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Schlüchterner Mung

Anzeiger Mr Öle amtlichen Bekanntmachungen im Breite Schlüchlern.

Bezugspreis frei HauS, vorauszahlhrir »ititetj. 5,80 Mk>, (durch dir Post ohne Btstell- gdb). Erscheint DienStagS, Donnerstags und EamStagS. Druck und Verlag L. Hohmeister, verantwortl. H.-L. Hohmeister, Echlüchtern. Fern« ruf 65. Erfüllungsort für den gesamten ®t» schSstsverkehr mit der Firma SchkÜchteru.

Schlüchteraer Kr-isblatt

Netteste ZeLtKRg im Kreise; segrßrrdet im Jahre 1849.

Anzeigen: kl. Zeile oder deren Raum 70 Psg., Netlamezeile 2,- Mk Bei Betriebs- störungen kein Schadenersatz oder Minder- gebühr einschließlich BezugS. Keine Gewähr für Platz, Ausnahme-Zeit und Beleglieserung Kein Nachlaß bei gerichtlichen Zwischenkosten. Zählkarte Frankfurt a. Main Nummer 11403.

M 135.

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Dienstag, den 16. Uo»«m6<e 1920.

78. )alivgang

Auf eine von einem Reichstagsabgeordneten gestellte Anfrage über die Kartoffelversorgung antwortete der Vertreter der Regierung folgendes:

Mit Rücksicht auf die in vielen Bezirken des Reichs erhobenen Klagen über die Höhe der Kartoffelpreise haben eingehende Besprechungen zwischen berufenen Vertretern der Verbraucher, der Landwirtschaft und des Handels stattgefunden. Als Ergebnis dieser Verhand­lungen find Richtlinien festgelegt worden, die dahin gehen, daß die Landwirtschaft fich bereit erklärt, Kar­toffeln im freien Verkehr zu liefern, die bezirksweise nach den ProdukiionSverhältniffen im einzelnen verein­bart werden und 25 Mark nicht übersteigert sollen. Ferner sollte ««gestrebt werden, daß für die minderbe­mittelte Bevölkerung gewisse Mengen zu einem noch weiterhin verbilligten Preise abgegeben werden. Für die Durchführung dieser Richtlinien haben sich die be­teiligten Epitzenverbände eingesetzt. Es find daher auch in den meisten Ländern und Provinzen entsprechende Vereinbarungen zustande gekommen, in denen teilweise weitgehend für die Versorgung der minderbemittelten Bevölkerung mit billigen Kartoffel« Vorsorge getroffen worden ist. Um Preistreibereien zu begegnen, sind die Länder weiterhin ersucht worden, durch Einführung eines Konzrsfionszwanges für den Kartoffelhandel un­lauteren Machenschästen die Spitzen zu bieten. Die Länder find im wesentlichen dieser Aufforderung nach- gekommen.

Der Auskauf von Kartoffeln zum Verbrennen ist unstatthaft und im Hinblick auf die Spirituspreise zu Preisen, die über dem in den Richtlinien festgestellten Preis von 25 Mark liegen, auch unwirtschaftlich. Die unter der Aufsicht und MMgem L^r^e der Mchs- ÄülMtwetL-Monöporverwaltung stehenden Brennereien werden fich daher solcher Uebertretungen nicht schuldig machen, es kann sich vielmehr lediglich um vereinzelte Fälle des sogenannten Schwarzbreunens handeln. Um solchen unlauteren Machenschaften zu begegenen, find alle in Frage kommenden Behörden wiederholt ein­dringlich ersucht worden, dem Verbot des Ankaufs von Kartoffeln zu Brennzwecken nachdrücklichst Geltung zu verschaffen und gegen jede Zuwiderhandlung unverzüg­lich einzuschreiten. Erleichtert würde das Vorgehen der Behö.den, falls von der Bevölkerung selbst jeder Fall des unerlaubten Aufkaufs zu wucherischem Preise und zu verbotenen Zwecken unter genauer Mitteilung der Einzelheiten sofort den Behörden bekanntgegeben würde, da die auf Grund der vielen, aber allgemein gehaltenen Klagen angestellten Ermittelungen leider in den fettesten Fällen zu Einwandfreien Feststellungen führen und somit nicht die Möglichkeit durchdringenden Eingreifens gewähren.

