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Zchlüchtemer Zeitung

Anzeiger für Sie amtlichen Bekanntmachungen im Kreise SMKchtern.

Lchs«<hter»«r ^rnsblatt

gelteste Zeit«»» im Kreise; gegründet im Jahre 1849.

BezugSpreiS frei Haus, vorauszahlbar viertelt. 5,80 M., (durch die Post ohne Bestell­geld). Erscheint DienStagS, Donnerstags und SaniStagS. Druck und Verlag C. Hohmeister, verantwort!. H.-C. Hohmeister, Schlüchlern. Fern- ruf 65. Erfüllungsort für den gesamten Ge­schäftsverkehr mit der Firma Schlüchtern.

Anzeigen: H. Zeile oder deren Raum 60 Pfg., Reklamezeile 2, Mk. Bei Betriebs­störungen kein Schadenersatz oder Minder- gebühr einschließlich Bezugs. Keine Gewähr für Platz, Aufnahme-Zeit und Beleglieferung. Kein Nachlaß bei gerichtlichen Zwischenkosten. Zahlkarte Frankfurt a. Main Nummer 11402.

32 79. Ssnn«vst«s, den 8. 3uli 1920. 73. Jahrgang

Aus Stadt und Kreis.

Schlüchtern, den 7. Juli 1920.

* Zu unserem Jagdbericht aus Steinau in Nr. 77 vom 3. Juli schreibt uns der Schlüchterner Herr: Der in Ihrer Notiz als schwacher Nchvock 'bezeichnete war nur ein* Sechsender. Die säugende Fähe wurde von mir mit Vorbedacht geschoffm. Jeder Jäger weiß, daß es für die Niederjagd keinen größeren Schädling als den Fuchs gibt." 8.

* Das Preisschießen unseres Schützenvereins, das dieses mal von vielen auswärtigen Schützen besucht war, nahm bei schönem Wetter einen guten Verlauf: Preisträger auf den Festscheiben sind folgende Herren:

a. Festschetbe - Schlüchtern.

1. & Fehl, Schlüchtern,

2. Schwarz, Karlstadt a- M.,

3. Ferber, Offenbach,

4, Gukacker,

5. E. Freund, Schlüchtern,

6. Kohlstädt,

7. E.ff, Offenbach,

8. Stlebeling, Schlüchtern,

9. Saalfeld,

10. Lellau, Neuhof,

11. E. Wefter, Schlüchtern,

12. Franz, Fechenheim,

13. Donhauser, Brückenau,

14. Tag, Homburg v. d. H,

15. Dahmer, Burgftun,

16. Fadre, Homburg v. d. H.

17. A. Wefter, Schlüchtern,

18. O. Gtller, Frankfurt a. M.,

19. Büchner, Schlüchtern,

20. JckeS, Gelnhaufen,

21. Kretl, Schlüchtern,

22. Haaß, Offenbach,

23. Thtelmann, Fulda,

24. Loos, Offenbach,

25. Schüßler, Würzburg,

26. Schmidt, Hanau.

b. Festfcheibe - Kinzigtal.

1. Lellau, Neuhof,

2. Dietz, Gelnhaufen,

3. Thomann, Offenbach,

4. Schwarz, Karlstadt a. M.,

5. Fabre, Homburg v. d. H,

6. Sauer, Offenbach,

7. Haaß,

8. Saalfeld, Schlüchtern,

9. Endres, Karlstadt,

10. A. Wefter, Schlüchtern,

11. Schüßler, Würzburg,

12. Schmidt, Hanau,

13. Eiff, Offenbach,

14. Weber, Fulda,

15. Kohl, Offenbach,

16. Franz, Fechenheim,

17. Gutacker, Offenbach,

18. Ph. Zipf, Gelnhausen,

19. JckeS, Gelnhausen,

20. Fehl, Schlüchtern,

21. F. Schäfer,

22. Donhauser, Brückenau,

23. E. Wefter, Schlüchtern,

24. Herm. Stern,

25. Conr. Freund,

Die Preisträger von den übrigen Scheibengattungen werden in der nächsten Nummer bekannt gegeben.

* Ansichtskarten als 10 Pfg.-Druckfache. Nach den postalischen Bestimmungen ist es zulässig, diese Karten handschriftlich mit Datum, Stand, Namen und Wohrkllng des Absenders zu versehen. Ebenso können mehrere Absender in dieser Weise angegeben sein (für Ausflugs- und Badeorte, Gasthäuser usw. von großer Bedeutung!) Mit anderen handschriftlichen Zufätzen versehene Ansichtskarten kosten jedoch 30 Pfg. Porto. Auf die Adreßfette ist oben das Wort Drucksache zu setzen. Geschriebene Worte wie Gruß usw. find nicht erlaubt.

* Steinau. Unsere Stadtvertretung hat eine Kommission gewählt, welche die neuen GehaUsfestsetzungen, die infolge des staatlichen Besoldungsgesetzes auch für die städtischen Beamten und Angestellten erfolgen müssen, beraten und bestimmen soll.

