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MMM für W MllichM ZWmmlmachmgm im Rmle Srhiridilrrn,

Bezugspreis frei Haus, vorauSzahLar »itrtelj. 5,80 Mk-, (durch die PoK ohne Reff-kU gelb). Erscheint DienStagS, Donnerstags und ZamStogS. Srttd und Verlag T. Hohwetker, »erantwottl. H.-L Hohmeister, Schlüchtern. Fern­ruf 65. Erfüllungsort für den gesamten Ge- schSstSvcrtehr mit der Firma Schlüchtern.

Aelteß? ZeiiMß im Greife; 9epixlet im Mre 1849,

Anzeigen: kt Zeile oder deren Ranm 70 Pfg., Reklamezeile 2, Mk. Bei Betrieb- SSrungen kein Schadenersatz oder Minder- gedStzr einschließlich BezugS. Keine ®etc 86t für Platz, Aufnahme-Zeit und Beleglieferung. Kein Nachlaß bei gerichtlichen Zwischenkoften. Zählkarte Franffqri a. Main Nummer 11402.

M 148.

Ds«nevKt«rg, den 16. Dezember WZN. 73. Jahrgang

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Eigentum verpflichtet!

In der Reichsverfassung stehen Sätze von so prägnanter Kürze und so kostbaren Worten, daß ste l ' ndienten, von jedem Staatsbürger auswendig gewußt z. werden. Im Artikel 153 heißt es:Eigentum verpflichtet/ Sein Gebrauch soll zugleich Dienst sein für das Gemeine Beste. Diese Worte gelten heute vor allen denen, die gegen die geplante sofortige Erhebung eines Teiles des Reichsnotopfers oder einer ZivanzSanleihe Sturm laufen. Sie vergessen die Lage in der sich das Reich befindet. Man erinnere fich aber der Ausführungen, die vor wenigen Tagen der Reichs- bankpräsident doch wohl eine der kompetentesten Per­sönlichkeiten in dieser Frage, im Steuerausschuß des Reichstages gemacht hat, und die bei den Vertretern aller Parteien einen erschütternden Eindruck hinter- z ließen:Wo viele Deutsche freiwillig und durch , Dahrlehn dem Reiche hilfreich beilvringen, kann man gewiß von den vermöglichen Steuerpflichtigen verlangen, daß sie ihre Steuern baldmöglichst abgeben. Die hohe ; schwebende Schuld von 147 Miliarden und ihr weiteres Wachsen bedeutet eine große Gefahr für d s deutsche Wirtschaft. Es muß darauf gedrungen werden, daß dauernde Ausgaben auch durch laufende Einnahmen gedeckt werden können. Heute handelt es sich darum, dem rollenden Rade in die Speichen zu fallen und es zu hemmen. Das große Defizit der Verkehrsver- 'altungen, die steigenden Löhne und Gehälter lassen V warten, daß die schwebende Schuld in diesem Jahre noch um etwa 30 Milliarden Mark sich steigert. Es gilt die schwkrste, kaum ausdevkbare Katastrophe von unserer Wirschaft und unserem &-'»!: abzuwenk-- k Dem rollenden Radd-r wm hauten KntnEMnr einen Hemmschuh anzulegen ist das Gebot der Stunde."

Und man bedeute dabei, daß diese Debatte stattfand. ehe die neuen Forderungen der Bmmtenschaft zur Diskussion standen. Diese Teuerungszulagen, welche bittere Not erzwäng, find noch ungedeckt. In den Erörterungen der Parteien verlautet von einer Erhöhung der Verbrauchersteuern. Aus der Notlage des Reiches ergeben fich Verpflichtungen für das ganze Volk und besonders für die Besitzenden. Der Fiskus muß von allen Abgabepflichtigen mit Fug und Recht fordern, ' daß sie chrlich und ohne markten dem Reiche geben, was des Reiches sein muß. Tausende leben an allen * Tagen herrlich und in Freuden, während Millionen nicht wissen, wie sie ihren Kindern zu Weihnachten warmes Essen verschaffen sollen, upd das Reich nicht weiß, wie es seinen ihm durch den Fciedensvertrag auferlegten Verpflichtungen «achkommen kann. Bei i einer Vermögensabgabe, wie sie geplant ist, kann nur der Grundsatz gelten, daß das Reich das Geld dort k nimmt, wo eS vorhanden und am leichteken entbehrt r werden kann. Und es verrät politische Kurzsichtigkeit, i wenn man meint, daß eine andere Regierung, sei sie nun monarchistisch oder sozialistisch, in der Lage gewesen wäre, nach einem Zusammenbruch, wie er auS drm verlorenen Kriege und seinem Frieden folgte, anders zu hrndeln. In solchen Röten, muß die Schaltung der Volksgemeinschaft und ihres States über dem | Egoismus des Einzelnen stehen, und jeder einzelne Reiche ist verpflichtet und muß handeln, sonst zerreißt das Band des Volkes, der Staat zerfällt." Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich Dienst sein I. tut das Gemeine Beste."