Feindlich« Brüder

Norna« von Jost Freiherr« von Steinach 70 (Fortsetzung folgt.)

Er wußte sich keine Rechenschaft über die Em­pfindungen zu geben, die pötzlich auf ihn mit Macht einstürmten, genug, es war etwas in diesen Zeilen enthalten, das ihn stutzig machte und ihn zwang, die schon bereit gehaltene Feder wieder hinzulegen. War es das dringende Bitten, beinahe Flehen, das die Worte des alten Mannes aussprachen? Oder war es die süß-schmerzliche Erinnerung an eine vergangene Zeit, da sein Herz von tausend Gefühlen durchzuckt war?

Er versank in träumerisches Sinnnen und wie ein Gebilde der Fata morgana lockte aus der Ferne die holde Gestalt der Geliebte« und ihre blonden Haare leuchteten wie der goldene Strahl der Mittagssonne.

Und als er endlich emporfuhr aus seiner Lethargie, da waren alle seine Vorsätze in den Wind geblasen; « zog sich den Pelz an, setzte seinen Zylinder aus und verließ die Wohnung, um auf dem schnellsten Wege vas Heim des Obersten zu erreichen.

Er wurde sofort in das Herrenzimmer geführt, ihn der Alte mit bekümmerter Miene willkommen hieß.

Nachdem er ihn gebeten, Platz zu nehmen, begann er mit sichtlichem Widerstreben:Sie werden gewiß verwundert darüber sein, daß ich es nach dem zwischen uns Vorgefallenen gewagt habe, Sie noch einmal in dieses Haus zu bitten. Sie können aber der Ver­sicherung Glauben schenken, daß diese Miffiou, die ich

Die Aöstimmungsreise nach OSerfchlesten.

Maßnahmen der Eisendahnverwaltung.

Obgleich der Termin für die Abstimmung in Ober- schlesten noch nicht bestimmt ist, hat die Eisenbahnver- Wallung gleichwohl schon jetzt Anordnungen für die Beförderung der Abstimmungsberechtigten getroffen. Nach den Plänen der Eisenbahnverwaltung soll die Beförderung in der Hauptsache in Sonderzügen 10 Tage vor und 10 Tage nach der Abstimmung erfolgen.

Der deutsche Schutzbund in Berlin übernimmt, wie bei den anderen Abstimmungen, .die Verteilung der Abstimmungsberechtigten anf die einzelnen Züge und Reisetage. Auch die Fahrscheine für die Abstimmungs­berechtigten, die zur Fahrt bei den deutschen ReichS- eisenbahnen, wie auch auf sämtlichen Privatbahnen berechtigten, werden vom Schutzbund ausgegeben. Die Fahrscheine werden auf den Namen des Abstimmungs­berechtigten ausgestellt. Sie werden durch die Ver­einigten Verbände Heimatstreuer Oberschlefier den Abstimmungsberechtigten ausgehändigt. Die Fahrscheine für Sonderzzjge gelten einen bestimmten Tag, der, da der Abstimmungstag noch nicht feststeht, zunächst nur durch einen Buchstaben festgelegt wird. Für die Rück­reise gilt der Schein vom Tage der Abstimmung bis zum darauffolgenden 28. Tage. Für die Hinreise beginnt der Transport 12 Tage vor dem Abstimmungs- tage selbst. Im allgemeinen berechtigen die Fahrscheine zur Fahrt 3. Klaffe, doch kann der Abstimmungsbe­rechtigte in eine höhere Wagenklasse übergehen, wenn er den tariftmäßigen Preisunterschied zahlt. Fahrt­unterbrechungen sind auf der Hin- und Rückreise je einmal gestattet. Eine ©infdbrMu^ bis

\- .-,^^u üa, als auf der Sonderzugsstrecks die Fahrt auf der Hinreise garnicht und auf der Rück­reise nur einmal gegen bahn amtliche Bescheinigung der Unterbrechung gestattet ist. Die Teilnahme an der Abstimmung selbst muß von der Abstimmungsbehörde auf dem Fahrschein, der sonst seine Gültigkeit verliert, bescheinigt sein.