* Steinau Gegenwärtig erregt ein junger Herr, der sich in der Familie des Herrn Pfarrers Römheld aufhält, allgemeines Aufsehen durch das Naturkoftüm, in dem er sich zeigt. Er ist nämlich nur mit einer Art Badehose bekleidet, die nach oben und unten zwar etwas verlängert ist, sonst aber die Beine und Füße sowie Brust und Hals völlig frei läßt. Da diese Körperteile der Luft und dem Sonnenlichte völlig ausgesetzt sind, so haben sie eine fast kupferbraune Farbe angenommen.

* Steinau. Der hier seit einigen Jahren in Ruhestand lebende Oberförster a. D. Mottau hat seinen Austritt aus der evangelischen Kirche erklärt. Dagegen trat zu dieser ein israelitisches Mädchen namens Selig- mann-Häusler aus Wien über, nachdem es von Herrn Pfarrer Römheld in der christlichen Lehre unterrichtet und getauft worden war. Die Konfirmation empfing es zu Palmsonntag d. Js. mit den übrigen Konfirmanden in der hiesigen Katharinenkirche.

* Steinau. Die Lichtfrage spielt auch hier eine Rolle. Zwar besteht ein Gaswerk; allein dieses befindet sich in den Händen einer fremden Gesellschaft, und diese hat in den letzten Monaten fortgesetzt den Gaspreis hin aufgeschraubt, sodaß derselbe hier viel höher ist als z. B. in Frankfurt a. M. Die Einwohnerschaft war darüber sehr erbittert und wiederholt kam es zu Zahlungsverweigerungen. Sogar die Miete für den Gasmesser wurde fast verdoppelt, obwohl die Ge- stattungskosten für dieses Instrument wohl schon längst als amortisiert angesehen werden können. Nun leuchtet von ferne da^ elektrische Licht des Ueberlandswerks Aber auch sein Schein wird schon im voraus getrübt durch die hohen Anlagekosten. Herr Bürgermeister Ktsseberth wird sich deshalb in einer öffentlichen Bürgerversammlung in einem Vortrage über diese Sache äußern und auch die Frage der Errichtung einer städtischen Sparkasse behandeln. Einen Bericht darüber werden wir demnächst veröffentlichen.

* Steinau. Einer der aus Westpreußen, daS von den Polen besetzt wurde, von der Staatsregierung abberufenen Förster hat als vorläufigen Aufenthaltsort Steinau angewiesen erhalten und wird Wohnung bet den beiden Herren Hegemeister Regehiy und Forstsekretär Kalinke nehmen, bte ihre Dienstwohnungen mit ihm teilen müffen. Der Waldbrand in derEichelhecke", von dem neulich berichtet wurde, hat längere Zeit gedauert und größere Aufwendungen zp seiner Be­kämpfung und Ablöschung bednrft, als vorher ersichtlich war. Mehrere Tagelang mußte Tag und Nacht eine Brandwache an Ort und Stelle fein, die allein eine Lohnausgabe von vielen hundert Mark verursachte. Die zerstörte Waldfläche ist etwa 1 ha groß.

* Steinau. Endlich wurden unsere nach Regen lechzenden, in einer fast tropischen Hitze beinahe ver­trockneten Fluren durch einen Gewitterguß, der am Samstag nachmittag niederging, wenigstens etwas erfrischt. Das Gewitter eröffnete ein Staubsturm, wie man ihn in hiesiger Gegend noch selten beobachtet hat. Die Staubwolke kam von Setdenroth her, zog über unsere Stadt, füllte den Talkessel von Schlüchten und wälzte sich dann, wie von hier aus deutlich zu sehen war, über den Landrücken hinweg weiter in das Fuldaerland hinein. Das Gewitter selbst zog leider nicht durch unser Tal. Doch ging in der Nacht von Samslag zum Sonntag nochmals ziemlich reichlich Regen nieder. Immerhin dürfte er nicht genügen, die wahrhaft faharische Trockenheit und Dürre zu beheben. Unter dieser" haben besonders unsere Schafherden zu leiden. Auf den Weiden ist das Gras bis in bie Wurzeln hinein verdörrt, ebenso an allen Wegrändern. Selbst in den Wäldern fehlt es an der Futtermenge, die täglich zum Sauwerden einer Herde von mehreren hundert Schafen nötig ist.

* Marjoß. Die Förstereien Rohrbacher Hof und Marjoß-Süd, hiesige Oberförsteret, sind zum 1. Okt. d. Js. neu zu besetzen. Bewerbungen müssen bis zum 20. Juli bei der Regierung in Caffel eingegangen sein.

Aus Provinz und Wachöargeöiet.

§ Aus der Rhön. Der Fremdenverkehr in der Rhön ist trotz der hohen Pensionspreise, bedingt durch die teuren Lebensmittel, so groß, daß die Gastwirte täglich eine Anzahl Anmeldungen für die nächste Zeit abschlägig bescheiden müssen. Nahrungs- und Wohnungs- Mangel legen auch dem Fremdenverkehr und den damit

verbundenen Verdienst in unserer schönen Rhön unliebsame Fesseln an.