Aus der Heimat.

* Wie aus dem Jnserateuteil ersichtlich findet am Sorntag, den 19. Dezember, nachmittags 3 Uhr in >et Turnhalle Grabenstraße eine Wuhnachrs- ' ranstaltung des Heimatbundes unter Mitwirkung des | Seminarquartetts statt. Zuerst wird ein WeihnachtS- spiel zur Aufführung gelangen. Ein Weihnachtsmarkt mit Bücherstaad, Spielsacheabude, Handarbeileu und I anderen von unseren Mitglieder gestifteten Sachen, die als Weihnachtsgeschenke zu verwenden sind, schließt sich daran an. Der Ertrag des Verkaufs ist für Zwecke «nserer VolksbildungSarbeit bestimmt. Eintritt für jedermann gegen Zahlung von 1. Mark.

I* (Die Siedlung im Reqierungsbeziik Gaffel) 3n einer Versammlung der Ortsgruppe Caff.l des Bundes deutscher Bodeuresormer teilte R-gterungsraL Dr. Debhaas von der SiedlungSgesellschaftHessische Heimat" mit, daß auf Grund des RüchssirdlunMe- scheS zahlreiche O-dländereien erworben werden sollen d zum Teil schon erworben sind. Ein in der Bil­

dung begriffener Lundessiedlungsverhänd ist mit Ent- eignungsrechten ausqestattet worden. Der ganze nörd­liche Teil deS Regierungsbezirks fällt unter das Siedlungsgefttz.

Hk. (Bestellung von Schlafwagenkarten) Nachdem es durch die Einlegung neuer Nachtschnellzüge möglich geworden ist, die Zahl der Schlafwagen auf den Hauptverkehrsstraßen erheblich zu vermehren, kann der Nachfrage nach Bettplätzen im weiteren Umfange entsprochen werden. Es wird deshalb die Ueberlaffung eines Bettes nicht mehr von dem Nachweis der Dring- lichkeit der Reise und der Notwendigkeit der Schlaf­wagenbenutzung abhängig gemacht. Ebenso wird darauf verzichte;, daß sich der Schlafw agenreisende während der Fahrt durch Reisepaß oder besät über seine Person ausweist, wenn auch an der Ausstellung der Bettkarte auf den Namen nichts geändert wird. Außerdem ist die VorbesteUfrist für Bettplatzbestellungen von 3 auf 7 Tags erweitert. Das seither vielfach geübte Verfahren, Bettp ätze durch M ttelpersomn zu bestellen, hat nach diesen Erleichterungen jede Berech» tigung verloren, zumal die unmmittelbare B-stellung bei den amtlichen Stellen eine billigere und schnellere Erlediguvg gewährleistet. -

* Flieden. In unserem Orte fanden unverhofft Getreidecevifioncn statt, da man erfahren hatte, daß einige Landwirte ihrer Gktreideabliefcrungspflicht nicht vollständig nachgekommen seien. Die Revisionen ergaben bei einzelnen Landwirten Mengen von 10, 8 und 4 Zentnern verheimlichtes Brotgetreide, was zu gerichtlichen Ahndungen führen wird.