Aus der Heimat.

* Es hat sich erfreulicher Weise herausgestellt, daß der Höchstpreis für das Pfund gemahlenen oder Hutzucker nicht, wie es in der in Nr. 133 unserer Blattes vom 11. d. Mts. gebrachten Notiz betr. den Preis des Zuckers hieß, auf Mk. 4,20 pro Pfund erhöht werden muß, sondern auf Mk. 3,70 festgesetzt worden ist. Siehe Bekanntmachung des Kreisaus- schuffes im amtl. Teil der heutigen Nummer.

* Wer durch Weihnachtsarbeiten seine Lieben eine Ueberraschung bereiten will, tut gut, sie bei Zeiten in Angriff zu nehmen, besonders, wenn sie nach aus­

auf mi ' enommen habe, mir ebenso peinlich ist wie Ihnen, Herr Doktor," fuhr er mit erhobener Stimme fort,ich habe Sie auf den dringenden Wunsch meiner Tochter hierher gerufen und Sie sollen sogleich erfahren, welche Motive dabei mai gebend sind. Als Sie sich damals um die Hand meiner Hilde bewarben, da sagten wir uns, meine Frau und ich: Wir hätten es aller­dings, was Sie uns nicht übel nehmen dürfen, viel lieber gesehen, wenn Hilde die Gattin eines Soldaten werden würden, denn die Trauns, Herr Doktor, dienen dem Könige und dem Vaterlands seit zwei Jahr­hunderten mit der Waffe in der Hand. Aber wenn Hilde sich durchaus in einen Zivilisten verschossen hat, nun mein Gott, es gibt auch darunter honette, feine Leute, und wenn wir sePn, daß die Zukunft unserer Einzigen in guten Händen ruht, denn man tau, wie sie an der Waterkant sagen. Denn das Glück des Menschen ist doch immer die Hauptsache im Leben und wenn das nicht vorhanden ist, dann zum Teufe! mit Glanz, Rang und Reichtum! Was nutzt mich der Mautel, wenn er nicht gerollt ist, wie unser prächtiger Wrangel sagte, der das Herz immer auf dem richtigen Fleck fitzen hatte. Und sehen Sie, als wir bemerkten, daß die Hilde eine solche Liebe für Sie hatte, na, da ließen wir eben fünfe gerade sein uub hatten durchaus nichts dagegen, als wir so durch die Blume erfuhren, daß Sie iu den nächsten Tagen erscheinen würden, um Ihre Werbung bei uns anzubringen. Wir hatten uns über Sie erkundigt und durch die Bank nur Lobens­wertes über Sie vernommen, wir waren also entschlossen, Ja und Amen zu sagen. Da, gerade an dem Morgen, an dem Sie Ihren Besuch angesagt hatten, fällt uns das Mädel weinend um den Hals und erklärt uns, daß sie nie und nimmer Ihre Werbung annehmen

wärts versandt werden sollen. Wir wissen vom Vor­jahre, wie große Verkehrshindernisse sich einstellten. Und die Handwerker, welche die Weihnachtsarbeiten fertig zu stellen haben, sind auch in der Hergabe ihrer Rohmaterialien beschränkt.

* Schlächtern. Das großartige i^lfswert unserer deutschen Stammesverwandten und Freunde in Amerika zu Gunsten der notleidenden Bevölkerung Deutschlands hat durch das Centralkomitee für Linderung der Not in Deutschland und Deutschösterreich Central Relief Comitee schon viel Elend gelindert und ungezählte Herzen zu Dank verpflichtet. Neuerdings sind in Schlächtern durch Vermittlung des Deutschen Roten Kreuzes als amerikanische LiebeSspenden 25 Kisten Milch verteilt worden.