§ Fulda, 4. Juli. Gegen die hohen Lebensmittel- preise nahm hier eine Besprechung endgültig Stellung. Die Verhandlung leitete Herr Landrat Freiherr von Doernberg. Auch unser Oberbürgermeister hatte seinen Urlaub unterbrochen, und nahm infolge der großen Wichtigkeit jener Verhandlungen an der Sitzung teil. Um bevorstehenden Ausschreitungen der hiesigen Ein­wohnerschaft vorzubeugen, die über die kaum erschwing­lichen hohen Kleinverkaufspreise für Fletsch in große Erregung geraten ist, wurden die Verkaufspreise mit sofortiger Wirkung wie folgt festgesetzt: Rindfleisch (Bauchfleisch) 6,20 Mk., seither 8,20 Mk., koscheres Rmdfletsch 6,90 Mk., (10,50 Mk.), Rostbeef und Lenden 10 Mark (12,50 Mark), Rindsleber 4 Mark (6,40 Mk.), Blutwurst 3,50 Mk. (6,40 Mk.), Leber- wurst 4,50 Mk. (7,30 Mk.), Rindsknochen 0,50 Mark (1,00 Mk.), Kalbfleisch 4,50 Mk. (9,20 Mk.), Hammel­fleisch 5 Mk. (10,20 Mk.) Die Kreis- und Stadtver­waltungen werden nach Mitteln und Wegen Umschau halten, um Deckung zu suchen zum Ausgleich der entstandenen großen Differenzen zwischen Ankauf und Verkauf des Fleisches.

§ Schlitz, 6. Juli. Bei den von der ZecheLuisa" Ober-Ohmen im Eisenberg vorgenommenen Probe­schürfungen wurden stark eisenhaltige Steine zutage gefördert. Die Schürfungen sollen deshalb fortgesetzt werden.

§ Hersfeld. Der Kreisausschuß hat die Fleischpreise wesentlich h^abgesetzt. Danach koste* Rindfleisch 7 M Kalbfleisch 6 Mk. das Pfund.'

§ Wltzenhausen. Der Diebstahl an Kleidern bei einem kleinen Kinde in Gießen hat auch hier schon seinen Vorgänger gehabt. Vor längerer Zeit wurden einem 3-jährigen Kinde in der Burgstraße Schuhe und Strümpfe von einem erst der Schule entlassenen Mädchen ausgezogen.

§ Göttingen, 5. Juli. In einem hiesigen Gasthaus verübten zwei junge Leute, ein Reichswehrsoldat und dessen Geliebte, Selbstmord. Die Ursache ist nicht bekannt.

§ Eichstädt. Bei der Impfung fragte der Arzt einen Schulknaben, ob er auch wisse, warum er geimpft werde.Daß ma die Maul- und Klauenseuche net kciagn" war die prompte Antwort des Jungen.

8 Hann.-Münden,5.Jnlt. Ein 16jähriges Mädchen hatte Kirschen gegessen und unmittelbar darauf Wasser getrunken. Unter größten Schmerzen ist es gestorben.

§ Braunschweig, 6. Juli. Als Maßnahme gegen die hohen Ledensmittelpretse und die wachsende Erregung der Bevölkerung beschloß die hiesige Stadtverordneten­versammlung auf Veranlassung des Oberbürgermeisters die Einsetzung eines Preisüberwachungsausschuffes.

§ Die Universität Jena als thüringische Hochschule.

Die Universität Jena hat zwar schon immer den NamenThüringische Hochschule" getragen, wurde aber bisher nicht von allen thüringischen Staaten erhalten und geleitet. Nach der Verfassung des Landes Thüringen soll ihre Unterhaltung nunmehr auf den neuen Gesamtstaat übergehen..

Welthandel.

Aus den Beratungen des Steuerausschusses des Reichstages kann als allgemeine Auffassung festgestellt werden, daß mit Ausnahme der U. S. P. D. von keiner Fraktion die Aufhebung des § 45 des Ein­kommensteuergesetzes (Erhebung bet Steuern an der Quelle) vertreten wird, dagegen dessen schablonenhafte Anwendung geändert werden soll. Es soll versucht werden, durch Erhebung eines Pauschalbetrages in einer der Steuerleistung nahekoMmenden Höhe eine Erleichterung des Abzuges herbeizuführen. Demgemäß könnte der feste Satz von 10 pCt. nicht unter allen Umständen aufrechterhalten werden. Zu einer Beschluß­fassung ist es noch nicht gekommen. Die Angelegenheit wurde einem Unterausschuß überwiesen.

Neue Sicherungsmaßnahmen gegen militärische Unruhen und Putsche find geschaffen durch eine Ver­ordnung des Reichspräsidenten auf Grund des Artikels 48 bet Retchsversaffung, wonach mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren bestraft wird, wer Angehörige mili­tärischer Formationen, der Sicherheitspolizei oder anderer Wehren zum Ungehorsam gegen dienstliche An­ordnungen, insbesondere gegen Anordnungen über Auflösung oder Verringerung der bestehenden Verbände