* Niedsrbieber. Bei einer ^ unverhofften Mühlen- «itfidtr tMItrhnw 4* K-« 4- ..C-.ÜjJ nee Brotgetteidr ermÜLelt, dat> größtsuteils ohne Mahl­karte stugelisfert war. Ein gerlchtlicheS Verfahren ist eingeleitet.

* HsrSfeld (Das Fett aus der Abdeckerei.) Vor der Strafkammer zu Gaffel hatte sich der Abdrckereibe- sitz-r Albert Sch. von hier wegen Ueberschreitung der Höchstpreise zu verantworten. Sch. hatte die Eczeug- ulffe aus seiner Abdeckerei, Oel und F-tt, an Privat perlone» abgesetzt, wozu er von der Rstchsf-rtstelle die Genehmigung hatte. Hierbei überschritt er die Höchst­preise erheblich und erzielte nach dem Urteil eines Sachverständigen einen Ucherschuß von etwa 14000 Mark. Ein Zeichen, daß das Geschäft gut ging und das Fett aus der Abdeckerei sehr beliebt war. Der Staattzunwalt beantragte eine G-lvstrafe von 2000 Mark und Einziehung des Gewinnes. Das Urte l lautete auf 5000 Mark Gelvsiraf?. Ein Z-uge, der nicht erschienen war, wurde mit einer Gelsztrafr von 50 Ma k belegt.

Die Vertretungen des Auslandes im Aeutschen Weich.

Weiß schon der Deutsche im allgemeinen wenig Be­scheid über die Organisation seines Staates, so sind die Kenutuiffe über die Beziehungen zum Ausland uns den fremden Staaten zum D-Utfchen Ruch besonders gering Weite Kreise wissen nicht zwischen der diplo« matischen und der ko -sülartschen Vertretung zu unteifgilben. Die Diplomatie ist den Meisten ein Buch mit sieben Siegeln. Die Bezeichnungen der diplomaltschen Vertreter, wie sie heute uob üblich sind, gehen in der H ruvtsache auf das Wi n-c Rangreglem-nt vom 30. Mai 1815 zurück. G oße Mächte nnterhalten Botschafter; sie sind Rep ä'entanten sowohl des StaateS als wie auch pcriö cliche Vertreter des Staats­oberhauptes. In Deutschland haben eine Botschafc: Belgien, England, Frankreich, Japan, Italien und Spatsten. Gesandte vertreten nur ihre Regierung, nicht aber ihr Staatsoberhaupt. G-sandtschafreu unter­halten in Deutschland: Argentinien Brasilien, Bul­garien, Chile, Columbien, Dänemark, dominikanische Republik, Esthland, Finnland, Griechenland, Jugo­slawien, Kuba, Lettland, Luxemburg, M-xito, Nieder­lande, Norwegen, Oesterreich, Paraguay, Peru, Persien, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Tschecho -Slowakei, Ungarn, Venezuela. Sämtliche Botschaften und Gesandtschaften befinden sich in Berlin. Nur Frankreich hat noch eine besondere Gesandtschaft tu München. Die Türkei läßt sich durch die Schweiz vertreten. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben bis heute nur einen Geschäftsträger in Berlin, der nur beim Auswärtigen Amt beglaubigt ist und nur das Ministerium des Aeußer« der Vereinigten Staaten vertritt. Sowjet-Rußland hat eine dtplomattsche Ver­

tretung in Berlin, die aber nicht akkredi'-,rt tu. Der Vatikan hat je eine Nuntiatur in Berlin und Münckm.

Neben den diplomatischen Vertretungen haben dir meisten Staaten Konsulate in Deutschland, welche bie wirtschaftlichen und allgemeinen j^llturintereffen des fremden Staates vertreten. Die bedeutenderen Mächte haben mehrere Generalkonsulate in Deutschland, andere haben neben dem Konsulate noch Vizrkonsulate. Nur eine konsularische, keine divlomatische Vertretung, haben San Salvador und die Ukraine. Bei einigen Staaten liegt die Vertretung der politischen sowie der , wir?» schaftlichen Interessen, also der diplomatische und der konsularische Dienst, in einer Hand.

Ei«e eizenartige Auszeichnung des bolsche­wistischen Oberbefehlshabers Kamenew.