* Schlächtern.Im Interesse der vielen Bruch- leidenden sei an dieser Stelle nochmal ganz besonders auf das Inserat des Herrn Ph. Steuer Sohn in heutiger Nummer hingewiesen.

* Schlächtern. Am Freitag voriger Woche be- suchten Herr Präsident Saemisch des Landesfinanzamts Caffel, Herr Präfident Grunewald der Abteilung I des Landesfinanzamts und die Herren RegierungSräte Dr. Conrad und v. Claer unsere Stadt zum Zwecke entscheidender Befichtigungen und Verhandlungen in der Angelegenheit der Unterbringung des Finanzamts und seiner Beamten. Ueber das Ergebnis erfahren wir folgendes: Es wurde festgestellt, daß die dem Finanzamt zur Verfügung stehenden Räume den not­wendigen Bedürfniffen bei weitem nicht genügen und daß für eine Anzahl verheirateter Beamten :wch ange- meffem Wohnungen beschafft werden müssen. In einer Besprechung mit den Herren Vertretern der Stadt Schlächtern ergab fich, wie allerseits anerkannt werden mußte, als Voraussetzung für alle in Betracht kommenden Möglichkeiten letzten Endes die Notwendig­keit von Bauten durch die Stadt. Dies besonders hervorhebend, betonte Herr Präfident Saemisch in seinem Schlußwort, daß die Stadt,, wenn sie bai Finanzamt behalten wolle, fich bus Ende b. Mts. ent­schließen müsse, neben der Beschaffung angemessener Wohnungen für die Beamten als provisorische Lösung binnen kurzem dem Amt 3-4 weitere geeignete Räume anzuweisen und bis 1. April 1921 die endgültige amreichende Unterbringung des Amts ficherzustellen. Da die vollständige Einrichtung der Finanzämter nicht über den 1. April hinausgezögert werden dürfe, müsse andernfalls die Verlegung des Finanzamts nach Steinan alsbald ernstlich betrieben werden.

* Büdingen Dieser Tage erschien in einem nahe gelegenen Ort bei einem größeren Landwirt ein gut- gekleideter Herr und erstand von ihm einen Schinken für nur 800 Mark. Der Herr übergab dem Landwirt

würde, und daß sie eine unüberwindliche starke Abnei­gung gegen Sie hege.

Wir waren starr, aber was war gegen eine solche Sinnesänderung zu tun! Jedenfalls war es besser, wenn sich die unüberwindliche Abneigung vor als nach der Hochzeit einstellte. Es blieb uns daher nichts anderes übrig, als Sie abzuwetsey. Wohl beachtete ich, daß die ganze Angelegenheit meiner Hilde nahe gegangen ist, aber sie hatte es doch selbst gewollt, und ich dachte nicht mit Unrecht, daß die alles heilende Zelt auch darüber Gras wachsen lassen würde. Bis oßv: vierzehn Tagen war ich auch fest davon überzeugt, daß Hilde Sie völlig vergessen habe, denn sie hat in dieser ganzen Zeit nie Ihren Namen in den Mund genommen; vor vierzehn T:gcn also, gerade seit uns Frau von Neudeck besuchte und eine vertrauliche Unterrednng mit meiner Tochter hatte, ist es anders geworden. Ohne Scherz, feitbem ist sie auffallend still und wortkarg geworden, geht wie in einem Traum umher, und ich kann nur annehmen, daß jene Klatschbase ihr di^ Ohren verkeilt hat. Meine Frau ohne Erfolg. Sie sagte nur, daß sie durch ihr Wort gebunden sei, etwas zu verraten, und weiter ließ sich nichts aus ihr heraus bringen. Dagegen wurde sie von Tag zu Tag auffallend schmaler und bleicher, verlor ihren Appetit, kurz es blieb mir schließlich nichts anderes übrig, als zum Arzt zu schicken, denn ihr Zustand wurde tatsächlich besorgniserregend. Doch auch dieser Quacksalber konnte absolut nichts ausfindig machen, und das einzige, wovon er sich Besserung ihres BesindeuS versprach, war schleunige Luftänderung.

(Fortsetzung folgt.)