach ist allen deutschen Auswanderungswilligen solchen Zeiten gegenüber größte Zurückhaltung dringend anzuraten und zu empfehlen, sich tu allen ^uswander- unaöfragen an das Reichswanderungsamt in Berlin W 8 Wilhelmstr. 71 oder an seine Zweigstellen zu wenden, die jederzeit kostenlose Auskunft in allen Aus- «anderungssragen erteilen. ~

Deutsches Reich.

Berlin. Der erste Staatsanwalt beim Landgericht I teilt mit, daß der Untersuchungsrichter beim Landgericht 1 antragsgemäß gegen den Poltzeihauptwann v. KtpU Haftbefehl wegen Meineids, Urkundenfaschung und Herausforderung zum Zweikampf erlassen hat, und daß Hauptmann von Sessel in das Untersuchungsgcfangni

Wiederaufbau Nordfrankreich. In einermi Landes-ArbeitS- und Wirtschastsamt unter dem Vor- fitz des Ministerpräsidenten Ulrich abgehaltenen Sitzung von Interessenten des Unternehmertums und ' Arbeiterschaft sprach der neue Minister für d^ Wi-der- aufbau Dr. Gehler über den jetzigen Stand der Vor­bereitung zum Wiederaufbau und über d.e Z -> maßgebender Richtlinien. Er betonte, daß d.e gesamten Maßnahmen in hohem Maße von den Beschlüssen der französischen Regierung abhängig lele"^ gemäß nur von nationalen Erwägungen le d Er werde einen Erfolg nur im Rahmen dergs Entwicklung der Beziehungen zu dem wefil chen^Nach^ barn erhoffen können. Die h-rantretenden JW« seien sachlich in Aufräumungsarbeiten, dcn ig ut ch Wiederaufbau und Materiallieferungen zu treM-m Man werde hierfür eines gewaUtgen Arbeiterheeres

bedürfen. Vor überspannten Forderungen habe man sichrer auch hier zu hüten, da Frankreich grundsätzlich von der Lebenshaltung der eigenen Arbeiter ausgehe und zahlreiche italienische und polnische Arbeiter ver­fügbar seien, gegen welche ein Mißtrauen wie gegen­über dem deutschen Arbeiter nicht bestände. Die französische Architektenschaft habe bisher allgemein eine Beteiligung von deutschen Architekten und Technikern zurückgewiesen. Die Notwendigkeit der Einschaltung der geistigen deutschen Kräfte für den Wiederaufbau werde sich mit Beginn der Arbeiten von selbst gebieterisch Herausstellen.

Gestohlenes Frachtgut. Das Heeresverordnungsblatt, meldet als gestohlen: 44 Waggon Lebensmittel, ent­haltend über 3060 Sack Roggenmehl, 220 Ztr. Weiß­kohl, 200 Ztr. Futterrüben, 8 Stück Rindvieh, 64 Kisten Wurstkonfervs, 44 Kisten Margarine, 9 Kisten Butter, 10 Kisten und 40 Faß Kakao, 23 Faß Knochen­fett, 80 Kisten Nudeln, ebensoviele Kisten Backobst und ebensoviele Kisten Gerstenflocken, 48 Faß Pökelfleisch, 290 Kisten Rindfleisch, 750 Sack Rohkaffee und viele andere Sachen.

FriedenSfrage«.

Die deutsche Note in PariS.

Paris, 14. Dezember.

Die Antwort der deutschen Regierung auf die letzte Note der Alliierten ist der deutschen Delegation in Paris zugegangen. Da Entzifferung und Uebersetzung einige Zeit in Anspruch nehmen werden, wird die Ant­wort wahrscheinlich nicht vor Montag morgen dem Ge- "ircrutf vne»a«.- -;<«^"tywv^u.v»vwTrt^^^ -----*--1

Italienische Begehrlichkeit.

Rom, 14. Dezember. Ehtesa erklärte in Paris, er unrerstütze den Standpunkt, daß Deutschland nicht nur für die Frankreich untz Belgien zugefügten Schäden, sondern für die sämtlichen den Allierten durch den Krieg erwachsenen Schäden veArntwortlich gemacht werden könne. Ehiesa suchte Clemenceau auf und erklärte ihm, Fiume müsse Italien aus Gründen der nationalen Ehre zugeschrieben werden. Clemenceau erwiderte, laß sich Frankreich diesem Verlangen nicht entgegenftelle, daß man aber Jugo-Slavien einen Aus­gang zum Adriattschen Meere geben müsse.

Ein internationaler Appell für die deutschen Kriegsgefangenen.

Das Komitee der Jnternationalen Christlichen Arbeitervereinigung in Zürich richtete im Namen der christlichen Arbeiterschaft aller Länder an den Hohen Oberen Rat in Paris einen dringenden Appell, in dem die Freilassung der Kriegsgefangenen gefordert wird. Er heißt darin:

Ein volles Jahr nach abgeschlossenem Waffenstillstand schmachten noch Hunderttausend« von Soldaten in schmachvoller und teilweise qualvoller Kriegsgefangen­schaft, zu einem entwürdigenden Skiavendasein verurteilt, und dies zum Teil entgegen feierlichen Zusagen auf Rücktransport nach Friedensschluß. Hunderttausende von Kriegsgefangenen werden noch in Frankreich (432 000), Tausende in Serbien, in Rumänien, in Griechenland und in den Eiswüsten Sibiriens festgehalten. Dies ist etwas in allen Jahrhunderten noch nie Dage­wesenes. Die ganze zivilisierte Welt und die neutrclen Völker empfinden es als eine brennende Schmach für unser ganzes Zeitalter, als einen Frevel und ein Ver­brechen in den elementarsten Begriffen von Recht und Gerechtigkeit, von Menschlichkeit und Kulur, als eine brutale Herausforderung des Gewissens der Menschheit. Wie soll da der Glaube an Vertrauen auf künftiges Völkerglück Wurzel fassen können? Die Zurückhaltung der Kriegsgefangenen mit angeblicher oder wirklicher Nichteinhaltung sämtlicher Waffenstillstandsbedingungen von einzelnen der früheren Kriegführenden begründen zu wollen, geht nicht an. Das Recht verlangt die sofortige Heimbesörderung aller Kriegsgefangenen nach Zustandekommen der Frieden! Verträge. Da» Völkerrecht kennt keine Faustpfandstellung der Kriegsgefangenen für Erfüllung aller solcher Vertragsbestimmungen. Im Gedanken an das ungeheure Elend, im Namen der Greise, Väter und Mütter der Gefangenen, im Namen der verlassenen Gattinnen und Kinder erheben wir angesichts Gottes und der Menschheit lauten und feierlichen Protest gegen jede weitere Zurückhaltung der

Kriegsgefangenen. Air fordern die sofortige Befreiung der Gefangenen in allen Ländern und den raschesten Heimtransport derselben, so wie es England, die Bereinigten Staaten und Italien in ehrhafter Weise tun.

Die Uebersremduug unseres Industrie- kapitals.

Von Dr. A. Keller.

(Vergl. Nr. 782 der U. N. C.)

Bei dem andauernd schlechten Valutastande nimmt der Ankauf der Aktien deutscher Unternehmungen durch Ausländer an der Börse bedrohliche Formen an. Allmählich wird es allenthalben klar, daß es so nicht weitergehen kann. Anfangs hat man das Interesse des Auslandes an den deutschen Unternehmungen begrüßt; dachte man doch, daß diese so am ersten Kredit-, Roh- und Hilfsstoffe, LebenSmittel für die Arbeiter usw. erhalten würden. Das war damals, als die Valuta roch einige Haltung hatte. Inzwischen hat sie bekannt­lich jegliche Haltung verloren und ist in unerhörter Weise gesunken. Wenn jetzt das Ausland deutsche Aktien kauft, so liegen ganz andere Möglichkeiten vor. Jetzt kauft das konkurierende Ausland, z. B. Amerika, die deutschen Aktien so billig, daß es sich dazu ver­führen läßt, auf diese Weise die deutsche Konkurrenz ein für allemal unschädlich zu machen. Durch den Einzelauskauf wird den Verwaltungen der Uebergang in ausländische Hände verschleiert. Jetzt liegt die Ge­fahr vor, daß die amerikanischen Trustmagnaten die bewährte Methode bei Deutschland anwenden, mit der sie sich in Amerika selbst durchgesetzt haben; daß sie Äies'lsann^der Form geschehen, daß sie einen Äc'trieh gänzlich zum Erliegen bringen oder auch, wenn sie die Gesetzgebung scheuen, daß sie ihn eben noch zur Not aufrechterhalten. Oder sie beschäftigen die von ihnen kontrollierte Konkurrenz noch, aber nur zu Preisen, die sie selbst bestimmen, und an denen keinerlei Gewinn bleibt.

Dieser nationalen Gefahr muß unter allen Um­ständen entgegengetreten werden, solange noch Zeit ist. Das rascheste und bewährteste Mittel ist die Schaffung von Vorzugsaktien mit hohem Stimmrecht, die in den Händen bewährter Persönlichkeiten verbleiben. Ist auf diese Weise der Vergewaltigung der General­versammlung durch die ausländische Konkurrenz ein Riegel vorgeschoben, dann ist die größte Gefahr behoben, die durch die Aktienkäufe droht. Möge sich der deutsche Aktionär über die mit diesen Käufen verbundene Gefahr wohl bewußt sein und zu den Mitteln greifen, die imstande sind, ihr zu begegnen. -- -------------------r-

Lokales und SrovinzieTes.

Schlüchtern, den 16. Dezember 1919.

*Im Interesse der vielen Bruchleidenden sei an dieser Stelle nochmals ganz besonders auf das In­serat des Herrn Ph. Steuer Sohn in heutiger Nummer hingewiesen".

* Weihnachtszeit. Nun ist sie wieder da, die liebe, alte, trauliche Weihnachtszeit. Pfrfferkuchenbuden und solche mit Hampelmännern, Puppen, Waldteufeln und ähnlichem Zeug tauchen wieder auf. Die Weih­nachtsbäume erscheinen auf Straßen und Plätzen wieder, und in den Geschäften ist die Hochflut der Einkäufe sogar nah zu schon vorüber. Nur noch 8 Tage trennen uns von dem Feste selbst, dem wir alle, Erwachsene und Kinder, mit einer gewissen Spannung entgegen« sehen. Denn auch wir Aelteren find nicht ganz frei« zumachen von dem Zauber, den die Vorweihnachtszeit ausübt, und lassen uns gern wieder einmal ein bißchen davon gefangennehmen. Kleine Kinder große Kinder! Schließlich ist der Rest von Kindlichkeit, der mehr oder weniger in uns allen steckt, unser bestes Erbteil, und wir sollten uns nicht schämen, uns zu demselben zu bekennen. Denn was bei der kühlen, nüchternen, sach­lichen Denkungsweise Heraurkommt, davon haben wir im verflossenen Jahre Proben genug erlebt, und eS ist auch für uns nicht das schlechteste, einmal ein paar Tage aus -dieser Gegenwart heraus in die holden Träume der Kinderzeit zurückflüchten zu können.

* Wie man Geld sparen kann. Es ist ratsam, sämtliche Rechnungen bis längstens 31. Dezember d.Js zu begleichen, da nach d im neuen Umsatzsteuerges -