Der frühere zarische Oberst und jetzige O'öeibef'hlS- Haber der gesamten bolschewistischen Streitkräite Ka» menrw ist von der Sowetregierung, wie das Rigole russiiche BlattS?godrja" reibet, für seine Verdienste um die Sowetrepubllk in ei, mrtiger Weise ausgezeichnet worden. Auf Beschluß des Sowets der LandeLverteilung sei ihm ein Steinhaus am Kusnezki Most, einer der belebtesten Hauptstraßen Moskaus,zu ewigem Best verliehen worden.

Diese Verleihung ist umso bezeichn, ' 'r, als n der Sowerrepudlik bekanntlich nicht nur das Privat­eigentum, sondern jeglich» Schenkung (über 10000 Rubel) verboten sowie durch Dekret vs 27. April 1918 das Erbrecht, das gesetzliche wt oas testamen­tarische, aufgehoben ist.

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Auf dem Parteitag der Preußischen ZentrumS- partei teilte Abgeordneter GronowA mit, daß die Franzosen auf die Lieferung der deutschen Milchkühe verzichtet hätten.

Das Rcichspostmtntsterium hat zur Einschränkung des Verbrauchs an Freimarken die Obrrpsstdirrktione« ermähtigt, versuchswetse zuzulaflen, daß unter gewissen Voraussetzungen Firmen usw., denen als sogenannten Selbstb-klebern die erweiterte Vorbereitung von Wert-, Elnschretb» und gewöhnlichen Paketen für die Einlie» ferung bet der Post g-stallet ist, gestattet werde, die Fcetgebühr nicht durch Aufkleöea von Freimarke«, sondern mit Ueberweisung oder Schrck zu entrichten.

Die Beziehungen der Bereinigte« Staaten zu Jipan stad nach einem Funkipruch des United Tele­graph aus Newyork vom 10. Dezember ziemlich gespannt. Die Newyorker Zeitungen Rnb der Anstcht, daß bei javanische Angebot, den AuSiändern auf den Inseln bei Stillen Ozeans die Rechte der ansässigen Bevölkerung ,u gewähren, wenn die Vereinigten Staaten dieselben Privilegien Japan zubilligea, nur ein Manöver dar. stellen. Japan w ffe sehr gut, daß die Elteiluv i so ausgedehnter Rechte gegen den Wille talifr k unmöglich sei. Es wirb vermutet, Uo Japan di Absicht hat, wenn sein Angebot abgelehnt werben sollte, alle Änn<krionen der frühere« aeutschen Inseln tm Stillen Ozean als zu unrecht erfolgt zu erkläre«. Die poütischen Kreffe in Waihington stellen fest, daß Japan sich in den letzten Wochen möglichst stark von den Vereinigten Staaten en fremdet hat und find ge« neigt, an den E nfluß irgend einer europäffchen Macht zu glauben, die vor Z el verfolgt, die Vereinigten Staaten oo kommen zu isolieren, uns zwar besonders in den Fragen des Stillen Ozeans und M x kos. Durch den langwierigen Kampf WtisonS gegen den Senat ist die autzcnpoitnjche Lage Amerikas zurzeit derart, daß ein solches Jiolierungsmanöver nur erleichtert wird.

Senator Lenroot in den Vereinigten von Nordamerika, ein hervorragendes Mitglied der republi­kanischen Partei, erklärte, eine der ersten Amtshand­lungen der neuen Regierung werde de. Friedenss-bluß mit Deutschland und die Aufhebung der dem Präsi­denten für die Kriegszeit erteilten Machtbefugnisse sein.

Der Rat für die belgische LandeSoertetdizung hat in der Kammer eine Vorlage über das Heeres- tontingeni für 1921 eingebracht. Danach soll die dnrchschnütltche Stärke des belgischen Heeres 100000 Mann betragen, wozu no$ . 13509 Mann für Be­sitzungszwecke kommen.

PaüS, 14 Dez. (Feuer in der Times) Nach einer Matinmeldnng aus London ist in dem Hause der Times ein Brand ausgebrochen. Vier RotatioicS- Maschinen sind unbrauchbar geworden. Außerdem sind große Vorräte an Papier verbrannt.